Gibt es objektive Wahrheiten?

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44 Antworten

Am wenigstens Wahrheit findet sich in der Mathematik. Es heißt zwar, diese oder jene Aussage sei wahr oder unwahr, aber das gilt immer nur unter den Voraussetzungen der gültigen Axiome. 1+1=2 ist nur deshalb wahr, weil das so definiert ist. Definiere ich 1+1=3 dann ist diese Aussage wahr. In der Mathematik findet sich also gar keine Wahrheit.


Dekonstruieren wir mal den Begriff. Fangen wir mit Wahrheit an. Ich verweise mal auf berkerheims hervorragenden Beitrag und fasse diesen (hoffentlich wahrheitsgetreu) zusammen: Wahrheit meint die tatsächlichen Umstände einer Situation, die Wahrhaftigkeit unverstellt zu leben, die Bewertung von Hypothesen zu Dingen in der Welt und zuletzt die Wahrheit einer Glaubensvorstellung. Zu Glaubensvorstellungen muss ich glaube ich nicht viel sagen. Das muss jeder selbst wissen, was er zu glauben im Stande ist. Aber eine objektive Wahrheit gibt es bei den Religionen nicht, außer Du bist ein fanatischer Anhänger einer solchen.


Am spannendsten sind ist die Wahrheit in unserer Interpretation der Realität. Das findet sich in berkers Punkt 1 und 3. Wenn wir uns nämlich jetzt der Objektivität zuwenden, stellt sich die Frage, wie wir denn an Informationen gelangen. Z.B nehmen unsere Augen von Dingen reflektierte Sonnenstrahlung auf und die Zellen der Retina senden elektrische Impulse an das Gehirn. Dort wird dann interpretiert. Wir haben aber keinen direkten Kontakt zu den Dingen, sondern unsere Sinne produzieren Wahrnehmungen in dem sie elektrische Impulse senden. In unserem Gehirn bauen wir dann eine Konstruktion dessen zusammen, was wir für eine legitime Interpretation der Wirklichkeit halten. Aber: niemand sagt uns, dass unsere Interpretation wirklich richtig ist. Niemand kann uns das sagen, da auch das gesagte wieder durch die Ohren aufgenommen würde und im Gehirn elektrische Impulse interpretiert würden. Abgesehen davon, dass unsere komplette Umgebung konstruiert ist, wirft dies ein Licht darauf, dass alle Erkenntnis zwangsläufig subjektiv ist, egal welcher Art die Erkenntnis ist. Ohne interpretierendes Individuum keine Erkenntnis.


Jetzt könnte man ja sagen, wir erklären uns gegenseitig die Wirklichkeit, das ist auch nicht abwegig. Aber nur, weil eine bestimmte Gruppe in einem Punkt eine Übereinstimmung der Interpretation gefunden hat, heißt das noch nicht, dass diese Interpretation auch wahr ist. Das interessante ist, selbst wenn diese Vorstellung der objektiven Wahrheit, also der Realität entspräche, könnten wir das niemals zweifelsfrei wissen. Ich weiß, der Konstruktivismus ist gewöhnungsbedürftig.


Zurück zu unseren schönen Beispielen: Die Schwerkraft ist doch ein Naturgesetz, oder? Stimmt nicht, sie ist kein Gesetz. Sie gilt nur so lange, wie der Apfel immer nach unten fällt. Fällt er nur ein einziges Mal nach oben, ist das "Gesetz" dahin. Außerdem heißt es Erdbeschleunigung. Wenden wir uns den kleinen Dingen zu. Das schönste Beispiel ist das von Optimist und Pessimist mit dem Wasserglas. Hier sehen wir, wie die Beschreibung der Wirklichkeit Probleme bereitet. Man könnte allerdings sagen, das Glas sei zu 50% gefüllt. Angenommen wir sind dazu in der Lage Aussagen über unsere Umwelt zu treffen, könnte man meinen, dass das stimmt. Aber wir nehmen erstens nur das wahr, was wir mit unseren Sinnen erfassen können. zweitens ist das Glas in den restlichen Teil mit Luft gefüllt, es ist also ganz voll, nur nicht mit Wasser, und es weiß niemand ob nicht vielleicht doch halbvoll oder halbleer die "wahre" Beschreibung ist.


Wahrheit hängt also auch noch von unserer Beschreibung der Wirklichkeit ab, lassen wir es mal dahingestellt, ob unsere Wirklichkeitskonstruktion auch der Realität entspricht. Aber so wie wir beschreiben, so erfahren wir Dinge und ihre Wahrheit. Jetzt mag es aber noch das Problem geben, dass wir gar nicht die Worte haben, um ein Ereignis zu beschreiben. Dann produziert unsere Sprache Probleme und Widersprüche in der Konstruktion der Wirklichkeit. Zur vertiefenden Lektüre hierfür empfehle ich Ludwig Wittgensteins Philosophische Grammatik.


So, nun zum Schluss des ganzen Sermons meine Interpretation der Wirklichkeit. Ich bin der festen Überzeugung, dass außer unseren Gedanken und Gefühlen (interessanter Weise) nichts für uns erkennbare, objektive Wahrheit enthält. Alles ist eine Frage der Interpretation und der Konstruktion. Nur das, was in uns selbst ist, das mag tatsächlich einwandfrei als wahr bezeichnet werden, allerdings können diese Dinge niemals objektiv sein. Es mag tatsächlich objetive Wahrheiten geben, aber der Mensch ist nicht dazu in der Lage diese zu erkennen, und, wenn er sie erkennt, zweifelsfrei zu wissen, dass es sich um eine objektive Wahrheit handelt.

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Kommentar von Qualia
04.08.2010, 23:57

Hallo Nietzsche81,

vielen Dank zunächst für deine ausführliche Antwort.

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Die Problematik der sinnlichen Wahrnehmung ist mir soweit bekannt. Niemand kann erkennen, ob die subjektiv mit den Sinnen wahrgenommene Welt auch der objektiven Wirklichkeit entspricht. So ist eine Rose nicht rot, wir färben sie durch den Sehvorgang.

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Allerdings würde mich darüber hinaus interessieren, ob es Wahrheiten in Ethik- und Moralfragen gibt, sozusagen Wahrheiten des menschlichen Miteinanders.

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Was die Sache mit der Mathematik betrifft, verstehe ich durchaus deinen Einwand des Definitionsproblems, allerdings ist die darunterliegende Ebene schon komplizierter zu widerlegen, wenn überhaupt, würde ich meinen.

Die Bezeichnung sei mal dahingestellt, die ist ja menschgemacht. Aber das darunterliegende. 2 einzelne Äpfel, die man zusammenlegt, da kann 1+1 nicht 3 sein. (Ich muss zur Erklärung nun wieder auf die menschgemachten Bezeichnungen zurückgreifen, aber ich hoffe, du verstehst trotzdem, wie ich es meine.)

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Und zu dem Glas fällt mir ein....ich las einmal, dass der Rationalist sagen würde: "Das Glas ist halb so groß wie es sein müsste."

;-)

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Kommentar von Todoroff
22.12.2012, 19:43

"Ich bin der festen Überzeugung, dass außer unseren Gedanken und Gefühlen (interessanter Weise) nichts für uns erkennbare, objektive Wahrheit enthält."

Ich frage mich, wie man einen solchen Satz schreiben kann. Das Subjektive schlechthin, Gedanken und Gefühle, sind objektiv. Objektiv ist all das, was vor meiner Geburt schon war und nach meinem Tod noch sein wird, unabhängig von meiner Erkenntniswelt, und das ist letztlich nur Gott, denn vor meiner Geburt gab es eine Zeit, in der die Erde, das Sonnensystem, das Weltall nicht war, aber Gott, und nach meinem Tod wird irgendwann die Erde, das Weltall, nicht mehr sein, aber Gott. www.gtodoroff.de/gottbew.htm # Gottesbeweise

Evolution und Urknall und die Relativitätstheorie von Dumm-wie-Ein-Stein und die (völlig unbiblische) Behauptung von der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, dem DreiEinigen Gott, sind experimentell widerlegt, philosophisch nicht zu halten und mathematisch unmöglich.

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Wahrheit ist ein sehr weitläufiger Begriff mit unterschiedlichster Verwendung. So wie hier gefragt ist, und die meisten Antworten greifen das auch so auf, geht es um die Wahrheit von Antworten, die zu metaphysischen Fragen gegeben werden wie "Gibt es ein Leben nach dem Tod?" usw..

Im einfachen, auch im juristischen Verständnis geht es erst einmal darum, dass Wahrheit die Situation betrifft, dass die Darstellung die tatsächlichen Eindrücke wiedergibt ohne Verfälschung, ohne Hinzudichtung, ohne Kalkül. Das Gegenteil dazu ist die Lüge.

Im weiteren Sinne wird das durch den deutschen Begriff "Wahrhaftigkeit" ausgedrückt, z.B. 'wahrhaftig leben', was bedeutet, unverstellt, ohne manipulierendes Kalkül leben, meine Handlungen und Taten geben eins zu eins mein Wissen und meine Wertungen wider. Das Gegenteil dazu ist die Heuchelei, die Verstellung.

Dann wird Wahrheit als Verkürzung auch benutzt im Verhältnis von objektiver Umweilt und den Verhältnisse dazwischen und zu uns Menschen. Das ist ein Stein. Er hat dieses Gewicht und diesen Umfang und diese Dynamik und wenn er mich trifft, reichen Gewicht, Festigkeit und Dynamik zu einer Enerie, die mich tötet. Hinter allen diesen Aussagen stecken Objekte und Hypothesen zu ihrer Beschaffenheit und Möglichkeiten. Eigentlich meinen wir dann mit "wahr", dass Hypothesen richtig oder falsch sind.

Die Wahrheit metaphysischer Antworten ist in der Regel komplex und umfasst Systeme von "Glaubensdogmen" über Zusammenhänge, die eine komplexe Einstellung zu Mensch und Welt beschreiben und in die Werte eingebunden sind, nach denen wir uns richten im Umgang mit Mensch und Umwelt.

Mengentheoretisch ausgedrückt gibt es zwischen den beschriebenen Kernbereichen "Schnittmengen", was die Sache nicht einfacher macht und bei oberflächlicher Betrachtung zu Verwechslungen führen kann. So gibt es sehr wohl "Glaubenssätze", die mit Kalkül propagiert werden und dem Verkünder eine vorteilhaftere Position verschaffen. Das ist z.B. immer der Fall, wenn eine verkündete Religion in Wirklichkeit versteckt gesellschaftliche Rangordnungen verteidigt, oder gesellschaftliche Traditionen bewahren will, die z.B. vor allem die Männer bevorteilt. Auch hier muss man dann klar unterscheiden.

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Kommentar von marijo2
04.08.2010, 16:09

Am gefährlichsten sind also die Lügen der Obrigkeiten, welche "als hehre Wahrheit" verpackt daherkommen und damit die Wahrnehmung des gesunden Menschen in die Irre führen...! DH!

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Kommentar von Qualia
05.08.2010, 00:02

Vielen Dank berkersheim, diese Antwort gefällt mir wirklich gut, ich werde mal darüber nachdenken. :-)

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WAS (und WIE) GESCHIEHT – nicht vorstellbar und nicht darstellbar?

Wahr ist, was (und WIE) geschieht – nicht das, was wir uns »unter Geschehen« vorstellen?

Aber es stimmt doch für alle vorstellbare Zeiten: „Wenn ich im Dunkeln Licht anmache, wird es heller.“ Aber diese „weise Erkenntnis“ hat es nicht verdient, als (unveränderliche) Wahrheit verehrt zu werden. Es handelt sich bei dieser „weisen“ Erkenntnis „am ehesten“ um abstrakte Vergleichssystematik. Ein anderes Beispiel: Geometrie beschreibt nicht genau den konkreten „Raum“, den sie berechnet, sondern sie regelt abstrakt genau „Handhabung“ von „Raum“. 1 + 1 = 2 stimmt auch. Aber auf welche Zählbarkeiten (z.B. „Äpfel“) kann ich diese Stimmigkeit – genau genommen – anwenden, wenn ich weiß, dass sogar „genetisch“ alles einmalig geschieht.

Wenn mir jemand – egal wer – „Geschehen erzählt“, weiß ich, dass das nicht stimmt. Wenn mir jemand VON Geschehen erzählt, frage ich mich, was seine „angewandten lautlichen Kennzeichnungen“ über das Geschehen aussagen können. Wenn er seine „lautlichen Kennzeichnungen“ in Nachlesbarkeiten konvertiert, stelle ich mir immer noch diese Frage. Wenn ich selbst von Geschehen erzähle, sollte ich diese Frage nicht systematisch unterdrücken wollen.

WORTE können sich aus ihrer Funktion des „Verpasst-Werdens“ nie »verabschieden« (ähnlich wie „sichtbare Bedeutungs-Träger“).

Das sollte man möglichst weitgehend beachten. Dann könnte es nicht immer wieder geschehen, dass sogar völlig Unmögliches mit seiner (lautlichen) Kennzeichnung als weitestgehend identisch angesehen wird.

Zu „Symbol“ finde ich einen Satz des Religionsphilosophen Abraham Joshua Heschel wunderbar, in den ich hier meine Zwischenbemerkung in Klammern einschiebe:

„Ein Symbol ist häufig wie ein Spielzeug, eine Imitation (anstelle!) der Wirklichkeit, die man pflegt, weil sie Emotionen befriedigt.“


WORTE haben die bemerkenswerte „schöpferische Unvollkommenheits-Eigenschaft“, dass man über das nachdenken kann, was sie „meinen“ - und dass sie niemals zu „unveränderlich hochhaltbaren Wahrheits-Fähnchen“ werden können, denen man „in geschlossener Formation fragen-scheu abnickend folgen“ sollte...

Dass das uneingrenzbare GESCHEHEN/WERDEN seine schöpferische Fragenoffenheit niemals aufgibt, SORGT ALSO unaufhörlich für beachtenswerte FOLGEN…

Wahr ist - WAS (und WIE) GESCHIEHT.

(Es gibt nichts Statisches, keine „endgültigen Endzustände“. Zeit kann Geschehen nicht trennen – Zeit kann Geschehen nicht verbinden.)

WAS (und WIE) GESCHIEHT ist – integrativ genau betrachtet – nicht vorstellbar und nicht darstellbar; Geschehen/Werden ist in letzter Konsequenz nicht an einem fassbaren Ursprung verankert und nicht zeiträumlich einzugrenzen. So ereignet sich Erstaunliches:

  1. Intelligenz verbirgt sich (vor uns) im unüberschaubaren Gesamtgeschehen zumindest soweit, wie Dummheiten sich in Vorstellungen über das Geschehen unerkannt „entfalten“.

  2. Intelligenz offenbart sich (uns) im unüberschaubaren Gesamtgeschehen zumindest in dem Maße, wie Dummheit in konkretisierten Vorstellungen über das Geschehen auffällt.

Im Idealfall folgt auf die Fehlleistung die Einsicht.


Geschehen braucht keine „Bindemittel“, um zu „verhindern“, dass es (WAS – und WIE – GESCHIEHT) „in einzelne Zustände zerfällt“. An Geschehen vorbei geschieht nichts. Zumindest diese letzten beiden Aussagen scheinen auf den ersten Blick „restlos überflüssig“ – sie sind es aber „in der Tat“ nicht.


Abstrakte Vergleichssystematik, oft „für alle Ewigkeit wahr scheinend“, geschieht nicht.

Einigen „ziemlich alten Denkern“ ist es jedoch scheinbar „gelungen“, sich „von uns unvollkommenen Menschen“ über alle Stufen der Vollkommenheit bis zur „allerobersten Vollendungsstufe… bis in die Übernatürlichkeits-Zone emporzuzählen“. Das ausdrücklich WEGEN seiner unüberbietbar hohen Vollkommenheits-Stufe (in der Übernatürlichkeits-Zone) „angetroffene absolut Unveränderliche“ bestimmt bis heute dogmatisch-festgelegte Unveränderlichkeits- Vorstellungsmodelle großer Mehrheiten auf der Erde. Diese scheinbar „maximal-attraktiven“ Fehlerlosigkeitsvorstellungsmodelle dienen über viele Generationen bis heute als Anforderungs-Maßstab für Vorstellungsgläubige auf der ganzen Welt. Von „wo auch immer“ herbeigewünschte Fehlerlosigkeits-Zustände sind seit jeher eine sehr zentrale Problemursache. Die unentrinnbare Integrationskraft allen Geschehens ist kein fehlerfeindlicher Überlegenheits-Streber – und kein „hoffnungslos überlegener Konkurrent“ gegenüber aufrichtig fragendem Bemühen. Wenn man sich nicht fragend dem Geschehen öffnet, sondern traditionell-vorschriftlich aufrechterhaltenen Patentlösungsvorstellungen einen absoluten Glaubwürdigkeits-Vorzug gewährt, hat man (generationenübergreifend) „erheblich erschwerten Zugang“ zur Wahrheit.


GESCHEHEN/WERDEN schließt Ewigkeit ein – und „herrschende Zustände“ VOLLKOMMEN aus. Nichts bleibt, wie es mir im Augenblick der Betrachtung zu SEIN scheint. (Da hilft keine noch so gut ausgedachte Vorstellung dran vorbei...)

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Es kann nicht die EINE Wahrheit geben, die über alle Wahrheiten und Unwahrheiten steht, weil die Wahrheit immer Sach-, Zustands- oder Handlungsbezogen ist. Bei solch eine Vielfalt von Ursprünge, kann es keine Dachwahrheit geben. Ein Beispiel: die Medizin hat Wahrheiten; die Metereologie auch. Wie soll man eine gültige Wahrheit erschaffen, die diese zwei Bereiche deckt?

Die Wahrheit kann nicht relativ sein, weil die Wahrheit nicht von der Bewertung durch den einzelnen Menschen abhängig ist. Die Bewertung von Wahr oder Unwahr hängt von menschliche Erkenntnisse ab, von denen man annimmt, dass sie von jedem Menschen auf der Welt anerkannt werden, wenn sie denn mit ihnen konfrontiert werden würden.

Wird ein Mensch umgebracht, dann kann man es hier als Mord sehen; und dort als Tradition, zum Beispiel. Aber, das ist eine gesellschaftliche Bewertung der Handlung. Die Wahrheit ist: der Mensch ist tot und das Leben wurde durch fremde Hand genommen. Da ist nichts zu relativieren.

Wenn alles relativ ist, dann ist sogar die Relativitätstheorie relativ.

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Objektive Wahrheit: der Ball ist rund. Subjektive Wahrheit: Fußball ist toll/doof. Oder auch anders: Es gibt Naturgesetze, die feststellbar, messbar und unveränderlich sind. Es gibt Methoden, einige Naturgesetze aufzuheben (z.B. die Schwerkraft in einem bestimmten Raum für eine bestimmte Zeit). Es gibt vorläufige Erkenntnisse, die die Grundlage weiterer Überlegungen sind. Ändern sich die Grundlagen, müssen die Folgeüberlegungen neu überdacht werden. Wir gehen aber zunächst von festen Grundannahmen aus, um weiter forschen zu können. Ein anderes feld ist die Sache mit dem Gefühl, dem individuellen Geschmack, usw. Das kann per definitionem nur subjektiv sein, weil an das Individuum gebunden und nur bedingt übertragbar. Deine Ausgangsfrage hat also einen Haken: Es gibt keine universelle Wahrheit, sondern immer nur Erklärungen oder Erklärungsversuche für unterschiedliche, einzelne Phänomene. Zur weiteren Info kannst du mehr bei Hegel nachlesen.

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objektive Wahrheit ist m.E. ein Konstrukt der Wissenschaft, die auf der Trennung von Subjekt und Objket bestehen muss als Voraussetzung ihrer Aussagen. Philosophie und natürlich Religion suchen nach dem gemeinsamen Ursprung. Sie sind in dem Dilemma, dass der Erkennende selbst Teil dessen ist, was er zu erkennen versucht. Das Urteil ist immer ein Teil Ur, ein Teil des Urzustandes, aus dem der Erkennde zunächst heraustreten muss und dem er sich gegenüber befindet: Subjekt-Objekt.

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Du hast Recht. Objektivität gibt es genau genommen garnicht. Alles ist mehr oder weniger intersubjektiv. Es wird zwischen vielen Menschen ausgehandelt, was "wahr" oder "falsch" ist und noch viel wichtiger "wie es zu deuten ist". Menschen passen sich strukturell aneinander an. Wenn wir z.B. von Gesetzen oder Amtspersonen reden, die nach "objektiven" Maßstäben handeln, liegt das nur daran, dass sich irgendwann mal eine Mehrheit von Personen über bestimmte Gesetze geeinigt hat. Genauso haben sich die Menschen dafür entschieden einen Tisch, Tisch zu nennen oder das Ding mit der Lehne Stuhl zu nennen. Doch vielleicht gibt es so etwas wie eine natürliche Objektivität, wie der Wachstumszyklus von Pflanzen oder Jahreszeiten. Mit Mathematik als objektiver Wahrheit liegst du deshalb garnicht so falsch. Allerdings kann man da wieder fragen, warum wir dieses Zeichensystem verwenden und kein anderes...

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Schau Dir mal Gödels Unvollständikeitssatz an. Und natürlich Hilberts Traum. Nur so zum Thema Wahrheit in der Mathematik.

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Wahrheit ist immer subjektiv und an Werte, Normen,Biographie des Menschen gebunden. So unterschiedlich wie die Menschen sind, so unterscheidlich ist auch die Wahrheit

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Alles was man macht und damit die Logik befolgt, hat man die Wahrheit. Die Zeit geht immer weiter, doch die Logik bleibt, deshalb ist die Wahrheit immernoch vorhanden. Wenn man z.B in der Mathematik die Logik anwendet, hat man die Wahrheit, auch wenn die Mathematik unabhängig von Masse, Ort und Zeit ist. Nur unser Alltagsleben besteht noch aus Zeit, deshalb ist es schwerer als Mathematik. Doch wenn du was tust und nach der Wahrheit suchst, findest du die bloss, wenn du logisch vorgehst. Wenn du den Kern der Wahrheit suchst, brauchst du bloss die ganze Logik zusammenzufassen, was wieder unmöglich ist. Genau deshalb kann man die Wahrheit des Lebens net finden. Nur einen Satz gibt es: Es ist die Logik!

LG rulaAl

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cogito ergo sum

Außerhalb deinem sein existiert erseinmal nichts sicher. Dadurch wird jede Wahrheit zwangsläufig subjektiv, da du doch ein Subjekt bist. Selbst die Mathematik so objektiv sie scheint kann doch auch nicht objektiv sein, da alles das sih alle berechnungen auch nur in deiner Vorstellung abspielen könnte. Das System der Mathematik könnte in anderen Subjekten, von deren Existenz wir nichts wissen, vielleicht überhaupt nicht existieren oder sich anderen Methoden bedienen. Die reine Logik/Wahrheit existiert nicht.

  1. nichts existiert
  2. selbst wenn etwas existierte, es nicht erkennbar wäre
  3. selbst wenn etwas erkennbar wäre, es nicht mitgeteilt werden könnte."

Gorgias

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Ich glaube nicht das es die Objektive Wahrheit gibt Wie so viele Dinge im Leben liegt die Wahrheit häufig nur im Auge des Betrachters Was für dich Wahr ist könnte von mir eine ganz andere Beurteilung erhalten

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Der Satz "Es gibt keine objektive Wahrheit" kann nicht zutreffen. Träfe er nämlich zu, so wäre er gerade darum nicht objektiv wahr und träfe folglich wiederum nicht zu. Also muss es objektive Wahrheit geben. Es ist allerdings allenfalls sehr schwer zu ermitteln, welche der Sätze, die wir für wahr halten, tatsächlich objektiv wahr sind.

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Hier war zwar die Frage, was der Unterschied zwischen "richtig" und "wahr" ist, aber du hast diese beiden Worte ja auch schon in deiner Fragestellung vermengt. Von daher erlaube ich mir, meine Antwort aus anderer Frage einfach reinzukopieren mit kleiner Ergänzung... :-)

Richtig:

Dieses Wort wird im Grunde immer nur dann benützt, wenn es um eine Feststellung geht. Das heißt, es ist in diesem Moment überprüfbar, diskutierbar, nachvollziehbar. Es ist die Antwort auf eine Aussage, sei es eine mathematische Rechnung, ein gesprochener Satz. Ich kann also hier feststellen, ob etwas in diesem Moment „richtig“ oder „falsch“ ist.

Wahrheit:

Ich könnte auch sagen „Wahr(-nehmungs-ein-)heit“. Hier zeigt sich schon, dass die Wahrheit im Zusammenhang steht mit dem Wahrnehmenden. Und da der Wahrnehmende aus seiner ganz persönlichen Brille schaut, ist es für ihn die Wahrheit, das was er wahr nimmt, was aber nicht der absoluten Wahrheit entsprechen muss. Während bei „richtig oder falsch“ ein Gedankenkonstrukt beurteilt wird, gehört zur Wahrnehmung mehr. Da sind Sinneseindrücke, Gefühle, persönliche Sichtweisen, also Vieles, das nicht direkt überprüfbar ist.

Damit stimme ich dem Satz von Hegel zu.

Die Rose ist rot. Das ist hier und jetzt direkt überprüfbar. Ist sie gelb, ist die Aussage falsch. Ist sie rot, ist die Aussage richtig.

Ob sie wahr ist, lässt sich nicht überprüfen, da wir sehen, was wir glauben und nicht umgekehrt.

Der Beurteilung „richtig oder falsch“ liegen allgemeingültige Kriterien zugrunde (ob sie wahr sind, ist eine andere Frage ;-)). Die Farbe rot ist auf der ganzen Welt die Farbe rot, wenn auch in verschiedenen Sprachen. 1+1=2 ist ebenso allgemeingültig.

Zur Wahrheit ein Beispiel, das ich gestern erlebte:

Ich war mit meinem Partner und Freunden Essen. Bei der Heimfahrt unterhielten sie sich darüber, wie betrunken der Koch gewesen wäre, wie unmöglich er sich verhalten hat und dass am Gesichtsausdruck der Bedienung klar abzulesen war, wie sie darüber dachte. Die Wahrheit? Ich konnte nicht ein Wort beisteuern, denn seltsamer Weise hab ich als einzige absolut nichts davon mitbekommen. Was ist also wahr?

Ich bin sicher, dass es hier, aus unserer derzeitigen Perspektive, keine objektive, allgemeingültige Wahrheit gibt. Wahrheit verändert sich mit dem Fluss des Lebens. Dass es eine absolute Wahrheit gibt, nehme ich an, aber wissen kann ich es nicht. Wahrheit ist und bleibt relativ...

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Wenn es regnet, wird die Erde nass, irgendwo wird sie immer nass, also ist es eine objektive Wahrheit ;D Sowas lässt sich wohl nur im naturwissenschaftlichen Bereich finden.

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Relativ wahr ist, daß Weihnachten schön ist, aber relativ wahr ist für Gänse, daß Weihnachten nicht schön ist. Objektiv wahr ist es also nicht, daß Weihnachten schön ist. Sorry, fiel mir jetzt gerade dazu ein ...

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es gibt wahr oder falsch und aussagen oder dinge in denen mehrere fakten stecken die unterschiedlich sind und es gibt relative aussagen in denen es auf das auge des betrachtes ankommt und es gibt fragen zu denen man keine wahre aussage machen kann.

ps. auch die mathematik hat lücken siehe geteilt durch null

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Jeder Einzelne hat seine objektive Wahrheit, wenn zwei konform gehen, so ist das Verstehen optimal.

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Wahrheit und Realität werden immer "gemacht".

Gibt es nicht, wird "geschaffen, ist "Blickwinkel.

http://de.wikipedia.org/wiki/Realit%C3%A4t

Die meisten Menschen haben einen Horizont mit dem Radius null - das nennen sie ihren Standpunkt.

(Albert Einstein)

Jeder Mensch hat einen einziartigen Standpunkt, der sich niemals in der Geschichte wiederholt, denn niemals wieder treten dieselben Bedingungen zusammen, wie in einem Augenblick.

Niemand hat dieselbe Umgebung und den selben Blickwinkel wie ein zweiter, schon rein physikalisch unmöglich.

Niemand kann an der selben Stelle stehen, wie ein anderer, den wenn zwei den Platz tauschen, ist es schon nicht mehr derselbe.

Kein zweiter hat dieselbe Konstellation an Erfahrungen und denselben Lebensweg.

Es gibt so viele Realititäten, wie es Köpfe gibt und von Augenblick zu Augenblick ändert sich die Realität jedes einzelnen widerum, weil alles fließt.

LG

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viele werden es dementieren, aber es gibt objektive wahrheiten, so ist blau blau, rot rot und gelb gelb, auch wenn nicht jeder farben sehen oder erkennen kann.

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