Besitzer wollen Hund zurück und wollen vor Gericht, geht das?

30 Antworten

Es gibt hier 2 Aspekte.

Juristisch ist der Hund nur ein Ding, eine Sache.
Wenn ihr einen Kaufvertrag habt, ist dieser gültig. Du bist also nicht verpflichtet den Hund wieder abzugeben.

Emotional sieht die Sache etwas anders aus. Ich nehme an, das du dich nocht nicht an den Hund binden konntest und umgekehrt. Das Kind hat sich anscheinend schon an den Hund gebunden und ihr fällt es schwer sich zu trennen.

Wie du dich nun entscheidest ist deine Sache, da steht uns kein Urteil zu. Rechtlich gesehen bist du mit einem Kaufvertrag jedenfalls auf der sicheren Seite.

Wenn ihr einen schriftlichen Kaufvertrag gemacht habt - dann kann nicht eine Partei einseitig von diesem zurücktreten. Das sieht das BGB gar nicht vor.

Da braucht ihr euch gar keine Sorgen zu machen.

Und zum Gericht kann man so einfach gar nicht gehen. Da braucht man erst einmal einen Anwalt und der müsste dann ggfs. Klage einreichen. Aber das kostet erstens schon mal eine Menge Geld und zweitens wird auch der Anwalt wissen, dass ein Kaufvertrag nun einmal rechtsgültig ist - selbst ein mündlicher. Bei diesem ist nur die Beweispflicht ein wenig schwieriger.


Der Kaufvertrag ist rechtens, dann koennen sie euch gar nichts.Dass das Kind traurig ist, ist eine Tatsache, ueber die sich die Vorbesitzer haetten klar sein muessen, auch das vergeht wieder.Die genannten Gruende zur vorherigen Abgabe des Hundes wirken ein wenig paradox zu der Aussage; dass das Kind jetzt einfach traurig ist...das aendert ja nichts an den Umstaenden.

Wirkt auf mich nach Hue und Hott, frueher oder spaeter wird der Hund dann doch wieder abgegeben...

Versucht doch einfach nochmal in Ruhe mit ihnen zu reden.

Es hatte ja seine Gründe, warum der Hund verkauft wurde und der Kaufvertrag ist rechtskräftig, zumal es sich bei dem Hund nach deutschem Recht auch noch "nur" um eine Sache handelt. 

Die Gründe werden wohl immer noch da sein. Ich kann aber auch verstehen, wenn sich die Eltern des Ausmaßes der Folgen für die Tochter nicht bewusst waren und nun den Hund gerne wieder hätten. In diesem Fall würde ich persönlich wohl auf mein Recht verzichten und den Kaufvertrag rückabwickeln.

Bestimmt findet ihr in einem Gespräch einen gangbaren Weg.

Nein der Hund muss (rechtlich zumindest) nicht zurückgegeben werden.

Hunde sind gemäß § 90a BGB Sachen. Der Hund wurde gemäß § 929 BGB wirksam übereignet. Damit bist du rechtlich Eigentümer des Hundes geworden.

Da du dich mittlerweile wohl auch an den Hund gewöhnt hast und ihn nicht mehr missen möchtest, würde ich ihn nicht zurückgeben. Übereignet ist nun mal übereignet.

Natürlich können die nun vor Gericht gehen. Die Klage werden die aber (ohne den Sachverhalt jetzt im Detail zu kennen) wahrscheinlich verlieren. Es sei denn die Verkäufer tragen vor, sie seien von dir arglistig getäuscht worden und fechten die Übereignung an etc.. Aber für diese Behauptung sind die Kläger dann beweispflichtig.

Hunde sind gemäß § 90a BGB Sachen.

Nicht ganz.

Der erste Satz von § 90a BGB lautet:"Tiere sind keine Sachen."

Satz 3 lautet:" Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist."

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__90a.html

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@PatrickLassan

wollte es auch für den nicht Juristen anschaulich erklären. Ok zukünftig gebe ich genau den Wortlaut der Norm wieder ;-)

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