Fell voller Pferdeäpfel

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4 Antworten

Zur Einstreu: Zu dicke Einstreu (wie leider auch die Gummimatten) ist Gift für die Gelenke und die Pferde als Steppentiere liegen auch zu 80% lieber härter. Bei uns haben sie die Wahl und zeigen uns deutlich, was sie wollen: viele nehmen die Liegematte in der Liegehalle als Spielfläche für Raufereien und schlafen auf dem gepflasterten Außenbereich. Einstreu soll wirklich nur den Urin binden, damit nicht allzuviel Ammoniak in der Atemluft ist. Mehr als man dazu braucht, ist absolut unsinnig.

Nun passiert es Pferden einfach immer mal wieder, dass sie in Urin oder Äpfeln liegen. Es gibt reinliche Exemplare, die nur tief in die Ecken urinieren und äpfeln und es gibt welche, die aus der ihnen zur Verfügung stehenden Fläche einen einzigen Misthaufen machen. Von daher ist die Wahrscheinlichkeit, im Dreck zu landen, zum Teil gegeben.

Was das putzen angeht: Gesundes Fell ist schmutzabweisend, spätestens nach zweimal Bürsten ist es wieder draußen. Wenn es sich so rein setzt, das Tier nicht sauber zu bekommen ist, stimmt meist die Mineralisierung nicht. In vielen Fällen herrscht ein Zinkmangel vor. Ausscheren oder ausschneiden würde ich die Stellen auch nicht, denn das nimmt auch alle anderen Funktionen des Fells und die Pferde haben das Fell ja nicht nur, weil es schick aussieht. Mit Shampoo sollte man sehr selten waschen, auch wenn man Pferdeshampoo verwendet, das einen anderen ph-Bereich hat als das Menschenshampoo (wenn der nicht stimmt, hilft "mild" auch nicht). Damit stört man auch die Fellfunktion und macht es nur in Zukunft schwerer. Wenn es mein Pferd wäre, würde ich:

  1. Blutbild machen lassen, mindestens Spurenelementebild und den Zinkspiegel eher auf die Oberkante des Referenzbereichs bringen, denn der Fellwechsel beginnt grade, was den Zinkhaushalt der Pferde sowieso belastet. Selenpegel nachsehen, aber vorsichtig und unter Anleitung des Tierarztes auffüllen, wenn nötig, denn damit kann man Pferde auch zu Vergiftungserscheinungen führen, wenn man einfach auf Verdacht zu viel gibt.

  2. Ganz viel in der Bodenarbeit auf Desensibilisierung hin arbeiten. Diese "Kitzligkeit" ist selten wie beim Menschen, dass man sich gekitzelt fühlt, sondern eine Unsicherheit, ob der Mensch da wirklich gutes will, man sagt vorsichtshalber "ich will das nicht", bevor schlimme Dinge passieren. Stuten sind mit ihrem Bauch sehr vorsichtig, vertrauen den oft nicht mal Herrchen und Frauchen an. Hier hilft nur, das Vertrauen des Tieres positiv zu verstärken, bis es sich überall alles machen lässt. Das ist auch sehr wichtig, denn kosmetisches Putzen des Fells ist nur eine Sache, die man da vielleicht machen muss. Bei einer Verletzung oder Euterentzündung muss der Tierarzt Dinge machen, die viel schlimmer empfunden werden und das MUSS dann gemacht werden. Die Unsicherheit wird oft dadurch eher noch verstärkt, dass der Mensch zu einer weicheren Bürste greift, anstatt mit einer Wurzelbürste einen möglicherweise juckenden Bauch jetzt, beim einsetzenden Fellwechsel, richtig zu massieren.

DH! Alles gesagt...

Übrigens: Ich kenn eine Stute, die hebt das Hinterbein wie ein Hund, damit man ja ordentlich überall an die Zitzen kommt zum kratzen :D

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@Aristella

Ja, die hat gelernt, dass der Mensch nicht zubeißt, sondern gutes tut ;-)

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@Aristella

So eine Stute kannte ich mal auch! Fand ich damals echt lustig, aber wenns ihr gefällt, dann soll man da ja auch putzen :)

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Also ein regelmäßiges Ausspülen der betroffenen Stellen sollte helfen. Es gibt spezielle Pferdeshampoo´s. Die würde ich ebenfalls dosiert nutzen. Wenn die stellen mal sauber und trocken sind evtl etwas Fellspray drauf machen, damit der Dreck nicht mehr so sehr haftet. Aus meiner Sicht würde ich eine Einstreu aber schon Sinn machen. Denn nur auf Gummimatten in einer Box zu stehen ist irgendwie Geruchstechnsich auch nciht so schön und für das Pferd sicher nciht angenehm.

Pferde sind von Natur aus sehr saubere Tiere. Pferde in freier Wildbahn, würden sich nie in ihren eigenen Dreck legen, sie stellen sich sogar beim pinkeln immer gegen den Wind, sodass ihr Urin nicht an ihre Beine läuft.

Wenn sie aber nun von uns Menschen gezwungen werden auf engstem Raum zu "wohnen" haben sie meist keine andere Wahl. Oft ist zu beobachten, wie manche Pferde eine bestimmte Ecke, als reines Klo verwenden.

Ihr müsst einfach öfter ausmisten!! Wenn Pferde sich in ihren eigenen Schmutz legen, wird zu selten ausgemistet. Noch dazu, muss ich Baroque zustimmen, ein gesundes Pferd hat auch ein gesundes Fell. Mit härteren Bürsten kommt der Schmutz eigentlich immer recht schnell heraus. Lass das Pferd erstmal von einem Tierarzt durchchecken, ob es vielleicht gesundheitliche Probleme hat.

Sollte alles in Ordnung sein, empfehle ich dir, dem Pferd wirklich stets eine saubere Box zu bieten, mehr Auslauf und mehr sozial Kontakte, mit Pferden! Wenn nichts gesundheitliches ist, kann es nämlich sein, dass das Pferd psychisch belastet ist.

Hoffe ich konnte helfen!

Das wird bei der Boxenhaltung kaum möglich sein, weil meistens ist um 19.00 spätestens Schluss mit der Arbeitszeit des Personals und bis 7.00 ist dann keiner da zum misten ... und die Zeit ist lang. Da wird sich das Durchschnittspferd doch mindestens einmal für ein Viertelstündchen niederlassen.

Dann kommt es ja auch auf den Bedarf an, warum sie sich legen - wird eine harte, mit Steinchen durchsetzte Gailstelle auf der Wiese genommen, um sich den Pelz zu reiben. Möchte man schlafen oder ist das "Rumkugeln" am Boden für die Wirbelsäule gedacht. Entsprechend suchen sie harten, sonnenbeschienen warmen oder auch mal weichen Untergrund aus. In der Box haben sie nur einen.

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Auch sehr gut :)

was mir jetzt noch eingefallen ist:

wenn das Fell so verklebt ist, dann ist das oft nicht wegen der Äpfel, sondern wegen dem Urin! Und dann gehören definitiv die Matten weg und Sägespäne rein, die saugen das nämlich auf und stauen nicht nur irgendwo die Lacken...

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@Aristella

Stimmt natürlich auch, durch Äpfel werdens nur dreckig...

@baroque: Das stimmt zwar, aber deshalb sollte man ja auch später am Abend misten und dann sofort in der Früh wieder. Meist werden aber eben Pferde depressiv, wenn sie in reiner Boxenhaltung gehalten werden und keine andere Möglichkeit haben, als sich in ihren eigenen Urin und Kot zu legen.

Übrigens kannte ich auch bereits schon Pferde, die sich aus reinem Protest in ihrem Urin wälzten! Zum Beispiel als mal ein Pferd ein Leckerli bekam und besagtes Pferd nicht, pinkelte es und fing an sich darin zu wälzen. Allerdings ist auch ein solches Verhalten nur durch Menschen überhaupt zu Stande gekommen!

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@traumfragen1

Ja, aber wie will man später misten? Man kann das einem bezahlten Angestellten nicht zumuten, um 23.00 nochmal eine Runde misten zu gehen oder gar mitten in der Nacht. Da würden die Ställe ja gleich noch teurer. 400 Euro für einen Vollpensionsstall reichen dem normalen Pferdebesitzer vollkommen.

Gut, ich bin da außen vor, unsere leben im Aktivstall, 35 Pferde auf 3.600 qm, also pro Pferd gut 100 qm, da ist genug Platz, sich neben die Haufen zu legen ... aber auch da gibt's welche, die eine Punktlandung machen, warum auch immer.

Ach und ich bin auch für Matten raus und eine dünne Schicht Späne rein, die dick genug ist, den Urin zu binden, aber nicht dicker.

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@Baroque

Achso, natürlich das stimmt schon. Ich bin bisher nur von einem Familiebetrieb ausgegangen, wo die Familie mithilft und keine Mitarbeiter eingestellt sind^^

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Na ja, wenn ein Pferd nachts auf Gummimatten statt in reichlich Stroh liegt, muss man sich nicht wundern, wenn es in der puren Scheizze und Pipi liegt.

Traurig. SO sollte man kein Pferd halten.

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