Griechische Mythologie: Hermes, Erfindung der Schrift, Deutung von Delphiweissagungen

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Der Nutzer kennt sich offenbar in griechischer Mythologie nicht sehr gut aus. Nach der Mythologie wurde der Gott Apollon Heer des Orakels von Delphi, nachdem er Python tötete. Ein Beiname von ihm ist „der Pythische“ (Ἀπόλλων Πύθιος [Apollon Pythios]. In Delphi war eine Priesterin als prophetische Seherin tätig, die Pythia, ein inspiriertes Medium, der Vorstellung nach Sprachwerkzeug des Gottes. Die Pythia saß auf einem Dreifuß. Nach einer Überlegung kamen aus einem Erdspalt schwefelhaltige Dämpfe, die dazu beitrugen, sie in Trance zu versetzen.

Dies gehört in den Bereich der Mantik/Divination (altgriechisch μαντική τέχνη= Kunst/Technik der Weissagung/Prophezeiung; lateinisch divinatio = Erkundung/Erforschung des göttlichen Willens, Weissagung).

Ein enger Zusammenhang mit Schriftlichkeit/der Einführung von Schrift besteht beim Orakel von Delphi (Δελφοί [Delphoi]) nicht.

Bearbeitete Antworten sind unter anderem in Verform in Umlauf gekommen.

Josef Wiesehöfer, Die Geheimnisse der Pythia – Orakel und das Wissen der reisenden Weisen. In: Erinnerungsorte der Antike. Herausgegeben von Elke Stein-Hölkeskamp und Karl-Joachim Hölkeskamp. Band 2: Die griechische Welt. München : Beck, 2010, S. S. 344:
„Vermutlich zählen selbst die nachträglichen Hexameter- oder iambischen Trimeterfassungen der Sprüche, die in Delphi in Buchform fixiert wurden und auf die Plutarch, der Apollonpriester am Orte war, anspielt, zu dieser Form der Elaboration.“

In schriftlicher Form gab es von Priestern offizielle Kalender und »Heilige Gesetze« (Tempelvorschriften und Durchführung öffentlicher Feste).

Prophetische und Orakelsprüche hatten für eine offizielle Aufzeichnung dieser Art meistens keine große Bedeutung, eine Ausnahme sind die Sibyllinischen Bücher (Sibyllini Libri) in Rom.

Professionelle Seher (Χρησμολόγοι) verwendeten Orakelsammlungen.

Hermes ist in der griechischen Mythologie ein unter die ethnologische Kategorie des Tricksters subsumierbarer Kulturbringer mit besonderer Beziehung zum Hirtenleben. Er ist Bote und Herold des obersten Gottes Zeus. Hermes ist ein Verkünder und Dolmetscher (ἑρμηνεύς; das Wort Hermeneutik, die Kunst des Verstehens/Deutens/Auslegens ist davon abgeleitet) seines Willens Hermes ist ein wegkundiger Führer, bietet Geleit für ihm anvertraute Heroen, ist ein Geleiter der Seelen der Verstorbenen (ψυχοπομπός [Psychopompos]. Schließlich galt er als ein mit universalem Wissen du umfassender kommunikativer Kompetenz ausgestatteter Gott, von dem sich Händler Schutz und Beistand, Mystagogen und Verfasser esoterischer Literatur Legitimation erhofften. Hermes war ein Gott der Übergänge und Mittler zwischen Göttern und Menschen. Er hatte eine Beziehung zu Schlaf und Träumen. In der Zeit von Hellenismus bis zur Spätantike wurden unter seinem Namen Geheimüberlieferungen verbreitet. Er wurde mit dem ägyptischen Gott Thot gleichgesetzt. Hermes erscheint unter dem Namen Hermes Trismegistos (Ἑρμῆς Τρισμέγιστος [„dreimal größter Hermes“], aus einer mehrfachen Anrufung entstanden („dreifach großer Hermes“) als pseudonymer Autor esoterischer Literatur, heute unter dem Begriff der Hermetik (Hermetische Schriften) zusammengefaßt. Darin geht es um die Vermittlung einer totalen kosmischen Schau und einen davon abhängigen Erlösungsweg.

Spätantike Zauberpapyri, auf denen unter anderem Ritualanweisungen für ekstatische Götterschau und Himmelsreisen stehen, setzen die gleiche ägyptisch-griechische Tradition voraus. In den Texten wird Hermes als Mittler kosmischen Wissens angerufen.

Nachschlagewerke zu Antike und zu griechisch-römischer Mythologie enthalten Informationen, z. B.:

Gerhard Baudy, Hermes. I. Kult und Mythos. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 5: Gru – Iug. Stuttgart ; Weimar, Metzler, 1998, Spalte 426 – 431

Der ägyptische Gott Thot, unter anderem Gott der Weisheit, des Wissens und der Schreiber, galt als Erfinder der Schrift. In religiöser Deutung waren die Schriftzeichen Worte der Götter.

Platon, Phaidros 274 b – 275 a erzählt eine Geschichte, der Gott Theut habe in Naukratis in Ägypten Zahl und Rechnung, Geometrie und Astronomie, Brett- und Würfelspiel erfunden (vgl. zum Ersinnen einer Lautzeichenkunst auch Platon, Philebos 18 b). Theut (bei Platon die Bezeichnung für Thot) habe seine Künste/Techniken dem ägyptischen Herrscher Thamos in Theben gebracht. Dieser habe aber der Aussage, dadurch würden die Ägypter weiser und gedächtnisreicher werden, widersprochen. Die Schrift leiste eine Hilfe für Erinnerung, bewirke aber eher durch Vertrauen auf schriftliches Festhalten ein Nachlassen der Gedächtniskraft. Platon unternimmt eine Schriftkritik.

Die schriftliche Aufzeichnung von Regeln hat bei Gesetzen in der Antike dazu gedient, Rechtssicherheit zu schaffen, indem die tatsächlichen Gesetzesbstimungen zugänglich und nachlesbar waren und die Willkür und das Herrschaftswissen einer einzelnen Gruppe eingeschränkt wurden.

In Athen hat nach einer Überlieferung Drakon zuerst Rechtsbestimmungen in schriftlicher Form geschaffen. Solon hat (Anfang des 6. Jahrhunderts) seine Gesetzgebung (enthielt teils alte übliche Regeln, teils Neuordnungen) auf Holztafeln mit Hilfe von drehbar aufgehängten langen Holzbalken und bronzenen Pfeilern (Stelen) öffentlich auf dem Marktplatz (Agora), wo alle Zutritt hatten und sie einsehen konnten (Plutarch, Solon 15, 1- 2).

In Rom wurden wichtige Rechtsbestimmungen in der Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr., in der Zeit der Ständekämpfe, aufgezeichnet (Kodifikation), die Zwölf-Tafel-Gesetze, um mehr Rechtssicherheit zu schaffen (vgl. beispielsweise Jochen Bleicken, Geschichte der römischen Republik. 6. Auflage. München : Oldenbourg, 2004 (Oldenbourg-Grundriss der Geschichte ; Band 2), S. 23- 24 und S. 130 – 131).

Im Dienst der Orakelmagie ist Schrift im alten China (Zeit der Shang-Dynastie) verwendet worden.

Schrift hat verschiedene Zwecken gedient, unter anderem für Verwaltung (sehr früh ist die Verwendung für Vorratshaltung und Buchführung) und Gesetzgebung, rühmende Inschriften, Aufzeichnung von Ereignissen.

Eine sehr frühe erhaltene schriftliche Rechtssammlung stammt vom in Babylon herrschenden König Hammurabi/Hammurapi.

Ein zum Thema Schrift/Verschriftlichung nützliches Buch:

Harald Haarmann, Universalgeschichte der Schrift. 2., durchgesehene Auflage. Frankfurt am Main ; New York : Campus-Verlag, 1991. ISBN 3-593-34346-0

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Ich bin auch Erziehungswissenschaftler und ich kann nur sagen, bloß weil unser Fach einfach ist, heißt das noch lange nicht, dass wir eine Entschuldigung für Bildungslücken haben. Du solltest diese auffüllen, indem du die entsprechende Literatur liest. Literaturrecherche ist nicht so schwierig und wenn du bereits deine Bachelorarbeit schreibst, solltest du damit vertraut sein. Gutefrage ist keine Seite, um sich die Hausaufgaben machen zu lassen, das gilt auch für Aufgaben aus der Uni. Du kennst ja bereits google scholar, empfehlenswert ist auch der Katalog www.base-search.de Da den Begriff Hermes und Delphi einzugeben und ein bisschen zu recherchieren, ist zwar langweilig, aber das kriegst du sicher hin.

Schwachsinn auf hohem Niveau.

Erstens ist der Gott, dem man zuschrieb, bei Delphi mitzuwirken Apollon.

Zweitens hat natürlich ein Gott Hermes nie real existiert und konnte deshalb den Menschen nicht die Schrift bringen.

Drittens ist es äußerst weit hergeholt, Erziehungsregeln im Kindergarten über griechische Mythologie begründen zu wollen. Damit kannst Du niemand überzeugen. Einen Text, der wissenschaftlich sein soll, muß man wissenschaftlich begründen und nicht als Märchenstunde.

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