Diabetes Typ 2: Warum kann Insulin nicht die Zellen öffnen und was bringt es mehr Insulin zu spritzen wenn schon welche vorhanden ist, würde das nicht zu ein?

7 Antworten

Insulin hat unter anderem die Aufgabe, die Zellen für die Aufnahme von Glucose zu öffnen. Dazu hat die Zelle Rezeptoren.

Dort dockt ein Insulinmolekül an und die Zelle öffnet sich für die Glucose. 

Die Basis eines Typ 2 Diabetes ist eine Insulinresistenz. Die Zellen werden weniger sensibel für das Insulin und es werden z.B. zwei Insulinmoleküle gebraucht. um die Zelle zur Aufnahme der Glucose zu öffnen, was aber für die Betazellen bedeutet, zukünftig die doppelte Menge Insulin für die gleiche Menge Glucose produzieren zu müssen.

Leider bleibt die Resistenz nicht stehen und entwickelt sich weiter, was bedeutet, das der Körper immer mehr Insulin produzieren muss. Irgendwann erreichen die Betazellen das Ende ihrer Leistungsfähigkeit und fahren, um sich nicht selbst gänzlich zu zerstören, die Insulinproduktion auf den Normalwert zurück, der dann natürlich nicht mehr ausreicht.

Zusätzlich ist meist eine grosse Anzahl an Betazellen während der massiven Überproduktion abgestorben, so das nur noch eine geringe Menge an Rest-/Eigeninsulin  übrig ist.

Jetzt kommt es darauf an, wie früh der Diabetes Typ 2 entdeckt wurde. Je früher, desto besser, da dann mehr Betazellen überleben und bei einer günstigen Ernährung, Gewichtsreduzierung und viel Bewegung das verbliebene Eigeninuslin ausreicht, das man denken könnte, der Typ 2 sei geheilt.

Dem ist aber nicht so. Ein simpler OGTT würde sofort das Gegenteil beweisen. Im übrigen bleibt die Resistenz nicht stehen, sprich sie steigt weiter mit der Zeit.

Die übliche Typ 2 "Karriere" sieht deshalb meist so aus: anfangs reicht das oben beschriebene Szenario. Nach ein  paar Jahren müssen dann meist orale Antidiabetika (Tabletten wie z.B. Metformin) gegeben werden. Etwas später müssen sie dann mit Langzeit-(Basal-)Insulin kombiniert werden und am Ende landet man dann bei einer reinen Insulintherapie.

Insulin hat auch die Aufgabe Glukose und Fett in die Zellen einzuschleusen, wenn Fettzellen bereits zu viel Fett aufgenommen haben, lassen sie kein Fett mehr rein (das ist die Insulinresistenz), gleichzeitig kann Glukose auch nicht eingeschleust werden und sie bleibt im Blut zurück = Zuckerspiegel steigt = Diabetes mellitus Typ 2

Typ 2 Diabetiker produzieren normalerweise genug Insulin (bei manchen muss wenig gespritzt werden), aber das nutzt nichts, wenn die Zellen die Aufnahme verweigern

Was die meisten nicht wissen ist, dass Typ 2 eine Stoffwechselerkrankung ist (Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, eine Reaktion auf langjährige Einnahme von Tierproteine, insbesondere das Kasein aus der Milch) welche durch die westliche Ernährungsart (auf Tierprodukte ausgerichtet) verursacht wird (siehe oben: zu viel Fett und woher kommt es?), eine wirklich gesunde Ernährung (überwiegend fettarm pflanzlich essen) drängt Typ 2 zurück, bis hin, dass keine Medikamente mehr benötigt werden

In der ganzen Geschichte der Medizin ist es weltweit noch nie dazu gekommen, dass ein Diabetiker Typ 2 durch Medikamente wieder gesund wurde, wohl aber über passende Ernährung und zwar ohne Nebenwirkungen (bzw. Normalgewicht wieder zu erlangen kann als Nebenwirkung betrachtet werden)

Also, Diabetiker von Typ 2 haben es in der Hand, nicht der Doktor macht sie wieder gesund, sondern sie selbst

Super gut erklärt, vielen Dank!

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@Aldona55

bitte und lass dir nichts aufschwatzen, es gibt viele die wirklich glauben Typ 2 kommt aus der Luft

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@eppursimuove

Mir fällt ne Frage auf. Bei Diabetes Typ 2 sind ja die Rezeptoren 
Insulinresistenz aber gibt es da keine Heilung also das es nicht mehr Insulinresistenz wird und die Rezeptoren dann Insulin erkennen können. Wenn es verwiegt bleibt dann hat man doch am ende Insulin Überschuss da Insulin nichts machen kann und einfach im Blut weiter fließt?

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@Aldona55

wenn Fett abgebaut wird, werden auch diese Fettzellen "schlanker", es steht nichts im Wege einen normalen Stoffwechsel wieder zu bekommen

Nochmal: Typ 2 Diabetes ist eine Metabolismus (Stoffwechsel)-Erkrankung, sie ist historisch gesehen eine junge Entwicklung die unzweideutig mit der Änderung der Ernährungsgewohnheiten zu tun hat, von überwiegend pflanzlich auf überwiegend Tierprodukte

Im Grunde signalisiert der Körper: "Habe mehr als genug Fett und Proteine bekommen, ich will sie nicht mehr", die Lösung ist einfach, aber Menschen wollen unbedingt kompliziert denken und setzen auf Wundermittel, die letztendlich sie nur noch kranker macht (wer kennt jemand, der durch Metformin wieder gesund wurde? Ich auch niemand: die Zahlen werden etwas besser, aber die Krankheit bleibt, weil die Ursache nicht beseitigt wurde, es wurden nur Symptome behandelt, das ist das Wunder der "modernen" Medizin

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Diabetes Mellitus kann unter anderen kommen, in dem die Beta Zellen und Langerhanschen Inseln der Bauchspeicheldrüse langsam alle Tod sind.

Dann produziert das Pankreas kaum noch Insulin, welches mit einer Insulin Therapie ausgeglichen wird.

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