Gibt es wirklich eine "Zungenrede" in der Gemeinde?

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16 Antworten

Im Prinzip ist die Zungenrede eine der Gaben des Geistes. Insofern halte ich sie für authentisch. Zungenrede ist aber nicht, irgend einen Kaudawelsch in verständliche Wort zu bringen, sondern in einer fremden Sprache so zu reden, als sei es die eigene Muttersprache (Sprachen, die man erlernt hat zählen dabei nicht). Beschrieben wird die Zungenrede beim Pfingstereignis (siehe Apostelgeschichte 2,1-13)

Ich habe mal eine freichristliche Gemeinde besucht und auch bei denen wird von der Zungenrede gesprochen, wo der (ich nenne ihn mal) Prediger irgendwelches unverständliches Geschwafel vom Stapel lässt und verschiedene Mitglieder dies mit Stellen ihrer Bibel auslegen. Das ist ebenso wenig Zungenrede, wie die inspirationslose Begeisterung, die man empfindet, wenn man die erste Stunde lang möglichst im Stehen Lieder über Christus singt.

Der Heilige Geist wirkt inspirierend und das in klaren Worten und Sätzen. Ich habe es selbst erlebt und weiß daher, dass es möglich ist. Wirkliche Zungenrede habe ich noch nicht erlebt, aber ich habe dennoch keine Zweifel daran, dass sie möglich ist. Der Grund liegt einfach darin, dass ich weiß, dass der Heilige Geist existiert, denn ich habe immer wieder Inspiration von ihm erhalten, ebenso wie ich immer wieder Antworten und Hilfe erhalten habe, um die ich gebeten hatte - bei entsprechender Hilfe war der Zweck praktisch immer im Sinne der Nächstenliebe. Natürlich ist nicht nur der Zweck bei den Gebeten wichtig, sondern ebenso auch die ehrliche Dankbarkeit und der ehrliche, starke Glaube (für den Anfang aber zumindest der ehrliche und intensive Versuch des Glaubens, um einfache Antworten zu erhalten), dass Gebete erhört und beantwortet werden (vgl. Jakobusbrief 1,5-7 und Matthäus 21,21f). Dadurch, dass ich für mich weiß, dass der Heilige Geist existiert, welcher der Bibel nach (1. Korintherbrief 12) einem jeden einzelne oder mehrere Gaben des Geistes zuteilt.

Dass es verschiedene dieser im 1 Korintherbrief 12 erwähnten Gaben heute nicht gibt, liegt in meinen Augen nicht daran, dass der Heilige Geist diese nicht mehr den Menschen zugänglich macht, sondern dass es den Menschen am notwendigen Vertrauen fehlt, wie zum Beispiel bei Petrus, der sogar schon auf Christus über das Wasser zulief, und trotzdem zu zweifeln begann, als er sah, wie stark der Wind war (vgl. 14,22-33).

Was mir bei dieser freichristlichen Gemeinde, die ich einmal besucht hatte, noch besonders aufgefallen ist, war, dass sie explizit Jesus anbeteten. Dabei musste ich insbesondere an die Offenbarung des Johannes denken, in welcher Christus ihm in verherrlichter Form erschien und ihm selbst in dieser verherrlichten Form klar sagte, dass Johannes nicht ihn, sondern allein den Vater anbeten solle (vgl. 22,8f). Kurz darauf machte er sich Johannes gegenüber erkennbar, indem er ihm etwas kryptisch sagte, wer er ist, nämlich das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende (vgl. 22,13).

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@JTKirk2000

In meiner Bibel steht weder, dass Johannes Jesus in verherrlichter Form anbetete noch, dass der Engel (!) Johannes aufforderte den Vater anzubeten, sondern sagte "Bete Gott an!"

Offenbarung 22,16[ELB] Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge für die Gemeinden zu bezeugen.

Jesaja 44,6 [ELB] So spricht der HERR, der König Israels und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.

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@izreflexxx

Steht in Deiner Bibel wann Christus am Ende dieser Offenbarung erschienen ist? In meiner steht nur darin, dass erst die Rede von einem Engel war und dann von Jesus. Da steht nichts davon, dass er auf einmal erschienen ist.

Da steht vielmehr "8 Ich, Johannes, habe dieses gehört und gesehen, und als ich es hörte und sah, fiel ich dem Engel, der mir dies gezeigt hatte, zu Füßen, um ihn anzubeten. 9 Da sagte er zu mir: Tu das nicht! Ich bin nur ein Knecht wie du und deine Brüder, die Propheten, und wie alle, die sich an die Worte dieses Buches halten. Gott bete an! 10 Und er sagte zu mir: [...]" Diese wörtliche Rede setzt sich ohne Unterbrechung bis zum Vers 19 fort. Da steht nichts davon, dass auf einmal Christus erscheint. Aber dass das Wesen, das Johannes vorher nur als Engel erkannte, sich durch das, was er laut den Versen 10 bis 19 zu hören bekam, sich für ihn als Christus herausstellte, sagt mir zwei Dinge: Erstens, dass ihm zumindest während des Teils der Offenbarung, welcher die letzten Kapitel ausmacht, Christus erschienen ist, und er ihn ebenso wenig erkannt hatte (bis 22,13), wie die zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus (bis Vers 31 laut Lukas 24,13-35). Dadurch dass in der Offenbarung steht, dass er sich mit einem Engel unterhielt und diesen schließlich anbeten wollte ist für mich eines vollkommen klar: Dieses Wesen hatte einen verherrlichten Körper und da sich dieses Wesen im Rahmen einer einzigen wörtlichen Rede über die Verse 10-19 als Jesus zu erkennen gab, habe ich keinen Zweifel daran, dass dieser Engel Jesus war und dadurch, dass Johannes gedacht hatte, er sei ein Engel, er ihm in verherrlichter Form erschienen ist. Da steht nichts davon, dass Jesus im Laufe dessen, was der Engel erzählte erschienen ist, sondern es ist eine durchgehende Rede vom Vers 10 bis 19. Wieso sollte also einerseits ein Wesen diese Rede beginnen und ein anderes diese fortsetzen und selbst wenn es so wäre, hätte dies dann nicht in der Offenbarung gestanden? Folglich war Jesus die Person, die Johannes laut den letzten Kapiteln in dieser Offenbarung erschienen ist und da er ihn als einen Engel sah, hatte er eine verherrlichte Form, einen himmlischen Körper. Wenn nun also er, der im Fleisch gezeugte Sohn in seiner verherrlichten Form, also vielleicht auch mit mehr Erkenntnis als in seiner irdischen Form, zu Johannes sagte, dass er nicht ihn, sondern Gott anbeten soll, er aber der Sohn ist, wen wird er da also gemeint haben? Für mich ist diese Frage nur auf eine Weise logisch zu beantworten, was auch schon in den Versen der Offenbarung 1,5-8 und 21,3f deutlich wird. Der Sohn kommt am Beginn des Millenniums (siehe auch den letzten Satz in 20,4), der Vater aber kommt mit dem Neuen Jerusalem nach dem Weltgericht und nach der Verherrlichung der Welt (20,11-21,7) und er wird als Gott bezeichnet, der unter den Menschen sein wird. Verwirrend ist dabei nur, dass sich auch der Vater als Alpha und Omega bezeichnet, aber da Christus bereits am Anfang des Millenniums erscheint, dieser aber zum ersten Mal zum Weltgericht am Ende des Millenniums erwähnt wird, kann es nicht ein und dasselbe Wesen sein.

Alles worauf ich mich mit Zitaten und Quellangaben beziehe, ist die Einheitsübersetzung.

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@izreflexxx
Jesaja 44,6 [ELB] So spricht der HERR, der König Israels und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.

Johannes 16,23 (EÜ): "[...] Alles was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben."

Matthäus 6,6 (EÜ): "[...] dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es Dir vergelten."

Der letzte Vers macht sogar noch mehr deutlich, als das Jesus der Sohn Gottes ist. Nämlich dass wir alle Kinder Gottes sind und demnach Jesus unser Bruder ist. Der Unterschied zwischen Jesus und uns liegt "nur" darin, dass er auch der im Fleisch gezeugte Sohn Gottes, unseres himmlischen Vaters ist, und dass Christus als erster bei ihm war (etwas kryptisch in Johannes 1,1-17).

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@JTKirk2000

Wieso versteifst Du Dich auf eine Erscheinung Jesu? Der Engel überbrachte die Botschaft Jesu (Vers 16, Offb 1,1). Alles was über Jesus in Ich-Form gesagt wurde, wurde durch einen Engel vermittelt.

Bleib bitte beim Text. In Jes 44,6 steht, dass Jahwe sich so bezeichnet. Da steht nicht, dass der Vater dies spricht. Das ist Deine Interpretation, dass Jahwe=der Vater ist. Ist Jesus nicht als "der König Israels und sein Erlöser" erschienen?

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@JTKirk2000

Es ist nicht nötig mir zu beweisen, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Nötig ist eine Definition von "Sohn Gottes".

In Joh 1 steht nicht, dass er als erster bei ihm war. Da steht, dass er im Anfang (en arche) war und bei ihm war. Da steht übrigens auch, dass ansonsten alles andere wurde und geworden ist.

Das interessante bei solchen Argumentationen mit Jesus-Zitaten ist, dass sie von der Selbstentäußerung Jesu (in Phil 2,6-11 beschrieben) entkontextualisiert sind.

Falls Du mal ein Stündchen Zeit erübrigen kannst, dieses Video über Philipper 2 könnte aufschlussreich hinsichtlich des evangelikalen Christusverständnisses sein.

https://www.youtube.com/watch?v=vUvds1dIIbY&list=UUOBhCoNyBEoA0EXTdc51a7Q

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@JTKirk2000

JTKirk2000, ich finde deinen Kommentar sehr sachlich. Er zeugt außerdem von Verständnis, Erkenntnis und Einfühlungsvermögen!

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@izreflexxx

Steht da irgendwas von Erscheinung? Ich glaube eher nicht. Er ist ebenso Teil Offenbarung wie der erwähnte Engel, wenn er nicht sogar genau dieser Engel ist, der sich nur erst zu dieser Zeit zu erkennen gegeben hat, genauso wie der Mann, der die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus begleitet hat.

Ich habe nicht behauptet, dass JHWH der Vater ist, sondern wenn ich eines in dieser Hinsicht behaupte, dann nur und da greifen wir noch eine weitere Schriftstelle auf, dass Christus gesagt hatte (siehe Johannes 8;58): "Noch ehe Abraham wurde, bin ich." (Und bin ich oder ich bin bedeutet JHWH, was Du daraus interpretierst, ist Deine Sache, ich sehe das was offensichtlich ist.)

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@izreflexxx
Nötig ist eine Definition von "Sohn Gottes".

Wenn ich männlich bin und ein Kind zweier Eltern, bin ich dann nicht deren Sohn? Geistig sind wir wohl alle Kinder Gottes, doch sofern das Lukasevangelium dahingehend zutreffend ist, ist Jesus von Nazaret auch physisch ein, wenn nicht der Sohn Gottes.

In Joh 1 steht nicht, dass er als erster bei ihm war. Da steht, dass er im Anfang (en arche) war und bei ihm war. Da steht übrigens auch, dass ansonsten alles andere wurde und geworden ist.

In der Tat, im Anfang. Ein Anfang ist da, wo etwas beginnt und nicht erst irgendwann mittendrin. Folglich war er der erste Sohn Gottes und nicht erst einer seiner jüngeren Söhne oder gar der jüngste.

Das interessante bei solchen Argumentationen mit Jesus-Zitaten ist, dass sie von der Selbstentäußerung Jesu (in Phil 2,6-11 beschrieben) entkontextualisiert sind.

Wenn Du willst, kann ich gern den gesamten Kontext zu jeder entsprechenden zitieren, dass das Einzige, was dabei erreicht wird, was sogar bei Vers 8,58 im Johannesevangelium besonders deutlich wird, meine Aussagen dazu umso mehr bestätigt. Manche Übersetzungen erweitern die in diesem Vers enthaltene Aussage beispielsweise um das Wort gewesen, um diesen Vers vermeintlich einen Sinn zu geben, doch in Wahrheit nehmen sie sowohl diesem Vers, als auch dem darauf folgenden jeglichen Sinn, abgesehen von dem des vermeintlichen zeitlichen Kontext.

Falls Du mal ein Stündchen Zeit erübrigen kannst, dieses Video über Philipper 2 könnte aufschlussreich hinsichtlich des evangelikalen Christusverständnisses sein.

Die Zeit habe ich mir genommen. Mit vielem in dem Video bin ich einverstanden, aber manche der Schlussfolgerungen von diesem Norbert Lieth sind schon recht seltsam.

Beispielsweise behauptet er, dass Christus wesenseins mit Gott ist, von welchem er zudem sagt, dass er nichts tun kann, ohne dass er es vorher vom Vater gesehen hat. Wenn Christus aber wesenseins mit Gott ist, wie kann er dann dessen Sohn sein (14:46), den er an anderen Stellen als himmlischen Vater bezeichnet, wie kann er dann durch den himmlischen Vater erhöht werden? (33:00-33:25)

Ferner behauptet er bei 23:08, dass Gott durch Jesus Christus zum Menschen wurde, was er vorher nicht war, wo doch in der Genesis 1, 26 steht: "Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. [...]" Wie könnte der Mensch nach Gottes Abbild als physisches, humanoides Wesen geschaffen worden sein, wenn Gott nicht damals schon ein physisches humanoides Wesen, also ein physisches Abbild des Menschen war? Dann soll er zuvor nicht ein Mensch gewesen sein? Wie erwähnt finde ich einige seiner Schlussfolgerungen durchaus fragwürdig.

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Hey Sportsfreund!

  • Gibt es wirklich eine "Zungenrede" in der Gemeinde?

Meiner Meinung nach gibt es sie. In 1. Korinther 12-14 wird die Sprachenrede neben anderen Geistesgaben (Charismen) genannt. Ich habe mich in meiner eigentlich eher konservativen Baptistengemeinde bei einigen Geschwistern danach erkundigt und es gibt gar nicht mal so wenige, die diese Geistesgabe empfangen haben und sie praktizieren.

  • ALs begründung wurde mir die taufe vom heiligen geist gesagt.

Von dieser Theologie halte ich nicht besonders viel, deshalb bin ich auch kein Pfingstler. Eph 1,13 sagt, dass der Geistempfang erfolgt, nachdem man an die gute Nachricht glaubt. Offensichtlich hat nicht jeder Glaubende die Gabe der Sprachenrede (1 Kor 12, 29+30).

  • ich besuche die gemeinde schon lange und habe sowas nicht erlernen können und will den quatsch nicht einfach hinterher plappern.

Erstens ist die Sprachenrede eine GeistesGABE. Es ist also ein Geschenk vom Heiligen Geist. Man kann darum bitten, dass man eine Gabe erhält aber nicht dafür arbeiten, denn sonst wäre es ein GeistesLOHN. Das heißt aber auch, dass jemand, der ein Charisma erhält, kein "besserer Christ" sei.

Zweitens ist es nicht in Ordnung, wenn im öffentlichen Gottesdienst von allen durcheinander in Sprachen geplappert wird. Paulus ist ganz klar dagegen (1 Kor 14,19+23).

  • Oder meint die Bibel mit der zungenrede eher die verschiedenen sprachen?

Nein nicht nur, denke ich. Beim Pfingstereignis lobten die Apostel in verschiedenen Sprachen Gott und wurden verstanden. Paulus kritisiert den Umstand, dass in Korinth niemand verstanden würde und nur sich selbst erbaute.

  • Was sagt ihr, ist diese Zungenrede Murks?

Wenn es eine Gabe vom Heiligen Geist ist, dann würde ich mich hüten es mit diesem Etikett (Murks) zu versehen.

Man kann aber sicher sagen, dass was damit veranstaltet wird, oft Murks ist. Von allen Charismen ist die Sprachenrede sicher die mit dem geringsten Wert, denn alle anderen Charismen dienen zur Erbauung der Gemeinde. Und alle Gaben sind ohne Wert, wenn die Liebe fehlt. In manchen Gemeinden hat die Sprachenrede einen zu hohen Stellenwert und sie wird nicht in der richtigen Weise benutzt. Dann denke ich noch, dass in Gemeinden, wo die Sprachenrede überbetont wird es Leute gibt, die das zu imitieren versuchen (versuchen das zu lernen) und dann wirklich nur ein paar merkwürdige sich wiederholende Laute dabei herauskommen.

Zu guter Letzt: Ich habe vor einigen Jahren eine wirklich tolle Darlegung darüber gelesen, dass die Gabe der Sprachenrede aufgehört haben soll. Ich bin allerdings dann über zwei Tatsachen zu dem Schluss gekommen, dass das nicht stimmen kann. Erstens habe ich selbst vor etwa 20 Jahren die Gabe erhalten, sie aber irgendwann nicht mehr benutzt (wohl aufgrund von 1 Kor 14, 14) und es funktionierte ohne Probleme, als ich es wieder versuchte. Und zweitens war ich mit einem jungen Bruder aus meiner Gemeinde zu einem kleinen Treffen, bei dem jemand anders auf Spanisch betete, der diese Sprache aber nie gelernt hatte. Der Bruder aus meiner Gemeinde hat Spanisch in der Schule gelernt.

Ich persönlich glaube nicht, dass es notwendig ist in Sprachen zu reden und es auch okay ist, skeptisch zu sein. Niemand soll gehindert werden in Sprachen zu reden aber es soll anständig und in Ordnung geschehen (1 Kor 14, 39+40). Das heißt, in der Gemeinde die Klappe halten und warten, bis man alleine mit Gott ist (1 Kor 14, 28).

LG

es gibt dort viele Kandidaten, die "Zundenrede" können

Behaupten sie jedenfalls. Und genau das ist das Problem daran: Irgendwas vor sich hinlallen kann prinzipiell jeder. Ich will dem auch gar nicht eine Art psychohygienische Wirkung absprechen - sich gehen zu lassen ist durchaus befreiend.

Aber dem dann eine tiefere religiöse Bedeutung (Auserwähltsein etc.) nachzusagen ist in mindestens 99% der Fälle völliger Blödsinn.

Du kannst davon ausgehen, dass "echte" Zungenrede sich auch real existierender (oder zumindest existiert habender) Sprachen bedient. Offenkundiges Lallen und Plappern hat keinerlei tiefere Bedeutung, das ist nur Show. Oder eben Psychohygiene - die muss man dann aber auch als solche benennen, sonst ist es keine, sondern Lug und Trug.

Die Führungskräfte solcher Gemeinden verbinden dieses Zungenreden häufig mit Handauflegen bei ihren Schäfchen. Mit diesem unverantwortlichen Spuk wird massiv Einfluss genommen auf die Psyche der Menschen.

Das Zungenreden ist nur die Spitze des dubiosen Eisbergs. In solchen Gemeinden geschehen noch viel mehr haarsträubende Dinge, mit denen Menschen manipuliert werden.

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@geschoepf

Das ist genau der Reiz und deswegen auch die Gefahr bei manchen Freikirchen: Die zeigen "Beweise" (wie dubios sie bei näherem Hinsehen auch sein mögen) dafür, dass ihr Glaube irgendeine Wirkung hat. Und Wirkung impliziert natürlich auch Macht.

Ist zwar öfter Beschiss als nicht, aber wer keine Wirkung verspürt, der glaubt eben nicht fest genug und ist somit selbst schuld - weil er ja was falsch macht. Das sind Sektenmethoden. Im Grunde nichts anderes als ein Schneeballsystem.

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Zum einen ist damit gemeint, dass man in einer Fremdsprache, die man nicht gelernt hat, sprechen kann. Ein Beispiel dafür ist die Pfingstwunder-Geschichte in der Apostelgeschichte, als die Jünger alle vom Heiligen Geist erfüllt wurden und in ihnen unbekannten Sprachen sprechen konnten. Zum anderen bedeutet es, dass man in Worten und Sätzen "spricht" und betet, die es in keiner Sprache gibt. Leider hab ich das in unserer Gemeinde persönlich noch nicht erlebt, obwohl es schon vorgekommen ist. Die Zungenrede ist laut Bibel eine Gabe des Heiligen Geistes, der eine hat sie, der andere nicht. Also mach Dir keine Sorgen, wenn Du die Gabe nicht hast. Dafür hast Du andere Gaben!

Kommunikation zweischen dir ubd Gott muss niemand verstehen können! Eine Herzenssparche, welchedir ganz persönlich dient. Befreiend und Ermutigend. Wird sie öffentlich vor der Gemeinde gesprochen schreit sie nach einer Auslegung. Sonst sehr zweifelhaft..

Nun, es gibt viele Glaubensgemeinschaften, in denen das höhergestellte Medium "unverständliche" Worte vorspricht, wobei es nicht wichtig ist, korrekt nachzusprechen. In meinen Augen ist die von dir genannte "Zungenrede" ein legitimes Glaubensbekenntnis. Wenn man Religionen nicht grundsätzlich verabscheut.

Nach meinen biblischen Verständnis handelt es sich bei Zungenrede um die Gabe Fremdsprachen zu können, die man nie erlernt hat, siehe auch Apostelgeschichte.

Gott hat diese Brüder und Schwestern damit gesegnet um die Verbreitung der guten Nachricht voranzutrieben bzw. zu ermöglichen.

Menschen die von sich behaupten in Zungenrede zu sprechen und niemand kann sie verstehen? Nun das halte ich für sehr kritisch als von Gott gegeben zu betrachten.

Unterm Strich bringt es auch den Gemeindegliedern nichts und das Werk Gottes wird damit schon gar nicht vorangetrieben.

Gruß

Das ist ein durchaus schwieriges und innerhalb der Christenheit kontovers diskutiertes Thema. Bezüglich der sogenannten Geistesgaben wie Zungenrede, Prophetie und Heilung (Heilung in der Art, wie die Aposten heilen konnten) gibt es zwei unterschiedliche Auffassungen, den Cessationismus und den Kontinuismus.

Kontinuisten sind davon überzeugt, dass es diese Geistesgaben heute noch gibt. In charismatischen und pfingstlerischen Gemeinden werden diese und andere angebliche Wirkungen des Heiligen Geistes praktiziert. Ein Beispiel dafür ist der sogenannte Toronto-Segen, das Wirken von Benny Hinn, Reinhard Bonke usw.. Auf Youtube findet man Videos und im Internet und der Literatur Berichte, in denen Menschen lachen, singen, tanzen, zappeln, schreien, kriechen, nach hinten umgeworfen werden, stundenlang auf dem Boden liegen usw. und dabei von einer fremden Macht gesteuert werden. Das behaupten sie zumindest und schreiben diese Wirkungen dem Heiligen Geist zu. Andere warnen und sagen, dass es sich dabei entweder um dämonische Mächte oder um psychologische Wirkungen handelt.

Der Cessationismus lehrt, dass der Geistesgaben wie Prophetie, Zungenreden oder die Gabe der Krankenheilung mit dem Tod der letzten Apostel und der Vollendung des Schriftkanons der Bibel aufhörten. Natürlich wirkt der Heilige Geist auch heute und Gott kann kranke Menschen heilen.

Beachtenswert ist, dass viele bedeutende Männer der Kirchengeschichte davon überzeugt waren, dass diese Geistesgaben aufgehört hatten. Eine interessate Auflistung mit Zitaten von Chrysostomus, Augustinus, Luther, Calvin, Spurgeon, Darby und vielen anderen findet sich hier: http://www.bibelkreis.ch/charism/Cessati.htm

Sehr interessant ist dazu das Buch "Fremdes Feuer" von John MacArthur, das Buch "Ich rede mehr in Zungen als ihr alle" von Legrand, Literatur, Vorträge und Videos über Zungenrede von Roger Liebi, Wolfgang Bühne, Benedikt Peters oder Alexander Seibel.

Diese sogenannten "Charismatischen Gemeinden" bzw. deren Anführer gehen einfach nur auf Dummenfang.

Sie vertrauen auf die Gutgläubigkeit ihrer Anhänger, machen unbedarfte Menschen psychisch abhängig und krank und scheuen nicht davor zurück, neue Mitglieder aus den Landeskirchen abzuwerben, mit dubiosen Heilsversprechen etc. pp.!

Und am Ende klingelt immer die Kasse. Nichts ist umsonst.

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Die Zungenrede (oder auch Sprachenrede was eigentlich richtiger ist) gibt es definitiv heute nicht mehr. Du kannst hier folgendes lesen: 1Kor 14,22 Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen, und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung aber ist nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen.

Die Sprachen waren damals ein Zeichen für die ungläubigen Juden und für die ersten Judenchristen das auch die Heiden den Hl. Geist bekommen würden (siehe Geschichte mit dem Hauptmann Kornelius).

Später heist es in diesem Brief

Hebr 2,3 wie wollen wir entfliehen, wenn wir eine so große Errettung mißachten? Diese wurde ja zuerst durch den Herrn verkündigt und ist uns dann von denen, die ihn gehört haben, bestätigt worden, Hebr 2,4 wobei Gott sein Zeugnis dazu gab mit Zeichen und Wundern und mancherlei Kraftwirkungen und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.

Das Wort "gab" in Vers 4 ist eine Vergangenheitsform und bedeutet das es zu dem Zeitpunkt, als der Brief geschrieben wurde, diese "Zeichen und Wundern und mancherlei Kraftwirkungen" nicht mehr vorhanden waren.

Es gibt noch zig weitere Argumente. Aber google doch mal Roger Liebi und besuche folgende Links: http://haus-gemeinde.de/webdisk/hausgemeinden/files/schriften/schulung/Charismatische_Erfahrung_Joachim_Friedl-wdw.pdf

Ich teile da die kritische Auffassung von Paulus, aber das sei jedem selbst überlassen.

Die Zungenrede gilt ja als unmittelbare Nähe/Berufung/etc. als Zeichen der Erwählung Gottes z.B. im Gebet,.. dass dieser dir anscheinend irgendwelche Worte über die Zungen zieren lässt. Ich finde es eher Hokuspokus, denn warum sollte man um der Anerkennung der Gemeinde wegen lautes Gefasel von sich geben und so eine gewisse Mysteriösität aufbauen. So stellt sich der eine Christ über den anderen und dies steht im Gegensatz zu den Aussagen des Evangeliums meiner Meinung nach. Wenn es eine Gabe wäre, dann kann man das doch auch still für sich machen und damit nicht um Aufmerksamkeit buhlen.

Recht hast du! Außerdem haben laut Bibel Zungenreden und Wunderheilungen damals aufgehört.

Aber man muss nur genug dumme Schafe finden, denen man einen Bären aufbinden kann, dann klappts auch mit der Sekte.

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Von der Gabe der Zungenrede ist bereits in der Bibel die Rede. - Paulus spricht davon, allerdings kritisch. Du darfst also davon ausgehen, dass es sie wirklich gibt und sie kein übler Spuk ist.

Doch darfst du auch, wie ich, durchaus ein gespaltenes Verhältnis dazu haben. - Die Zungenrede ist jedenfalls nicht von der Taufe abhängig, wie man dir gesagt hat und kann meines Wissens auch nicht erlernt werden. - Wozu auch? - Man kann das Wort Gottes in der uns gegebenen natürlichen Sprache weitaus allgemeinverständlicher und effektiver verbreiten.

Entschuldige bitte, ich will dir wirklich nicht zu nahe treten, aber du weißt genau, dass diese Leute richtige Scharlatane sind und sich die Naivität ahnungsloser Menschen zunutze machen.

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@geschoepf

Du kannst mir bei meiner Antwort gar nicht "zu nahe treten", denn ich befürworte die Zungenrede ja keinesfalls.

Im übrigen kann man aber nicht pauschal von Scharlatanen reden, wenn einzelne Menschen in religiöser Verzückung "in Zungen reden". - Die Frage bleibt dann immer noch, ob er oder sie damit auf die Allgemeinheit bewusst Einfluss nehmen wollen.

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Ich hatte damals auch so gedacht. Bis mein jetztiger Mann damals ein Thema im Hauskreis gemacht hat darüber. Man muss Gott einfach darum bitten. Nachsprechen kannst Du das nicht. An dem Abend habe ich das dann ausprobiert und mich ins Bett gesetzt um nicht umzufallen :) Und habe ihn auf die einfachste Art darum gebeten. Plötzlich kamen über mich drei schwindelgefühle und ich konnte in Zungen sprechen. Ich konnte garnicht mehr aufhören :) Ich musste aufpassen, wenn ich mit meiner Mutter geredet habe, dass ich nicht plötzlich etwas in Zungen sage.

Zungenrede ist ein Gebet vom heiligen Geist zu Gott. Er kann für Dich etwas beten, was Du niemals beten würdest. Ausserdem versteht Satan die Zungenrede nicht und Du betest nur zu Gott. Dannach gibt es auch Gaben der Auslegung, die Gott gibt, was ich nicht habe;

Es gibt ganz viele Menschen die das haben, auch in Kirchen, die das aber niemandem erzählen.

Zungenrede ist nicht das Wichtigste, aber jedoch trotzdem sehr wichtig.

Vorallem ist das ein Wunder und eine große Bestärigung für Dich selbst dass es Gott gibt.

Bist du noch nie auf die Idee gekommen, dass du einem Bauernfänger ins Netz gegengen und einer heftigen Gehirnwäsche ausgesetzt worden bist?

Oder bist du gar selbst ein Bauernfänger, der hier auf äußerst plumpe Art versucht, Gehirnwäsche zu betreiben?

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@geschoepf

Ich bin selbstständig. Ich bin Christ und mein Glaube ist eine sehr private Sache, die niemanden was angeht. Wenn man in Zungen spricht, muss das niemand wissen. Ich hab schon viele getroffen, die aus sehr konservativen Verhältnissen kommen. Aus Korea. Sie reden nicht darüber, trotzdem sind sie geistgetauft. Und das ist bei den in den Kirchen verboten und sie wären dafür verstossen worden, also find dich damit einfach ab. Zungenrede gibt es!

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@narrcia

Nein, es gibt lediglich diesen unverantwortlichen psychischen Missbrauch, den diese Freikirchen "Zungenrede" nennen.

Als ehemaliges Mitglied weiß ich, wovon ich rede.

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@geschoepf

Du bist aber nicht allein auf der Welt. Und es gibt unzählige Gemeinden und Kirchen auf der Welt. Für mich gibt es nicht die eine Gemeinde.

Ich kann nicht sagen dass ich Jesus zur Zeit würklich folge.. ich versuchs.. aber eine Gemeinde besteht aus Menschen und Du sollst nicht den Menschen dienen sondern Gott.

Ich kenne so viele Menschen, die von Gemeinden( Menschen) Enttäuscht wurden.

Ich war schon als Kind von Kirchen angezogen worden. Ich hieng in Kirchen rum, wo meine Mutter nicht wusste wo ich war. Ich hatte schon immer nach Gott gesucht. Ich bin auch genauso weiteiterhin orthodox.

Du musst verstehn, es gibt echte Christen überall, sogar verborgen im Islam. In katholischen Kirchen und es gibt in Freikirchen Menschen die wegen der Gemeinschaft und der Unverbindlichkeit da sind.

Die Gemeinde Jesu besteh aus den Christen die ihm wahrlich gefolgt sind. Die mit Herzen dabei waren. Es hat doch garnichts mit Freikirche zutun.

Zungenrede gibt es überall, auch im Katholizismus.

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@narrcia

Mir ist nichts davon bekannt, dass die Katholiken die Zungenrede praktizieren.

Das Phänomen der "Charimatischen Freikirchen" schwappte von Amerika hierrüber.

Ansonsten kannst du ja machen und denken, was du willst. Ich finde es jedoch äußerst schlimm, dass so viele Menschen mit dieser Art der Glaubensausübung psychisch missbraucht werden. Die Leute werden regelrecht verrückt gemacht. Das ist das Tragische!

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@geschoepf

Ich habe nie gesagt das Katholiken ( katholische Kirche) das praktiziert. Aber da sind wirklich Gläubige dabei, die mit Gott trotz Religion eine Beziehung haben. Zungenrede kann man bekommen, ohne das man theoretisch was darüber weiß. Du willst mich einfach nicht verstehn. Es gibt Zwänge ( psychischer Missbrau) aber da brauchst Du Dich nicht auf diese Menschen einlassen. Das sind Menschen. Es gibt aber eine Beziehung zu Gott, die Du ohne Menschen führen kannst... Du musst unterscheiden zwischen Glauben und Religion!!! Ich habe keine Beziehung zur Freikirche!!!!

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Das ist Humbug hoch 10. der aus einer bronzezeitlichen Mythologie, dem Christentum, entstand.

Das ist pure negative Kraft. Du solltest dem keine Aufmerksamkeit geben.

"Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen."

Matthäus 6,5-15

Wenn einer "Zungenreden" kann, sollte er es auch auslegen können (1.Kor.12,30).

Das Zungenreden wird aber aufhören, wenn es nicht mehr nötig ist (1.Kor.13,8).

Heute gibt es dafür Übersetzungen in alle Sprachen...

Zungenrede kann man nicht erlernen, soweit ich weiß !
Es ist eine gabe. Doch in der bibel steht das es besser ist "prophetisch" zu reden, anstatt in "Zungensprache"

Denn Zungensprachen verstehen ja nur die wenigsten, oder auch keiner !

Die "Prophetien" in diesen Freikirchen gehen meistens in die Hose.

Da die Führungsebene aber sehr unangefochten und gottgleich auftritt, traut sich kaum jemand, kritisch zu hinterfragen. Das betrifft genauso das Zungenreden und die bestellten "Heilungswunder".

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