Gemeinsame Wohnung - unterschiedliche Gehälter

9 Antworten

Auch wenns jetzt wehtut: Dein Freund scheint ein echter Knauser zu sein. Hast Du nicht Angst, dass der sogar zählt, wer von Euch wieviel Blätter Klopapier oder wieviel Teebeutel verbraucht hat? Wenn Du damit umgehen kannst, dann ist das kein Problem. Aber wenn Dich das jetzt schon nervt, würde ich mir das mit dem Zusammenziehen und Zusammenleben aber gründlich überdenken.

Er kanusert, weil er seiner Freundin nicht einfach so jährlich Euro 3000,00 schenken will? Und das beim ersten Zusammenziehen?

Manchmal kann man nur den Kopf schütteln.

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@Kajjo

Meine Güte. Wenn man seiner Angebeteten nicht mal 3000 Euro zukommen lassen will, dann sollte man ins Kloster ziehen.

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Ich finde nämlich, dass er wohl etwas mehr der Kosten tragen kann, da er ja immerhin 1000 € netto mehr im Monat hat. Da ist er ziemlich ausgeflippt. Jetzt will ich von euch wissen: lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, wenn ich von der Regelung, jeder zahlt das gleiche, abweichen möchte?

Du hast doch selber geschrieben, dass er oft mehrer Monate weg ist, warum soll er dann 50:50 bei den Möbeln machen? Du nutzt diese ja viel mehr als er.

Die Miete 50:50 ist ok und dass er bei den Nebenkosten auch 50:50 machen will, ist mehr als fair.

Ist es berechtigt, dass er mir einen "Vogel zeigt" und bin ich damit auf dem "Holzweg"?

Na man kann das anders klären/regeln, aber seinen Ärger kann ich verstehen.

ich finde nicht, dass der eine, der mehr gehalt bekommt, auch mehr bezahlen sollte, es sei denn, der andere verdient so gut wie gar nichts.

bei den möbeln könnte man überlegen, ob bestimmte stücke wie schreibtisch der besitzer selber kauft und es dann eben sein, und nicht gemeinsames eigentum ist.

und für die benutzung des autos soll er halt zahlen: 0,30 cent den kilometer.

  • Ich finde ganz eindeutig, dass man sich bei einer Wohnung, die man 50:50 teilt, auch die Miete 50:50 teilen muss. Ich wäre auch empört, würde man mir etwas anderes vorschlagen. Nein, das geht wirklich gar nicht und auf solche Ideen kommen komischerweise auch wirklich immer nur die Mädchen.
  • Wer was verdient spielt dafür überhaupt keine Rolle und muss auch nicht unbedingt offengelegt werden, geschweige denn mit jeder Gehaltsänderung neu berechnet werden. Geradezu absurd erscheint mir das! Entweder kann und will man sich diese bestimmte Wohnung leisten oder nicht. Du solltest Dich nicht an Deinem besser verdienenden Freund bereichern wollen.
  • Eine Ausnahme wäre dann gegeben, wenn einer der beiden aufgrund seines besseren Verdienstes unbedingt eine größere Wohnung möchte, als der andere sich leisten kann. Hier müsste man sich dann bevorzugt auf eine für beide akzeptable Wohnung einigen oder der besser verdienende freiwillig mehr bezahlen. Eine zweite Ausnahme würde gelten, wenn der besser verdienende auch einen größeren Anteil nutzen möchte, z.B. ein zusätzliches Arbeitszimmer nur für sich. Dann könnte man die Quadratmeter entsprechend umlegen.
  • Bedenke, dass Ihr gemeinsam für eine Wohnung ohnehin fast immer weniger zahlen werdet als Ihr vorher für eine eigene Wohnung bezahlt habt. Kaum eine Wohnung zu zweit ist mehr als doppelt so teuer wie die Miete vorher. Insofern profitiert Ihr beide doch ohnehin vom Zusammenziehen.
  • Bezüglich Möbeln, Einrichtung und elektrischen Geräten wie Waschmaschine, Fernseher und dergleichen rate ich immer nachdrücklich dazu, sich die Kosten NICHT zu teilen und KEIN Gemeinschaftseigentum aufzubauen. Im Falle einer Trennung gibt das immer böses Blut und ist so gut wie nie fair zu lösen. Besser ist es, dass jeder ganz bestimmte Gegenstände kauft und sie dann gemeinsam benutzt werden. Er kauft die Waschmaschine, die ihm dann auch dauerhaft gehört, sie den Fernseher, er das Bett, sie den Esstisch und so weiter. Natürlich sollte man gemeinsam einkaufen und sich auf einen gemeinsamen Geschmack einigen und zusammen die Entscheidungen treffen. Aber finanziell auseinander bleiben. Gerade bei dieser Lösung fällt es dem besserverdienenden Partner dann auch leichter, z.B. ein oder zwei teurere Geräte oder Möbelstücke mehr zu bezahlen als der andere. Sie gehören ihm dann ja auch.

Grundsätzlich finde ich es absolut in Ordnung, wenn man sich die Miete / Nebenkosten jeweils hälftig teilt. Es ist auch gut, dass die Vorstellungen der Finanzierung vor Unterzeichnung eines Mietvertrages besprochen werden.

Ich finde es nämlich genauso wichtig, dass - wenn alle Kosten 50:50 geteilt werden - jeder auch noch genug "Restgeld" hat, um seine persönlichen Ausgaben zu decken. Sonst kann es in der Tat so sein, dass der mit weniger Einkommen Schwierigkeiten hat, während der mit mehr Einkommen "sparen" kann oder sich Dinge leisten kann, die er sich sonst nicht leisten könnte. Beide sollten am Ende auch finanziell gesehen das Gefühl haben nicht schlechter dazustehen, wie alleine.

Ich empfehle Dir einmal genau zu überlegen, wieviel Miete / Nebenkosten Du bereit wärest auszugeben, wenn Du eine Wohnung für Dich alleine suchen würdest. Als Grundlage hat sich hier bewährt maximal ein Drittel des Einkommens. Also so um die 500 € bei einem Einkommen von 1500 €. Wenn Ihr also auf Wohnungssuche seid, würde ich gezielt nach Wohnungen bis 1000 € mit Nebenkosten schauen.

Sollte sich dann bei der Wohnungssuche herauskristallisieren, dass Dein Liebster eine Wohnung in höherer Preisklasse favorisiert (weil er sich es ja locker leisten könnte bis 850 € zu zahlen) - würde ich ihm sagen, dass ich dann leider nicht mit ihm zusammen ziehen kann, da dies prozentual zum Einkommen so leider nicht machbar für Dich sei.

Du wirst dann schnell sehen, was ihm wichtiger ist. Die große Wohnung oder "die gemeinsame Wohnung". Gegebenenfalls wäre er dann auch bereit, die Kostenaufteilung noch einmal zu überdenken. Bei einem so großen Einkommensunterschied wäre es sicherlich denkbar, dass einer 500 und einer 700 Euro beiträgt.

Als Mehrverdiener hätte ich nur keine Lust eine teurere Wohnung zu mieten, wenn ich auch mit einer günstigeren zufrieden wäre, aber der Partner, der weniger Einkommen hat selbstverständlich davon ausgeht, dass ich mehr bezahlen kann und dieser auch auf die teurere Wohnung drängt.

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