Bringt es etwas aufs Internat zu gehen?

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5 Antworten

Hallo maxilecroix,

als langjähriger Internatsleiter muss ich Ihnen dazu folgendes sagen: Auf ein Internat zu gehen bringt nur dann etwas, wenn der/die Betreffende bereit ist, den Wechsel wirklich als Chance zu einem Neuanfang zu sehen und auch das eigene Verhalten selbstkritisch zu überprüfen. Internate sind keine „Wundermaschinen“, in die man Problemkinder zur einen Seite hineinschiebt, um sie auf der anderen Seite „runderneuert“ wieder in Empfang zu nehmen. Ein Neuanfang erfordert vor allem grundlegende Einstellungs- und Verhaltensänderungen. Veränderungsprozesse dauern zudem oft sehr lange. Die Entwicklungspsychologie kennt drei wesentliche Reifeschritte (etwa bei 3, 6 und 14,5 Jahren), deren adäquate Bewältigung ausschlaggebend ist für die Herausbildung eines „guten Charakters“. Fehlentwicklungen sind nach dem 14. Lebensjahr nur noch sehr schwer zu korrigieren (siehe die Untersuchungen des Bremer Verhaltensbiologen und Hirnforschers Gerhard Roth).
Wenn ich hier lese, dass „Charakterschulung und Schulbildung“ im Internat „exzellent“ seien, (siehe baynrw93), so halte ich dies für eine nachgeplapperte Phrase. Recht hat dagegen „GoaSkin“, dass auch Internate denen nicht helfen können, die z.B. Drogen nehmen oder sich allgemein sozial nicht anpassen. Die Internate klagen allgemein, dass die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen immer schwieriger werden. So heißt es auf der Webseite des Niedersächsischen Internatsgymnasiums in Bad Harzburg: „Da die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die aus problembelasteten und/oder wenig strukturierten Zusammenhängen zu uns kommen, ständig wächst, kommt der Betreuung durch einen festen und überschaubaren Mitarbeiterkreis, der sich aus Lehrerinnen und Lehrern der Schule sowie drei Heimmüttern zusammensetzt, größte pädagogische Bedeutung zu.“ Meine Beobachtung ist, dass die Mitarbeiter der Internate häufig mit den Schwierigkeiten ihrer Schutzbefohlenen überfordert sind. Fälle von schweren Persönlichkeitsstörungen nehmen in beängstigendem Maße zu. Hier sind Internate eindeutig überfordert. Wo es aber nur darum geht, in schwierigen Entwicklungsphasen die streitenden Parteien (sprich: Eltern und Kinder) für eine Weile zu trennen, kann sich ein Internatsaufenthalt sehr positiv auf das Familienklima auswirken.

Viele Grüße Ula

Sie haben etwas mit Internaten zu tuen. Könnten Sie mir bitte antworten ach ja und wie viel kostet so etwas denn ungefähr (wir haben zu dritt (ich meine Schwester und meine Mutter) recht wenig Geld

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Internat kann nützlich sein; bei entsprechenden Gründen und Bedürftigkeit zahlt auch das Jugendamt.

Charakterschulung und Bildung sind dort exzellent.

Aber die normale Schule tuts doch auch. Mit Engagement ist alles möglich, da braucht man kein Internat.

Ich kenne mehrereFälle, bei denen Leute auf dem Internat zu Drogen gekommen sind, erwischt worden sind und dann geflogen sind.

Ohne Moos is da eh nix los.

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