Elektrotechnik, Maschinenbau, Informatik oder Physik studieren?
Hallo.
Ich besuche aktuell die 12. Klasse und mache nächstes Jahr mein Abitur. Schon seit längerem frage ich mich, was ich studieren möchte. Es fällt mir unwahrscheinlich schwer, diese Entscheidung zu treffen. Jedes mal wenn ich denke, mich entschieden zu haben, löst irgendeine Kleinigkeit eine erneute Umentscheidung aus.
Zum Hintergrund: Mein ursprünglicher Wunsch war schon immer, Physik zu studieren. Deshalb besuche ich auch seit der Oberstufe den Physik Leistungskurs. Nicht, weil ich mal ein oder zwei Kurzgesagt Videos geguckt habe und mich deswegen bereit für das Physikstudium fühle, sondern weil ich wirklich Spaß daran habe, Formeln herzuleiten, Differentialgleichungen zu lösen und physikalische Zusammenhänge bis aufs (im Rahmen des Schulunterrichts mögliche) Kleinste zu verstehen. Mich reizt ein Physikstudium, weil ich etwas anspruchsvolles studieren möchte und vor allem, weil ich zu Physikern wie Albert Einstein und Max Planck aufschaue, und anstrebe (ich weiß, sehr hoch gesetztes Ziel), ebenfalls große Entdeckungen zu machen.
Das einzige Problem, was ich habe, ist, dass ich mich eben nicht nur für die Physik interessiere. Hobbymäßig mache ich eben auch Dinge, die einer Tätigkeit des Ingenieurs oder Informatikers entsprechen würden. Ich liebe es, in z.B. Fusion 360 Roboter (oder IoT Geräte, Drohnen) zu Designen und diese mit meinem 3D Drucker und einem Arduino zu verwirklichen. Außerdem finde ich Hacking/Cybersecurity bzw. Softwareentwicklung ebenso interessant, weswegen ich mir auch schon einige Programmiersprachen bis zu einem gewissen Grad beigebracht habe. Ich weiß aber halt selber nicht, was ich lieber mache. Solche Praxisorientierten Dinge, die eher Ingenieure machen, Informatik oder halt Physik. Zunehmend habe ich eben daran gezweifelt, ob Physik wirklich das Richtige ist.
Ich bin zwiegespalten, wo ich später sein möchte. Diese Entscheidung, was ich studieren möchte, scheint mir so endgültig. Möchte ich mein Leben der Physik widmen und an den neusten Kenntnissen der (besten) Naturwissenschaft forschen, oder an dieser Forschung nicht direkt beteiligt sein, sondern diese "nur" anwenden aber dabei die Menschheit mit Erfindungen weiterbringen? Klar, wahrscheinlich kann mir niemand auf diese Frage eine eindeutige Antwort geben, am Ende muss ich's selber wissen. Aber vielleicht war ja der ein oder andere von euch in einer ähnlichen Situation und kann mir seine Erfahrungen mitteilen.
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6 Antworten
Die Entscheidung kann dir niemand abnehmen. Aber vielleicht als kleiner Denkanstoß, was für Möglichkeiten man mit Physik so hat:
Meine Frau ist Professorin im Bereich theoretische Kernphysik, sie ist also wirklich dabei geblieben . Ehemalige Komillitonen (ähem... Wir schreibt man das?) arbeiten in Finanzabteilungen bei großen Unternehmen, bei Versicherungen, um Schadensmodelle zu berechnen usw., weil PhysikerInnen vor allem eins richtig gut können: Rechnen. Da sind durchaus auch leitende Positionen im örtlichen Chemiebetrieb dabei, wenn man lieber etwas näher an die Praxis möchte.
Einer ihrer engsten Kollegen hat sein Promotionsstudium abgebrochen und leitet (!) jetzt die IT-Abteilung an der Uni, nachdem er anfangs dort nur bei einem studentischen Nebenjob ausgeholfen hat.
Wieder andere sitzen in Entwicklungsbüros.
Auf den Punkt gebracht: Die Möglichkeiten (wenn man wirklich gut ist) sind in Physik extrem vielfältig. Und wenn ich's mal vergleiche, deutlich vielfältiger als bei meinen ehemaligen komillit... Mitstudenten, die fast allesamt Diplom-Elektrotechniker sind... naja, außer mir, ich bin Lehrer. Und da fällt mir ein, ein Quereinstieg ins Lehramt ist in diesem gesuchten Fach auch problemlos möglich.
Gute Jobs findest du in allen von Dir genannten Bereichen. Aber meines Erachtens ist Physik der, der dir am meisten Möglichkeiten offen lässt. Gute Physiker gibt's nicht wie Sand am Meer.
Physik ist wohl nach der Beschreibung das beste. Maschinenbau ist meist sehr praxisnah, aber auch Physiker können in bestimmten Bereichen des Maschinenbaus interessante Tätigkeiten finden. E-Technik ist auch viel Physik. Informatik ist sehr speziell und oft weit weg von den praktischen Fragestellungen der Technik.
Hass es so wie ich es hasse
Erstmal: das musst du wissen.
Physik ist halt Physik 😅 da geht's halt primär um Formeln herleiten, Teilchenphysik usw. Nach dem Studium ist man aber auch nicht dazu verpflichtet sich nur mit Formeln auseinander zu setzen. Habe z.B. mal einen Job gesehen für optische (also Laser, Linsen etc.) Ingenieurstätigkeiten.
Aber man muss halt durchs Studium durch, wenn dir reines Physik nicht taugt und du später nicht mal dort arbeiten willst, dann ist es wohl nicht so das richtige für dich. Kann's aber nur aus dem einen Satz herauslesen.
Ich selber studiere Elektro- und Informationstechnik. Ist eigentlich genau das was ich wollte. Bissl Mathe, bissl Physik, Elektrotechnik und Informatik. Sprich Programmieren ist auch oft dabei. Vielleicht nicht so detailliert wie in einem Informatikstudiengang, aber dafür hat man mit Elektrotechnik einen besseren Überblick was den physikalisch passiert.
Mir macht's Spaß.
Aber eigentlich kann man mit allen Studiengängen oben nichts falsch machen. Musst halt wissen wo du deine Präferenzen hast.
Alternativ gäbe es noch "Robotik" das wird an manchen Hochschulen/Universitäten auch angeboten.
Hab nicht das "nur" in deiner ursprünglichen Frage gelesen. Also taugt dir Physik sehr 🤔.
Egal was du wählst, fix in einem Beruf musst du nicht bleiben.
Ist Elektro- und Informationstechnik nochmal ein extra Studiengang? Wo sind da primär die Unterschiede zu reiner Elektrotechnik?
Ne nur einer. "EIT"
Ist quasi nur so eine Art zusätzlicher Zweig. Z.B. gibt's bei uns an der Hochschule die zwei Studiengänge "Elektrotechnik und Elektromobilität" und "Elektro- und Informationstechnik".
Die ersten 2 Semester (Grundstudium) sind komplett gleich. Nur ab dem 3. Semester haben die beiden Studiengänge ein paar andere Module. EIT hat eher Nachrichtentechnik, Mikrocomputertechnik, Java als weitere Sprache, usw. . Informationstechnik halt.
EMB hat dafür Batteriechemie, usw. .
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Aber selbst Maschinenbau hast manche Fächer die EIT hat, also musst du selbst entscheiden welcher Bereich du am interessantesten findest :)
Je nach dem, an welcher Uni du studierst, würde ich vielleicht eine andere Antwort geben. Heutzutage ist Maschineningenieur jedoch einer der breitgefächertesten Studiengänge und mit der richtigen Vertiefung kannst du deinen Interessen nachgehen und noch deutlich praxisnaher arbeiten als mit einem Physikstudium. Beispielsweise kann ich dir zu einer Vertiefung in Mechatronik raten, welches ein Mix aus Maschineningeneur, Etechnik und Informatik ist. Dazu kannst du (je nach Uni) vielleicht noch Wahlfächer wie Quantenmechanik dazuwählen.
Letztendlich ist es aber die Frage, wie du selber schon sagtest, ob du dich komplett der Physik widmen willst oder doch die Physik nutzen willst um als Ingenieur neue Geräte und Technologien zu entwickeln.
Edit: ich sehe gerade dass die Frage ein Jahr alt ist, hast du dich schon entschieden?
Oder "KI" oder bestimmt auch irgendwo Cybersecurity