Habt ihr Tipps fürs Ohne Sattel reiten oder Ideen was ich mit meinem kleinen sturen Hafi sonst noch machen könnte?

7 Antworten

Lass doch bitte die ganzen Smileys weg, die sind wirklich störend.  

Erste Frage: Wie kann ich besser sitzen bleiben bzw Leicht traben? 

Indem du guten Reitunterricht nimmst und der RL dir sagt, wieso es bei dir nicht so gut klappt.  

Leichttraben ohne Sattel solltest du tunlichst unterlassen, weil du sonst mit den Knien klammern musst.  

Meint ihr ein Voltigiergurt bzw Longiergurt lohnt sich? 

Wofür? Das ist die Frage.  

ist es Besser wenn ich ohne Sattel auf Teer oder auf Waldwegen reite? 

Völlig egal, solange du ordentlich sitzen kannst - was bei dir nicht der Fall zu sein scheint, deswegen würde ich an deiner Stelle erstmal nur mit Sattel reiten und mehr Unterricht nehmen.   

Habt ihr sonst noch Tipps was ich neues Ausprobieren könnte? (Nicht unbedingt ohne Sattel einfach das es was neues gibt aber bitte keine Bodenarbeit 

Warum keine Bodenarbeit? Das ist die Grundlage für alles. Was du am Boden nicht (abfragen) kannst, kannst du auch im Sattel nicht fordern!  

Außerdem besteht Bodenarbeit nicht nur aus Führtraining auf dem Platz (und selbst da fallen die meisten Leute durch!), sondern aus allem, was nicht reiten ist.   
Sogar putzen ist schon Bodenarbeit, führen, Longe, Doppellonge, Fahren am Boden, Handarbeit, Schrecktraining.. 

Die Sache mit der Gewichtsverteilung ist schnell erklärt. Stell dir vor, du musst einen Rucksack mit Steinen tragen. Ein Rucksack hat breite, gepolsterte Riemen, einer hat nur Kordeln. Welchen wirst du wohl nehmen?  

Und  so ist das fürs Pferd auch. Ich habe auch ein breiteres Kaliber Pferd, allerdings merkt man ihm sofort an, dass er ohne Sattel überhaupt nicht laufen mag und auch den Rücken wegdrückt, sogar im Schritt. Und ich wiege grad mal 50 kg. 

Der Sattel verteilt den Druck des Reiters auf seine gesamte Auflagefläche (wir gehen von einem perfekt angepassten Sattel aus!). Sitzt man ohne Sattel drauf, lastet das Gewicht auf 2-4 Wirbeln des Pferdes, außerdem rutscht man die ganze Zeit über die Wirbelsäule (hier würde der Sattel den Wirbelkanal freihalten) und die Poknochen pieksen ordentlich in den langen Rückenmuskel. 

Nun ist der lange Rückenmuskel aber überhaupt kein Tragemuskel, sondern ein Bewegungsmuskel.

 https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/Longissimus.png

Diese Muskeln -auf jeder Seite neben der Wirbelsäule einer- sorgen dafür, dass der Rücken schwingt, also diese rechts-links-Bewegung ausführen kann. Ist der Muskel blockiert, wie zb wenn da spitze Sitzbeinhöcker reindrücken, geht das nicht. Der Muskel spannt sich an. Das führt zu einer schmerzhaften Übersäuerung bis hin zu Krampfartigen Zuständen. Alles andere als gesund oder angenehm! Die Folgen sind ein Pferd, dass nicht mehr über den Rücken laufen kann, geschweige denn entspannt.

An diesen Muskeln hängen sehr viele weitere Faktoren für ein gesund laufendes Pferd, das hier zu erklären, würde wirklich den Rahmen sprengen. Jedenfalls wird dann alles blockiert - von einer gut untertretenden, aktiven Hinterhand bis hin zum locker fallengelassenen Kopf geht alles flöten.

Ein gut bemuskeltes Pferd kann man ohne Sattel reiten, so ein mal die Woche für 10 min ist das schon okay. Mehr sollte es nicht sein. 

Ich ersparr mir jetzt mal das Gemecker und verziechte darauf dar zu stellen wie schlecht das Reiten ohne Sattel auf Grund fehlender Gewichtsverteilung, für den Pferderücken ist.

Ich sehe es nicht als sinnvoll mit einem Longiergurt oder Voligiergurt zu reiten. Das hat einen ganz einfachen Hintergrund, den ich auch gerne erläutere. Die meisten Reiter legen und befestigen den Longiergurt völlig falsch auf dem Pferderücken. Ein Longiergurt sollte wie auch ein Sattel (im gegurtetem Zustand) mindestens eine Handbreit Platz zur Pferdeschulter lassen, damit das Pferd nicht in der Bewegung blockiert wird. Des weiteren hat der Gurt nichts in Höhe oder erst recht nichts auf dem Widerrist verloren. Der Gurt gehört in die Sattellage des Pferdes.

Will man einen Longiergurt korrekt nutzen so legt man diesen über den Sattel des Pferdes und gurtet ihn so an. Möchte man den Gurt ohne Sattel befestigen, gehört da bei 90% aller Pferde eigentlich ein Schweifriemen dran, damit der Gurt nicht Richtung Widerrist rutscht (denn da gehört er nämlich nicht hin).

Legst und gurtest du den Longiergurt korrekt ans Pferd, dann liegt er genau da wo du normalerweise sitzen würdest. (Natürlich kannst du das mal auf seine bequemlichkeit testen, aber ich glaube damit wirst du nicht sonderlich glücklich.)

Warum reitest du das Tier nicht einfach mit Sattel. Das ist für beide Parteien (bei einem gut passendem Sattel) die bequemste und angenehmste Lösung.

ganz kurz und knapp:

das reiten ohne sattel ist eine ganz eigene reitweise. dafür brauchst du unterricht, bei einem reitlehrer, der das selber auch kann.

der fehler den du machst, ist grundlegender art. und er ist schädlich für den pferderücken. beim reiten ohne sattel sitze NIEMALS auf den gesässknochen. wirklich NIE.

und ganz grundsätzlich sollte man niemals auf asphalt reiten, wenn es andere möglichkeiten gibt.

davon abgesehen, dass nana hu es schon ganz richtig mit der lage eines longiergurts beschreibt - wozu soll der gurt gut sein beim reiten? der longiergurt blockiert den platz, den du zum sitzen brauchst  - und wenn du einen voltigiergurt benutzt, hast du keinerlei einwirkungsmöglichkeiten mehr aufs pferd, wenn du korrekt sitzt.

also - reiten ohne sattel - LERNEN, unterricht nehmen.

mit logier- oder voltigiergurt - grundsätzlich nein.

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