Warum wird Gras nicht akzeptiert in unserer Gesellschaft?

15 Antworten

Wenn ich das hier so lese, wird mir ja teilweise ganz schlecht. Hauptsächlich wegen der Leute, die kommentieren, aber letztlich gar keine Ahnung, Erfahrung oder fundiertes Wissen haben.

Drogen sind Drogen? Aha. Und wie genau definiert ihr "Drogen"? Sicher lebt ihr auch alle komplett zuckerfrei, richtig? Denn auch das ist eine Droge. Juckt das irgendein Schwein? Nee, irgendwie nicht.

Ich halte nichts von chemischen Drogen. Und dem richtig harten Zeug. das tut auch absolut nicht gut und bringt in der Regel einen Absturz. Aber das ist bei Gras definitiv NICHT der Fall! Solange man es nicht total übertreibt (Dosis sola venenum facit!), ist Gras bedenkenlos und kann einem in vielen Fällen sogar helfen. Mir persönlich hat es in puncto Essstörungen, Depressionen und Angsstörung mehr geholfen, als jedes Antidepessivum und Co.

Man verliert den Bezug zur Realität und stürzt sowieso nur ab? Ich kiffe seit einigen Jahren und stehe besser im Leben als je zuvor. Es hat mich dabei unterstützt, viele Probleme zu überwinden oder zumindest zu lernen, damit richtig umzugehen. Ich habe einen Job, eine Wohnung, einen Partner. Ich kann wieder etwas mit meinem Leben anfangen und mich verwirklichen. Und kiffen! Unfassbar!

Ich arbeite momentan unter anderem als Sanitäter und habe mir einiges an gesundheitlichem Wissen angeeignet. Fakt ist natürlich: Jeder reagiert anders auf Gras. Manch einer verträgt deutlich mehr, ohne überhaupt eine Veränderung zu bemerken, ein anderer reagiert sehr schnell darauf. Jeder muss schauen, wie er selbst reagiert und ob es gut tut. Aber jeder, mit dem ich in diesem Punkt zu tun hatte/habe, hat gute Erfahrungen gesammelt.

Ein Grund, warum das Ganze noch immer recht verrufen ist, könnte sein, dass Leite die kiffen oft auch noch andere Drogen konsumieren, die sie nach unten treiben. Das hat allerdings nicht mit dem reinen Kiffen zu tun. Es schafft nur dieses sehr krasse negative Bild von einem total abgewrackten Menschen.

Gekifft wird übrigens schon seit wirklich Ewigkeiten, in den verschiedensten Kulturen.

Vorweg: Ich finde teile deines Statements gut und ja ich bin auch ein Gelegenheits Kiffer.

Aber deine Meinung über den Konsum von chemischen Drogen kommt in deiner Aussage genau so intolerant rüber wie andere Posts in diesem Thread.

Ich halte nichts von chemischen Drogen. Und dem richtig harten Zeug. das tut auch absolut nicht gut und bringt in der Regel einen Absturz

An verliert den Bezug zur Realität und stürzt sowieso nur ab? Ich kiffe seit einigen Jahren und stehe besser im Leben als je zuvor. 

Jeder muss schauen, wie er selbst reagiert und ob es gut tut. Aber jeder, mit dem ich in diesem Punkt zu tun hatte/habe, hat gute Erfahrungen gesammelt.

Ich habe zwar deinen Relativierungsversuch wahrgenommen, aber das macht es nicht viel besser. Merkst du das du dir selber widersprichst? Wer bist du das du dir rausnehmen kannst solche Aussagen zu tätigen? Ach ja ein Sani...dann solltest du wissen, dass es sehr wohl Leute gibt die ihr Leben trotz Konsum chemischer Drogen bewältigt bekommen. Und selbst wenn es nur wenige sind, ändert ein Verbot nichts daran, das die Leute diese konsumieren.

Du kannst doch nicht die eine Droge legalisieren  und eine andere verbieten wollen, damit beschneidest du das Recht andersartiger Verbraucher von Drogen, genauso wie es die aktuelle hiesige Drogenpolitik der CDU ,mit deinem tut.

Sicher lebt ihr auch alle komplett zuckerfrei, richtig? Denn auch das ist eine Droge.

 

Der Unterschied ist, das ein gewisser Blutzuckerspiegel aufrecht gehalten werden muss, um nicht zu sterben. Außerdem ist es komplett unmöglich Zucker zu verbieten, da dieser in eigentlich jedem Lebensmittel enthalten ist.

Das ist ein schwachsinniges Argument, was viele Legalisierungs Befürworter benutzen, und jedesmal schäme ich mich fremd dafür, weil es so leicht auszukontern ist.

PS: Ich meine das hier absolut nicht böse, möchte dich nur auf einige Dinge aufmerksam machen.

LG

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@Gehoergaeng

Hmm... ich kann deine Argumentation schon teilweise nachvollziehen, allerdings bin ich nicht ganz einverstanden mit der Haltung "wenn man eine Droge legalisiert, dann muss man auch alle anderen Drogen legalisieren".

Ich bin durchaus dafür, Cannabis (ab 18) zu legalisieren. Nicht etwa, weil ich denke, dass es komplett harmlos sei (es hat gewisse Risiken, die sind aber nicht höher als bei anderen legalen Dingen auch, zum Teil sogar niedriger). Sondern aus Gründen der Fairness (andere z.T. ungesunde Dinge sind auch legal).

Jedoch kann ich mir nicht vorstellen, z.B. Heroin zu legalisieren. Diese Substanz ist deutlich (!) gefährlicher (und die Summierung unter dem Begriff "Droge" verschleiert hier mehr, als dass dies die Unterschiede klarmachen würde).

Übrigens ist der Begriff "chemisch" strenggenommen fehl am Platz. Alle Substanzen sind chemisch. Ausnahmslos. Gemeint sind "synthetische" Drogen. Aber auch dieser Begriff sagt nichts darüber aus, wie gefährlich eine Substanz ist.

Es gibt harmlose synthetische Substanzen, und gefährliche. Es gibt harmlose pflanzliche Drogen, und gefährliche. Synthetisch/pflanzlich sagt etwas über die Herkunft aus, nichts über die Wirkung.

Wenn man mal nach Portugal schaut: dort wurden Drogen entkriminalisiert (aber nicht legalisiert, der Unterschied ist wichtig). Das hat zu einem Erfolg geführt. Die Leute, die Heroin nehmen, sind krank, aber per se keine Kriminellen, das sehe ich genauso. Dennoch bringt es ihnen nichts, Heroin zu legalisieren. Ihnen hilft es, wenn man sie dabei unterstützt, davon loszukommen.

Natürlich kann man sagen "die Leute nehmen das sowieso". Mag sein. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Leute zustimmen würden, wenn man sagen würde "die Leute fahren sowieso zu schnell hier, also entfernen wir lieber gleich die Schilder für die Geschwindigkeitsbegrenzung".

Bei Cannabis ist es anders. Bei vernünftigem Gebrauch kann man dies auch dauernd nehmen (allerdings würde ich hierbei dennoch die Jugend schützen wollen).

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@OlliBjoern

Auf den Unterschied zwischen chemisch und synthetisch hinzuweisen finde ich sehr gut und wichtig.

Das pflanzliche Drogen ein genau so hohes Suchtpotential wie syntetische Drogen haben können, sollte jedem der sich mit diesem Themenkomplex befasst klar sein. Opium wird bekannter Weise aus dem Schlafmohn gewonnen.

Aber jetzt noch mal zur Legalisierungsdebatte. Ich bin bewusst für eine Legalisierung aus Gründen des Verbraucherschutzes. Das Heroin ein größeres Gefahren und Suchtpotenzial hat, ist doch kein Argument gegen die Legalisierung.

Natürlich die Droge bringt lebensgefährliche Risiken mit sich, allerdings werden diese nicht geringer, wenn man sie auf dem Schwarzmarkt verkauft (Stichwort: Entkriminalisierung). Mit Drogen Fachgeschäften kann man so etwas wie die Überdosierung durch unerwartet hohe Reinheitsgrade vorbeugen und auch die Problematik der Verunreinigung ist dadurch verschwunden. 

Ich meine du bist wahrscheinlich auch nicht dafür, das Alkohol nur entkriminalisiert wird, obwohl diese Droge mit 74000 Toten im Jahr am meisten Leben kostet. Stell dir mal vor was passieren würde, wenn Alkohol ab sofort Schwarz gebrannt würde. Es wäre fatal, durch ein methanolhaltiges Getränk, würden noch mehr verblendete Spinner da draußen rumlaufen als bisher^^


Natürlich kann man sagen "die Leute nehmen das sowieso". Mag sein. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Leute zustimmen würden, wenn man sagen würde "die Leute fahren sowieso zu schnell hier, also entfernen wir lieber gleich die Schilder für die Geschwindigkeitsbegrenzung".

Mit diesem Vergleich schießt du mMn den den Vogel ab. Ich meine wenn man sich nicht an Verkehrsregeln, wie bspw. die Geschwindigkeitsbegrenzung hält, bringt man Außenstehende in Gefahr. Die jüngsten Ereignisse in Mönchengladbach, zeigen wohin so etwas führen würde. Bei Drogenkonsum  jedoch schädigt man allerhöchstens sich selbst.

Verbietet dir jemand mit einem Wingsuit, um Haaresbreite an einem massiven Geröll vorbei zu gleiten? Birgt wahrscheinlich eine genau so große Gefahr wie Konsum von harten Drogen. Und trotzdem ist es nicht verboten. 

Ich verstehe einfach nicht, warum manche Leute den Drang haben, andere in ihrer persönlichen Freiheit einzuschränken. So lange ich keinen anderen schädige sollte ich doch ein selbstbestimmtes Leben führen dürfen. 



Bei Cannabis ist es anders. Bei vernünftigem Gebrauch kann man dies auch dauernd nehmen (allerdings würde ich hierbei dennoch die Jugend schützen wollen).

Dieses Argument ist an den Haaren herbeigezogen wie mein unartiger Rauhaardackel Tootsie.^^ Reines Heroin hat bei 'vernünftigem Gebrauch' (sehr schwammig dieser Begriff) ebenso wenig Risiken, wie der Konsum von Cannabis. 

Die Gefahr einer Droge, geht vom Konsumenten aus und nicht von der Substanz. Deswegen ist die sachliche Aufklärungs- und Präventionsarbeit so wichtig. Und mit sachlich meine ich nicht, was unsere Drogenbeauftragte da so faselt^^

Fügst du einer legal erhältlichen Droge, einen Beipackzettel hinzu in dem du auf  die Gefahren eines Missbrauchs hinweist, ist das Risiko sich überzudosieren deutlich geringer.

Ich hoffe mein Standpunkt ist dir verständlicher geworden. Würde mich über eine Antwort freuen ;)

LG

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Wenn man das als medizin benutzt ist das gut aber es anders zu missbrauchen macht nur dein kopf nach ner zeit kaputt

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Das ist garnicht so der Fall wie du es schreibst. Ein Großteil der Menschen akzeptiert Cannabis schon. Nur dann sind da noch die Leute, die meist von der etwas älteren Generation sind, die sich nicht informieren und nur schlechtes darüber beim Schwätzen hören. Leider ist es relativ unwarscheinlich, dass man diese Leute von dem Gegenteil überzeugt, da an sich das Gehirn eine andere Meinung als persönlichen Angriff wertet und bei älteren Menschen ist das nochmals sehr viel stärker. Deswegen spricht man z.b. auch oft davon, dass Kinder sich noch gut beeinflussen lassen.

PS: Ein anderer Grund ist dann auch noch CDU/CSU und damit auch die Marlene Mortler. Das "K" in "Marlene Mortler" steht für kompetenz.

Ist ein schwieriges Thema. 

Hier auf gutefrage.net sieht man auffällig viele Grasgegner (mit auffällig schlechten Argumenten und wenn man versucht, die aufzuklären, sagen die, sie hätten wesentlich mehr Lebenserfahrung und haben nur negative Erfahrungen mit Gras. Und dann kommen sie immer noch mit Argumenten wie Gras sei eine Einstiegsdroge und wenn man denen sagt, dass das falsch ist, kennen sie auf einmal 200 Leute, die von Gras zu Crystal Meth gewechselt haben), also hier (auf gutefrage.net)  scheint Gras nicht wirklich akzeptiert zu sein.

Aber sonst habe ich noch nie erlebt, dass jemand etwas gegen Gras hat und wenn ich zum Beispiel in der Innenstadt einen Joint rauche, stört es auch niemanden. 

Also gibt es auch auf diesem Gebiet Internetrambos.

Lg

'Internetrambo' ist ein schon arg übertrieben. Sagen wir mal die Mehrheit der gutefrage.net User, ist einfach unterdurchschnittlich schlecht über Cannabis aufgeklärt.

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