Bereichert kulturelle Vielfalt die Gesellschaft?

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6 Antworten

Das Problem an dieser Stelle ist, dass die Frage nur auf Grundlage der Annahme sinnvoll ist, dass es im Gegensatz zu kultureller Vielfalt auch kulturelle Monotonie bzw. im Gegensatz zu einer multi- auch eine monokulturelle Gesellschaft gebe, weil man erst dann zwei unterschiedliche Vergleichsgroessen hat.

Aber zumindest in der Zeitgeschichte und Gegenwart ist es so, dass es ueberhaupt nur kulturelle Vielfalt gibt, und zwar auch dann, wenn man Migration aussen vor laesst. Gruende dafuer sind u. a.:

  • Subkulturen (Hippies, Punks, ...)
  • kulturelle Unterschiede zwischen verschiedenen Gesellschaftsschichten (Reiche unterscheiden sich von Armen in den ueblichen Konsum- und Lebensgewohnheiten, neigen tendenziell zu anderen Weltsichten usw.)
  • regionale kulturelle Unterschiede innerhalb eines Landes (Oberbayern vs. Ostfriesland in Deutschland, allgemein Stadt-Land-Unterschiede)
  • kulturelle Hybride (kulturelle Produkte, in denen sich Einfluesse mindestens zweier Kulturen vermischen) noch und noecher - z. B. schreibe ich diese Saetze in deutscher Sprache, aber mit lateinischen Buchstaben, und in der deutschen Sprache gibt es wiederum viele Fremd- oder auch eingedeutschte Woerter (z. B. Fenster von lat. finestra). Das Christentum ist ein anderes Beispiel, da spielen so viele verschiedene Einfluesse aus unterschiedlichen Regionen v. a. im ehemaligen Roemischen Reich, gerade auch im Nahen Osten, mit rein, dass man schon sehr geschichtsvergessen sein muss, um genau das als Ausdruck echter abendlaendischer Identitaet hochzuhalten.

Eine monokulturelle Gesellschaft existiert also real nicht, und damit sollte man auch nicht so reden, als wuerde kulturelle Vielfalt erst von aussen in diese monokulturelle Gesellschaft eingespeist und diese dann bereichern oder auch nicht. Davon abgesehen kann sich kulturelle Vielfalt in einem produktiven Dialog verschiedener Ideen ebenso ausdruecken wie darin, dass manche Leute Menschenopfer darbringen und andere nicht, was allein schon zeigen sollte, dass man mit pauschalen Lobpreisungen oder Verteufelungen hier nicht weit kommt.

Es kommt immer drauf an ob es positive oder negative kulturelle Einflüsse sind. Wenn in deiner Stadt eine Flamencoschule aufmacht wird es alle freuen und alle sagen: "Oh seht euch diese Flamencotänzer an! Ein Hoch auf die kulturelle Vielfalt." Oder in deiner Stadt wird eine Stierkampfarena geröffnet und dann sagen alle: " Ih. Bah. Das ist aber nicht multikulti wie wir es uns vorgstellt haben. Das ist ja ganricht bunt (naja eigentlich schon) und lieb und toll."

Ja definitiv. Ich denke an neue Gerichte und Gewürze, an Comidians und Schauspieler mit Migrationshintergrund, an neue Einflüsse in Musik und Literatur.

Was ist besser: Einfalt oder Vielfalt, Eintönigkeit oder Abwechslung, Sterilität oder Lebendigkeit?

Wenn die kulturelle Vielfalt etwas für die Gesellschaft tut,ist es eine Bereicherung...Wenn nicht,ist es eigentlich eine Zumutung für das jeweilige Land...

keine Hausaufgabe. Mir war langweilig und ich wollte mit mir selbst diskutieren, aber dann ist mir aufgefallen, dass ich keine Ahnung und keine Meinung habe und deshalb stelle ich halt sinnlose Fragen auf GF.

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