Das Fahrrad steht vor der Tür. "vor": Präposition oder Adverb?

5 Antworten

Hallo!

"Das Fahrrad steht vor der Tür."

Subjekt + Prädikat.

"Vor" ist kein Adverb, sondern eine Präposition, wenn es wie hier örtlich in Bezug auf etwas verwendet wird. Es ist kein "Umstandswort", von der Sicht des Sprechers, sondern ein "Verhältniswort", so eine Präposition. Das Wort "vor" ist eine Präposition. "Vor der Tür." Nicht "heute mache ich"...

Vor = Präposition! Punkt. (Hier!)

Nun ist die Frage: Ist es ein Präpositionalobjekt oder eine adverbiale Bestimmung?

Ich kann's kaum glauben, dass es Leute gibt, die "Objekt" meinen. Die müssen einmal "Präpositionalobjekt" und "Adverbiale Bestimmung" googeln und danach den Unterschied. Genauso der Tipp an dich.

Ganz klar: Es ist eine adverbiale Bestimmung des Ortes.

Genauso könntest du die Präposition durch andere örtliche Präpositionen ersetzen. Bei einem Präpositionalobjekt ist es jedoch sooo nötig, dass dann der Sinn des Satzes nicht erhalten bleibt. Aber auch durch andere, wie: durch (modal). Und mehr... Und dass manche es begründen, dass es "lokal" BENÖTIGT, ja, das ist doch kein Grund! Das wäre sogar perfekt für Verben für die adverbiale Bestimmung des Ortes. Bitte noch einmal recherchieren, was ein Objekt ist und wie wichtig es ist.

Grüße: Maxime! 🍄

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – tiefgehendes Verständnis in Grammatik und Rechtschreibung.

Was ein Präpositionalobjekt ist und was nicht, das ist sogar unter Experten oftmals umstritten. V.a., da es oftmals Überschneidungen gibt.

Ich bin in diesem Fall eher auf der Seite: Es ist ein Objekt. Denn ich denke, dass bei "stehen" immer ein Ort grammatisch mitgedacht wird, wo etwas steht. Und das ist ja - zugegeben etwas lax formuliert - was ein Objekt u.a. ausmacht. Der Satz "Das Fahrrad steht." ist grammatisch zwar richtig, aber bedeutet meiner Ansicht nach etwas leicht Unterschiedliches, nämlich: "Das Fahrrad befindet sich in aufrechter Position." Und wenn ein solcher Bedeutungsunterschied feststellbar ist, spricht man von verschiedenen Verben. Somit kann man damit nicht argumentieren, dass "vor der Tür" hier ein Adverbiale ist. Wie gesagt, die Meinungen können aber auseinandergehen.

Man spricht dann auch von einem Präpositionalobjekt mit 'unfester' Präposition, die Präposition kann also wechseln. Das ist natürlich anders gelagert als ein Fall mit fester Präposition, wo es klarer ist, aber trotzdem kann es ein Objekt sein.

Ich hoffe, mein Gedankengang ist hier - in aller Kürze - deutlich geworden.


MaxMusterman353  27.11.2023, 16:33
Was ein Präpositionalobjekt ist und was nicht, das ist sogar unter Experten oftmals umstritten. V.a., da es oftmals Überschneidungen gibt.

UMSTRITTEN ist es nicht.

Das sind doch keine Gründe! Fast alles stimmt hier nicht. Ich bitte dich, dich damit noch einmal auseinanderzusetzen. Du tust mir leid.

Um Gottes Willen, die Funktion wurde hier falsch angedeutet!

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Die Leute dort scheinen die Bezeichnung Adverb nicht für eine Wortart zu verwenden, sondern für ein Satzglied (das heißt in meinem Sprachgebrauch Adverbiale). Das ent­spricht nicht dem, was ich anderswo gelesen habe.

Adverbien wie dort oder vorne können ein Satzglied für sich bilden, und dieses Satzglied ist dann ein Adverbiale.

  • Aber sie können auch innerhalb eines Satzgliedes als Attribut auftauchen: Der Mann dort trägt einen grünen Hut. Hier ist dort ein Attribut zu Mann und kein eigenes Satzglied; das merkt man daran, daß man den Satz nicht so umstellen kann, daß die beiden Wörter getrennt werden.
  • Umgekehrt können Adverbialia als Satzglieder natürlich auch aus mehreren Wör­tern bestehen, vor allem aus Präpositionalausdrücken: Wir sind schon einmal in Klagenfurt gewesen.
  • Das Wort vor ist eine Präposition, kein Adverb. Das merkt man daran, daß es einen Kasus regiert und dem nachfolgenden Nomen aufzwingt; im Fall von vor ist es meist der Dativ, bei Richtungsangaben aber der Akkusativ: Vor der Tür steht je­mand aber Geh doch vor die Tür!
  • In ein paar umgangssprachlichen oder elliptischen Formulierungen kann vor viel­leicht auch als Adverb auftreten, aber das halte ich für marginal.
Woher ich das weiß:Hobby – Angelesenes Wissen über Sprach­geschich­te und Grammatik

Irren ist menschlich, offenbar auch bei studysmarter.de

vor “ ist hier gewiss kein Adverb, sondern eine Präposition in einer Umstandsbestimmung des Ortes (Lokaladverbiale).

vor “   hatte jedoch einst bis ins frühe Neuhochdeutsch tatsächlich eine adverbielle Funktion, die in Resten überlebt hat, etwa  in der Redewendung „nach wie vor  (= ‘weiterhin, immer noch’). 

Der überlebende adverbielle Gebrauch von „vor “ hat sich allerdings auch in gewissen Resten bei Verben erhalten  und zwar in solchen, die mit  vor-  trennbar zusammengesetzt sind, was auch die verkürzte Aufforderung „Freiwillige vor!“ erklärt. Bei unserem „stehen“  aber ist dies nicht der Fall.

Ich hätte jetzt kein Adverb gesagt, weil dann müsste der Satz ja auch ohne "vor" korrekt sein.

z. B. Sie handeln schrecklich. (schrecklich ist ein Adverb)

Sie handeln.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

mchammmmmmmmeer 
Beitragsersteller
 27.11.2023, 14:43

Ist in deinem Satz nicht schrecklich ein Adjektiv was adverbial benutzt wird z.B. statt Attributiv?

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