Fordert JHWH hier Menschenopfer 4Mose31,28-29?

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6 Antworten

Ich nehme an, dass es damals in der Kreigsführung eine Grundregel gab, dass gefangene Krieger den Siegern dienen mussten, also im Prinzip zu Sklaven wurden.

Von diesen mussten ein paar den Priestern als Diener abgegeben werden, oder ev. auch verkauft werden und der Erlös kam den Priestern zu.

Von Menschenopfern ist hier nicht die Rede. Menschenopfer gab es im Judentum nie, als Opfer waren immer nur gewisse Kategorien von Tieren zugelassen, im Prinzip Rinder, Ziegen, Schafe, Tauben.

Es ist oben dennoch von "Opfergabe" die Rede. Gemordet haben die Israeliten sowieso genug Menschen.

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@hvladi

"Opfergabe" ist nicht ganz richtig übersetzt, bzw. bedeutet hier nicht "Opfer", sondern "Abgabe" (für das Heiligtum)". Es steht "Haremotem" - nehmt eine Abgabe (Termuma), während das Wort für "Opfer" "Korban" lautet.

Und es bezieht sich im Prinzip auf alles, was als Kriegsbeute erbeutet wurde, auch Tiere, sowohl solche, die als Opfer geeignet wären (Rinder) als auch solche, die man nicht als Opfer bringen könnte (Esel).

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weiterlesen wäre hilfreich gewesen!

4Mos31,47 Und Mose nahm von dieser Hälfte der Israeliten je eins von fünfzig, sowohl vom Vieh als von den Menschen, und gab's den Leviten, die den Dienst versahen an der Wohnung des HERRN, wie der HERR es Mose geboten hatte

Da hast du jetzt mal wieder eine der Stellen in der Bibel erwischt, die ansonsten von Theologen gerne totgeschwiegen wird, weil sie den wahren Charakter der Religion zeigt. Da ist Gott nicht Liebe, da ist JHWH ein Kriegsgott, der mit Blut der Feinde besänftigt werden muss. Das hat sich zwar in der theologischen Theorie geändert, an der Praxis aber leider nicht. Noch immer fordert der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs das Blut seiner Feinde. Nachdem die Juden und Christen dem fleißig nachgekommen sind, sind jetzt die Moslems dran, diesen Wunsch Allahs zu erfüllen.

Du verstehst es schon richtig, JHWH hat große Freude daran, den sogenannten „Bann“ über eine Stadt oder ein Volk zu verhängen. Das bedeutete, dass die Stadt komplett vernichtet und ausgeraubt wurde und die Feinde wurden entweder erschlagen oder versklavt und verkauft. Jungfrauen unterlagen einer besonderen Regelung, denn die wurden den israelitischen Männern als Sexspielzeug zugeteilt.

Das ist aber nicht der einzige Fall, der in der Bibel geschildert wird. Der erste Massenmord im Auftrage JHWHs fand schon kurz nach dem Auszug aus Ägypten statt. Da ließ Mose auf Befehl und zur Freude JHWHs 3000 Landsleute umbringen, weil sie sich dem monotheistischen Religionsdiktat Moses nicht unterwerfen wollten (Tanz um das Goldene Kalb).

Wenn du so willst, unterscheidet sich da die christlichen und islamischen Religion in keiner Weise von den südamerikanischen Indianern, die hunderte oder tausende von Feinden ihren Göttern opferten. Noch heute erschallt der Ruf "Allahu akba", wenn im Namen Allahs seinen Feinden die Kehle durchgeschnitten wird. Das ist durchaus mit einem menschlichen Opferritual vergleichbar.

Aber die Christen brauchen da nicht auf andere zu zeigen. Die Missionierung der heidnischen Völker lief genau nach demselben Muster ab.

Soviel Unwissenheit auf einmal, wie geht das eigentlich?

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@Horstbrot

Der Text der Bibel passt in der Tat kaum noch zu den Märchen, die in heutiger Zeit über JHWH verbreitet werden. Aber genau so steht es geschrieben und die Beobachtung der Praxis ist geschichtliche Tatsache.

Die Unwissenheit über Gott und die Bibel entdecke ich regelmäßig bei Gläubigen. Man könnte sogar die Gleichung aufstellen, je stärker der Glauben umso geringer das Wissen über die eigene Religion und die Bibel.

Auch die Propheten bestätigen, dass JHWH ein blutrünstiger Kriegsgott ist:
"Jahwe ist zornig auf die Völker, / sein Grimm richtet sich gegen ihr Heer. / Er hat sie alle unter den Bann gestellt / und gibt sie zum Abschlachten frei."
Jesaja 34.2

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@Hamburger02

Bitte nicht einfach so aus den Kontext reißen.

Worum geht es in der Vision von Jesaja in 34:2 denn?

Da geht es um die Edominiter die ihren Hass und ihre Feindseligkeiten gegen Gottesvolk, nicht ablegen wollten und so den Zorn Jahwes/ Jehovas auf sich zogen. Edoms tiefer Hass gegen Juda zeigte sich besonders bei der Zerstörung Jerusalems, als Edomiter den babylonischen Soldaten zujubelten (psalm137:7)

Dieser Hass nahm ihren Anfang mit Esau. (1.Mose 25:34) wo er das Erstgeburtsrecht mit Füßen trat. 

Esau war der Gründer der Medoiniter, (Josua 24:4) 

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@Mpischi

Dieser Hass nahm seinen Anfang mit Saul, über den Samuel berichtet (1. Sam 14,47):
"Als aber Saul die Herrschaft über Israel bekommen hatte, stritt er
wider alle seine Feinde ringsumher, wider die Moabiter, wider die
Ammoniter, wider die Edomiter, wider die Könige von Zoba und wider die Philister; und wohin er sich wandte, da war er siegreich."

Na wen wundert es da, wenn die Edomiter jubeln, wenn zur Abwechslung mal die Israeliten einen drauf kriegen. Und ihm übrigen ändert das auch nichts an der Feststellung, dass der Gott der Juden, Christen und Moslems am Abschlachten von Völkern Gefallen hat und dies selber befiehlt.

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@Hamburger02

Wenn man das 1.Buch Samuel  ließt, wird man feststellen das es sich hier um Verteidigungskrieg handelt. In 1.Samuel4,2 wird gezeigt das die Israeliten gegen die Philister den kürzeren gezogen haben, und so die Bundeslade verlieren.(vers 10)

In Kapitel 11 wird gezeigt wie die Ammoriter anfingn die Städte zu belagern. 

Gott verbot den Israeliten jedoch strikt, Angriffskriege gegen Nationen zu führen, die zu bekämpfen er ihnen nicht geboten hatte, oder Eroberungsfeldzüge zu führen, die sich über die Grenzen des ihnen von Gott zugewiesenen Gebietes hinaus erstreckten.

Die Bibel zeigt aber auch kämpfe, wo sich Gottesvolk gegen Jahwe gestellt hat und den Krieg verloren. 

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@Mpischi

"Gott verbot den Israeliten jedoch strikt, Angriffskriege gegen Nationen zu führen, die zu bekämpfen er ihnen nicht geboten hatte,..."

Meinst du das wirklich ernst?

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@Hamburger02

Aber klar, nehmen wir z.B 5.Mose,2: 4,5,9,19 dort wird von Jehova gesagt, das Volk (Israel) soll durch das Gebiet gehen ohne anzustoßen. Warum nicht? Weil sie die Nachkommen von Jakobs Bruder waren. Die Israeliten durften außerdem die Moabiter und die Ammoniter nicht belästigen oder Krieg gegen sie führen, weil es sich um Nachkommen von Abrahams Neffen Lot handelte. Die Amoriterkönige Sihon und Og hatten dagegen keine solchen Ansprüche auf das von ihnen beherrschte Gebiet. Als Sihon es ablehnte, die Israeliten durch sein Land ziehen zu lassen, und Og gegen sie in die Schlacht zog, gebot Jehova den Israeliten daher, ihre Städte zu zerstören und niemand am Leben zu lassen.

Nehmen wir den Fall König Jerobeams. Er schlug eine direkte prophetische Warnung in den Wind und schickte seine riesige Armee in den Krieg gegen Juda. Als das Gemetzel schließlich vorüber war, hatten 500 000 Soldaten Jerobeams ihr Leben verloren (2.Chronik 13:12-18)

Aber auch der König Josia mischte sich einmal in eine Schlacht ein, die ihn nichts anging. Diese überstürzte Entscheidung kostete ihn das Leben(2.Chronika 35:20-24)

Im alten Israel lag die Entscheidung, einen Krieg zu führen, bei Gott (5.Mose 32:35,43)

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@Hamburger02

Mit Mose redete er. (4.mose 7:89) anderen gab er Visionen (Hesekiel1:1) oder (Daniel 2:19). Er redete aber auch durch Engel (Apostelgeschichte 10:1-8)

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@Mpischi

Und weil sich jemand einbildet, Gott habe ihm den Krieg befohlen, ist der dann gerechtfertigt? George W. Bush hat auch von so einem göttlichen Befehl gesprochen, als er den Irak angriff.

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@Hamburger02

Hier geht es nicht um irgendwelche Kriege, 

Und Georg W. Bush ist mit Sicherheit kein Punkt über den es zu Diskutieren gilt.

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Also bei Wikipedia steht dass Gott in Harvard Mathematik studiert hat, und Bücher über Zeitreisen geschrieben hat. Von Menschenopfer steht da nichts.

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Danke für die Antwort. Was meinst du mit:

"Das hat sich [...] in der theologischen Theorie geändert"

und

"südamerikanischen Indianern, die hunderte oder tausende von Feinden ihren Göttern opferten"

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@hvladi

Auf der einen Seite wird von Pfarren Imamen) unde Gläubigen erzählt, Gott sei unveränderlich von Anbeginn der Zeit bis in alle Ewigkeit.

Andererseits wird heutzutage in der Kirche, Religionsunterricht etc. aber erzählt, Gott wäre ein Gott der Liebe. Spätestens, wenn man das AT gründlich liest, stellt man aber fest, dass eines von beiden nicht stimmen kann. Aber auch dieser Gott der Liebe findet nur in der Theorie bzw. in der Theologie statt. In der Praxis ist davon jedenfalls nichts zu sehen.

In Südamerika, z.B. bei Inkas, Mayas oder Azteken war es durchaus üblich, Kriegsgefangene in großer Zahl rituell hinzuschlachten, um mit dem Blut der Opfer die Götter zu besänftigen. Das wurde hierzulande dazu benutzt, um in den Indianern blutrünstige Barbaren zu sehen, für die es eine Erlösung sei, durch Christen hingeschlachtet zu werden. Dabei ist es aber so, dass die Anhänger des JHWH-Kultes (Juden, Moslems, Christen) einer Religion anhängen, die von Anfang an nicht besser war und bis heute auch nicht besser geworden ist. Noch heite werden "Ungläubige" von den Anhängern des JHWH-Kultes rituell hingerichtet, um dadurch JHWH/Gott/Allah eine Freude zu machen. Und zwischen Mose und heute gibt es auch eine ununterbrochene geschichtliche Tradition im Abschlachten von Gefangenen und Ungläubigen.


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Nein, man sollte sie den Leviten geben. Die Leviten waren der Priesterstamm und haben kein eigenes Land besessen und haben von den Spenden der anderen Stämme gelebt. Die Abgabe heißt einfach, dass auch die Leviten Sklaven haben.

Nein, Menschenopfer sind in der Bibel verboten.

Der Walvoord-Bibelkommentar schreibt zu 4. Mose 31,25-47: "Alle Gefangenen und alle Gegenstände mußten dann nach einer genauen Regel aufgeteilt werden. Über die Aufteilung des Viehs gibt die Karte »Die Aufteilung des midianitischen Beuteviehs durch die Israeliten« Auskunft. Daneben nahmen die Soldaten 16000 Jungfrauen von den 32000 vorhandenen als Sklavinnen und gaben 32 dem HERRN (V. 35.40). Diese 32 Frauen dienten wohl als Sklaven der Priester oder der Stiftshütte (vgl. 1Sam 2,22)."

Dies bezieht sich aber auf den einmaligen Einzug der Israeliten ins verheißene Land Kanaan unter Josua und ist keine Beschreibung, die für heutige Juden oder Christen in irgendeiner Weise gelten könnten. Bevor wieder jemand diese Stelle aus dem Kontext reißt, was leider häufig geschieht, muss man dies einfach mal erwähnen...

Zuallererst, für Gott war es ein Gräuel Menschen zu Opfern(5.Mo 12:31), daher gab es auch Kriege mit den Völkern die zb. Kinderopfer praktizierten.

Die Gefangenen wurden zu Sklaven und entsprechend verteilt. Die Leviten hatten eine besondere Stellung beim Volke Gottes und so mussten die Stämme Gaben abgeben für Gott, was schließlich den Leviten zugute kamen.

 

 

Na im Verdrehen von Tatsachen bist du aber gut.

Zunächst 5.Mo 12:31:
"Du sollst nicht also tun dem HERRN, deinem Gott, denn alles, was ein Greuel ist für den HERRN und was er haßt, haben sie ihren Göttern getan; ja, sogar ihre Söhne und ihre Töchter haben sie ihren Göttern mit Feuer verbrannt!"

Es wird also lediglich verboten, die eigenen Kinder zu opfern. Von fremden Kindern steht da gar nichts. Die wurden nämlich in Massen von den Anhängern des JHWH-Kultes abgeschlachtet, wie an mehreren Stellen in der Bibel nachzulesen ist, z.B. 5. Mose 3,6:

Und wir verbannten sie, wie wir Sihon, dem Könige von Hesbon, getan hatten; wir verbannten ihre ganze Bevölkerung: Männer, Weiber und Kinder.

Die Leviten hatten in der Tat eine privilegierte Stellung bei der Verteilung der Kriegsbeute. Was die Stasi für Honecker war, waren die Leviten für Moses, nämlich das Werkzeug, um eine Terrorherrschaft durchzusetzen. Dafür genossen sie dann eben besondere Privilegien.

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@Hamburger02

Verstehe erstmal 5. Mo12:31 richtig und dann können wir gerne weiter reden.

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