Darf meine Vermieterin die Indexmiete rückwirkend anwenden?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es gibt den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes.

Bei einem Indexmietvertrag kann ein Vermieter die Miete jährlich einmal entsprechend der Steigerung gemäß Index anpassen. Basis ist derzeit der Index von 2010. Insofern ist das schon richtig und nicht rückwirkend.

Die Miete kann natürlich nicht rückwirkend erhöht werden nach dem Motto, "nun zahl mal schön nach". Aber sie könnte ab übernächstem Monat auf Basis des im Moment der Erhöhung bestehenden Index die Miete erhöhen.

Für die Berechnung gibt es eine Formel, die angewandt werden muss. Du findest sie z. B. hier:

https://www.haus-und-grund-muenchen.de/leistungen/mieterhoehung/indexrechner

Nach einer Erhöhung bleibt die Miete 1 Jahr lang fest und kann dann erneut erhöht werden.

Seit Jahren ist ein Indexmietvertrag für Mieter gerade in angespannten Regionen sehr vorteilhaft, denn die marktmäßige Steigerung der Mieten übersteigt bei weitem die Steigerung des Verpraucherpreisindex. Das bedeutet einerseits geringe Steigerungen pro Jahr, mit denen auch Mieter kalkulieren können und Vermieter wissen, dass die Miete zumindest in etwa mit der Inflation mit steigt. Vermieter sollten daher möglichst kein Jahr auslassen, damit sich Mieter nicht plötzlich wundern, weil sie ihre Vertragsdetails nicht mehr kennen.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung
1

Hallo bwhoch2,

vielen Dank für die Antwort. Dann ist die Erhöhung wohl richtig.

Nun habe ich aber noch eine Frage. Der Mietvertrag läuft ja auf mich und meinen ehemaligen Partner. Die Vermieterin wollte ihn nach seinem Auszug nicht aus dem Vertrag lassen.

Die Mieterhöhung ist aber nur an mich geschrieben. Ist sie dann auch gültig oder muß sie auch an meinen ehemaligen Partner gestellt werden. Er haftet ja auch immer noch voll mit.

Viele Grüße

Sandra

0
48
@Sandra391

Da Du zu 100% für die Miete haftbar bist, ist sie auch gültig, wenn sie nur Dir gegenüber erklärt wurde. Sie ihm mitzuteilen ist dann Deine Sache. Du kannst sie aber auch bitten, den Brief auch an ihn zu schicken.

0
48

Danke für die Auszeichnung.

0

Das Zitat ist sicher so in einem / deinem Formularmietvertrag von der Stange als Option u. a. stehend.

Wenn nicht in dem Mietvertrag ausdrücklich tatsächlich ein Indexmietvertrag vereinbart wurde, kann nun der Vermieter nicht im Nachhinein den bestehenden Mietvertrag neu deklarieren und ihn nunmehr als Indexmietvertrag betrachten und auf dieser Grundlage regelmäßig die Miethöhe anpassen und das noch dazu auch rückwirkend. Das geht so rechtlich nicht. Das MEV ist deshalb unwirksam.

Da dieses Vertragsänderungsangebot / Mieterhöhungsverlangen allein an dich und nicht auch an den Partner, der noch im Mietvertrag steht, gerichtet wurde, ist das Mieterhöhungsverlangen auch deshalb unwirksam.

Alles war über drei Jahre hinaus rückwirkend angeführt wird, wäre ohnehin verjährt.

Aber auch so ist das ja ihre Sache, wenn sie diese Klausel bisher nicht angewendet hat. Das kann sie nur für die Zukunft tun.

1

Welches Jahr darf die Vermieterin dann als Basisjahr für die Indexmiete zugrunde legen? Wäre das dann 2015?

0
78
@Sandra391

Sie kann jetzt nicht mehr als die üblichen Mieterhöhungen verlangen. Also höchstens 20 % in drei Jahren.

0
1
@DerHans

Das wäre aber schlechter für mich. Das hat sie vorher versucht, hatte aber in der Mieterhöhung Formfehler. Da wäre die Erhöhung 141,75€ gewesen (15% wegen Mietpreisbremse). Mit der Indexmiete will sie jetzt "nur" 95,52 € mehr haben

0
65
@DerHans

Indexmiete Hans. Da sind Mieterhöhungen gem. § 558 ausgeschlossen. So lange wie Du hier schon dabei bist solltest Du wissen.

0
78
@anitari

Das mag ja sein, das geht aber trotzdem nur in die Zukunft und nicht rückwirkend für 7 Jahre.

0
1
@anitari

Danke für die Antworten. Jetzt weiß ich aber immer noch nicht, um wieviel meine Vermieterin erhöhen darf.

Wie berechne ich die korrekte Mieterhöhung?

0

Wie viel Miete dürfen Eltern maximal verlangen wenn mir 1/4 des Hauses gehört?

Hallo. Bei der Scheidung meiner Eltern wurde mir 1/4 des Hauses überschrieben. Das Elternteil, bei dem ich (in diesem Haus) wohne, besitzt die Hälfte. Mir wurde gesagt, mir würde dieses Recht nur als 1/4 der Summe des Verkaufserlöses etwas bringen. Also dass ich bis auf das dann umgesetzte Geld keinen Vorteil daraus habe.

Jetzt ist es so, dass ich seit Beginn meiner Ausbildung Miete bezahlen muss. Nach Abschluss dieser fast das doppelte. Ich verdiene dann knapp über dem Mindestlohn und werde in Anbetracht meiner Fixkosten und der Miete weiterhin keine Ersparnisse ansammeln können. Meine Argumentation wurde ignoriert, da ich das fehlende Kindergeld so ausgleichen solle. Aber wie viel Miete muss ich maximal zuhause bezahlen, wenn mir eigentlich sowieso 1/4 davon gehört? Mein Plan war es eigentlich jetzt ca. 1 Jahr lang zu sparen, mir einen besser bezahlten Job zu suchen und dann auszuziehen. Ich habe das Gefühl, dass das mit der Miete Absicht ist, um meinen Plan zu durchkreuzen. Ich kann nicht abschätzen, ob mein Elternteil wirklich auf dieses zusätzliche Geld angewiesen ist, aber möglich wäre es. Allerdings sehe ich mich da nicht als gerechtfertigten Sündenbock, schließlich wird mir so der Start in mein eigenes Leben beträchtlich erschwert und weil diese Person sich das Haus nicht leisten kann, kann es doch nicht gerechtfertigt sein, dass ich mir dadurch keine Wohnung leisten kann.

Mein Zimmer hat übrigens ca. 15qm, falls man damit vielleicht einen üblichen wg-preis berechnen könnte.

...zur Frage

Kann eine Mieterhöhung nur für einige Mietparteien gemacht werden nicht fürs ganze Haus?

Mein Vermieter (Genossenschaft) wollte, dass alle Mieter eine Zusatzvereinbarung zum Mietvertrag unterzeichnen, in der sie sich verpflichten, die Schönheitsreparaturen selbst durchzuführen - die bisherige Klausel wurde nämlich vom BGH für ungültig erklärt. Alle die, die diese Vereinbarung nicht unterschreiben wollen, sollen eine Mieterhöhung auf Basis der ortsüblichen Vergleichsmiete bekommen.

Meine Frage: kann ein Vermieter überhaupt so selektive Mieterhöhungen durchführen, oder muss er wenn - dann für das ganze Haus (also für alle Mietparteien) die Miete erhöhen?

...zur Frage

Mieterhöhung rückwirkend möglich? Mietvertrag Mieterhöhung an Verbraucherpreisindex gekoppelt

Wir wohnen seit 2005 in einem EFH. Der Vermieter hat uns nun einen Brief geschickt, in dem er um Nachzahlung von Feb 2011 bis heute bittet, weil im Mietvertrag vereinbart wurde, dass eine Mieterhöhung an den Verbraucherpreisindex gekoppelt ist und der ist seit 2007 um etwa 5 % gestiegen. Diese 5 % schlägt er nun dem Mietpreis auf. Un der teilte uns den neuen Mietpreis ab Feb 2012 mit, den wir mit sofortiger Wirkung zu zahlen haben. Ist das gestattet? Darf ein Vermieter rückwirkend für 1 Jahre eine Mieterhöhung verlangen und die Miete mit sofortiger Wirkung um 5 erhöhen, wenn im Mietvertrag die Klausel steht, dass der Mietpreis an den Verbraucherindex gekoppelt ist? Vielen Dank für eine Antwort

...zur Frage

Abfindung vom Vermieter wegen Rauswurf?

Hallo hätte mal eine Frage im Bezug auf Mietrecht und den Anspruch auf eine mögliche Abfindung oder finanzielle Unterstützung beim Umzug.
Meine familie und Ich wohnen seit 15 Jahren in einer Wohnung und zahlen Miete. Nun haben wir vor 6 Monaten einen Brief vom Anwalt des Vermieters bekommen: Wir sollen die Wohnung in spätestens 6 Monaten(Frist läuft diesen Monat aus) verlassen, da der Vermieter die Wohnung gekauft hat und mit seiner Familie hier einziehen möchte(Eigennutzung).  Haben wir einen Anspruch darauf Geld einzufordern? Können wir finanzielle Unterstützung wegen der Umzugskosten beantragen?
Vielen Dank im Vorraus

...zur Frage

Wird bei der Berechnung der Miete der Wintergarten auch an qm mitberechnet

Meine Frage zu einem Mietvertrag: wird bei der Berechnung der Wohnungsgröße der Wintergarten auch als Wohnfläche mit berechnet in qm.

...zur Frage

Muß ich als Mieter plötzlich Grundsteuer zahlen?

Ich wohne seit 8 Jahren hier in Miete und ziehe nächstes Jahr in meine eigene ETW. Bisher hat meine Vermieterin keine Grundsteuer verlangt. Jetzt plötzlich und ohne Vorwarnung soll ich diese zahlen, und zwar rückwirkend für die letzten 2 Jahre. Ist das rechtens? Im Mietvertrag wird die Grundsteuer nicht erwähnt.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?