Fichte / Tannenbaum hat viele Braune Nadeln und wirfft massiv ab - noch zu retten?

 - (Biologie, Garten, Baum)

4 Antworten

Hallo,

So wie es aussieht, liegt ein Schaden im Gipfelbereich deiner Fichte vor. An einen reinen Trockenschäden glaube ich eher nicht, wenn der Baum kein Wasser mehr bis dort oben zur Versorgung der vorhandenen Nadeln bringen könnte, dann gäbe es dort schon gar keinen frischen Austrieb mehr. Ich vermute eher, dass der Wipfelbereich vom Kupferstecher, einem Borkenkäfer, befallen ist. Feststellen könnte man dies aber wohl erst, wenn der Baum gefällt würde, oder wenn Rindenstücke mit den typischen Fraßgängen herunterfallen. Im Wald würde ich den Baum rasch fällen lassen, um die Käferbruten zu beseitigen, damit keine weitern Bäume befallen werden.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kupferstecher_(K%C3%A4fer)

https://www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring/069249/index.php?layer=rss

Haben Bäume Angst/Zitterpappel;) oder nennt man es Stress? Kenn ich nur als Stress..

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@raubkatze

Ja, man spricht von Trockenstress, wenn der Baum mehr Wasser verdunsten möchte als er aus dem Boden bekommt.

Den Begriff "Stresstriebe" habe ich noch nie mitgekriegt, Angsttriebe dagegen schon, wenn auch meist für Austriebe schlafender Augen am Stamm, insbesondere von Eichen, die oben in der Krone nicht genügend Entfaltungsmöglichkeiten haben.

Und ja, du hast natürlich Recht, Populus tremula ist ein besonders furchtsames Gehölz!😰😱

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Meinst das ist in einem privaten kleinen Garten wahrscheinlich? Ich meine, direkt 2 Meter weiter ist ein Gehweg mit Straße, recht städische Bebauung.

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@BlackMtbRunner

Aus meiner Förstersicht:

Es gibt bei uns für den Wald eine rechtlich fixierte Grenze von 500 m zum nächsten Nadelholzbestand. Befallenes Holz, das weiter als dieser Abstand gelagert wird, gilt als sicher, weil es mit steigender Entfernung immer unwahrscheinlicher wird, dass die ausfliegenden Käfer in genügender Anzahl wieder einen geeigneten Baum finden. Je weiter weg vom Wirtsbaum, umso mehr verdünnt sind sie ja auf der Fläche. Gelegentlich wird natürlich trotzdem der unwahrscheinliche Fall eintreten, ein Windstoß wird eine geschlossene Käferwolke zusammen zu einer Fichte weit weg tragen. Nicht immer wird dann der Infektionsweg nachvollziehbar sein. (Ja, ich sehe da Parallelen zu einem anderen aktuellen Problem!)

Im Hausgarten wird dir ein Kollege von mir sicher keinen Druck machen, den Baum zu entfernen. (Wäre es Wald, dann schon!) weil wir da nicht zuständig sind. Ob da das Ordnungsamt oder andere Behörden etwas unternehmen weiß ich nicht. Allerdings mein Rat: Wenn der Baum abstirbt, und danach sieht es leider aus, selbst wenn dies nur teilweise, von oben her geschieht, dann geht es bei der Fichte relativ rasch, dass das Holz morsch wird. Dann können Teile abbrechen und herunterfallen. Und bei einem daneben liegenden Gehweg mit Straße könnte das Probleme geben. Dies zu verhindern nennt man Verkehrssicherung. Und die Pflicht, dies zu tun, liegt beim Besitzer des Grundstücks, von dem die Gefahr ausgeht.

Tut mir leid, dass ich dir da nichts Positiveres sagen kann!

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@Pomophilus

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Macht mich jetzt erst mal etwas sprachlos.

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@Pomophilus

Noch eine kurze Nachfrage, kann es auch die sogenannte Sitkafichtenlaus sein?

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@BlackMtbRunner

Mit diesem lieben Tierchen habe ich tatsächlich bis jetzt noch keine Erfahrung! Das liegt auch daran, dass sie bevorzugt Arten wie die Serbische, die Sitka-oder die Stechfichte, kaum unsere einheimische Gemeine Fichte befällt. Ich bin bisher davon ausgegangen, es ginge um Gemeine Fichte. (Picea abies) Ich kann es auf dem Bild nicht wirklich erkennen, zu Serbischer Fichte scheint mir der breitere Wuchs nicht zu passen, aber die Zapfen sind tatsächlich ziemlich klein für P. abies. Weisst du, was für eine Fichtenart es ist? Zum Schadbild der Sitkalaus würde es schon passen, das gerade die heurigen Triebe verschont geblieben sind. Reicht der Schaden weit genug herunter? Dann könntest du versuchen, die beschriebene Klopfprobe durchzuführen:

https://www-mein--schoener--garten-de.cdn.ampproject.org/v/s/www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/pflanzenschutz/sitkafichtenlaus-erkennen-und-bekaempfen-6296?amp_js_v=a3&amp_gsa=1&amp&usqp=mq331AQFKAGwASA%3D#aoh=15909590279672&referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com&amp_tf=Von%20%251%24s&ampshare=https%3A%2F%2Fwww.mein-schoener-garten.de%2Fgartenpraxis%2Fpflanzenschutz%2Fsitkafichtenlaus-erkennen-und-bekaempfen-6296

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@Pomophilus

Hallo! Ich habe heute einen großen Ast abgesägt und eigene Untersuchungen durchgeführt. Die Bäume sind in der Tat mit Sitkafichtenläusen stark befallen. Ich denke das war dann jetzt der Tod :( Ich will die Bäume dann durch winterharte Hanfpalmen (Pflanzgröße 2,50m) ersetzen. Andere Gewächse sehe ich bei den schlimmen klimatischen Entwicklungen nicht mehr auf meinem Grundstück. Ich bedanke mich nochmals für die ausführliche Antwort!

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Wenn der Borkenkäfer drin ist, sind die Leiterbahnen durchtrennt und der Baum dürfte nicht mehr zu retten sein. Ansonsten ist auch zweifelhaft, ob noch was zu machen ist, dass die frischen Austriebe nur sog. Angsttriebe waren.

Selbst ohne Borkenkäfer ist der Baum hin. Es sind viel zu viele Stellen betroffen.

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Es sind Sitkafichtenläuse - habe heute geschaut :(

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So schade es auch ist, aber der ist hin. Die frischen Triebe sind "Angst Triebe". Das sind die letzten Reserven des Baumes.

Stress- nicht Angst... LG Katze

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@raubkatze

Der Begriff Angsttriebe wird schon verwendet, ich kenne ihn seit dem Waldsterben der 1980er.

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@whiteTree

Abgastriebe ist gängig, ich kenne es aber vor allem für "Wasserreiser" an der Eiche.

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Spar das Wasser, die sind nicht mehr zu retten. Sie werden auch nicht mehr grün nachwachsen.

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