heisst es "das Mädchen und sein Bruder" oder "das Mädchen und ihr Bruder"

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Im Satz wird nach Grammatik formuliert, nicht nach tatsächlichem Geschlecht. Das Mädchen = Neutrum, also: Das Mädchen und sein Bruder.

Das Substantiv Mädchen ist ein Neutrum (es heißt das Mädchen!), auch wenn jeder weiß, dass ein Mädchen weiblich ist. Dem Weib geht es übrigens ebenso. Beide heißen es, so ist es nun mal.  

Das Weib ist ärgerlich, weil ihm die neuen Schuhe nicht passen. Es möchte die alten wiederhaben.  Únd das Mädchen hat seinen Bruder mitgebracht. Wäre das Mädchen in Begleitung ihres Bruders aufgetaucht, dann müsste man sich fragen, wessen Bruder er ist. Denn wer sie ist, wird in dem Satz ja nicht gesagt.    

Wäre der Bruder ein kleines Brüderchen, würde er auch vom er zum es. Das Brüderchen ist ebenfalls neutrum. Es schaut verblüfft aus der Wäsche, aber es kann nichts dagegen tun.  

Alles klar?

Jedes Substantiv hat sein grammatisches Geschlecht, und die Verteilung ist ohne Sinn und Methode. Man muß daher bei jedem Substantiv das Geschlecht eigens mitlernen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Um das fertigzubringen, braucht man ein Gedächtnis wie ein Terminkalender. Im Deutschen hat ein Fräulein kein Geschlecht, eine Rübe dagegen schon. Welch eine übermäßige Hochachtung vor der Rübe und welch eine kaltherzige Mißachtung des Mädchens verrät sich hier! ...
Um mit den deutschen Geschlechtern fortzufahren: Ein Baum ist männlich, seine Knospen sind weiblich, seine Blätter sächlich; Pferde sind geschlechtslos, Hunde sind männlich, Katzen weiblich – Kater natürlich inbegriffen; Mund, Hals, Busen, Ellenbogen, Finger, Nägel, Füße und Rumpf eines Menschen sind männlichen Geschlechts; was auf dem Hals sitzt, ist entweder männlich oder sächlich, aber das richtet sich nach dem Wort, das man dafür benutzt, und nicht etwa nach dem Geschlecht des tragenden Individuums, denn in Deutschland haben alle Frauen entweder einen männlichen „Kopf“ oder ein geschlechtsloses „Haupt“. Nase, Lippen, Schultern, Brust, Hände, Hüften und Zehen eines Menschen sind weiblich, und sein Haar, seine Ohren, Augen, Beine, Knie, sein Kinn, sein Herz und sein Gewissen haben gar kein Geschlecht. Was der Erfinder der Sprache vom Gewissen wußte, wird er wohl vom Hörensagen gewußt haben. ...
Eine Frau ist zwar im Deutschen infolge eines Versehens des Erfinders der Sprache weiblich; ein Weib jedoch ist es zu seinem Pech nicht. Ein Weib hat hier kein Geschlecht, es ist ein Neutrum; laut Grammatik ist also ein Fisch „er“, seine Schuppen „sie“, ein Fischweib aber keins von beiden. Ein Weib geschlechtslos zu nennen darf wohl als eine hinter dem Sachverhalt zurückbleibende Beschreibung gelten.
aus: Die schreckliche deutsche Sprache.


Im vorliegenden Fall ist das Mädchen, aufgrund der Wortbildung neutral, also muss es immer "seine" heißen. Denn das Mächen ist halt noch keine Frau, sondern ein Kind und das ist auch Neutrum.

1. Das Mädchen geht schon in die Schule. Aber es spielt immer noch gern mit seinen Puppen.

2. Das Mädchen hat sich heute ganz besonders schick gemacht. Sie will heute mir ihrem Freund zuerst ins Kino und dann in die Disko tanzen gehen.

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das mädchen und ihr bruder

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