Hatten die "Ossis" wirklich keine Bananen?

10 Antworten

Doch, hatten wir schon, aber nur ganz selten. Der Normalbürger musste einfach Glück haben und zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle (Konsum, Kaufhalle, Obst und Gemüseladen) sein. Dort erkundigte er sich am Ende der Schlange, warum denn hier alle anstehen. Dann sagte jemand, der Laden kriegt gerade Bananen. Daraufhin holte der gelernte DDR-Bürger das allanwesende Einkaufsnetz heraus und schleppte die rationierten Bananen (z.B.: aber nur 2 Stück pro Familienmitglied!)nach Hause. Mein Vater war Gastronom und bezog vom staatlichen Großhandel die Waren. Die Damen dort waren durchaus dankbar für ein Tütchen echten Bohnenkaffee und teilten ihm dann auch mal einen Karton zu. Auch in der Schule gab es mal welche (an 1x kann ich mich in den 10 Jahren erinnern), da wurde dann pro Kind eine Banane verteilt, spektakulär! In Berlin sah es viel besser aus, da die Geschäfte bevorzugt beliefert wurden.

Meine Eltern hatten ne Kneipe und somit Tauschware (bestimmte Zigaretten),ich konnte mich vor Bananen als Kind nicht retten.Es gab sie also,nur so wenig,dass sie "unter dem Ladentisch" ,also nur an bestimmte Kunden (Tauschpartner halt)verkauft wurden.Als mein Kind in den 80ern aufwuchs,gab es schon öfter welche ganz normal.Man musste sich nur immer in eine lange Schlange stellen.Da dort aber nur Bananen verkauft wurden,ging es relativ schnell.Ich habe diese Hatz nach ausgerechnet Bananen nie verstanden.

Sind denn hier nur Spinner unterwegs?! Klar gehörten Bananen in der DDR zur Mangelware, aber wirklich vermißt hat sie dennoch keiner. Man hat sich letztlich mit dem zufrieden gegeben, was es gab. Satt geworden sind die Bürger allemal. Das hat auch nichts mit Geldmengen oder Reparationszahlungen zu tun, ausserdem musste auch die Bundesrepublik Besatzer ernähren. Darüber hinaus musste die DDR, um einigermaßen im Welthandel mitreden zu können, Devisen erwirtschaften. Somit wurden unzählige Produkte in den Westen exportiert, dort neu deklariert und als deutsche Marken verkauft. Auch hat der Osten gegen "harte" D-Mark den Westmüll gekauft und auf DDR-Deponien verbracht. Das alles aber nur um eine völlig irrwitzige Subventionspolitik zu betreiben. Es war der Irrglaube einer Partei, die Menschen seien allein im Frieden und mit der Sicherheit eines Arbeitsplatzes zufrieden. Grundnahrungsmittel waren jederzeit verfügbar und dazu gehören Südfrüchte ja nun mal nicht. Es ist auch eher albern wie hochnäsig, ein Land danach zu bewerten, welche exotischen Früchte importiert werden. Es gab vieles Gutes und ebenos vieles Schlechtes, aber daran hat sich ja bis heut auch nichts geändert.

Ich kann mich an die 80er erinnern. Da gab es einmal im Jahr hier Bananen, das war im Advent. Da liefen die Leute vom Arbeitsplatz weg, um sich an der Kaufhalle anzustellen.

Was es manchmal gab, das waren Kuba-Orangen. Die waren eigentlich für den Saft bestimmt. Aber man verkaufte sie als essbare. Die schmeckten nicht. Da sagte meine Oma immer, ich solle den Saft rausdrücken.

Schon der Begriff Ossi ist eine erniedrigende Bezeichnung unserer ostdeutschen Landsleute und sollte von vernünftigen und gebildeten Menschen tunlichst unterlassen werden. Ich selber bin zwar aus dem Westen unserer Republik, habe jedoch während meiner vielen Radreisen durch unsere östlichen Landesteile durchwegs freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt, wie ich sie mir für meine eigene, heimische Region wünschen würde. Deine Frage nach den Bananen wurde von hirnrissigen Zeitgenossen ebenfalls vornehmlich diffamierend gebraucht. Allgemein muß jedoch festgestellt werden, daß Südfrüchte im Osten damals relativ rar waren und nicht unbedingt für Jedermann zu haben waren. Sicherlich verdiente eine ganze arbeitende DDR-Familie auch eine große Geldmenge, doch wem nützte das viele Geld, wenn nur ein mangelhaftes Warenangebot zur Verfügung stand? Ich hoffe, daß nun einiges klarer geworden ist?

durch kollektivierung der landwirtschaft, konnten KEINE geldmengen erwirtschaftet werden.

außerden mußte die DDR-bevölkerung auch noch die russische besatzungsmacht ernähren, ganz zu schweigen von den reparationszahlungen an die russen in form von abgebauten und nach russland verfrachteten fabrikanlagen.

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erst, nachdem die DDR ausgeplündert worden war, erst, als es da nichts mehr zu holen gab, wurde sie freigegeben, weshalb ein bedeutender russischer führer seinerzeit den friedensnobelpreis bekam (zzzzzz)

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@Nowka

Zum 1. Abschnitt: Deshalb wurde Geld gedruckt, was aber selbst in Summe einer arbeitenden Familie letztlich nur einen geringen Gegenwert erbrachte. Deinen übrigen Aussagen kann ich ebenfalls nur vollinhaltlich zustimmen, diese wurden jedoch vom Fragesteller nicht unbedingt erwartet! Das kannst Du übrigens auch an der guten Wertung einer relativ substanzarmen 0815-Antwort erkennen!

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@Nowka

Na hier bringst du aber einiges durcheinander. Sortiere nächstes Mal deine Halbwahrheiten bevor du es dir anmaßt, sie zu schreiben.

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@thomru

Ich habe eine durchwegs positive Wertung abgegeben und Du sprichst von Halbwahrheiten? Dann bemühe Dich doch mal um eine sachdienliche Begründung Deiner Kritik!

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Ich mochte in den 80ern auch den Begriff "Wessi" nicht, den man in meiner Gegenwart in der DDR äußerte, wo ich mehrfach zu Besuch war. Ich war eine eher schüchterne und freundliche Jugendliche, habe mich nicht für etwas Besseres gehalten. Aber trotzdem: "Wessi", was ich als herabsetzend empfand. Hat damals niemanden interessiert. "Ossi" ist daraus abgeleitet worden.

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