Haben Eltern wirklich kein Lieblingskind?

8 Antworten

In meiner Familie gibt es kein "Lieblingskind" was zum einen mit der Kindheit meiner beiden Eltern- aber auch mit Ihrer eigenen Einstellung zu tun hat. Meine Mutter zum Beispiel wurde als Kind, Jugendliche und Erwachsene stark von ihrem strengen Vater benachteiligt. Sie musste schon früh erwachsen werden und sie hat in ihrem Leben immer wegen ihrem Vater gelitten, weil er sie zu jeder Zeit tyrannisiert und- schikaniert hat. Sie war ihm nie gut genug. Ihre Geschwister hingegen hatten viele Privilegien, was sie bis heute nicht begreifen kann. Bei meinem Vater war das ähnlich, bis er sich aktiv gewehrt hat.
Als meine Eltern in ihren jungen Jahren zusammenkamen, beschlossen sie niemals eines ihrer zukünftigen Kinder zu benachteiligen oder zu bevorzugen. Und das hat sich bewahrheitet!
Meine Geschwister und ich haben alle unterschiedliche Stärken und Schwächen, die von unseren Eltern geschätzt und akzeptiert werden.

Ich kann das gerne verdeutlichen:

Ich bin ein absoluter Bücherwurm. Ich liebe es in neue Welten einzutauchen und nebenher neues Wissen zu sammeln und anzuwenden. Darüber hinaus bin ich zuvorkommend, kommunikativ, nicht nachtragend, akkurat, diszipliniert und humorvoll (trockener/schwarzer Humor natürlich :D ) Auf der anderen Seite bin ich aber auch viel zu rational, direkt, introvertiert, autoritär und etwas steif.
Meine Schwester hingegen liebt das Leben! Sie ist immer zufrieden, kreativ, optimistisch, heiter, kontaktfreudig und lustig. Aber auch sie hat ihre Macken. Sie ist ziemlich faul wenn's um Schule geht, dickköpfig, impulsiv, viel zu emotional und sie bringt die Dinge nie zu Ende.
Und mein Bruder ist nochmal ganz anders. Er ist ruhig, ambivertiert, nie gestresst, wünscht niemanden was schlechtes, ist mit allen Menschen kompatibel und sehr intelligent. Aber auch er hat seine Macken: Er dramatisiert manche Dinge zu sehr, ist faul wie sonst was, lässt sich beeinflussen und er ist manchmal viel zu "soft" zu bösen Menschen.

Wie man sieht haben wir alle unsere charakterlichen Stärken und Schwächen. Manche Themen können meine Eltern mit mir besser bereden, andere Themen hingegen können sie mit meinen Geschwistern besser besprechen. Mit meinen Eltern teile ich in gewisser Hinsicht ähnliche Interessen (Deutsch, Politik, Geschichte etc.) aber auch wir unterscheiden uns in manchen Themen. Mein Bruder kann mit meinem Vater stundenlang über Winkelfunktionen und die Zahl Pi reden. Etwas was ich nicht kann! Zudem kann meine Schwester mit meiner Mutter immer über ihre Freundschaften, Pläne usw. reden was für mich völlig uninteressant erscheint. Und auch wenn jemand Mist baut: Trotzdem wird die Person nicht benachteiligt! Unsere Eltern lieben uns so wie wir sind. Von daher: In meiner Familie kann es gar kein Lieblingskind geben!!

... Und es gibt mit Sicherheit zahlreiche weitere Eltern die so ticken! Leider gibt es mit Sicherheit auch toxische Eltern die manche ihrer Kinder bevorzugen und hochloben und andere wiederum verstoßen.

es gibt auch überflüssige Kinder.

Mein Vater wollte einen Sohn als Betriebsnachfolger. Der erste war ein Sohn, also war schon alles für ihn bestens erledigt. Kein weiterer Bedarf.

Meine Mutter wollte aber noch eine Tochter. Leider kam dann wieder ein Sohn. Das bin ich, derjenige der für beide überflüssig war.

Meine Mutter probierte es wieder und wurde wieder schwanger. Mein Vater trieb sie zur Abtreibung, die auch erfolgte, ebenso wie ein Nervenzusammenbruch meiner Mutter.

Nach paar Jahren versuchte sie es wieder. Dann kam eine Tochter. Wieder ein Nervenzusammenbruch meiner Mutter, wegen meinem Vater. Sie konnte kaum den Säugling versorgen und verließ vorübergehend das Haus.

Paar Monate später war sie wieder da und ich noch überflüssiger als zuvor.

Als ich 10 war sagte sie mal, ich solle dankbar sein, ohne Vater und Mutter gebe es mich nicht. Die Antwort des 10 jährigen hat sie wohl nicht erwartet. Meine Antwort war, ich hab doch nicht darum gebeten.

Das hat mein Leben als Kind hinreichend beschrieben.

Das tut mir wirklich sehr leid für dich. Ich hoffe du hast einen Weg gefunden damit umzugehen!

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@kaeltex15

Danke sehr für Deinen Kommentar. Es wirkt sich leider das ganze Leben lang aus. Man spürt das man irgendwo hin muß, mit dem was in einem brodelt. Ich hab einen Deckel drauf gemacht mit 2 großen Klammern dran, damit s nicht hochkommt. Andere werden vielleicht irgendwann agressiv, das paßt aber nicht zu mir.

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Ich kann mir schon vorstellen das sowas nicht vorhanden ist.

Es gibt vielleicht ein Kind was einen am meisten mit Stolz erfüllt und den wenigsten Ärger verursacht. Aber man liebt am Ende trotzdem alle Kinder auf ihre Art und Weise.

die meisten Eltern wohl schon, leider nicht alle.

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Ich liebe meine Kinder gleich. Meine Mutter im Gegenteil, hat Präferenzen unter ihre Kinder gemacht und sie auch unterschiedlich behandelt. Solche Eltern sind narzisstisch veranlagt.

Nicht jede Mutter, die Unterschiede bei der Liebe zu ihren Kindern macht, ist narzisstisch veranlagt.

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Hallo!

Ich habe zwar selbst noch keine Kinder, aber höre von allen Eltern, dass sie alle ijre Kinder gleich gern haben. Wenn man ein sog. "Sorgenkind" hat, scheint die Bezieht zu diesem kind zwar vl. Schwierig und weniger liebevoll, aber ich glaube nicht, dass sie es dadurch weniger gern haben. Die Sorge um das Kind (die oft durch Streit, Verbote etc. Ausgedrückt wird) zeigt ja eigentlich auch nur, dass es ihnen wichtig ist.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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