Bautrockner ohne Mauerwerk zu trocken?

2 Antworten

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So, wie Du das beschreibst, mit nassem Keller und so, gehe ich mal davon aus, dass die Feuchtigkeit vom Fundament her aufsteigt.

Eindeutige Antwort auf Deine Frage:

In so einer Situation kann man tatsächlich mit einem Bautrockner die Wandoberflächen trocknen, ohne dass das Mauerwerk jemals trocken wird.

Sind die Kelleraussenwände tatsächlich so feucht, zieht diese durch die Kapillarwirkung nach oben. Trocknet man jetzt oben was aus, wird immer neues Wasser nachgezogen. Ich glaube, so hat die Wohnungsbaugesellschaft das gemeint.

Der einzige gute Rat an Dich ist, such Dir eine andere Wohnung oder noch besser, die Wohnungsbaugesellschaft soll Dir eine andere Wohnung suchen oder zumindest dabei helfen, denn in relativ kurzer Zeit (oder jetzt schon) ist die Wohnung nicht mehr bewohnbar, weil zu ungesund. Schimmelsporen verteilen sich in der ganzen Wohnung und bleiben nicht im evtl. einzig betroffenen Raum.

Eine solche Trockenlegung ist eine Großbaustelle und erfordert Planung, Kalkulation und aufwändige Durchführung. Bis das mal saniert bist, bist Du vielleicht schon schwer krank, wenn Du weiterhin dort wohnen bleibst.

Wir suchen mit meinen beiden Kindern schon seit 1.5 Jahren eine neue Wohnung. Leider ist es momentan bei der Wohnungslage unmöglich.

Es ist eine Gesellschaft die für einen Vermieter handelt und arbeitet, damit er sich nicht damit beschäftigen muss. Ich weiß nicht wie man sonst dazu sagt, Keine große Baugesellschaft. Daher werden wir mal einen Termin beim Anwalt machen. Ich möchte weder die Stromkasten zahlen, noch die Renovierung oder sonstiges.

Ich denke es zieht gleich wieder nach von Feuchtigkeit.

In den anderen Räumen ist auch eine hohe Luftfeuchtigkeit, trotz Lüften, ich denke es zieht sich durch. Die Wände würden allerdings nicht gemessen.

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@Sugschi

Also scheint ein Umzug in relativ kurzer Zeit ausgeschlossen. Du hast zwei Kinder und für diese auch eine große Verantwortung.

Um Deine Situation zu verbessern, kommen eigentlich Bautrockner nicht in Frage, mit denen man nach Wasserschäden Räume und Wände trocknet. Was Du brauchst ist eine laufende Entfeuchtung der Räume, die immer dann läuft, wenn die Feuchtigkeit einen gewissen Grad übersteigt. Auf diese Weise kannst Du das Risiko von Schimmel gering halten und schützt die Gesundheit Deiner Kinder. Das sollte Dir auch ein paar Euros wert sein, zumal auch die Behandlung von Krankheiten immer wieder viel Geld kostet und vor allem Zeit und Krankheit der Kinder bedeutet vor allem viel Leid.

Du wohnst in einem Haus, das einen bestimmten Zustand hat, auf den Du keinen Einfluss hast und zu dessen Verbesserung auch ein Anwalt Diene Vermieter nicht zwingen kann. Spar Dir deshalb das Geld für einen Anwalt und investiere lieber in zwei verschiedene Geräte. Eventuell auch in mehrere davon.

  1. TFA-Dostmann Schimmelradar: Dieses Gerät haben wir schon häufig angeschafft. Für verschiedene Wohnungen, aber auch für Freunde, die ein Feuchtigkeitsproblem in Griff bekommen wollen. Im Grunde ist es Hygro- und Thermometer, das nicht nur die momentane Luftfeuchtigkeit anzeigt, sondern auch den Verlauf und das warnt, wenn es zu feucht wird in Abhängigkeit von der Temperatur. Man kann auch einen akustischen Alarm einstellen. Immer dann, wenn es zu feucht wird, ist Lüften angesagt. Auf diese Weise übersieht man nicht, wenn es wieder Zeit wird und geht damit weit über die Empfehlungen hinaus, die sonst für das Lüften von Wohnräumen gilt. Kauf Dir erst mal eines davon. Du bekommst es z. B. bei voelkner.de für rund 23 €.
  2. Klima1stKlaas 5006 Luftentfeuchter 30m² (ebenfalls bei Voelkner.de erhältlich). Dieses Gerät haben wir angeschafft, um vor allem einen problematischen Kellerraum einigermaßen trocken zu halten. In dem Raum, der die niedrigste Temperatur von allen hat, ist die Gefahr von Kondensation an kalten Wänden am größten. Mit diesem Gerät drücken wir die Feuchtigkeit permanent auf ca. 65 %. In etwa kann man sagen, dass Wohnräume nicht feuchter als 60 % sein sollten und über 70 % wird es kritisch. Unser Kellerraum ist mit 65 % noch ok, weil wir nicht darin wohnen. Das Gerät hat einen Wasserbehälter der regelmäßig ausgeleert werden muss. Ist er voll, schaltet das Gerät ab. Man könnte es auch direkt mit einem Abfluss verbinden, was aber weder bei uns noch vermutlich bei Dir sinnvoll machbar wäre. Natürlich braucht das Gerät Strom, aber das ist es uns Wert, um den Keller vor langfristigen Schäden zu bewahren und Dir sollte das Eure Gesundheit wert sein.

Hauptzweck wäre bei Euch also die Erhaltung Eurer Gesundheit, da Ihr es vermutlich in absehbarer Zeit nicht durchsetzen könnt, dass Euer Vermieter das Gebäude wirksam saniert. Ihr könntet natürlich vorsorglich mit einem Strommessgerät, das Ihr dazwischenschaltet (ebenfalls mit Stichwort Energieverbrauch Messgerät bei Voelkner.de erhältlich), den Stromverbrauch des Entfeuchters messen, um die Kosten mal beim Vermieter geltend zu machen.

Natürlich könntet Ihr versuchen, dass Euer Vermieter wenigstens einen Teil der Investitionen und Verbrauchskosten freiwillig übernimmt.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen. Natürlich kann es sinnvoll sein, mal mit einem Anwalt zu sprechen, um heraus zu finden, was Ihr evtl. vom Vermieter verlangen könnt, aber Ihr braucht kurzfristige wirksame Maßnahmen, um Eure Gesundheit nicht zu gefährden.

Ich wollte hier nicht Werbung machen für den mehrfach genannten Elektronikversand. Das ist nur meine Einkaufsquelle. Die Geräte bekommt man natürlich auch woanders. Mit den beiden genannten Geräten habe ich gute Erfahrungen gemacht, aber vielleicht gibt es auch bessere.

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@bwhoch2

OK, ich habe jetzt nach diesem Luftentfeuchter geschaut. Da seh ich genau solche Teile, wie uns angeboten wurde. Aber es wurde uns als Bautrockner verkauft von Seiten der Vermieter. Das würde uns für eine Zeit in die Wohnung gestellt und würde die Wand trocknen.

Wir werden uns definitiv für den Privatgebrauch so einen zulegen. Die Preise sind völlig ok.

Ich habe das Gefühl, man will uns auf den Arm nehmen.

Ich habe trotzdem heute beim Anwalt angerufen. Klar kann man nicht zur Sanierung zwingen, aber man kann Mietminderung machen, man kann ein Sonderkündigungsrecht erzwingen, was für eine neue Wohnung schon toll wäre, weil viele sind auch ab sofort und das kann man sich nicht leisten, bei 3 Monate Kündigungszeit. Ebenso soll es da noch einige Dinge geben, ich habe einen Termin ausgemacht.

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@Sugschi

So sieht ein Bautrockner z. B. aus:

https://www.obi.de/mietgeraete/baugeraete-und-baumaschinen/bautrockner/

Es gibt auch noch viele andere Modelle. Alle haben im Prinzip folgende Gemeinsamkeiten:

Sie sind unglaublich effizient, sie sind im Betrieb sehr laut und sie haben einen eigenen Stromzähler, weil sie wahnsinnig viel Strom verbrauchen.

Sie werden immer nur vorübergehend eingesetzt, um Wände nach einem Nässeschaden auszutrocknen. Das dauert dann je nach Nässegrad ca. 2 bis 4 Wochen oder gar länger. In dieser Zeit sollten sie möglichst 24 Stunden pro Tag durchlaufen und es versteht sich von selbst, dass man das in einer Wohnung nicht aushalten kann. Nach dem Einsatz wird geprüft, ob die geschädigten Wände ausreichend trocken sind und dann kommt es wieder weg. Diese Prozedur nützt aber nur was, wenn zuvor die Ursache für die Nässe abgestellt wurde.

Bei Euch wird aber immer Nässe nachkommen und somit würde der Einsatz eines solchen Bautrockners nichts nützen. Das von mir vorgeschlagene Gerät trocknet nicht die Wände. Das wäre zu viel verlangt. Es zieht aber zuverlässig die überschüssige Feuchtigkeit aus der Luft und trägt somit dazu bei, dass sich auf der durch die Mauerfeuchtigkeit ausgekühlten Wandoberfläche keine Raumfeuchte niederschlagen kann. Das Gerät schaltet sich aus, sobald die gewünschte (eingestellte) Luftfeuchtigkeit vorhanden ist, also bspw. bei zwischen 60 und 65 %. Wenn durchaus hörbare Lüftergeräusch (ähnlich, wie bei einem Ventilator im Sommer) stört, stellt man das Gerät einfach ab und bei nächster Gelegenheit wieder an. Bspw. im Schlafzimmer tagsüber an und nachts zum Schlafen schaltet man es aus. Kein Problem!

Zudem kann man es leicht tragen, um z. B. tagsüber das Schlafzimmer zu entfeuchten und nachts z. B. das Wohnzimmer. Übrigens: Wir nutzen das Gerät mittlerweile seit rund 4 Jahren intensiv und offenbar hält es gut durch.

Wenn Ihr an die Anschaffung denkt, berechnet, wie groß der größte Raum ist, den Ihr entfeuchten wollt, damit es nicht zu klein ausfällt.

Ansonsten macht Ihr das genau richtig. Viel Erfolg!

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@bwhoch2

Vielen Dank für diese guten Tipps und ausführliche Informationen. Es hat mir wirklich sehr viel geholfen.

Dieses Gerät werden wir definitiv anlegen, dann sind wahrscheinlich die Fenster nicht mehr so beschlagen von Feuchtigkeit. Ich lüfte schon den Weltraum. Ich muss sehr oft alle Fenster weit aufreisen, aber es kostet Energie ohne Ende.

Aber ja, es müsste saniert werden. Das Haus hat soviel Risse, außen und innen. Ziemlich groß und tief. Manchmal denke ich, dass es überhaupt noch hält. Aber der Zustand hat sich erst in den letzten 2 Jahren so extrem verschlechtert. Aber zum Glück nicht unser Haus. Wir hoffen, bald eine Wohnung zu finden.

Vielen Dank,👍

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@Sugschi
aber es kostet Energie ohne Ende.

Dadurch bedingte Energieersparnis kompensiert dann auch wenigstens teilweise den erhöhten Stromverbrauch und wenn es tatsächlich gelingt, auch die Außenwände/-mauern insgesamt trockener zu bringen, spart Ihr auch noch bei den Heizkosten. Aber um das zu spüren, müsstet Ihr noch eine ganze Weile drin wohnen. Mindestens noch einen Winter und da wünsche ich Euch, dass Ihr das nicht mehr in dem Haus erleben müsst. Alles Gute.

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"...ohne das Mauerwerk trocken zu legen?"

Jaja, bloß die Wand nicht zu trocken machen! :-)))

Das ist natürlich völliger Unsinn von der Wohnungsgesellschaft. Je trockener die Wand - umso gudd.

Mit einem Bautrockner schafft man das zwar, man muss aber in gewissen Abständen auch lüften, damit die Feuchtigkeit aus der Raumluft entweichen kann.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Gelüftet wird sehr oft am Tag, aber trotzdem bekommen wir die Feuchtigkeit nicht aus dem Raum. Ich lüfte alle 1 bis 2 Stunden, der Raum riecht auch sehr muffig und modrig. Sonst hält man es kaum aus.

Der Boden ist auch kalt in den Bereichen, wo die Wand nass ist.

Meine Frage ist, wenn die Wand mit dem Bautrockner getrocknet wurde, aber das Mauerwerk doch noch weiter Nass ist und weiter bei Regen usw. Feuchte zieht, dann wird die Wand doch gleich wieder nass.

Und auch das Kälteproblem ist damit doch auch sicher nicht gelöst?

Ebenso ist der Keller auch nass und da sind schon sämtliche Stahlträger verrostete und teilweise befindet sich kein Putz mehr an der Decke.

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@Sugschi

Ja, das ist richtig. Das muss sich jemand vor Ort ansehen, woher die Feuchtigkeit kommt. Wenn es bauliche Mängel sind, bekommt man die mit einem Bautrockner kaum in den Griff, mal abgesehen vom Energieverbrauch!

Bei Heiz- und Lüftungsmängel kann man so ein Ding mal einsetzen, für kurzfristig...

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@pharao1961

Es sind keine Heiz und Lüftungsmängel. Definitiv ist die Wand nass. Die Messgerät haben Wert zwischen 90 und 130 D angegeben.

Mehr wurde aber nicht gemacht, es wurde aber gesagt, ja die Wand ist nass. Da wird ein Bautrockner hingestellt und fertig. Der Raum frisst auch Temperatur, also wärmer als 19.5 Grad bekommen wir ihn nicht, wenn die Heizung auf höchster Stufe läuft.

Einen Gutachter möchte die Gesellschaft nicht und verbietet es auch uns, einen zu holen.

Wahrscheinlich muss ich dann doch den Weg zu einem Anwalt in Angriff nehmen.

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