Alte Freigängerkatze in Wohnung umsiedeln?

6 Antworten

Welche Katzen sind für eine Wohnungshaltung geeignet?

Auf keinen Fall Tiere, die bereits Freigang kennen gelernt haben und sei es auch nur für einige Wochen oder gar nur Tage. Auch wenn es sich um ein Katzenkind handelt - als Wohnungskatze eignet es sich ein Kätzchen vom Bauernhof nur selten. Es sollte zum Zeitpunkt seiner Übersiedlung nicht viel älter als acht Wochen sein. Besser noch ist es, nach einem Katzenbaby Ausschau zu halten, das im Haus bzw. in der Wohnung aufgewachsen ist.

Wenn ein bereits erwachsenes Tier übernommen wird, lohnt es sich, genauer nachzufragen. Lebte diese Katze immer in der Wohnung oder nur bei ihrem Vorbesitzer. Woher stammt sie ursprünglich? Besser vorher abklären, ob eine Katze immer in einer Wohnung gehalten wurde, als sich später mit Unsauberkeit und anderen Problemen herumschlagen zu müssen. Wird eine Katze herrenlos im Freien angetroffen, ist es besser, sich im Zweifel dafür zu entscheiden, sie als Freigänger zu vermitteln. Die Chance, dass ein Fundtier bereits einige Zeit als Freigänger verbracht hat, ist zu groß.

Liebe kann Freigang nicht ersetzen
"Meine Katze ist unsauber, meine Katze wird immer aggressiver, meine Katze zerstört die gesamte Einrichtung" oder auch "Meine Katze zieht sich immer mehr zurück, sie ist so passiv, wirkt immer depressiver". Aussagen, mit denen wir häufig bei Tierabgaben oder Beratungen konfrontiert sind und die ebenso oft auf ein Grundproblem zurückzuführen sind.

Denn immer wieder passiert es, dass Katzen, die Freigang gewohnt waren, in Wohnungen landen. Sie sind zugelaufen oder wurden auf einem Bauernhof vor dem Erschlagenwerden gerettet, die Gründe sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Doch nur sehr selten kommen Katzen, die das Privileg des Umherstreunens geniessen durften, mit dem Entzug der Freiheit auf Dauer zurecht.

Wohnungskoller und Depressionen

Oft erst nach Jahren zeigen sich Verhaltensauffälligkeiten, die nicht selten in einem regelrechten Wohnungskoller enden. Kätzin Mausi war so ein Beispiel. Sie wurde als Findelkatze in einer kleinen Wohnung aufgenommen. Weil sie im Wohnzimmer so viel zerstörte, engte man ihren Lebensraum auf immer wenigere Quadratmeter ein, bis Mausi schließlich begann, ihre Aggressionen gegen die Besitzer zru richten. Nun war man plötzlich froh, die "verhaltensgestörte" Katze loszuwerden. Mausi brauchte lange Zeit, um Berührungen überhaupt wieder zuzulassen. Heute lebt die ehemalige "Problemkatze" zufrieden bei einer alten Dame als Freigängerin und hat sich zu einer verschmusten Samtpfote entwickelt.

Mit dem Problem der permanenten Unsauberkeit wandte sich eine Wienerin an uns. Sie hatte ihren Kater als Jungtier von etwa vier Monaten in Niederösterreich gefunden. Er war damals sehr abgemagert und sie nahm in mit nach Wien in eine große Wohnung. Seit zwei Jahren protestiert der Kater jetzt bereits gegen die ungewollte Freiheitsbeschränkung. Die Wienerin hat alles probiert, sogar Antidepressiva hat ein Tierarzt verschrieben, jetzt soll eine Tiermediatorin helfen. Die Frau liebt diesen Kater und möchte deshalb nichts unversucht zu lassen. Doch das was der Kater sich wünscht, kann sie ihm nicht geben, denn alle Liebe der Welt ersetzt die Freiheit nicht, die ihm genommen wurde. Wie es weitergegangen ist, wissen wir nicht. Als wir der Frau geraten haben, ihrem Kater sein Glück zu gönnen und anboten, einen neuen guten Platz zu suchen, hat sie sich nicht mehr gemeldet.

http://www.tierheim-krems.at/thema/freigaenger-als-wohnungskatzen

Meiner Meinung nach Tierquäler & fals ich mich nicht verlesen habe, sogar gegen das Gesetz.

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Allgemein ein guter Vortrag über Freigang und Wohnungshaltung von Katzen, aber keine Antwort auf die eigentliche Frage.

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Doch man muss sich nur alles durchlesen.

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Unsere Katze ist auch 18 Jahre alt geworden, daher weiß ich, wie träge und schmusig die Tiere in dem Alter sind. Klar, ist es nicht ideal, denn auch ihr kleiner Spaziergang bedeutet ihnen viel, aber ich sehe kein größeres Problem. Du musst halt mehr mit ihr spielen als Ausgleich, viel schmusen etc. Hast du denn einen Balkon? Mit Katzennetz ist das ja schon eine Alternative..

Der lange Artikel oben trifft meiner Ansicht nach voll zu, wenn man jüngere Tiere hat oder sich eine Katze neu zulegt, aber in deiner Situation ist es wichtiger, dass sie jetzt nicht noch zu fremden Leuten kommt etc. So ein Umzug ist für eine Katze eh schon sehr stressig... 

Alles Gute euch beiden!

Da es offensichtlich keine wirklich guten Alternativen gibt, muß es eben gehen wie es geht.

Wenn die Katze unter 14 Jahren wäre, würde ich das sehr problematisch sehen. Aber eine 16 jährige Katze, der man das Alter doch schon sehr anmerkt - ich würde sagen, das ist das kleinere Übel.
Du wirst wohl kaum jemanden finden, der sie mit Freigang übernehmen wird.
Also nimm sie mit in deine Wohnung und mach ihr einen schönen Lebensabend. Den größten Teil des Tages verschläft sie wohl sowieso und wenn sie mal nach draußen quengelt, sollte es möglich sein sie mit streicheln und spielen (falls sie das überhaupt noch tut), abzulenken.

Bitte komm nicht auf die Idee, mit Brustgeschirr mit ihr spazieren zu gehen. Das wäre für euch beide Streß pur.

Ich wünsche euch beiden noch eine schöne gemeinsame Zeit. Und mach dir nicht so ein schwarzes Gewissen. Du machst es halt so gut es geht. Mehr ist manchmal einfach nicht drin. Für unsere Tiere nicht und für uns ja auch nicht.

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