Hat Buddha fleisch gegessen?

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5 Antworten

Ich bin Buddhist und werde versuchen, dir diese Frage so gut wie möglich zu beantworten, indem ich auf mehrere Faktoren eingehe.

Was stimmt denn nun?

Jeder sollte sich darüber klar sein, dass religiöse Schriften keine beglaubigten Aussagen von Augenzeugen darstellen und daher fehlerhaft sein können.

"Buddha hat gesagt...Jesus hat getan...Mohammed hat gemacht" - oftmals sind die einzigen Quellen für diese Behauptungen die religiösen Schriften.

Da sich religiöse Behauptungen so leicht durch Zirkelschlüsse selbst legitimieren lassen, ist eine gesunde Skepsis sinnvoll.

das Buddha zwar fleisch gegessen hat

Wenn man nach den allgemeinen Schilderungen geht, reiste der Buddha mit seinen Schülern zu Fuß und die Gruppe ernährte sich von Almosen - also Lebensmitteln, die von der übrigen Bevölkerung als Spende gegeben wurden.

Den Mönchen war es untersagt, Speisen abzulehnen, sondern sie sollten alles angebotene im Geiste der Dankbarkeit annehmen, auch wenn diese Fleisch enthielten.

Lediglich der Verzehrt bestimmter Speisen, wie etwa Aas von toten Tieren, oder Tieren, die extra für die Mönche geschlachtet wurden, durften zurückgewiesen werden.

Da die Bewohner der indisch-nepalesischen Ortschaften um die religiösen Regeln von Wandermönchen wussten und oft selbst nicht viel Fleisch aßen, waren diese Speisen vermutlich meistens vegetarisch - wenn auch nicht immer.

Da der Buddha als Lehrer auch ein Vorbild für seine Schüler war, ist davon auszugehen, dass er seine Gemeinschaftsregeln ebenfalls befolgte und somit sowohl vegetarische Speisen, als auch solche mit Fleisch aß.

Der Tod des Buddha

Den Legenden zufolge soll der Buddha im Alter von 80 Jahren gestorben sein, nachdem der Schmied Chunda ihm versehentlich ein verdorbenes Gericht zu essen gegeben hatte.

Offenbar bemerkte der Buddha dies, den er wies seine Schüler an, nichts von dieser Speise anzurühren, sondern die Reste zu vergraben.

Bis heute wird darum gestritten, ob diese Mahlzeit, die "sukhara-madava" genannt wurde, nun ein geschmortes Schweinefleischgericht, oder aber eine Art Trüffel meint, der von Schweinen bevorzugt wird.

Da ist also etwas "lost in translation" bzw. es wird viel spekuliert und argumentiert.

Nach dem Tod des Buddha

Die eigentliche Diskussion um die vegetarische Ernährung kam erst nach dem Tod des Buddha auf - insbesondere in China wurde der Vegetarismus schließlich als eine Art von "religiöse Pflicht" präsentiert.

Da jedoch Textanalysen ergeben haben, dass entsprechende Passagen erst in China nachträglich eingefügt wurden, oder sogar erst dort verfasst wurden, gibt es keinen Beleg für eine Vegetarismus-Verpflichtung aus Buddhas Zeiten.

Wer also die Passagen aus diesen Schriften wörtlich glaubt - sie klingen teilweise ziemlich militant, als wäre da eine Vegetarier-Front losgestürmt - lebt vermutlich vegetarisch, während andere Buddhisten es nicht tun.

Und nun?

Der Buddha wird zwar als Vorbild verehrt, er selbst lehrte jedoch, man solle jede Autorität von Gurus, Predigern und heiligen Schriften hinterfragen - sogar die seiner eigenen Lehre.

Welche Relevanz hätte es also für uns selbst, wenn der Buddha regelmäßig bei Kentucky Fried Chicken, Burger King, oder McDonalds gegessen hätte?

Wir wären schließlich  nicht verpflichtet, seinem Beispiel zu folgen.

Stattdessen lehrt der Buddha, dass wir für unser Verhalten selbst verantwortlich sind und er lediglich eine Anleitung und Richtlinien dafür gibt, wie man die Befreiung erlangen und möglichst wenig Leid verursachen kann.

Wenn wir es also als sinnvoll ansehen, vegetarisch zu leben, können wir das natürlich machen - da es im Buddhismus aber keine göttlichen Gebote gibt, besteht keinerlei überirdische Verpflichtung.

Ich selbst bin übrigens Lacto-Vegetarier, bin allerdings nicht dogmatisch was die Ernährung angeht. Man sollte sie meiner Ansicht nach nicht zu einer Ideologie stilisieren.

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Kommentar von Enzylexikon
05.02.2017, 14:58

Da du bei einem Kommentar angabst, Quellen haben zu wollen, habe ich ein paar Stellen rausgesucht

Palikanon, Frühbuddhistische Schriften

Im Palikanon, der ältesten Sammlung buddhistischer Schriften finden sich einige Aussagen zur Ernährung

So berichtet der Buddha von seiner Zeit als Fürstensohn über all den Luxus den er sich dort leisten konnte und auch, dass sogar seine Bediensteten luxuriös lebten:

"So wie Diener, Arbeiter und das Gefolge in anderer Leute Häusern, mit Linsensuppe und gebrochenem Reis verpflegt wurden, wurden die Diener, Arbeiter und das Gefolge, in meines Vaters Haus, mit Weizen, Reis und Fleisch verpflegt."

(Anguttara Nikaya 3.38 Sukhamala Sutta)

Über jene Zeit, die er als Asket vor seiner Erleuchtung verbrachte, gibt es keine Berichte von Fleischkonsum - das wäre einem Saddhu auch nicht angemessen gewesen.

Später kamen Gerüchte auf, er habe wissentlich gestattet, dass Tiere extra für seine Speisen geschlachtet werden. Der Buddha wies die Behauptung zurück und reagierte darauf mit klaren Worten:

„Jivaka, ich sage, dass es drei Fälle gibt, in denen Fleisch nicht gegessen werden sollte: wenn man sieht, hört oder vermutet, daß das Lebewesen für den Bhikkhu geschlachtet worden ist. 

Ich sage, dass in diesen drei Fällen Fleisch nicht gegessen werden sollte.

Ich sage, dass es drei Fälle gibt, in denen Fleisch gegessen werden darf: wenn man nicht sieht, nicht hört und nicht vermutet, daß das Lebewesen für den Bhikkhu geschlachtet worden ist.

Ich sage, dass in diesen drei Fällen Fleisch gegessen werden darf".

(Mahjjima Nikaya 55 Jivaka Sutta)

Im gleichen Text erklärt er auch, dass ein Mönch nicht wählerisch sein soll, sondern das akzeptiert, was man ihm gibt, selbst wenn es fragwürdig zu sein scheint

"Er ißt jene Almosenspeise, ohne daran gefesselt zu sein, ohne davon betört zu sein, ohne daran zu hängen, indem er die Gefahr darin erkennt und versteht, wie man ihr entkommt".

(Mahjimma Nikaya 55 Jivaka Sutta)

Der Mönch soll also erkennen, das Rosinenpickerei und bevorzugung leckerer Speisen nur seinen Egoismus und die Sinneslust fördert und er daher keine besonderen Erwartungen an das Essen stellen soll.

In einer Diskussion mit einem Asketen, der behauptet hatte, durch den Verzicht auf Fleisch werde man "spirituell rein" und wäre ansonsten unrein, heißt es

"Töten, Verletzen, der Freiheit berauben, Stehlen, Täuschung und Betrug, nutzloses Wissen und Ehebruch - das sind Dinge, die unrein sind - nicht das Essen von Fleisch"

(Sutta Nipata, Amagandha Sutta)

Soviel erst einmal dazu

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Nein, Buddha war erschienen, um das töten der Tiere zu beenden, darum lehnte er die Autorität der Veden ab, nach denen Tieropfer unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt waren.

Hier kannst du einige Quellen finden:

http://yogabuch.com/buddha.html

Heute gibt es allerdings auch wieder Buddhisten, die Fleisch essen, von denen mögen solche Gerüchte stammen. Die Zunge ist halt sooo schwer zu kontrollieren.

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Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Buddha nicht schwarz-weiß dachte. 

Wenn es im Leben Situationen gibt, wo ein Mensch Fleisch als "Heilmittel" benötigt, z.B. wegen Vitamine, Eisen, oder was auch immer, wird er das Leben des Tieres als Dienst am Menschen interpretieren.

Dann ist es allerdings ein Unterschied, mit wieviel Respekt ich ein Tier töte und welche absicht dahinter steht. Ferner würde ein großes Tier mehrere Menschen ernähren und nciht viele kleine Tiere das Leben lassen müssen.

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Nein er hat kein Fleisch gegessen . Er hat nie eine Insekt oder andere Tiere getötet .

Aus dem Internet

Buddhistischer Vegetarismus. Im Buddhismus variieren die Ansichten über Vegetarismus zwischen verschiedenen Denkrichtungen. Nach Ansicht von Theravada erlaubte der Buddha seinen Mönchen, Schweinefleisch, Huhn und Fische zu essen, wenn der Mönch war bewusst, dass das Tier nicht in ihrem Namen getötet wurde.

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Kommentar von mchawk777
05.02.2017, 13:31

Diese Aussage höre ich immer wieder - mit einer Genauigkeit von Flurfunk.
Welche Quellen / Nachweise gibt es für diese Aussage? Hast Du das was an der Hand?

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Kommentar von mchawk777
05.02.2017, 13:35

PS: Ich habe gerade Dein "Edit" gelesen. Aber dennoch bleibt meine Frage bestehen.
Die Quelle "Aus dem Internet" ist genau so zuverlässig wie "Ich hab's irgendwo, irgendwann mal von irgendwem gehört". Also gar nicht.

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Kommentar von 4chaila4
05.02.2017, 13:41

Damit ich es nicht falsch verstehe , es wäre also für Buddha nicht ok Fleisch zu essen das er zb als Leigabe von einer Person die ihm sagt das er dieses Huhn extra für ihn getötet hat, aber er würde das fleisch essen wen diese Person sagt das er das bereits zubereitet Fleisch beim Metzger geholt hat ?

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Kommentar von 4chaila4
05.02.2017, 13:43

bzw für die Mönche

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"Vegetarier zu werden heißt, in den Strom einzutreten, der ins Nirwana führt." Buddha

Kein Meister hat Fleisch gegessen, weder Moses, Jesus, Mohammed noch sonnst ein Gottgesantder.

"Ahimsa  (Nicht verletzen) ist ein Sprungbrett zur Spiritualität wie auch ihr sicheres Ergebnis. Es wird das stärkste und höchste aller Dharmas genannt. Mahavira, Buddha, Nanak, Christus, Tulsi Sahib, Konfuzius, Pythagoras und andere folgten alle diesem großen Prinzip." -Kirpal Singh

LG Irene

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