Devisenknappheit

3 Antworten

Im Handel muss man Waren, die man kauft, bezahlen.

Das kann man nur mit etwas tun, das der Handelspartner als wertvoll genug akzeptiert. Entweder eine Ware oder eine Währung.

Bei letzterer muss dazu die Kaufkraft gegeben sein: man muss das Vertrauen haben, dass man damit stets etwas Wertvolles kaufen kann.

Die Währungen des sozialistischen Ostblocks trafen auf das Problem, dass ihnen im Westen nur geringert Wert beigemessen wurde.

Mit dem französischen Franc konnte man in Frankreich eine Menge interessante Dinge kaufen, mit der D-Mark ebenso in Westdeutschland.

Was konnte man mit der Ostmark kaufen?

Darum musst die DDR zum Kauf von Produkten aus dem Westen überhaupt erstmal an Westwährungen kommen. Um z.B. in den USA einzukaufen, also Westmark haben.

Dazu hat sie dann allerhand merkwürdige Sonderwirtschaften erfunden. Gerüchte erzählen z.B., die DDR habe in Glashäusern Bananen gezüchtet (!) Nur zum Verkauf in den Westen.

Eine bewiesenere Geschichte ist der Verkauf von Gefangenen: wer wegen Staatsuntreue inhaftiert worden war, wurde u.U. jährlich von Westdeutschland der DDR "abgekauft". Es liegt nahe, zu vermuten, dass die DDR-Regierung es gerne sah, wenn die Stasi mit dem Verhaften und die Justiz mit dem Verurteilen nicht sparsam umging, nicht wahr?

Um Deviesen(Westmark oder Dollar) zu bekommen, mussten wie überall in der Welt Waren oder Dienstleistungen verkauft werden.

Das führte dazu, daß die Waren zum Teil unter den Herstellungspreis, z.B. Kleidung an die Versandhäuser und Kaufhäuser in Westdeutschland verkauft wurden. Aber auch Waffen nach Äthopien z.B. . Firmen und Monteure arbeiteten ständig in Westdeutschland und in der Welt.

IKEA hat Möbel in der DDR fertigen lassen und der ist ja für niedrige Preise bekannt, besonders bei seinen Lieferanten. Wenn man Spitzenprodukte hatte, die gut auf dem Weltmarkt abzusetzen waren, gab es die in der DDR entweder gar nicht oder nur mit Beziehungen zu kaufen. Z.B. der Wohnwagen Intercamp ging überwiegend nach Holland.

Auf der anderen Seite war die DDR ein Rostoff  armes Land, dass vieles im Westen legal und illegal einkaufen musste. Der große Bruder UdSSR hatte auch nicht alles und auch nicht umsonst.  Der Kaffee kam überwiegend aus Brasilien und wurde mit Kali bezahlt. Um dieses Geschäft lukrativ zu machen, nämlich Dollars statt  Kaffee, baute die DDR in der Volksrepublik Vietnam eine Plantagenwirtschaft für Kaffee auf. Mit Hilfe des Tropeninstituts der DDR. Da aber Kaffeebüsche mehrere Jahre brauchen bis sie tragen, hatte die DDR nichts mehr davon. Aber Vietnam ist jetzt viertglößter Kaffee - Produzent in der Welt.

Zu Zeiten des IRAN - IRAK Konflikts in den 80ern vekaufte die DDR LKW an beide Seiten

Die DDR litt unter chronischer Devisenknappheit. Damit meinte man die Devisen der kapitalistischen Länder. Denn nur mit denn konnte man Westprodukte kaufen. Ob es nun  Autos oder andere Luxusgegenstände waren. Aus diesem Grunde waren auch Bananen oder Kaffee Mangelware. Denn beides gab es nicht in den anderen sozialistischen Ländern.

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Ich hab immer Kaffee bekommen! Aber da er sehr teuer war, trank man viel weniger als heute.

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@Claud18

Natürlich gab es auch Kaffee in der DDR. Wenn es Kaffee sein sollte der westlichem Standard entsprach, war er entweder sehr teuer oder nur gegen Devisen zu haben. Die Führung kam dann auf die Idee den Kaffee mit Ersatzstoffen zu strecken. Das war aber selbst den DDR-Bürgern zu viel. Sehr schnell kam man dann wieder zum reinen Bohnenkaffee zurück.

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