Fachinformatiker für systemintegration oder anwendungsentwicklung?

8 Antworten

Anwendungsentwicklung sollte bezüglich beidem mehr bringen, weil es einfach "spezieller"/"schwieriger"/"gefragter" ist.

Allerdings würde ich nicht danach entscheiden. Die Fachrichtungen sind inhaltlich durchaus sehr unterschiedlich.

Möchtest Du eher Software entwickeln oder möchtest Du eher Server und Netzwerkequipment warten? Es ist ja okay, dass Dir beides Spaß machen würde, aber was würdest Du präferieren?

Wenn es Dir darum geht, viel Geld zu verdienen und aufzusteigen, dürftest Du am Ende um ein Studium der Informatik ohnehin nicht drum herum kommen. Das gibt der Karriere in der Regel noch einmal einen richtigen Schub.

Durch das Studium werden die Karten natürlich neu gemischt, aber die Inhalte entsprechen "eher" denjenigen, die in der Ausbildung zum Fachinformatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung vermittelt werden, weil Du im Studium in erster Linie zum Entwickler (im weitesten Sinne) ausgebildet wirst (eben mit sehr viel mehr theoretischem Background und höherem Abstraktionsniveau, als in der Ausbildung, sowie auch mit sehr viel mehr fachlicher Tiefe im Allgemeinen), als zum Systemadministrator. Trotzdem wird auch nach einer Ausbildung zum Anwendungsentwickler im Studium so gut wie alles neu für Dich sein. Es ist also nicht so, als würde Dir die Ausbildung da große Vorteile verschaffen. Die Inhalte unterscheiden sich auch zwischen Ausbildung und Studium stark. Aber zumindest wird ein Studium grob in die selbe Richtung gehen, wie eine Ausbildung zum Anwendungsentwickler, kaum jedoch in die selbe Richtung, wie eine Ausbildung zum Systemintegrator.

Wenn Du Dich im Studium auf IT-Sicherheit spezialisierst, geht es wieder ein bisschen mehr in Richtung Systemadministration, wobei IT-Sicherheit zu 90 % trockene Theorie ist. (Ist nunmal so.) Allerdings ist das eine Spezialisierung, die meist recht spät im Studium kommt und am Anfang musst Du auch durch die ganzen (Grundlagen-)Veranstaltungen für Programmieren und Softwareentwurf durch und auch später wirst Du immer mal wieder auch Software entwickeln müssen (z. B. um ein bestimmtes Kryptoprotokoll zu implementieren und es anschließend - mit Softwareunterstützung - angreifen zu können), wenngleich dann nicht mehr der Fokus darauf liegt, sondern das Programmieren dann zu einer Art "Werkzeug" wird.

Hallo,

ich habe eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration gemacht. In der Berufsschule habe ich neben den Hauptfächern der Systemintegration auch noch Anwendungsentwicklung gehabt (2-4 Stunden pro Woche). Dort werden verschiedene Kenntnisse vermittelt. Bei mir war es so, dass wir am Anfang mit Excel (Formeln) angefangen haben, dann sind wir zu Java übergegangen und schlussendlich haben wir uns mit Datenbanken (nur die relationalen) befasst. Umgekehrt werden die Anwendungsentwickler bestimmt auch Unterricht in Systemintegration bekommen.

Der Schwerpunkt bei Systemintegration liegt in ITS (Informationstechnische Systeme). Darunter fallen u.A. Themen wie Hardware, Netzwerk, Betriebssysteme etc. Wir haben im Unterricht sehr viel zur Linux-Shell, Windows Server (Active-Directory), Hardwarekomponenten und viele Netzwerkthemen (u.A. Routing, Subnetting, IPv4/6, Arbeiten mit Cisco Packet Tracer, ...) behandelt. Außerdem viele Exkurse zu anderen interessanten Themen (IT-Security uvm..)

Nachträglich hätte ich gerne die Ausbildung zum Anwendungsentwickler gemacht, aber nur weil ich für mich festgestellt habe, dass mir Programmieren doch eher liegt, statt Hardware- und Netzwerkarbeiten.

Wo du mehr Geld verdienst kann man so pauschal nicht sagen, dass hängt letztendlich von deinen Fähigkeiten ab.

Als Fachinformatiker Systemintegration kannst du, wenn du dich sehr spezialisierst eine Menge Geld verdienen, wenn du nur als einer von vielen in einer IT Abteilung sitzt und den täglichen Helpdesk abarbeitest, dann wird das Gehalt wohl eher überschaubar bleiben.

Beim Anwendungsentwickler im Prinzip ja das gleiche.

Ich finde das Thema Geld sollte jetzt auch nicht das erste Kriterium sein, dass ist bei Beginn der Ausbildung ohnehin noch nicht abzusehen, wo da die Reise hin geht.

Du solltest dir eher überlegen, welcher Beruf dir mehr Spaß macht und in welchem du mehr Begabungen zeigst. Zur Not mach mal ein Praktikum in beiden Berufen.

Ich würde zu den jetzigen Antworten noch ergänzen:

nach meiner Meinung braucht ein Systemintegrator eine größere Affinität zur Hardware ( z.B. Prozessor-, Speicher- und Netzwerktechnik ) Als Systemintegrator bei einem großen Firma habe ich viel mit der Anwendungsentwicklung zu tun, ich würde sagen: nie Anwendungsentwicklung, wenn man Ingenieur (Techniker) -Blut hat. Es ist also auch eine Frage der Mentalität.

Die Bezahlung hängt von deiner Genialität ab. Durchschnitt wird durchschnittlich bezahlt.

Was da gelehrt wird, hängt ja eh erstmal vom Betrieb ab, ebenso wie das, was Du nachher lernst und wofür Du Dich interessiert. Ich würde Systemintegration wählen, weil wenn man Systeme warten und einrichten kann, man sich z.B. sehr gut selbstständig machen kann und anderen Firmen (klein bis mittelgroß) einfach hilft mit ihrer IT und quasi eine externe IT-Abteilung wird. Aktuell kennen sich sehr viele Firmen da nicht aus und freuen sich über einen, der das alles macht. Nebenprodukt dann noch Telefonie und Internet, sowie eine optionale Website und Du wirst mit relativ wenig und leichter Arbeit sehr sehr reich... ;)

vielen Dank! ist es aber trotzdem nach der ausbildunh möglich dann eine umschulung zum anwendungsentwixkler zu machen?

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@Ertu67

Wozu solltest Du das wollen? Du hast eine IT-Ausbildung und willst in einen IT-Beruf. Welche Chancen Du da hast, hängt von Deinen Fertigkeiten ab und nicht davon, welchen Bereich Du jetzt in der Ausbildung hattest. Wenn Du Dich weiterbilden möchtest, solltest Du nach der Ausbildung ein IT-Studium anstreben - ggf. neben der eigentlichen Arbeit, welche in der IT üblicherweise gut bezahlt wird.

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