belohnungskalender,punktesystem für kinder

10 Antworten

Als ich die Frage gelesen habe ist mir eingefallen was meine Mutter mit meinem Bruder vor ca. 7-8 Jahren ausgemacht hatte: Sie hat kleine Kärtchen ausgeschnitten. Jede Woche haben wir eine bestimmte Anzahl dieser Kärtchen bekommen. Jedes Kärtchen stand für entweder eine halbe Stunde fernsehen oder eine halbe Stunde am PC. Man könnte die Karten auch gegen einen Schwimmbadbesuch oder ähnliches einlösen. Wir konnten uns auch noch mehr Karten sozusagen "verdienen" indem wir die Spülmaschine ausgeräumt oder unser Zimmer aufgeräumt haben. Am Anfang war es schwer für mich die Karten einzuteilen, aber da ich mir noch mehr Karten verdienen konnte, habe ich auch mehr im Haushalt geholfen. ;)

Das grundsätzliche Problem solcher Belohnungsansätze sind ihr behaviouristisches Konzept. Die Kinder werden gezielt so trainiert, dass sie den Maßstäben der Belohnung / Bestrafung genügen und handeln nicht von sich aus. Auch wenn sie erfolgversprechend sind und Erfolg bringen, muss man sich über den Preis den man zahlt bewusst sein.

Mir ist ein ehrliches Verhältnis zu meinen Kindern wichtiger, als ein abgerichtetes Funktionieren. soust schreibt ganz richtig, dass das Motivationspotential solcher Ansätze arg begrenzt ist. Auch Kyra700 betont den Aspekt des Konditionierens. Es hat schon den faden Beigeschmack einer Hundepfeife, wenn ich mittels umherwedelnden Plus- und Minuspunkten das Verhalten meiner Kinder steuern kann.

Eine partizipative Gleichberechtigung sieht anders aus.

Hier http://wunschbox.oltimo.ch/ existiert online ein kostenloses Punktebelohnungssystem für Kinder. Eltern können selbst festlegen, welche Taten mit welcher Anzahl Punkte belohnt werden sollen, Kinder können ihre Belohnungen eingeben und dann gegen die entsprechende Anzahl Punkte einlösen. Wichtig ist, dass unterschiedliche Belohnungen festgelegt werden, ein Mix aus kleinen (z.B. Süssigkeiten) und grossen (z.B. Besuch in einem Freizeitpark). So lernt das Kind auch nebenbei Punkte einzuteilen (analog Taschengeld).

Belohnungssysteme haben wir mit einem unserer Kinder auch mit einigermaßen Erfolg eingesetzt, aber nicht ständig. Du musst, wie es odentann beschreibt, zunächst die Verhaltensweisen festlegen, die gewünscht oder unerwünscht sind. Nimm dabei nur einen bestimmten Bereich (z.B. Hausaufgabenverhalten oder Ordentlichkeit/Reinlichkeit oder Gesprächsverhalten usw.) heraus und formuliere genau, was Du dabei von Deinem Sohn willst. Für diese positiven Verhaltensweisen gibt es dann Pluspunkte, also z.B. an einem Tag alle Hausaufgaben gemacht = 1 Stern oder Smiley o.Ä. Für negatives Verhalten gibt es keinen Punktabzug, keine Strafe, aber eben null Punkte. Für den Anfang ist das besser als ein gemischtes System mit Belohnung und Konsequenzen, wie es ArwenXXX beschreibt. - Wenn dann eine bestimmte, überschaubare Punktzahl erreicht ist (z.B. 10 Sterne), wird die vorher vereinbarte Belohnung fällig. Je schwieriger es für Deinen Sohn ist, sein Verhalten umzustellen, desto attraktiver sollte auch die Belohnung sein. Lass ihn bei der Auswahl der Belohnung auch mitentscheiden, dann weißt Du, was ihn wirklich anspornen kann.

Wenn das gewünschte Verhalten eingeübt ist, kannst Du ein neues definieren, das eingeübt werden soll. Allerdings "ziehen" Belohnungssysteme nur eine gewisse Zeit, dann sinkt die Motivation wieder. Auf jeden Fall solltest Du Deinen Sohn auch zusätzlich richtig loben, wenn er sich anstrengt, die Ziele zu erfüllen.

das mit dem Belohnungssystem finde ich gut, ansonsten empfehle ich dir das buch

"Kinder fordern uns heraus" von Rudolf Dreikurs / Vicki Soltz

das hat mir oft geholfen, wenn ich hilfe bei der Erziehung meines Sohnes hatte - mittlerweile ist der 24 jahre alt und ich finde das "Endergebnis" ganz gut gelungen... ;-) lg

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