Argumente gegen Vegetarier!

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Allgemein fällt mir auf, dass Vegetarier ihr Weltbild nach meiner Erfahrung oft aggressiver und giftiger verteidigen als andere es tun. Vielleicht liegt es daran, dass Vegetarier ungerechterweise von Fleischfressern belächelt werden und diese dann schon in Gefechtsstellung gehen wenn das Thema angeschnitten wird.

Meine Freundin ist auch Vegetarierin und verzichtet länger schon auf Fleisch. Neuerdings forscht sie auch nach welche anderen Konsumgüter (insbesondere Kosmetikartikel) im Zusammenhang mit Tierleid (sowie Tierversuche) stehen. Generell finde ich es sehr gut was sie tut, mache mir aber gleichzeitig sorgen wo das noch hin führt. (Sie sich übrigens auch)

Ich bin selber bekennender Fleischfresser und suche auf ethischer ebene nach Gründen gegen Vegetarier. Es gibt sie nicht. So einfach ist es. Ein Vegetarier lebt ein moralisch höherwertigeres Leben als ein Fleischfresser (sofern sich im Lebensstil sonst nichts unterscheidet). Punkt.

Habe ich als deshalb ein schlechtes Gewissen? Ja schon. Allerdings bin ich dafür auch bereit die volle Wahrheit zu akzeptieren, die von Vegetariern oder Veganern gerne weggedacht wird. Es ist einfach nicht möglich moralisch einwandfrei zu leben, und von der Natur auch nicht so gewollt. Selbst ein Veganer der Gemüse vom Feld isst macht sich mitschuldig an dem Mord von Millionen von Insekten die durch Pestizide umkommen. Und auch wenn man gar nichts isst, so tötet der eigene Körper ständig Milben und Parasiten. Die Häuser in denen wir wohnen haben in der Vergangenheit den Lebensraum der Tiere geklaut und die Medikamente die wir nehmen wurden vermutlich vorher ausgiebig an Tieren getestet. Wer ein Auto fährt, die Heizung an macht oder Plastiktüten benutzt mach sich mitschuldig an der Ausbeutung von fossilen Brensstoffen dieser Erde, und allen daraus resultierenden Schäden an der Umwelt. Und selbst wenn wir wie die Naturvölker im Wald leben würden, so wäre auch dort das eigene Überleben durch den Tod anderer Lebewesen bedingt. Unsere Spezies sind die reinsten Killer! Es fing schon damit an, dass die Homo Sapiens die Neandertaler ausgerottet haben. Auch ohne Tierhaltung hätte es der Mensch nicht soweit gebracht, denn pflanzenfressende Tiere wandeln Grünzeug in Milch, Eier und Fleisch etc. um. Das Material aus dem Pflanzen besteht ist im wesentlichen Cellulose, und das kann der Mensch nicht verdauen. Übrigens, durch Fischfang können ca. 500 Millionen Menschen täglich ernährt werden. Ganz ehrlich, den Luxus sich entscheiden zu können was man isst haben sowieso nur ganz wenige und relativ zur Menschheitsgeschichte gesehen auch erst seit kurzem.

Wir können also entweder kollektiv Selbstmord begehen, oder einfach die Tatsache akzeptieren, dass man schlicht nicht moralisch einwandfrei leben kann. Und es würde auch ein ganzes Stück Lebensqualität zerstören, wenn man durch den Tag geht und sorgenvoll das ganze Leid hinter unserer Industrie vermutet. Außerdem, wer Geld für Kinokarten, Zigaretten, Schmuck oder teure Bioprodukte(!) ausgeben will, der darf sich gerne mal selbst die Frage stellen warum er das Geld nicht spendet um damit anderswo anderswo ein Kind zu ernähren. Wir sind Egoisten! Und je größer die Not ist, desto egoistischer werden wir! Das ist nun mal die Tatsache. Die Natur hat es so eingerichtet, dass die größten und stärksten Egoisten überleben. Und dazu gehört der Mensch. Wer aus ethischen / moralischen Gründen auf Fleisch verzichtet, der tut gut daran das ins Gesamtbild zu setzen.

Ich finde es also gut, wenn man aus Tierliebe auf Fleisch verzichtet. Ich finde es aber falsch, wenn es gegenüber anderen in moralische Überheblichkeit resultiert, denn jeder Mensch ist ein Schwein. Der eine mehr, der andere weniger.

Und weil ich mir gerade den Vegetarierwitz nicht verkneifen kann: "Woran erkennt man einen Vegetarier? Nicht schwer, sie werden es dir bei der erstbesten Gelegenheit sagen, auch wenn sie nicht gefragt wurden!" (Bitte Spaß verstehen :-) )

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich bin selber Veggie und kapiere diese ganzen Antworten nicht, in denen z.B. steht: ,, Tierisches Eiweiß ist überlebenswichtig". Denn das stimmt nicht!!!! Es schrieb auch jemand: ,,Klagt ihr auch die Löwen an, weil sie Fleisch essen?!". Wie dumm! Löwen sind Raubtiere! Sie ernähren sich von Fleisch! Der Mensch isst zwar schon immer Fleisch, aber die Urmenschen mussten das fürs überleben tun! Damals gab  keinen Fleischersatz! Und damals  haben sie die Tiere auch nicht in Massenhaltungrn gequält, sondern nur so viele Tiere erlegt, wie sie zum überleben brauchten!

@Pustekuchen246: Also in einem Punkt muss ich dir unbedingt Recht geben, das ist etwas, was viele Leute nicht wahrnehmen: man muss nicht gleich Vegetarier werden um die Umwelt zu schonen und die Tiere zu retten, man sollte einfach nicht jeden Tag Schnitzel, Currywurst oder Braten essen - einmal die Woche eine Wurst oder so würde doch bestimmt reichen! Ich selbst bin überzeugter Vegetarier, und ich weiß aus Erfahrung, dass es sinnlos ist, Anti-Veggies unsere Beweggründe näherzubringen - sie hören nur so lange zu, bis ihnen die Argumente ausgehen. Dann werden sie bissig. Also besser sagen: "Ess ein bisschen weniger Fleisch, das ist auch gesünder" als: "Du Leichenfresser, hör sofort und für immer auf Tiere zu essen, sonst wirst du fett und zerstörst den Regenwald!"

Und das mit dem Kreislauf der Natur stimmt natürlich auch, aber leider nur bis zu einem gewissen Grad. Ich klage die Löwen wegen ihrer Ernährung nicht an, weil die Gazelle ein schönes, wildes Leben hatte und der Augenblick ihres Todes nicht mit tagelanger, qualvoller Fahrt zum Schlachthof und dem Gekreische seiner Artgenossen, wenn sie rücksichtslos ermordet werden, in Verbindung steht.

"Die armen Leute können sich kein Fleisch leisten"? Ich glaube, da muss man schon sehr heruntergekommen sein, um sich kein Massentierhaltungsfleisch für 78 Cent im Aldi leisten zu können ^^ - dass dann nicht mehr so viele übrig bleiben, erübrigt sich wahrscheinlich von selbst.

"Die Menschen haben schon immer Fleisch gegessen und werden es auch immer machen." Warum bist du dir da so sicher??? Die Zahl der Veggies steigt, und früher hat der Mensch kein Fleisch gegessen, erst als die Werkzeuge erfunden wurden und das Klima wärmer wurde und Wälder wuchsen, konnte unser Homo Sapiens regelmäßig (also vielleicht einmal im Monat!) ein wildes Tier erlegen. Das, wohlgemerkt, ein schönes Leben hatte.

"Ohne die heutige Medizin wäre Vegetarismus nicht möglich"? Hahaha... ich bin der LEBENDE Beweis! ;) Ich bin dreizehn, nehme keine Eisentabletten, esse seit Jahren keinen Bissen Fleisch und bin fit wie ein Turnschuh! Und selbst wenn... wir SIND DOCH in der heutigen Zeit, warum also kein Veggie sein? Es gibt übrigens noch genug andere Möglichkeite, an natürliches Eisen ranzukommen, ich empfehle dir ein kleinwenig zu googeln. ;D

Und last but not least: Es geht ja nicht darum, dass das Tier "sowieso stirbt" (was meiner Meinung nach eine ziemlich krude Logik ist, naja...) sondern um diesen irrsinnigen Konsum! Früher hieß es noch "Tierzucht", jetzt werden Schweine plötzlich "produziert"! Wie Teddybären am Fließband! Wenn nicht so viele Leute Fleisch kaufen würden, würden nicht so viele Ferkel zur Welt gebracht und gequält werden. Für ein Kilo Fleisch braucht man übrigens fünfzehn Kilo pflanzliches Futter, meist Sojabohnen, für die der Regenwald abgeholzt wird... das noch zu "Sie essen meinem Essen das Essen weg". ;)

Puh, fertig. ^^

Respekt, dass du dich mit dreizehn über Ernährung informierst und solche lange (und mit viel Inhalt gefüllte) Texte schreiben kannst.

Darf man fragen wie deine heutige Ernährung aussieht?

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