Erzieherin werden? Sozialassistent oder Freiwillige Soziale Jahr?

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2 Antworten

Du klingst als wenn Du in Hessen wohnen würdest. da ist da so. Zwei Jahre Sozialassistent, drei Jahre Erzieherausbildung. Es gibt Möglichkeiten der Anrechnung oder der Verkürzung, z.B. Abitur oder bereits im Sozialbereich gearbeitet, z.B. als Integrationshelferin. Da mußt Du bei der Schule nachfragen, die Du besuchen willst. Da Erzieherinnen rar sind, bieten manche Städte zukünftigen Erzieherinnen an, ihnen die Schule zu finanzieren, wenn sie sich verpflichten, hinterher mindestens fünf Jahre im Sozialbereich der Stadt zu arbeiten. Da mußt Du bei Deiner Stadtverwaltung nachfragen. Ansonsten, fünf Jahre Ausbildung, Geld gibt es erst im Anerkennungsjahr.

Das ist total schwierig zu beantworten, weil die Ausbildung je nach Bundesland sehr unterschiedlich ist. In Bayern sind es 5 Jahre Ausbildung, in Baden- Württemberg 4. Verkürzungen sind möglich, ist aber sehr kompliziert. Wenn du zB vor der Ausbildung ein freiwilliges soziales Jahr gemacht hast oder sonst für längere Zeit in einer sozialen Einrichtung gearbeitet hast, lässt sich die Ausbildung in der Regel um 1 Jahr verkürzen und du steigst in das 2. Ausbildungsjahr mitein. Noch anders ist es, wenn du Kinder haben solltest. Dann kannst zu in manchen Fällen sogar in das dritte Ausbildungsjahr miteinsteigen. Was es seit neuestem gibt sind Quereinsteiger. Das machen oft ältere Personen, oder Eltern von Kinder und Personen, die bereits in sozialen Einrichtungen gearbeitet haben. Der Vorteil ist, es geht kürzer, der Nachteil, du musst dir alle Informationen selbst einholen. Was Auszubildende in der Schule gemeinsam und mit Fachkräften lernen, bekommst du nur das Theoriematerial und verstehen musst du es selbst. Währenddessen arbeitet derjenige noch in einer Einrichtung und muss praktische Prüfungen absolvieren. In der Theorieprüfung sind diese Quereinsteiger dann in den normalen Schulklassen mit dabei. Und dann kommt das Anerkennungsjahr. Eigentlich steht einem Auszubildenden als Erzieher kein Gehalt zu, da die Erzieherausbildung "privat" ist (Ausbildungsschule für Erzieher zählen in Deutschland zu Privatschulen), wo wir nicht als "Arbeitskraft" an sich gezählt werden und uns somit auch nichts zusteht. Weil aber besonders in den Vorpraktikas man zu 100% in einer Einrichtung arbeitet, bekommt man von vielen so ungefähr einen FSJ- Lohn. Viele Schulen befürworten das auch und setzen sich dafür ein, aber in Deutschland besteht keine Pflicht... Schade aber wahr. Verpflichtet sind sie dazu aber nicht. In der Theorieausbildung- also wenn man größtenteils nur in der Schule ist, kann man ja logischerweise keinen Lohn erwarten. Im Anerkennungsjahr steht die 60% des Erziehergehalts zu. Bafög unterstützt die Ausbildung, aber wegen Geld sollte man die Ausbildung nicht machen, weil man die ganzen Jahre über so ziemlich auf dem trockenen sitzt... Ich selbst habe die Ausbildung 5 Jahre lang gemacht und klar des ist ne heftige Zeit und mortz lange, aber man nimmt dafür so viel mit, wenn man die Ausbildung auf "die alte Art" macht. Man kann in viele Praxisstellen reinschnuppern und findet für sich besser heraus, wo später der Weg weiter gehen soll. Denn es gibt für einen Erzieher sehr viele versch. Möglichkeiten der Weiterbildung und der Zielgruppe, mit der man arbeitet. Diese vielen Erfahrungen während der Ausbildung kommt am Ende auch bei Bewerbungen zu Gute. Ich erfuhr bei Bewerbungsgesprächen stets positive Reaktionen, als es darum ging wo ich schon überall gearbeitet habe.

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