Freiheit, was ist eure Definition?

10 Antworten

Frei zu sein bedeutet, so weit es geht keinen Zwängen unterworfen zu sein.

Bei den Zwängen gibt es Abstufungen, direkte / indirekte, suggestive, bedrohliche, am Ziel haftende Voraussetzungen,...

Aber auch der Körper ist schon so eine Art Zwang und zwar von der Sorte, der man nicht ausweichen kann.

Als 100%ig frei könnte man sich einen Gott vorstellen, aber nur, wenn er nicht an sein eigenes Wort gebunden wäre und alles immer machen könnte, auch wieder rückgängig, also auf der Zeitachse sich in beide Richtungen bewegend.

Das Problem ist, dass wenn man alles kann, weiß und sieht, alles unbedeutend sein muss. Freiheit bedeutet, beliebig entscheiden zu können. Wenn man aber nicht unterscheiden kann, weil alles gleich ist, gibt es keine Entscheidungen. Es entsteht das gleiche Problem wie bei jemanden, der nur nach Prinzipien handelt.

Ich halte es mit Epikur, der als Monist (Gegensatz zu idealistischen Dualisten wie Platon oder Descartes) ausgegangen ist von einem ewigen Sein (Parmenides) als ununterbrochenem Prozess und Wandel von Bindungen und Erscheinungsformen (schon bei Heraklit). Monisten lehnen den Dualismus ab mit seiner künstlichen Einteilung in Geist und Materie. Wir sind integraler Teil der immer im Umbruch befindlichen Welt, alles was wir tun hat Folgen. Freiheit ohne Verantwortung (der gesellschaftliche Aspekt der Tatsache, dass unser Tun nie folgenlos ist) gibt es nicht. Freiheit ist also immer eingebunden und relativ zu den Verhältnissen der Person und seiner Umgebung. Doch darum muss man nicht gleich das Wort Freiheit streichen, sondern nur das unterstellte Wort absolut, weil es nach Auffassung Epikurs eine absolute Freiheit in der Tat nicht gibt.

Da unsere Lebensorientierung (davon ist Wollen nur ein Teil) von unserer Erfahrung und den darüber gebildeten Meinungen geprägt wird, trägt Aufklärung durch das Überwinden falscher Meinungen und Theorien zu mehr persönlicher Integrität und Freiheit bei. Je mehr wir wissen, desto losgelöster sind wir von Zufällen, dem Auseinanderklaffen von Erwartung und Möglichkeit. Lebensorientierung sucht der ganze Mensch, nicht nur sein Gehirn. Und er sucht es nicht allein, sondern meist in reflektierenden Gruppen, aus denen er, sich selbst immer mehr findend, hinauswächst oder in die er sich neu integriert, zu deren Wandel er selbst immer auch einen Teil beiträgt.

In einem ewigen Prozess nach Kausalität, nach Ursache zu suchen ist wie den Anfang eines Kreises bestimmen zu wollen. Kausalität ist ein menschliches Ver-halten, ist das verständliche Streben des Menschen, sich in einer fast unüber-sichtlich vielfältigen Welt Orientierung zu geben. Sie reicht von primitiven Ursachenzuweisungen zu komplexen wissenschaftlichen Theorien, und wie die Wissenschaftsgeschichte zeigt, hat der Mensch schon über Jahrhunderte an falschen Theorien gehangen und weiterführende erst nach Jahrhunderten in der Dunkelheit des Vergessens wieder neu entdeckt. Wie sicher also ist Kausalität? Kausalität ist das künstliche Einziehen gerader Linien in ein unübersichtliches Netz von wechselseitigen Beziehungen.

Ein Merkmal idealistisch geprägter, begriffsfixierter Denkweise wie des Dualismus ist das Denken in Polaritäten, in Geist und Materie, in schwarz und weiß, in Licht und Dunkel, in Gott und Teufel usw., oder wie hier auch in Beeinflusser oder Beeinflusster. Wie wäre es mit der Idee der Rückkoppelung und Reaktion, die keinen isolierten Beeinflusser zulässt, sondern ihn immer auch als beeinflussenden Beeinflusster sieht. Niemand erfindet die Welt neu, wir gestalten immer nur mehr oder weniger mit. Das Maß der Freiheit dabei hängt von vielen Faktoren ab, von meinem Wissen über die Umstände, von der richtigen Einschätzung der Kräfteverhältnisse und meiner Kunst, sie mir geneigt zu machen. Freiheit und Notwendigkeit, Recht und Pflicht, Handlungswahl und Verantwortung sind nie nur zwei gegenpolige Seiten einer Medaille sondern gegenüberliegende Extreme einer langen Skala mit vielen Zwischenstufen.

Auf all diesen Skalen neigen wird dazu, uns rückwärtsgewandt historische Geschichten zu erzählen, nicht selten so konstruiert, dass unsere Weltinterpretation gut dabei wegkommt. Mit Blick in die Zukunft jedoch trifft uns die volle Ungewissheit unseres Nicht-Wissens, eines (teils fragwürdigen) Wissens, das aus der Vergangenheit stammt, und emotionale Elemente wie erwarten und hoffen lenken unsere tastende Wahl. Da aber die Überlebensnotwendigkeit Menschen zum Entscheiden und Handeln zwingt, spricht Jean Paul Sartre überspitzt davon, dass wir zur Freiheit verdammt sind. Und wenn wir der Tatsache nicht ausweichen können, dass unsere Erwartungen falsch und unsere Hoffnungen trügerisch waren, spricht Albert Camus vom Absurden, Karl Jaspers von Grenzerfahrungen des Lebens. Aber der Mensch träumt halt schon immer gern, er wäre ein kleiner Gott, endlich mal frei und ungebunden und Urlaub von diesen nervigen Verantwortungen.

Das, was für mich Freiheit bedeutet, ist heute nicht mehr möglich:

Freiheit war möglich zu den Zeiten, als wir Menschen noch Jäger und Sammler und Landbesitz, Staaten und Regierungen noch Zukunftsmusik waren und niemand irgendwelche Vorschriften machen konnten, die über "Familyaffairs" hinausgingen!

Freiheit ist individuell, jeder hat das Recht seine Freiheit so zu gestalten wie er will :)) er hat gut 200 Staaten zur Auswahl & kann sich entscheiden wo er, wie mit wem, unter welcher Regigrung leben will

Für mich heist Freiheit, das zu tun was ich will, ohne die Freiheit eines anderen ein zu schränken.
Freiheit heist für mich meine eigenen Entscheidungen zu treffen, wo ich wohne mit wem ich mich abgebe, wie ich auf mein Umfeld reagiere.

Ich kann die Hobbis machen die ich will, Ich kann selbstg entscheiden wie ich mein Geld ausgebe.

NAtürlich ist freiheit nicht absolut. Es gibt gesetzte und regeln, an die ich mich halten muss/will. Denn ohne sie, könnten andere meine Freiheit belibig einschränken.

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