Gibt´s bei den Zeugen Jehovas eine Annullierung der Ehe?

13 Antworten

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einige Hinweise vom User Garwein sind nach meinem Kenntnisstand nicht korrekt.

Die ZJs anerkennen auch eine Ehe, wenn sie nur vor dem Standesamt geschlossen wurde. Der Grund dafür ist recht einfach, weil ein ZJs kann auch eine(n) Nicht-ZJs heiraten. Auch diese Ehe dürfte dann nach ZJs-Statuten nicht mehr geschieden werden, außer einer der beiden begeht Ehebruch.

Es gibt aber andererseits die gelegentliche Besonderheit, dass ein "unschuldiger" Ehepartner sich scheiden lassen will, und eine(n) neue(n) Partner(in) gefunden hat. Aufgrund der z.Tl. ausländischen langwierigen Scheidungszeiten wurde einem Paar in einer früheren Nachbarversammlung gestattet, die Ehe VORLÄUFIG NUR vor der Versammlung zu schließen, und dies dann zivilrechtlich nachzuholen, sobald die Möglichkeiten gegeben wären.

Zur Annulierung der Ehe gab es ebenfalls einmal in einer früheren Nachbarversammlung dieses Problem. Der Mann konnte den Ältesten damals glaubhaft versichern, dass es keine geschlechtlichen Beziehungen in der Ehe gegeben hätte, so wurde die Annullierung der Ehe auch bei den ZJs anerkannt. (bissige Bermerkung: bei dem Aussehen der Frau fiel mir persönlich das nicht schwer, dies auch so zu sehen)

Ich gehe aber davon aus, dass die ZJs eine Ehe nicht als vor der Gemeinde und vor Gott als annulliert ansehen, wenn schon eheliche Beziehungen gepflegt wurden.

Besonders merkwürdig ist aber zudem folgendes:

egal ob nun annuliert oder rechtskräftig geschieden, würden diese beiden Personen, ohne, dass sie erneut die Eheschließung auf dem Standesamt vornehmen, wieder ehelichen Verkehr haben, würden sie wegen Unsittlichkeit und Hurerei ausgeschlossen.

Vermutlich wird in diesem Fall laut ZJs-Vorschrift keiner der beiden mehr einen anderen ehelichen dürfen, außer einer der Beiden würde offen zugeben, (oder erwischt werden) mit einem anderen Partner S*x gehabt zu haben, also zumindest einer der Beiden müsste sich dazu entschließen, kein Zeuge Jehovas mehr sein zu wollen - oder auf die Bestimmungen nicht mehr achten zu wollen. Da nun ja der eine zeitweise Probleme mit der Zurechnungsfähigkeit zu haben scheint, könnte man leichter von ihm erwarten, einen "Seitensprung" auszuführen, den er dann seiner Krankheit zuschreiben kann und aufgrund dessen er höchstwahrscheinlich nur eine öffentliche Zurechtweisung erhält und nicht exkommuniziert wird. Damit wäre der andere Ehepartner aus der Ehe entlassen und frei. Die andere Möglichkeit wäre diese, dass beide wieder erneut versuchen müssten, ihre Ehe gesetzlich registrieren zu lassen.

Ich habe aus Erfahrungen und Stellungnahmen von Ältesten berichtet, die ich früher mal eben zu solchen ähnlichen Fragen gestellt hatte.

Die ZJs anerkennen auch eine Ehe, wenn sie nur vor dem Standesamt geschlossen wurde.

Richtig, aber nur wenn sie bereits VOR der Taufe zum ZJ stattgefunden hat. Sind beide Partner ZJ, so müssen sie auch vor der Versammlung ein Bekenntnis ablegen, was einfach nur in Form einer Ansprache geschieht, bei der die beiden persönlich angesprochen werden. Ansonsten werden sexuelle Handlungen als "vorehelich" angesehen. So wurde mir das damals von den Ältesten vorgehalten.

Ansonsten gehe ich absolut konform mit dieser Antwort

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@brunf

...das ist aber schon lange her, oder???

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@eisi1

Nein, das ist noch aktuell. Meine Schwester (leider noch bei den ZJ) hat vor 2 Jahren das zweite Mal geheiratet, nachdem ihr Mann sie vor 4 Jahren betrogen und mit ihren Kindern hat sitzen lassen.

Sie hatte keine eigene Wohnung und durfte erst nach der Ansprache im Königreichssaal bei ihrem neuen Mann einziehen. Geheiratet haben sie an einem Montag und die Ansprache fand am darauffolgenden Samstag statt mit anschließender Feier. Sie durfte nicht bei ihrem Mann einziehen, sondern musste die ganze Woche über noch bei meinen Eltern im Gästezimmer schlafen! Das ergab einen recht heftigen Streit mit den Ältesten....

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@brunf

Das ist Quatsch brunf! Die beiden können sich aussuchen ob sie eine Ansprache im Saal wünschen und ob sie ein Bekenntnis ablegen wollen. Richtig informieren, dann antworten! Sie mußte das mit Sicherheit nicht. Vielleicht wollte sie es so.

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@brunf

brunf, es ist schon interessant, was man so über die Zeugen sagt. Eine meiner Schwiegertöchter, sehr romantisch veranlagt, zog auch erst am Tag der Ansprache im Saal zu meinem Sohn. Meine andere Schwiegertochter sagte: "Nee, so lange wollen wir nicht warten!" Tja!

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@stine2412

Leider gibt es auch Älteste die einem Paar eine Hochzeitsansprache im Königreichssaal verwehren.

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Die Ehe kann zu jederzeit geschieden werden. Vor dem Staat. 

Nun ist es aber so das zj nach dem Grundsatz leben dass kein mensch dass trennen soll was Gott zusammen fügte.

Das heißt wenn man sich scheiden läßt weil es halt nicht klappt (keine sünde)dürfen die jeweiligen Parteien nicht mehr heiraten. Es sei denn dass einer eine Sünde begeht. (Sex mit jemandem anderen z.b) wenn der Partner z.b (mann) zu einer Kollegin zieht, (Haben aber kein sex) wird trotzdem behauptet unehelichen Sex gehabt zu haben. (Dieses Beispiel gab es bei der Versammlung in der ich war) 

Dann steht es dem ex Partner zu wieder zu heiraten. 

Eigentlich sollte eine Annulierung der Ehe erfolgen, wenn die Ehefrau oder Ehemann die Ehepflicht (auf sexuellen Gebiet) nicht leisten will oder nur geleistet hat. Wenn es in der Ehe noch nie Sex gegeben hat (obwohl beide Partner dazu in der Lage sind), dann sollte die Ehe aufgelöst werden oder zumindest getrennt sein. Aber das entscheidet Gott.

Woher ich das weiß:Recherche

Auf jeden Fall ist das Ansichtssache und von Land zu Land, ja sogar von Versammlung zu Versammlung (Gemeinde) unterschiedliche. Offizielle Aussagen dazu konnte ich in den Publikationen der Wachtturm-Gesellschaft von 1956 - 2011 dazu nicht finden.

Eine Antwort ist daher schwierig. Hier kommt zum Tragen, dass die WTG gerne solche Dinge offen läßt, damit sie offiziell sagen können, dass jeder ZJ das gleiche glaubt. Denn auf dem Papier sieht dies so aus. Es gibt aber sehr viele mündliche Anweisungen, Regeln und Aussagen sowie Schriftverkehr an die Ältesten, der den "Normal-Zeugen" nicht zugänglich ist. Es kam auch schon des Öfteren vor,d ass solche schriftlichen Anweisungen auf Befehl der WTG vernichtet werden mussten, wenn Konflikte zu geltenden Gesetzten oder anderen Dingen betanden.

Die Antwort von GastExZJ zeigt dies auch deutlich. Es kommt halt darauf an, wo man als Zeuge ist. Eine tatsächliche EInheit gibt es nämlich nicht, die ist nur plakativ.

Bei den ZJ ist eine Annullierung der Ehe mWn nicht vorgesehen. Allerdings kann eine Ehe geschieden werden - wenn einer der Partner untreu ist. Wenn er dann den Fehltritt nicht vor den Ältesten bereut, wird nicht nur die Ehe geschieden, sondern er fliegt auch gleich aus dem Laden raus.

Interessant: Eine Frage, bei der "Fremdgehen!" nicht Teil des Problems, sondern der Lösung ist!

Wurde je bereits gesagt: Rein rechtlich gesehen ist das Ja-Wort einer kirchlichen (hier wohl eher sektistischen) Ehe ungefähr so viel wert wie Rülpser im Morgengrauen. Nämlich gar nix.

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