Erlebt ihr Rassismus im Alltag?

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13 Antworten

Also Personen, die ständig alles hinterfragen, um die Glaubwürdigkeit zu verifizieren, treffe ich meist bei jedem Anlass. 

Dass mich Mütter für Ihren Sohn nicht gut genug hielten, erlebte ich auch öfters als einmal. Ich bin studiert und es gab keinen Anlass mich für nicht gut genug halten zu können. Aber trotzdem war es so.

Personalausweis oder Führerschein und Fahrzeugschein wurde von mir bei jeder Polizeikontrolle verlangt. Durchgewunken wurden immer nur die anderen. 

Ich würde mal sagen, grundsätzlich ist das Misstrauen der Menschen in Deutschland größer als das Vertrauen. Ich würde dahinter aber nicht immer gleich Rassismus vermuten. Das kann ich auch gar nicht, weil ich Deutsche bin.

Ich stimme dir zu, dass manche Menschen durchaus rassistisch sind, aber Misstrauen erlebe ich auch mir gegenüber bei jeder Gelegenheit, die es so gibt.

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ich empfehle zu dem Thema "Noah Sow: Deutschland schwarz weiß"
Das ist harte Lektüre, aber für alle weißen deutschen sollte das Pflicht sein!

Alltagsrassismus hat viele Facetten, seien es die seit letztem Silvester verschärften "Verdachtsunabhängigen ausweiskontrollen", sei es dass mein Mitbewohner nicht in eine Disko kommt, weil er Schwarzer ist. ("So was wolln die Leute nicht sehn", sei es dass sein Freund (der sog, "südländisches aussehen" hat (als ob s ne krankheit wär o.O)) in der Straßenbahn jedes Mal wenn es vorkommt von den Kontrollettis in die Zange genommen wird, während ich daneben stehe und nicht mal meinen Fahrschein zeigen muss (ich sage dann immer, dass das grade gar nicht geht, und sie dann bitte alle so genau kontrollieren sollen), sei es dass eine nichtdeutschsprachige Familie mitten in der Provinz und abends aus der Bahn geworfen wird, weil sie in den falschen Zug gestiegen ist und ihr Fahrschein nicht gilt (das dürfen die gar nicht, aber wie sollten diese leute sich in einem fremden land wehren, wo sie sich durch sprache nur schwer verständigen können?).
((m)eine freundin und ich sind dann auch ausgestiegen, unter lautem Protest gegen die Behandlung der Familie. - Wir wurden nicht mal kontrolliert! )

Ich habe Angst.
In Zeiten in denen wöchentlich Flüchtlingsunterkünfte brennen, in denen die pogrome der 90er nicht aufgearbeitet wurden, in denen als reaktion auf rassismus verschärfte grenzkontrollen und eine stärkung einer militärischen bewachung der eu aussengrenzen gibt, in denen flüchtlingen immer mehr und mehr rechte abgesprochen, statt zugestanden werden, in denen Menschen auf bleiverseuchte Müllkippen abgeschoben werden (immer noch... aber die balkanstaaten sind ja angeblich sicherere herkunftsländer), in denen Menschen eingesperrt werden dürfen, ohne etwas gemacht zu haben als einfach da zu sein (abschiebehaft wurde wieder eingeführt), in denen schwersttraumatisierte Menschen keinen therapie bekommen, in denen rassistische Parteien wie die AFD von einem viertel der Leute gewählt werden, in denen fast jeden Samstag sogenannte "bürger" protestieren: Gegen die rechte von refugees, in denen immer erst mal alles einen islamistischen hintergrund hat, als sei "der Islam" die einzige in die Leute irgend einen Müll hineininterpretieren auf dessen Grundlage sie anderen Menschen das leben zur Hölle machen,
zeiten in denen nazis klimakillergegner*innen angreifen und nicht ein mal der versuch gestartet wird sie zu verfolgen, zeiten in denen...
nein. Das ist nun mal in einem land so, das versucht einen schlussstrich unter seine nationalsozialistische vergangenheit zu ziehen, in dem menschen ständig sagen, sie dürften was nicht sagen, es aber dann sagen.
70 Jahre in der Geschichte, das ist... nicht mal ein Windhauch. Wen wundert da rassistische und antisemitische kontinuität und die zunehmende institutionalisierung der entrechtung asylsuchender?
Es gibt in Deutschland eine Rassismuskrise, die schon seit 1887 andauert, keine Flüchtlingskrise.
In einer rassistischen Kultur können sich keine Leute freimachen davon Rassistisch zu sein, auf jeden fall keine weißen deutschen!

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Kommentar von ThenextMeruem
11.10.2016, 17:53

Ach, die Fahrkartenkontrollen, habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht

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Glaubst du bei irgendjemand anderem hätte sie einfach so ohne Vorbehalt das Geld ausgehändigt?

Außerdem ist es kein Rassismus wenn sie sich aufgrund deines Aussehens nicht sicher ist ob du deutsch sprichst. Ich glaube viele Menschen haben mittlerweile schon ganz vergessen was Rassismus eigentlich bedeutet. 

Ich sehe auch nicht ganz deutsch aus und wurde auch schonmal gefragt ob ich deutsch rede, es wäre mir nicht im Traum eingefallen mich dadurch beleidigt oder diskriminiert zu fühlen. Dass man sich vielleicht irgendwie gekränkt fühlt... okay, kann ich noch halbwegs nachvollziehen. Aber zu viele Leute benutzen "Rassismus" heutzutage als Kampfbegriff um ihre negativen Emotionen irgendwie auf eine greifbare Sache abzuwälzen. 

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Kommentar von ThenextMeruem
11.10.2016, 16:32

Nein, aber dafür gibt es Unterlagen die man ausfüllen muss. Und sie hätte nicht 10x nachfragen müssen, wenn ständig die selbe Antwort bei rauskommt.

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Woher weißt du, dass nicht alle so behandelt werden? Denkst du, die würde ohne Beweise einfach jemanden Geld geben? Ich vermute, das Zeigen des Ausweises soll abschreckend wirken, damit man denkt, dass man das man registriert ist, und es nicht ein zweites Mal versuchen kann, falls man ein Betrüger wäre.

Das mit dem "geisteskanken Spinner" stimmt natürlich, würde aber auch für übermäßig christliche Menschen gelten. Junge Menschen in Deutschland sind nunmal in der Überzahl nicht oder nur ganz schwach gläubig. Als Schwiegersohn akzeptiert man Moslems natürlich nicht, weil man schon viele Horrorgeschichten zu dem Thema gehört hat, z.B. dass die Frau dann den Glauben annehmen möchte, und bei einer Scheidung ihr Leben verwirkt hat.

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Kommentar von ThenextMeruem
11.10.2016, 20:49

Das war nur ein einziges Beispiel (übrigens glaube ich nicht, dass man jeden fragt, ob er deutsch sprechen kann), aber hier mal ein anderes. Einmal wollte ich mit paar Freunden ins Ausland reisen (USA). Also meine Freunde (drei, allesamt "deutsch") und ich. Wir waren natürlich allesamt in einer Gruppe, aber plötzlich wurde einer von uns vom Personal abgefangen und eine ganz Körper Untersuchung wurde bei ihm durchgeführt, jetzt rate mal wer dieser jemand war.

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Was genau verstehst du unter "Rassismus"? Für mich ist das ein inhaltsleerer Kampfbegriff.

"Es ist mir egal, ob es solche Maschen gibt oder nicht, fakt ist ja einfach, dass wenn ich ein deutsches aussehen gehabt hätte, mir dieses ganze Theater erspart gewesen wäre."

Woher willst Du das wissen? Kommt eben auch drauf an, wie oft da so etwas versucht wird. Am Bahnhof treiben sich häufig dubiose Leute rum. Die Mitarbeiter sind da m. E. völlig zu Recht vorsichtig.

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Kommentar von ThenextMeruem
11.10.2016, 15:20

Die hätte mich gefragt, ob ich deutsch sprechen kann? Das glaube ich kaum Und nein, nur weil es andere mit dem selben ethnischen Hintergrund so machen, darf sie mich nicht einfach unter Verdacht stellen, sowas geht einfach garnicht.

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Ich erleben Rassismus fast jeden Tag, nämlich wenn ich in die Schule gehe. 

Das ist dann zwar meist nicht gegen mich gerichtet, aber trotzdem erlebe ich Rassismus; von einigen jungen Herren aus meiner ehemaligen Klasse. Sie lästern täglich über Flüchtlinge und nicht-deutsche Menschen. 

Letztens beleidigte mich einer von denen als "Japse" und "Reisfresser", nur weil ich die Asiatische Kultur mag und nichtmal Japaner / Asiate bin.

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Tut mir leid, deine Geschichte mit dem Automaten ist grammatikalisch derart schlecht dass man nicht weiß was genau du meinst...

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Kommentar von GravityZero
11.10.2016, 15:06

Achja. Rassismus erlebt man täglich, in jedem Land der Welt, an so ziemlich jedem Ort.

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Kommentar von ThenextMeruem
11.10.2016, 15:06

Das war die Autokorrektur. Hat statt "um" "und" geschrieben, statt "mir" "mit" usw., macht sie öfters

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Kommentar von ThenextMeruem
11.10.2016, 15:08

Statt "Personen" "Personal" Dass es Rassismus überall gibt, ist keine Entschuldigung oder kann es rechtfertigen.

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Kommentar von GravityZero
11.10.2016, 15:10

Du hast auch nicht gefragt ob es eine Entscheidung gibt, sondern ob andere es auch erleben. Antwort steht oben.

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Kommentar von ThenextMeruem
11.10.2016, 15:11

Damit meinte ich aber deutsche in Deutschland

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Nein, die Bahnmitarbeiter behandeln alle Menschen gleich mies ;) Zum zweiten glaube ich das eher moslemische Eltern keinen deutschen Schwiegersohn akzeptieren würden.

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Kommentar von ThenextMeruem
11.10.2016, 15:29

Das ist doch vollkommen gleichgültig. Man kann das eine eine nicht wegen dem anderen rechtfertigen.

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Ja ich (m, 15) wurde schon öfters beleidigt, sei es aufgrund meiiner Hautfarbe (normaler Südländer) oder aufgrund dessen, dass ich kein Deutsch kann (ich kann deutsch).
Die Menschen nehmen keine Rücksicht auf Alter.

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Rassismus spüren vor allem davon Betroffene. Als dessen Opfer haben sie selbst oft ein klares Gespür dafür, anders behandelt zu werden.

Gerade Rassisten werden Deiner Einschätzung des realen Alltagsrassismus widersprechen, empfinden sie ihr diskriminierendes Verhalten mangels intellektuellen oder menschlichen Vorstellungsvermögens doch als "ganz normal", ggf. als "verzeihlichen Irrtum"; Kritik daran empfinden sie darüber hinaus auch als (durch Beobachtung) "überbetont" oder gar als "nestbeschmutzerisch".

Man muss über den Alltagsrassismus reden, ihn erkennbar machen, auf ihn zeigen, und das tust Du ja.


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Oh ja! Ich selber bin gebürtig deutsche, aber wie andere Leute manchmal reden macht mich sauer! Mach einfach das Beste daraus! Steh da drüber! Schaffst du schon!😊

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Das ist aber nicht nur ein Problem in Deutschland oder nur gegen Türken oder Muslime. Ich war jetzt in Italien und wurde als Deutscher auch diskriminiert. Ich habe überall mehr bezahlt und keiner wollte mir helfen als ich fragen hatte und sie wussten das ich kein Italiener bin. Es sind natürlich nicht alle Leute so aber ein Großteil ist halt sehr reduziert in seiner Denkweise.

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Ich wurde als Bayer in Berlin diskriminiert als CSU-wählender Lederhosenseppl.

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