Beruf: theoretischer Physiker

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Hallo,

ja, das ist möglich. Je nachdem was genau du machen willst ist es weniger wahrscheinlich:

Während des Studiums:

  • Bachelorarbeit: Während der Bachelorarbeit wirst du an einem Institut (an einer speziellen Fragestellung) arbeiten. Auch in der theoretischen Physik gibt es hier einige Angebote. Gehalt gibts natürlich nicht und geht auch nur um die 3 Monate. Machen alle Physikstudenten (allerdings auch viele in Experimentalphysik)
  • Masterarbeit: Hier wirst du vermutlich schon länger in deinem jeweiligen Institut bleiben. Machen noch die meisten Studenten. Meistens kein Geld.
  • Doktorarbeit: Hier arbeitest du schon richtig mit. Meist bist du tatsächlich ein Angestellter im Institut (allerdings oft nur mit einer halben Stelle, also halbes Gehalt. Arbeiten darst trotzdem Vollzeit). Je nachdem wie gut es geht dauert die Arbeit 1 bis einige Jahre. Machen noch einige, die meisten gehen entweder davor oder danach von der Uni ab.
  • Postdoc: Das sind die "normalen" Forscher. Sie sind tatsächlich an der Uni angestellt und wollen das meist auch lange bleiben. Oft ist das Ziel Professor zu werden. Als Postdoc leitet man oft eine Gruppe von Forschern, die größtenteils aus Studenten besteht die ihre Bacherlor- Master- oder Doktorarbeit schreiben.
  • Professor: Das wäre die letzte Stufe. Professoren sind nicht nur in der Lehre beschäftigt sondern vor allem auch in der Forschung. Sie haben eine oder mehrere Arbeitsgruppen unter sich und koordinieren deren Arbeit. Sie sind auch diejenigen, die bei tatsächlichen Erkenntnissen ganz oben stehen (und natürlich meist selber auch einiges beitragen...).

Bis zum Master geht es noch gut, Wettbewerb gibts wenig, man kommt gut an die Arbeiten. Einfach ist das Studium natürlich nicht, aber man kanns machen.
Eine Doktorarbeit zu finden ist auch noch gut möglich. Sie zu schreiben braucht aber einiges an Ausdauer und Fähigkeit. Der Doktorgrad wird einem in der Physik (genauso wie in den meisten Studiengängen) nicht hinterhergeschmissen.

Ab dem Postdoc wirds dann haarig. Ich hab eine Zahl von 5-10% im Kopf an Studenten, die nach dem Studium an der Uni in der Forschung weiterarbeiten. Hier gibts Konkurrenz ohne Ende, man muss schauen wo die Forschungsmittel herkommen und wo man eine offene Stelle findet. Nur wer sich hier lange beweist und zeigt, was er draufhat, hat die Chance, Professor zu werden.

Als Student, der immer noch relativ am Anfang ist ist vieles davon vermutlich nicht ganz genau. Ich vermute aber, dass ich den groben Überblick richtig habe. Wenn jemand mit mehr Einsicht meine Fehler korrigiert würde ich mich freuen (auch im eigenen Interesse^^)

mfg
Ennte

Diese Antwort ist wirklich gut und wirklichkeitsnah.

VG, dongodongo.

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danke sehr für die seehr ausführliche Antwort :)

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Ich will übrigens hauptsächlich etwas in meinem Leben erreichen wo ich später mal sagen kann: XY du hast was geschafft! (zB so etwas wo später mal in den Büchern steht und die Lehrer ihren Schülern sagen: Der XY hat die XY Theorie nachgewiesen und damit...) Ich bin (zwar) erst 15 aber ich hab mich schon völlig von Physik, Chemie und Mathematik mitreissen lassen und bin immer wieder hell auf begeistert wenn ich eine physikalische Formel im Unterricht kennenlerne und/oder mit ihr Verschiedenes berechnen kann.

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@fadope

das musste ich jetzt loswerden :)

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Was machen die mit einem Doktortitel dann wenn die paar Jahre vorbei sind??

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@fadope

Wenn sie ne Stelle finden, Forschen. An unis, in forschungszentren von technik firmen, autofirmen, etc. manche machen eine pädagogische zusatzausbildung zum schullehrer... ein bekannter von mir hat nach seinem master physik eine doktorandenstelle angenommen aus dem bereich der Volkswirtschaft. es gibt einige physiker, die nach ihrem studium auch in bereichen der Finanzwirtschaft, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft arbeiten. Ausserdem begegnet man ihnen in Unternehmensberatungen und in Risikomanagement-abteilungen vonversicherungen. warum? physiker sind Menschen mit einer sehr guten Mathematischen bildung und sind damit vertraut, komplexe systeme zu modellieren und zu beschreiben. sorry wegen der rechtschreibung... viele Grüße!

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Also, selbstverständlich gibt es Forschungsgruppen, die sich mit theoretischer Physik befassen in Deutschland. Bei den Jobchancen solls wohl zumindest im Doktorandenbereich auch garnicht so schlecht aussehen, wenns dann später an die unbefristeten Stellen geht, wird die Luft aber (wie in eigentlich allen Wissenschaften) schon deutlich dünner.

Natürlich gibt es die Möglichkeit in Deutschland als theoretischer Physiker tätig zu werden. Das gilt für Universitäten und bestimmte andere Forschungseinrichtungen. Allerdings sind das regelmäßig Leute, die ausgesprochen gute Leistungen zeigen müssen. Und das im eh nicht allzu leichten Studiengang Physik.

Hallo, ich habe mich (Abschluss nur bachelor, aber das ist in Physik nicht so wichtig - da ist man fachlich auf einer Ebene) im bereich theoretische Physik/mathematische Physik (mehr Mathe als Physik eigtl.) spezialisiert. Realistisch würde ich sagen ist es schon, dass man da einen beruf bekomm, die Frage ist halt nur, ob man das möchte. Der Weg zu einem theoretischen Physiker, der viele jahre lang forscht ist (mir persönlich) zu lang, und zu unsicher von den Jobpositionen her. Da ist mir Familie, Freunde und Ruhe zu wichtig für.

Sheldon Cooper.... Jaja, ar für mich auch ne gewisse Motivation Physik zu studieren. Aber man lernt sich halt dann relatistisch einschätzen, und man sieht auch erst im Studium, wie viel freude es einem wirklich macht, und wie belastbar man ist, wo die eignen Interessenschwerpunkte liegt, und ob man wirklich so gut ist.

Einfgach mal ausprobieren. Eine gewisse Neigung zum experimentieren ist ja nicht schlecht - hilft übrigens auch in Beziehungsfragen (untypischerweise für den Cliché-Sheldon-Coopr).

Hallo fadope! Ich habe die bisher eingelangten Antworten zu Deiner Frage zum Beruf "Theoretischer Physiker" gelesen. Da ich in Österreich wohne und auch hier als zweites Fach "Theoretische Physik" studiert habe, vermute ich (nachdem ich einige Kollegen in Deutschland persönlich kenne), dass einige Antworten an Deiner Frage vorbeigegangen sind. Wie schon der Name des Studiums zeigt, werden Experimente, so wie die Allgemeinheit sie kennt, beim Studium und späterer Praxis "Allgemeine Physik" und besonders bei "Experimentalphysik" durchgeführt. Theoretische Physik beschäftigt sich hauptsächlich nicht mit Phänomenen der Makrowelt, sondern sucht Klärung von Problemen im atomaren und subatomaren Bereich, sowie Lösungen bei Zusammenhängen der Raumdimensionen, Wesen der Zeit usw. usw. Und das Ganze wird hauptsächlich von höherer Mathematik getragen. Als "einfacher Physiker steht Dir die gesamte EU ohne HIndernisse als Wirkungsbereich offen, die übrige Welt aber nur mehr mit unheimlich viel Fleiß, Protektion und noch mehr mit viel Glück. Wenn man glaubt, dass die "Theoretischen Physik in Sitcoms oder ähnlichen Unterhaltungsserien so gezeigt wird, wie sie wirklich ist, wird schwer getäuscht. Ähnlich wie bei "Dr. House", bzw. "CSI ..." ist die Realität ganz anders gelagert. Sendungen, wie z.B. "Frag' den Lesch" oder im Discovery-Channel Serien über physikalische Gesetze lassen erahnen, worum es bei dem Thema "Theoretische Physik" geht. Oder auch bei Berichten über den Teilchenbeschleuniger bei CERN in der Schweiz werden Einblicke in die späteren Berufsaussichten gezeigt. Das alles soll Dich aber nicht entmutigen, Dein Ziel mit aller Kraft zu erreichen. Ich wünsche Dir alles Gute weiterhin. Echinocactus

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