Hat jemand Erfahrung mit Nachteilsausgleich in der Schule wegen Konzentrationsschwäche aufgrund einer Krankheit?

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3 Antworten

Das kommt wie immer auf die Regelungen in deinem Bundesland. In enigen Bundesländern reicht es, ein entsprechendes Gutachten vorzulegen, in dem halt ein "Fachmensch" belegt, was du hast und was die Schule berücksichtigen / tun sollte, um dich zu unterstützen. Nachdem die Schule dieses Schreiben hat, muss eine Klassenkonferenz einberufen werden, in der für alle oder auch nur für einzelnen Fächer ganz genau beschlossen wird, welche Maßnahmen dich unterstützen sollen, damit du durch deine Schwäche anderen Mitschülern gegenüber keinen Nachteil iim Unterricht, bei Klassenarbeiten und in der Leistungsbewertung hast. Googele: Nachteilsausgleich Schüler + dein Bundesland

Meinen Sie mit "gutachten" ein attest?

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@smsn55

In Niedersachsen braucht man ein richtiges mehrseitiges Gutachten von einem arzt, einem Kinder- und Jugendpsychiater, einem -psychologen, einem Logopäden - ein einfaches Attest reicht da nicht aus. In dem Gutachten werden ja auch Vorschläge gemacht, wie Schule dir konkret helfen kann.

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@smsn55

Ich hätte da noch eine frage, setzt sich in so einem fall der lehrer mit meinem arzt in verbindung telefonisch oder so? Weil ich möchste nicht, dass mein lehrer mehr informationen bekommt, als er schon weiss..

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@smsn55

nein, das ist deine Aufgabe bzw. die deiner Eltern, sich um ein Gutachten zu bemühen. Der Arzt darf dem Lehrer eh keinerlei Auskunft geben.

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Wenn du die Oberstufe besuchst, ist ein Nachteilsausgleich an fast allen Schulen nicht mehr möglich. Von der 1-10. Klasse kommt es auf das Bundesland an, wie Heide schon sagte.

Du musst auf jeden Fall nachfragen, inwieweit deine Schule einen Ausgleich machen würde. Jede handhabt das anders, die einen bekommen zugeschnittene Klausuren, die anderen geben mehr Zeit in Klausuren oder man wird mündlich "bevorzugt". Auf jeden Fall kannst du damit rechnen, dass deine Mitschüler dir ständig an die Ohren werfen: Warum kriegt der einen Ausgleich und ich nicht? Warum wird der bevorzugt? (Habe das durch meine Dyskalkulie schon durch und das selbst mit fast erwachsenen Mitschülern) Am besten erklärst du denen dann, dass du dadurch keinen Vorteil erziehlst, sondern der Nachteil eben ausgeglichen wird. Du wirst nicht bevorzugt, es werden dir entsprechend deiner Krankheit die Aufgaben zugeschnitten, inwieweit du fähig bist, diese zu lösen.

Ob du wirklich Vorteile hast, wird sich herausstellen. Wenn du nur mehr Zeit in Arbeiten bekommst (was mir z.B. nichts bringen würde, da ich die Aufgaben auch nach 3 Stunden nicht gelöst bekomme) bringt das meist nur Frustrationen, weil es eben auf der Nachteilsschiene bleibt. Wenn du allerdings anders bewertet wirst, ist das eine andere Sache.

Ja, ich besuche die oberstufe. Die idee kam von mein klassenlehrer ich denke, dass es dann auch klappen würde, wenn ich zustimme und eine ärztliche bescheinigung bringe.. mich interessiert  noch etwas: wie entscheiden die lehrer, wie viel ich in den klassenarbeiten mehr zeit bekommen? wie war es bei dir? 

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@smsn55

Also ich bin wirklich nicht sicher, ob das in der Oberstufe bewilligt wird. Ich kenn das nur von Lernschwächen, da diese ja schon in der Grundschule und weiterführenden Schule "ausgebügelt" hätten werden können, werden diese in der Oberstufe nicht mehr gefördert- Aber du hast ja eine ganz andere Krankheit.

Das entscheiden meist nicht die Lehrer, bei mir war es die Schule, oder besser gesagt der Schulleiter, der die Bestimmungen dazu an die Lehrer weitergegeben hat. Vielleicht ist es bei dir von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich.

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Nein, das geht nicht. Nur bei LRS und Dyskalkulie, und das muß ärztlich attestiert sein.

Und wenn jemand krebs hat?

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@smsn55

Natürlich auch dann. Du brauchst in jedem Fall ein  Gutachten. Wenn darin streht, dass (im Fallle einer Krebserkrannkung) du dich durch die enormen Nebenwirkungen der Medikamente (oder bestrahlung - oder beidem) nicht gut konzentrieren kannst, dann muss dir die Schule so helfen, wie ich es in meiner Antwort beschrieben habe.

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@heide2012

Ich vermute, dass es in einigen Bundesländern wirklich so ist, wie TorDerSchatten sagte. Denn z.B. in Niedersachsen ist die Dyskalkulie immer noch nicht vollständig anerkannt und wird von Schulen häufig abgelehnt, wobei man bei der Legasthenie schon seit Jahren einen guten Nachteilsausgleich bekommt.

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