Darf ich Überstunden ablehnen?

3 Antworten

Darf ich Überstunden ablehnen?

Selbstverständlich!

Ich stelle nur die rechtliche Seite dar, nicht, wie ihr im Betrieb konkret mit der Situation umgehen könnt, sollt, müsst ... Das müsst ihr selbst für euch entscheiden.

> Erstens: Wenn es keine vertragliche Verpflichtung zur Leistung von Überstunden gibt, musst Du grundsätzlich auch keine leisten.

Ausnahmen davon ergeben sich nur aus dem besonderen Treueverhältnis dem Arbeitgeber gegenüber: Sie sind in ausgesprochenen Notfällen zu leisten, wenn z.B. bei Überschwemmung Überstunden zur Räumung eines Lagers mit empfindlichen Waren notwendig sind.

> Zweitens: Gibt es eine vertragliche Verpflichtung, so darf der Arbeitgeber Überstunden aber nicht willkürlich "nach Lust und Laune" anordnen, sondern nur bei betrieblicher Notwendigkeit (und die ist nicht alleine schon wegen des gerne angeführten Personalmangels gegeben).

> Drittens: Wenn Überstunden geleistet werden müssen, dann sind sie (von Notfällen selbstverständlich abgesehen) "rechtzeitig" anzukündigen, also nicht wie bei Dir "oft einigen Stunden vor Arbeitsende spontan", sondern in analoger Anwendung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes TzBfG § 12 "Arbeit auf Abruf" Abs. 2 nur bei einem Vorlauf von mindestens 4 Tagen, ohne den angeordnete Überstunden nicht geleistet werden müssen.

> Viertens: Teilzeitkräfte sind generell nicht zur Leistung von Überstunden verpflichtet (vom Beispiel des Notfalls abgesehen).

> Fünftens: Gibt es einen Betriebsrat (was bei euch ja leider nicht der Fall ist), darf ein Arbeitgeber Überstunden nur mit dessen Zustimmung anordnen; sie sind dann aber für den Arbeitnehmer verpflichtend, wenn der Betriebsrat die Zustimmung erteilt.

Wenn ich den Personalchef zur rede stelle meinte er nur, dass man da pech gehabt hätte und das es normal ist überstunden zu machen.

Diese Aussage des Personalchefs ist völliger Blödsinn - er sollte es eigentlich besser wissen!

Was soll ich tun wenn ich z.b. mein kind abholen muss usw.?

Du brauchst so, wie das bei euch abläuft, und nach den von mir geschilderten Punkten keine Überstunden zu machen; Du sagst schlicht und einfach, dass Du nicht kannst, und holst Dein Kind ab.

Im Übrigen darf der Arbeitgeber seine Anordnungen, sofern er sie im Rahmen bestehender Gesetze, Vereinbarungen, Verträge usw. nach der Gewerbeordnung GewO § 106 "Weisungsrecht des Arbeitgebers" Satz 1 treffen darf, zwingend nur "nach billigem Ermessen" treffen, das heißt, er muss die persönlichen Belange des Arbeitnehmers berücksichtigen und mit den betrieblichen Belangen abwägen; überwiegen die persönlichen Belange objektiv die betrieblichen, darf er seine Anordnung nicht durchsetzen. Er darf also nicht einfach ignorieren, dass Du Dein Kind abholen musst.

@Familiengerd,

Deine Antwort ist schon korrekt, ich bezweifle aber, dass der User hieraus etwas "lernt". Schau Dir mal die anderen Fragen an.

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@Hexle2

Oh ja, sehe ich jetzt erst - da habe ich neulich doch selbst erst drauf hingewiesen ... :-(

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Kommt auf den Arbeitsvertrag an. Wenn diese darin geregelt werden dann musst dich daran halten.

Ganz so schlicht und einfach ist das nun aber auch nicht!!

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Schau in Deinen Arbeitsvertrag. Was darin steht hast Du akzeptiert und unterschrieben.Alles andere muß neu geregelt werden.

Wenn es so einfach wäre, bräuchte niemand hier zu fragen!

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