Gibt es wirklich noch die wahre Liebe und ehrliche Männer?

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Natürlich gibt es das noch. Genauso wie es Männer und Frauen gibt die noch an die eine große und ehrliche Liebe glauben.

Aber leider ist die zeit heute so oberflächlich geworden, dass die meisten nur nach dem Aussehen entscheiden und tolle, ehrliche Typen oftmals gar keine Chance haben - nur weil sie nicht wie ein Unterhosen-Model aussehen.

Erstmal etwas vorweg:

Ich selbst bin mit meinen 16 Jahren noch recht jung, habe aber bedingt durch verschiedene Faktoren viele Erfahrungen mit Menschen gesammelt. (Unter anderem durch ein deutlich älteres Umfeld, Interesse am Menschlichen Verhalten, Erfahrungen mit Rauschmitteln, ...)

Auch kann ich dir hier nicht meine unübliche Lebensgeschichte zusammenfassen, denn dieser würde ich in einem kurzen Text einfach nicht gerecht.

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Zu deiner Frage:

Ich versichere dir, dass es noch solche Männer gibt, die nicht nur auf das Eine hinaus wollen. Wenn ich als männlicher Zeitgenosse eine Schätzung abgeben müsste, würde ich auf ein 50:50 Verhältnis tippen.

Es ist prinzipiell also tatsächlich etwas dran, dass dieses stereotypische Bild des Mannes teilweise der Realität entspricht; Das steht außer Frage.

Ich verstehe sehr gut, dass das Vertrauen in die Ehrlichkeit der Männer geschwächt wird wenn eine Frau viele negative Erfahrungen gemacht hat.

Darin sehe ich generell ein großes Problem, denn eine Garantie im Voraus wird es bei keinem Mann geben.

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Zudem vermute ich, dass gerade die Männer die nicht nur ihren Spaß haben möchten einfach schwieriger zu finden, bzw. zu erkennen sind.

Denkt man an den typischen Klischee-Macho, ein Mann der Selbstbewusstsein ausstrahlt sowie offen und direkt auf Frauen zugehen kann, dann sollte im Voraus klar sein, dass dieser höchstwahrscheinlich nicht an einer langfristigen Beziehung interessiert sein könnte. (Ausnahmen gibt es immer.)

Im Gegensatz dazu wird der an fester Bindung interessierte Mann möglicherweise mit Attributen wie Schüchternheit und geminderter Attraktivität verbunden. Ein "Langweiler" der sich an alles klammert, an das er sich klammern kann.

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Die oben beschriebenen Personentypen sind jedoch in dieser Form Extreme, und in der Praxis kaum zu finden. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen.

Es gibt also verschiedene Konstellationen von Eigenschaften, was die Wahrscheinlichkeit verringert, den geeigneten Mann zu finden.

*Beispiel 1:* Ein attraktiver Mann, der im ersten Moment charmant und selbstsicher erscheint und einen tollen Gesamteindruck macht. Die Frau assoziiert mit diesen positiven Eigenschaften nun auch die stereotypischen negativen Eigenschaften, und bleibt dem Mann fern. Der Mann jedoch ist in Wahrheit ein netter und aufrichtiger Kerl.

*Beispiel 2:* Ein durchschnittlich attraktiver Mann, der auf den ersten Blick sowohl positive und negative Seiten aufweist. Die Frau verbindet in diesem Falle das anscheinend vorhandene Gleichgewicht von Positiv und Negativ mit Authentizität und damit auch Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, und stellt später mit großer Enttäuschung fest, dass sie nicht alle Facetten des Mannes kennengelernt hat nachdem weitere negative Aspekte zum Vorschein kamen.

*Beispiel 3:* Ein eher unattraktiver Mann, der schüchtern erscheint, und als nicht sehr männlich wahrgenommen wird. Dieser wird bei der Partnersuche meist nicht in Betracht gezogen, was er damit legitimiert, ein Opfer der "Friendzone" zu sein. Hat eine Frau beschlossen gezielt nach solch einem Mann zu suchen, in der Hoffnung auf einen tollen Charakter zu stoßen, und dafür Oberflächlichkeiten in Kauf zu nehmen, so ist es entgegen der Erwartungen möglich, dass dieser keine bessere Persönlichkeit aufweist als eine wie im 2. Beispiel beschriebene Person.

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Diese Assoziationen finden in der Praxis nicht so klar formuliert statt; Im Unterbewusstsein sind jene nämlich bereits automatisiert, basierend auf direkten und indirekten Erfahrungen.

Wir alle sollten uns also manuell korrigieren indem klar werden muss, dass Positiv und Negativ bezogen auf den Charakter eben nicht immer im Gleichgewicht stehen; Vorurteile gibt es nämlich genau so in positiver und negativer Form.

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Nachdem ein Mensch zu dieser Erkenntnis gekommen ist stellt er schnell fest, dass diese Tatsache die Partnersuche deutlich zu erschweren scheint.

Dem ist jedoch nicht so!

Wir alle streben eine möglichst einfache Lösung an, indem wir uns Orientierung suchen. Der oben erklärte Gedankengang ist ein solcher Weg zur Orientierung.

Es gibt kein klares Rezept dafür den richtigen Partner zu finden. Keinem Menschen ist es möglich die gesamte Wahrheit hinter einer Person auf Anhieb zu erkennen, was darin resultiert, dass viele Beziehungen und Ehen selbst nach langer Zeit erst zu Bruche gehen.

In solchen Fällen entfaltet sich die wahre Identität der Person erst nach langer Zeit; Das Resultat ist oft Enttäuschung, da die anfänglichen Erwartungen nicht mehr erfüllt wurden.

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Jeder hat sich in seinem Leben sicherlich schon ein Mal den Spruch    "Der/Die Richtige kommt irgendwann noch, wenn du nicht nach ihm/ihr suchst"  anhören müssen.

Der Betroffene nimmt dies verständlicherweise selten einfach hin; Es scheint jedoch wohl in gewisser Weise der Wahrheit zu entsprechen, denn:

Wird nicht auf Grund positiver und negativer Eindrücke bewusst sortiert, wird das soziale Umfeld früher oder später automatisch gefiltert. Es wandelt sich im Idealfall in so weit, dass stets nach aktueller Situation und neuesten Erkenntnissen über Distanz und Nähe zu verschiedenen Personen entschieden wird; Dies passiert sowohl bewusst (aktiv) und unbewusst (aktiv;passiv).

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Bezogen auf die anscheinend nur Triebgesteuerten Männer:

Solche sind allgegenwärtig, und fallen natürlich stark auf. Wenn jedoch klar wird, dass Mann und Frau andere Ziele anstreben, wie z.B. eine Beziehung auf körperlicher Ebene entgegen einer Beziehung auf körperlicher und emotionaler Ebene, ist das objektiv betrachtet keine schlechte Sache, sondern wertfrei zu betrachten.

Im ersten Moment kommt Enttäuschung und Unmut auf; Als Ganzes betrachtet ist dies Teil der Selektion, und weder ein Schritt zurück, noch vorwärts.

Denn bei jedem Neukontakt stehen die Chancen immer bei 50:50, ob ein Mensch als potenzieller Partner in Frage kommt oder nicht. Um individuell ein Stück Klarheit darüber zu erlangen bleibt nur die alt bewährte "Trial&Error-Methode" als effektives Mittel der Wahl zu nutzen.

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Nach einer langen Pechsträhne sucht der besorgte Single typischerweise nach Fehlern bei sich selbst, und verliert sich in diesem Gedanken.

Prinzipiell ist dieser Schritt immer nötig, doch sollte er nicht überhand nehmen, und stets in einem gesunden Rahmen ablaufen.

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Manche Paare haben Glück, und laufen sich praktisch sofort in die Arme. Ob dies bewusst angestrebt wurde, oder sich rein zufällig ergibt ist hierbei irrelevant.

Passt die Chemie sofort, so ist die erste Hürde überwunden. 

Als nächstes braucht es noch etwas mehr Glück dafür, dass sich langfristige Entwicklungen beider Personen weiterhin ergänzen, und sich eben nicht herausstellt, dass es doch nicht passt.

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An diesem Punkt wird dem aufmerksamen Beobachter zudem deutlich, warum viele Menschen eine Beziehung nicht beenden, unter der sie eigentlich sichtlich leiden.

Als Reaktion auf Zweifelsbekundungen Dritter und gut gemeinten Ratschlägen hinsichtlich einer Trennung wird schnell deutlich, dass der Betroffene die reale Situation zu verdrängen versucht und sich den Partner mit allen Mitteln schönredet.

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In meinem Stufenmodell unterteile ich so zu sagen zwischen "sofort sichtlich ungeeignet", "Dem ersten Anschein nach geeignet" (wobei der erste Anschein den Zeitraum beschreibt, bis der größte Teil der wirklichen Persönlichkeit zu Tage kommt), "Langfristig ungeeignet" und "Langfristig geeignet".

Nach vielen vergangenen enttäuschenden Erfahrungen klammert sich der unter einer Beziehung leidende Teil so sehr an die vergangene Zeit vor der Erkenntnis darüber, dass der Partner erst geeignet schien, und sich nun doch als ungeeignet heraus stellt.

Dafür wird oftmals viel zu viel in Kauf genommen, und die Realität wird überschminkt, indem Schlechtes schön geredet und runtergespielt wird, und alle noch so kleinen guten Seiten in den Himmel gelobt werden.

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Es muss also klar werden, dass der Misserfolg bei diversen Versuchen, und die damit einher gehende Enttäuschung ganz natürlich ist.

Bei den Leuten die anscheinend mehr Erfolg bei der Partnerwahl haben ist das Risiko groß, Beziehungen einzugehen, die objektiv betrachtet keine vernünftige Zukunft haben, in der beide Partner dauerhaft glücklich verbleiben.

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Die Hoffnung an die Männerwelt zu verlieren, mag dies im ersten Moment auch noch so begründet erscheinen, ist also absolut falsch.

Bezogen von dieser Thematik kann man gut von Optimismus und Pessimismus sprechen; Dem verdrängen vom rationalen Denken, sowie dem Verlust der Hoffnung und der Erwartungshaltung.

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An dieser Stelle wird die Parallele zu meiner vorangegangenen These, der Mensch strebe stets den einfachsten Weg an, deutlich.

Der optimistisch angehauchte Mensch, der möglicherweise von Außenstehenden als naiv abgestempelt wird, möchte vermeiden zu erkennen, dass er an den falschen Partner geraten ist, und daher weiter suchen muss. Er legt nun alles daran, sich die Situation passend und erträglich zu machen. 

Der pessimistisch eingestellte Mensch schert hingegen gleich die ganze Gruppe von Menschen über einen Kamm und macht es sich einfach, indem sie den Grund für ihren unzufriedenen Zustand als Single damit begründet, dass die [mit Anstrengung] verbundene Fortsetzung der Suche ohnehin keinen Sinn hätte, da ja ohnehin alle gleich seien.

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Der Optimist in einer unglücklichen Beziehung steht unter einem enormen inneren Konflikt bei dem Versuch das Wissen zu verdrängen, mit jener Beziehung, im Vergleich zur Einsamkeit, eben nur die als kleineres Übel wahrgenommene Entscheidung zu treffen und gute Mine zum bösen Spiel gegenüber sich und allen anderen, die jenes bereits wahrgenommen haben, machen zu müssen. 

Einfach gesagt wäre der Gedankengang wie folgt:

"Ich weiß, dass mir die Beziehung alles andere als gut tut."

"Ich weiß auch, dass viele [Außenstehende] das bemerken. Einige haben mir das ja schließlich sogar schon direkt ins Gesicht gesagt."

"Ich möchte jedoch nicht, dass sie wissen, dass ich das alles verdränge."

"Ich möchte eigentlich auch selbst nicht wahrhaben, dass ich alles verdränge."

Die Konfrontation mit der Wahrheit ist also eine Belastung, die Beziehung jedoch auch.

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Der unglückliche Pessimist ohne Beziehung ist von der nach außen getragenen negativen Grundeinstellung meist nicht so überzeugt, wie er andere glauben lässt. Die Tatsache, dass er selbst Eigenschaften besitzt, die er ganz klar bei anderen als nicht vorhanden darstellt, führt im ersten Schritt ebenfalls zu einem Konflikt. 

Einfach gesagt wäre der Gedankengang wie folgt:

"Ich weiß, dass die Eigenschaften nach denen ich in einem Menschen suche existieren müssen, denn ich besitze sie ja selbst."

"Ich habe einige Versuche gestartet, wurde oft enttäuscht, und möchte nicht mehr enttäuscht werden."

"Die Einsamkeit belastet mich enorm, aber ich kann mich nicht überwinden weiter zu suchen"

"Ich rede mir einfach ein eine Suche wäre ohnehin Zwecklos, indem ich die Enttäuschungen auf alle anwende. Dann kann mich nicht noch jemand enttäuschen."

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Ich denke es sollte anhand eines Beispiels meiner Gedankengänge schnell klar werden, warum ich als 16 Jähriger aus Überforderung mit der Welt und dem eigenen Leben Depressionen entwickelt habe. :D

Auf so viel stetigen Input ist vermutlich selbst die Psyche eines Erwachsenen selten ausgelegt. Alle genannten Mechanismen erfüllen ihren Zweck, vorwiegend zum Selbstschutz, und um die Zahl der inneren Konflikte, zB durch das Verdrängen, zu minimieren.

Ist man selbst jedoch realistisch orientiert, und möchte sich keine Scheinwelt aufbauen, so können sich alle jene aufkommenden Konflikte ungehindert auf das Denken auswirken.

Ist man dann noch selbst von tiefer Einsamkeit betroffen, und wünscht sich nichts weiter als die Erfüllung von utopisch scheinenden Idealvorstellungen, dann steigt die Belastung ins Unermessliche. Gerade, wenn man die Fehler bei sich sucht, und auch findet.

Denn leidet man unter Minderwertigkeitsgefühlen, und empfindet sich eher als Zumutung für jede potenzielle Partnerin, so würde man jede Möglichkeit zu einer Beziehung ablehnen, solange man sich nicht selbst akzeptieren kann.

Diese ungünstige Kombination bringt die Konflikte auf eine ganz neue Ebene, mit der ein seelischer Einsturz bei einem Menschen gewährleistet wird. Ich fühle mich mit meinen 16 Jahren auf Grund der Umstände als hätte ich schon ein ganzes Leben durchlebt, und schon alle Erfahrungen für die nächsten 50 Jahre gesammelt. Keine praktischen, notwendigen, sondern Optionale, die Gutes und Schlechtes mit sich bringen. Und ob das gut ist stelle ich irgendwo auch in Frage. 

Siehe da, ein neuer Konflikt :D

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Ich kann dir und allen anderen Frauen, die sich mal wieder den Kopf über die Männerwelt zerbrechen, versprechen, dass es eben nicht nur solche Männer gibt.

Und von den übrigen gibt es mit Sicherheit auch genug, die eurem Ideal entsprechen; Charakterlich wie Oberflächlich. 

LG

Wo kann ich mir dann jetzt meinen Doktortitel abholen? :D

P.S.: Wer Fehler findet darf sie behalten; Es war gegen 3 Uhr Nachts.

2

Jeder von uns zweifelt hin und wieder an seiner Beziehung: Fühlt sich so das große Glück an? Hier die fünf Zeichen, an denen man wahre Liebe erkennt.

Wäre das Leben so schwarz-weiß wie ein Hollywood-Movie aus den fünfziger Jahren, hätten wir es um vieles leichter - vor allem mit der Liebe. Wir könnten es Grace Kelly und Doris Day gleichtun, die im Film auf den ersten Blick erkennen, dass sie Männer wie Clark Gable oder Cary Grant aufrichtig lieben. 

Irrungen und Wirrungen ändern nichts an dieser Gewissheit. So will es das Drehbuch. Aber das wirkliche Leben folgt nicht den Vorgaben eines Hollywood-Skripts. Es schreibt seine eigenen Geschichten, in denen sich die Sicherheit, zu lieben und geliebt zu werden, nie endgültig einstellt. 

Stattdessen stehen wir selbst in den glücklichsten Momenten unserer Beziehung immer wieder vor der alles entscheidenden Frage: Ist das wirklich Liebe? Weder durchwachte Nächte noch stundenlange Gespräche mit Freundinnen verhelfen zu einer endgültigen Antwort.

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Es tut gut zu wissen, dass man auch alleine zurecht kommen würde!

Wie auch? Zu umfassend ist die Vorstellung davon, was Liebe leisten soll: Uns aus jedem Alltagstief an die Oberfläche des Glücks befördern, uns aber auch Tiefe schenken, die wir in einer sich schnell drehenden Welt vermissen; dem Leben Sinn verleihen und uns vervollständigen, aber uns nicht das Gefühl geben, ohne den anderen nicht sein zu können; uns Lust schenken, immer wieder neu und überraschend, aber auch Sicherheit, die unser Leben beständiger macht. 

All diese Erwartungen und Ansprüche sind Illusionen - so schwarz-weiß wie jene Spielfilme aus vergangenen Jahrzehnten. Solange wir Liebe daran messen, werden wir niemals erfahren, ob es wirklich dieses Gefühl ist, das uns mit dem Mann an unserer Seite verbindet. Der Unsicherheit können wir nur entkommen, wenn wir die fünf Merkmale kennen, die im wahren Leben im Drehbuch der Liebe stehen sollten. 

Unabhängigkeit

So schön es ist, jemanden zu haben, bei dem wir uns geborgen fühlen und in dessen Armen wir an schlechten Tagen Trost finden können: Der Gedanke, diesen Menschen und all das, was er uns gibt, nicht existenziell zu brauchen, gehört - so paradox es klingen mag - untrennbar zum schönsten Gefühl der Welt. Denn "Liebe ist keine Beatmungsmaschine", sagt Coach Hans Kreis. 

Für den Autor von "Wahre Liebe leben" (Droemer/Knaur) sind Eigenverantwortlichkeit und Unabhängigkeit wie für die meisten Beziehungsexperten zwei der wichtigsten Merkmale einer liebevollen Partnerschaft. 

Eigenverantwortlichkeit bedeutet vor allem, sich als autarke Person zu erkennen, die den anderen nicht als ultimativen Glückserfüllungsgehilfen und Sinnstifter braucht, sondern mit diesem Menschen aus vielen unterschiedlichen Gründen zusammen sein möchte.

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Viele Menschen denken, dass nicht das Ich wichtig ist, sondern das Du!

Wer sich dagegen wie eine unvollkommene Hälfte durchs Leben bewegt, die permanent auf der Suche nach dem Teil ist, der sie ergänzt und vervollkommnet, sehnt sich nicht nach wahrer Liebe, stellt die französische Psychoanalytikerin Marie-Laure Colonna klar. Vielmehr sehnt er sich nach Perfektion, die er für dasZeichen einer glücklichen Beziehung hält. 

Von Liebe kann nicht die Rede sein, wenn es nur darum geht, einen Partner zu finden, mit dem man noch mehr Spaß haben kann, der noch mehr Verständnis aufbringt, der ein noch besserer Liebhaber ist... Bei dem Menschen, der uns tatsächlich liebt, werden wir all das vielleicht nicht finden können, aber wir erkennen ihn daran, so Colonna, dass er uns die Unabhängigkeit und damit den Freiraum lässt, den wir als erwachsenes Individuum brauchen.

Geben und fordern

Liebe handelt selbstlos. So haben wir es von klein auf gelernt. Im Mittelpunkt soll nicht das Ich stehen, sondern das Du - denken wir. Tatsächlich ist Liebe unmöglich ohne einen Menschen, dem wir sie entgegenbringen können. Umgekehrt braucht diese Person aber genauso ein Gegenüber, das sie glücklich machen kann. Liebe zu geben, bedeutet deshalb also immer, sie auch zu empfangen. 

Was banal wirkt, enthält eine Dimension, die viele von uns dennoch nicht begreifen, glaubt Psychoanalytiker Jacques-Alain Miller: "Durch alles, was man für den Geliebten tut, erfährt man intuitiv mehr über sich selbst." Liebe sei deshalb in Teilen immer eigennützig. 

Ein gewisses Maß an Egoismus, das auch beim offenen Formulieren eigener Wünsche deutlich wird, ist also kein Grund zur Sorge, sondern Zeichen einer gesunden Beziehung. "Wirkliche Liebe bedeutet, sich zu zeigen", erklärt Paartherapeut Florian Klampfer. Und das erfordert Mut, weil die Bedürfnisse zweier Menschen sich selten ähneln, und weil es so zum Streit kommen kann.

Doch sollten diese Bedürfnisse lieber mit Hilfe eines Streits sichtbar bleiben, als hinter dem Wunsch zu verschwinden, es dem anderen recht zu machen. Denn eingelegentliches Erdbeben macht eine Beziehung stabiler, als wenn jede Differenz überpinselt würde.

Interesse

Kaum jemand scheint uns so gut zu kennen wie der Mensch an unserer Seite, mit dem wir Momente des Glücks genauso teilen wie Zeiten der Trauer. Dieses "Ich kenne dich" schenkt uns ein Gefühl kostbarer Vertrautheit, es macht uns heimisch beim anderen. Aber es birgt zugleich die Gefahr, sich irgendwann an die geliebte Person zu gewöhnen, weil man glaubt, sie so gut zu kennen wie die eigene Westentasche.

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Altbekannte Westentaschen sind keine Orte für große Liebesgeschichten. Und doch gibt es Paare, bei denen das Interesse am anderen selbst über Jahrzehnte erhalten bleibt. Weder glückliche Zufälle noch Wunder spielen dabei eine Rolle. Vielmehr lassen sich diese Liebenden auf das Wagnis ein, einander immer wieder neu zu entdecken - selbst wenn es bedeutet, an der Sicherheit zu rütteln, in der wir es uns in unserer Beziehung so gern gemütlich machen. 

Viele Menschen würden "lieber den Himalaya besteigen, als sich auf das unbekannte Terrain ihres Partners zu wagen", weiß die Berliner Paartherapeutin Katerina Erinski. Und so streifen wir oft mit einem Rucksack auf dem Rückendurchs Leben, in dem all die Bilder und Eindrücke verstaut sind, die wir uns vom anderen gemacht haben. Ohne es zu wissen, packen wir auch Erwartungen ein, die auf den altbewährten Erfahrungen beruhen.

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Man sollte sich in seiner eigenen Haut wohlfühlen, um eine glückliche Beziehung führen zu können! 

Als Beziehungs-Rucksacktourist wandert man damit ausgestattet auf sicheren Pfaden - geschützt vor Enttäuschung und Entfremdung. Aber wir berauben uns damit gleichzeitig der Chance, einen neuen Zugang zum Partner zu finden, einen Weg, der vielleicht zu größerer Nähe führt als der bekannte. 

Natürlich wäre es albern zu fragen "Wer bist du eigentlich", wenn man zum achthundertsiebzigsten Mal nebeneinander aufgewacht ist. Doch das wäre ohnehin nicht der Weg, den die Liebe wählt. Ihre Zauberfrage lautet: "Wer bist du noch?" 

Verlangen

Das veränderte Erleben von Sexualität sollte uns aber nicht an der tiefen Verbundenheit zum anderen zweifeln lassen. "Liebe ist eine Tätigkeit", hält Paartherapeutin Katerina Erinski hierzu fest. Und daraus folgt, dass wir an einer liebevollen Partnerschaft arbeiten sollten - auch im Bett. 

Nicht von ungefähr existiert für Sex die Bezeichnung "Liebe machen". Sie verdeutlicht, dass wir aktiv werden und die Zeit dafür gegebenenfalls sogar bewusst einplanen müssen. "Es klingt komisch", so Erinski, "aber erfüllte Sexualität in langen Beziehungen läuft oftmals nach Plan." 

Entscheidend ist nämlich nicht die Frage, ob Sex immer morgens, abends oder nur am Wochenende stattfindet, sondern die Tatsache, dass er seinen Platz in der Beziehung behält. Lust und Begierde allein können das auf Dauer nicht gewährleisten. Dafür sind sie zu vergänglich. Liebe dagegen lässt auch nach Jahren nicht vom Körper des anderen ab. Sie verlangt immer wieder danach, ihmso nah wie möglich zu sein. Wie, wann und wo, ist ihr letztlich egal.

Sich lebendig fühlen

Das ganze Leben ist ein Spiel, in dem wir immer wieder in andere Rollen schlüpfen. Wieso sollte es in einer Liebesbeziehung anders sein? Es ist normal, von Zeit zu Zeit einen bestimmten Part für den Liebsten einzunehmen. Mal geben wir uns fast schon mütterlich oder suchen kindlich nach Schutz, mal ersetzen wir die gesamte Familie. Und es kommt sogar vor, dass wir uns zeitweise in Gegenstände verwandeln: in ein Schmuckstück etwa, in ein Podest, einen Motor, ein Sexspielzeug oder auch ein Rauschmittel. 

Sich ausschließlich oder vor allem in einer dieser Rollen angenommen und geliebt zu fühlen, lässt auf Dauer allerdings den Eindruck entstehen, es komme dem anderen nicht auf den Menschen an, der wir sind, sondern auf die Funktion, die wir in einer bestimmten Rolle erfüllen. Trotz des schlechten Gefühls weiter bei diesem Rollenspiel mitzumachen, würde uns und der Beziehung jede Form von Leben rauben. Es gäbe keine Chance, sich weiterzuentwickeln - und Leben bedeutet nun einmal Fortschritt.

Versuchen Sie Ihren Partner immer wieder neu zu entdecken!

"Einer der schönsten Sätze, die Liebende zueinander sagen können", sagt Experte Hans Kreis, "ist deshalb aus vollem Herzen: Ich will, dass du du wirst." In unserer Beziehung der Mensch sein zu dürfen, der wir sind, und unser gesamtes Wesen einbringen zu können, erlaubt uns nur die Liebe. Sie gibt uns das Gefühl, am Leben zu sein, die Gewissheit, unsere Persönlichkeit vor den Augen des Partnersganz entfalten und ausleben zu können. 

Einen Menschen zu finden, bei dem unser schönes, sperriges, buntes, seltsames Selbst in all seinen Facetten leuchten darf, ist besser, als es jeder romantische Schwarz-Weiß-Film jemals sein könnte. Denn es ist das sicherste Zeichen dafür, wahre Liebe gefunden zu haben.

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Fünf falsche Freunde

Sie werden gern als Zeichen wahrer Liebe genannt. Dabei geben diese Gefühle und Verhaltensweisen einer glücklichen Beziehung auf Dauer keine Chance 

1. Die Sorge, den Partner an einen anderen Menschen zu verlieren, ist nachvollziehbar. Doch wenn daraus Angst oder gar Eifersucht wird, haben wir den Bezug zur Liebe verloren. "Insbesondere emotional unreife Menschen fürchten um ihren Status als Nummer eins im Leben ihres Liebsten", schreiben die Paartherapeuten Mary und John Valentis in "Liebesintelligenz". Anders formuliert bedeutet das: Wir lieben weniger das Wesen des Partners als vielmehr das Gefühl, im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit zu stehen. 

2. Übertriebene Selbstlosigkeit ist kein Merkmal wahrer Liebe. Was ist schließlich von einer Beziehung zu halten, in der ein Partner die Interessen des anderen immer über die eigenen stellt? In der er oder sie das Bedürfnis hat, ununterbrochen auf das Wohlergehen des geliebten Menschen zu achten? 

So schön der Gedanke sein mag, zu geben, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten: Er ist eine Lüge und grenzt fast schon an Selbstbetrug. Denn für jeden von uns ist Liebe unter anderem ein "Medium der Bedürfnisbefriedigung", betont Psychologe Thomas Kornbichler. Dabei geben wir, was wir selbst empfangen wollen: Zärtlichkeit, Anerkennung, Sicherheit. Wer durch sein Handeln also immerzu vermittelt "Schau, was ich alles für dich tue", sagt letztlich im selben Atemzug: "Und jetzt tu du endlich das Gleiche für mich!" 

3. Besitzergreifendes Verhalten wirkt oft nicht schlimm. Man will den Geliebten zwar emotional nicht mit anderen teilen, erzwingt aber auch nicht permanente Nähe. Die brauchen possessiv Veranlagte ohnehin nicht. Sie begreifen den Partner nämlich als Teil ihrer selbst. Grenzen zwischen Ich und Du sind laut Thomas Kornbichler in der Liebe jedoch unerlässlich: So schön Verbundenheit ist, so wichtig ist es für beide Seiten, Selbstständigkeit auf Dauer zu wahren.

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4. Auf den Partner nicht verzichten zu können, klingt nach großen Gefühlen. Tatsächlich ist Abhängigkeit ein Warnzeichen. Bis zu einem gewissen Maß gehört sie laut Kornbichler zur Liebe dazu. Aber sie darf nicht zur Aufgabe der eigenen Autonomie führen. 

Wer den Partner zum Ein und Alles macht, verhält sich wie ein Kind, das auf Mutter und Vater existenziell angewiesen ist. Weil sie ihm geben, was es braucht, lernt es, sie zu lieben. In einer Partnerschaft unter gleichberechtigten Erwachsenensollte es umgekehrt sein: Erst kommt die Liebe, und dann das Bedürfnis, sie zu erhalten. 

5. Sie hassen und sie lieben sich. Erst fliegen im Streit die Fetzen, anschließend hat man leidenschaftlichen Sex. Auf tiefe emotionale Verletzungen folgen stets innige Versöhnungen. Und so geht es über Monate oder Jahre hinweg. 

Wer extrem negative Emotionen mit dem Partner verbindet, verfällt oft dem Irrglauben, er müsse diesen Menschen mindestens genauso intensiv lieben. Doch die vermeintlich großen Gefühle sind letztlich nur großes Kino. Hinter jedem Ausbruch verbirgt sich der hilflose Versuch eines unsicheren Menschen, über die eigenen Zweifel und die daraus resultierende Verzweiflung dauerhaft hinwegzutäuschen. 

"Der emotional exzessive Mensch versucht vergeblich, von seinem Partner die Eigenliebe und die Selbstachtung zu bekommen, die ihm fehlen", stellen Mary und John Valentis klar. "In derartigen Beziehungen dienen Emotionen hauptsächlich dazu, den Partner zu manipulieren und den eigenen Willen durchzusetzen."

Was ist für Sie wahre Liebe?

"Jeden Morgen steht Alex mit einer Tasse Kaffee vor dem Bett. Um zu ahnen, wie viel mir das bedeutet, muss man wissen, dass ich nachts oft schlecht schlafe. Jede Minute mehr macht für mich deshalb einen großen Unterschied. Dass Alex immer zuerst aufsteht und mir eine halbe Stunde schenkt, klingt vielleicht banal. Mir aber zeigt es, dass er eine scheinbare Kleinigkeit ernst nimmt, weil er mir damit einen Gefallen tut." 

Lg

Ruru :)

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