Aquarium trüb trotz Wasserwechsel?

 - (Fische, Aquarium, Aquaristik)

6 Antworten

Du hast in dem Becken noch kein biologisches Gleichgewicht. Eine (oder mehrere) freischwebend im Wasser lebende Bakterienart profitiert von dem Ungleichgewicht und vermehrt sich massenhaft. Bakterien sind zwar winzig, eine allein ist unsichtbar, aber weil es viele Millionen davon sind, sind sie sichtbar, das Wasser erscheint trüb. Diese Bakterien sind nur indirekt schädlich. So lange sie leben, verbrauchen sie ein bisschen Sauerstoff und reduzieren die Lichtversorgung der Pflanzen (und auch die der Algen, was positiv ist), wirklich schaden tun sie aber nicht, vor allem den Fischen sind sie egal. Es kann aber vorkommen, dass sie auf einmal alle für sie nötigen Nährstoffe aus dem Wasser gefressen haben und dann innerhalb von Stunden alle sterben. Dann hast Du Millionen tote Bakterien im Wasser, die alle gleichzeitig verwesen und das Wasser vergiften. Das ist dann für die Fische lebensgefährlich, dann hilft nur noch ein schneller, möglichst großer Wasserwechsel, um die Suppe zu verdünnen.

wenn die Fische plötzlich alle hechelnd an der Oberfläche hängen, hast Du noch ein anderes problem, nämlich zu viel Nitrit und/oder Ammoniak. Beides ist hochgiftig. Dann hiflt ebenfalls nur ein schneller, großer Wasserwechsel

Du musst jetzt Maßnahmen ergreifen, um möglichst schnell ein möglichst stabiles biologisches Gleichgewicht zu schaffen.

Es ist nötig, dass die nützlichen Filterbakterien (die von den Ausscheidungen der Fische, von Futterresten und abgestorbener Biomasse aller Art leben und das alles in weniger schädliche Verbindungen umbauen) sich möglichst ungestört vermehren können. Dafür ist es wichtig, den Filter möglichst ungestört laufen zu lassen und nur sauber zu machen, wenn die Förderleistung stark abgenommen hat. Außerdem sollte möglichst wenig im Bodengrund rumgerührt werden, um die im Kies lebenden Filterkakterien nicht zu stören. Falls der Filter nicht mindestens 2 Wochen durchhält bevor er verstopft, muss ein besserer her.

Außerdem ist es nötig, den blöden Schwebebakterien Konkurrenz zu machen und so ihre Vermehrung zu bremsen und sie allmählich zu verdrängen. Hierfür sind möglichst viele schnellwachsende Pflanzen entscheidend. Neben den von Grobbeldopp genannten Arten sind noch folgende gut: Freischwimmend oder eingepflanzt Najas guadalupensis, eine Pflanzen die praktisch immer wächst und kaum tot zu kriegen ist. Die meisten grünblättrigen Stängelpflanzen wie praktisch alle angebotenen Hygrophila-Arten (Hygrophila corymbosa aus emersem Anbau ist in der Eingewöhnung etwas mimosenhaft), Pogostemon stellatus und Pogostemon quadrifolius, grüne Ludwigia- und Alternantera-Arten, grüne Cryptocoryne-Arten, Sagittaria subulata. Auch Schwimmpflanzen wie Salvinia-Arten oder Limnobium laevigatum sind gut geeignet, man muss dann nur aufpassen, dass sie nicht zu dunkel machen. Sobald die Pflanzen anfangen, sichtbar zu wachsen, sollte vorsichtig gedüngt werden. Dazu eignet sich jeder eisenhaltige Aquarien-Volldünger, dosiert auf ungefähr 1/4 bis 1/2 der auf der Packung angegebenen Menge. Aber wirklich nur Aquariendünger verwenden, keinen anderen. Landpflanzendünger enthält immer große Mengen Stickstoff und Phosphat, beides ist im Aquarium sowieso durch die Fütterung im Überfluss vorhanden.

Wenn neue Pflanzen eingesetzt werden, muss man ein paar einfache Dinge beachten. Topfpflanzen, die in Steinwolle geliefert werden, müssen vor dem Einsetzen ins Aquarium vollständig von der Steinwolle befreit werden. Wenn sie fest sitzt, kann man sie mit einer Pinzette aus den Wurzeln zupfen und mit fließendem Wasser nachspülen. Auch Blei und ähnliches, womit die Pflanzen im Verkaufsbecken am Aufschwimmen gehindert werden, muss vor dem Einpflanzen ab gemacht werden. Stängelpflanzen sollten nicht im Bündel, sondern mit 1-2 Fingerbreiten Abstand zwischen den Stängeln eingesetzt werden, damit sie bis unten Licht bekommen und Platz zum Wachsen haben. Man kann auch die Stängel paarweise statt einzeln setzen, das geht schneller und stört die Pflanze kaum. Wenn man Cryptocorynen im Topf kauft, sollte man sie in mindestens 2 Portionen teilen, damit sie mehr Platz haben und besser anwachsen.

Ebenfalls wichtig beim Pflanzenkauf: Aus Verkaufsbecken, in denen es viele Rotalgen (= Bart- und Pinselalgen) oder sogar Blaualgen/Cyanobakterien gibt, kauft man nix.

Hi

Irgendetwas läuft hier schief. Mögliche Ursachen:

1. Filter zu oft gereinigt- falls dies jedoch zur Ehaltung des Durchflusses nötig ist Filter zu klein (Ich sehe Schleierschwanz und Schwielenwels... da muss man mit so einm Minifilter gut Wasser wechseln zumindest.)

2. zu wenig Wasserwechsel gemessen an dichtem Besatz und viel Futter, dadurch überdüngt

3. zu wenig Pflanzen und gammelnde Acorus gramineus- die linke Pflanze wird so oder so kaputt gehen, die muss raus. Am besten mal ein dickes Pflanzenpaket aus einem Aquaristikforum ordern, oder 10 Bund/Topf Pflanzen kaufen (Echinodoren, Vallisneria, Ceratophyllum, Lysimachia...)

4. Pflanzendünger? Auf kein Fall benutzen!

5. Becken noch zu jung und nicht richtig stabil IST DOCH SO ODER?

Ist das ein 54 oder 112 Liter? Wie isn der Besatz?

PS falls das Becken noch nicht eingefahren ist also nur 1 2 Monate alt erklärt das das Auftreten der Trübung allein. Dass es so schlimm geworden ist dann in den Punkten 1-4 suchen.

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Also das ist ca. 1 Monat alt. Die Punkte 2+3 könnten es sein. Wir hatten nur 2 Pflanzen bzw. Jetzt grade gar keine im Aquarium. Wie ist das gemeint mit Wasserwechsel gemessen?

Und 60 Liter Aquarium und 5 Guppys, 2 Schleierschwänze, 1 wels und 1 Frosch

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@Erdbeerchen03

Weder die Schleierschwänze, noch der Schwielenwels können auf Dauer in diesem kleinen Becken bleiben. Beide erreichen 15cm und mehr.

Der Frosch ist in dieser Vergesellschaftung bei der Fütterung problematisch. Erstens ist er ein Langsamfresser, droht bei schneller Konkurrenz also zu verhungern. Zweitens braucht er tierisches Futter, während die anderen Bewohner einen relativ hohen pflanzlichen Anteil bekommen sollte, um nicht zu fett zu werden.

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Hast du den Sand mal durchgespült?

Ich habe früher den Sand immer regelmäßig auf einem Bettlaken in der Wanne ausgespült.

Außerdem brauchst du mehrere "Fensterputzer". Keine Ahnung wie die Welse heißen die die Scheiben reinigen.

Ansonsten Stopp die Fütterung mit diesem Flockenmittel und nimm tiefgefrorene Mückenlarven.

Auch die Pumpe könnte zu klein sein. Du brauchst eine Wasserpumpe die pro Stunde, am besten das dreifache des Beckeninhaltes umwälzen kann.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Weitere Welse? Bitte nicht.

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Kiesreinigung ist kontraproduktiv, weil im Kies mehr wichtige Filterbakterien leben als in einem durchschnittlich dimensionierten Innenfilter. Wenn das Aquarium biologisch stabil läuft, muss man nichtmal Mulm absaugen (bzw. nur oberflächlich in sehr langen Abständen), weil alles biologisch abgebaut wird und sich kaum was ansammelt.

Zweckfische sind nur im Ausnahmefall von Vorteil. Meistens überwiegen die Nachteile, die sie mitbringen.

Trockenfutter ist nicht automatisch ein Problem. Es muss nur passend dosiert werden.

Die Filtergröße könnte aber tatsächlich ein Problem sein. Wenn der Filter zu klein ist, ist er zu schnell dicht udn muss zu oft gereinigt werden. Dabei gehen jedes mal in großer Menge Filterbakterien verloren.

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@eieiei2

Ich hatte damals für ein 250L Becken einen Filter der knapp 1.000L pro Std gewälzt hat. Der war leise und hat das Aquarium sauber gehalten.

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@Payns

Umwälzleistung ist garnicht so entscheidend. Von zentraler Bedeutung ist, dass der Filter möglichst lang ohne Reinigung läuft. Jede reinigung stört das biologische Gleichgewicht. Bakterienblüten (milchiges Wasser) und Schwebealgenblüten (grünes Wasser) gibt es nur, wenn es kein ausreichend stabiles biologisches Gleichgewicht gibt. Minifilter, die man ständig sauber machen muss weil sie zu schnell verstopfen, sind da ein echtes Problem.

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Hey, das Problem kann beim Esse liegen. Bei uns war das auch so und wir haben uns so ein extra Filter geholt und dann wurde es besser.

Geh am besten in so einem Laden und lass dich beraten.

Vielleicht färbt das Futter das Wasser (war zumindest bei mir einmal so)

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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