Also so gesehen ist Adoption doch Menschenhandel, genauso wie Fußballspieler untereinander verkaufen oder?

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6 Antworten

Adoption mit Menschenhandel zu vergleichen - wenn ich so was schon lese, stellt sich mir der Kamm auf.

Also erstmal: wenn man aus dem Ausland adoptiert bekommt man kein Baby, es sind mindestens Kleinkinder. Die Behörden im Herkunftsland gucken sehr genau, ob mit dem Kind alles rechtmäßig ist, also ob es wirklich ein Waisenkind ist bzw. von den eigenen Eltern abgegeben wird. Sonst könnte ja jemand das nervende Nachbarskind enführen und im Waisenhaus abgeben, nur um es los zu sein. Und im Ausland dauert so eine Überprüfung schon eine Weile, da gehen schnell mal 2 Jahre rum.

Außerdem gucken die Behörden im In- und im Ausland auch sehr genau auf die Leute, die adoptieren. Da braucht es zahlreiche Unterlagen, wie z. B. polizeiliches Führungszeugnis, Lebenslauf, Referenzschreiben, psychologisches Gutachten, etc.

Was auch noch dazu kommt: bei einer Adoption braucht man Geduld. Vom Sammeln der Unterlagen, bis man ein Kind bekommt können durchaus 5 Jahre vergehen.

Da du es mit dem Fußballtransfer vergleichst: bei einer Adoption hat man keine große Auswahlmöglichkeit. Man kann in etwa sagen, welches Alter das Kind haben sollte (also etwa: 1-3, 4-7, etc.) Das Geschlecht kann man sich nicht aussuchen. So etwas wie z. B. Haarfarbe oder ähnliches noch viel weniger.

Und wie es ja bereits erwähnt wurde: die Kosten sind gerechtfertigt. Nur mal ein Beispiel: man muß seine ganzen benötigten Dokumente beglaubigen und überbeglaubigen lassen (erst vom Notar, dann vom Landgericht). Dann muß man die ganzen Dokumente (bzw. die Akte) von einem staatlich anerkannten Übersetzer in die Landessprache übersetzen lassen. (selber übersetzen geht nicht). Alleine die Übersetzung der Akte kostet mindestens 600€.

Dann muß man ins Herkunftsland reisen (in den meisten Fällen sogar 2mal) und einige Zeit dort verbringen, also Flug und Hotel, etc.

Also, tu mir den Gefallen und hör auf mit dem Unsinn von wegen "Adoption sei Menschenhandel" zu reden

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Fussballtransfers und Menschenhandel, ich hasse diesen Vergleich. Das wird nur gesagt, um die unglaublichen Ablösen zu überdramatisieren. Was wäre denn, wenn es wie in den 70ern wäre, Rekordtransfer um die 6 Millionen Euro. Und wenn das immer noch Menschenhandel ist, was ist due Alternative? Spielerwechsel nicht zulassen? Jeder Spieler muss dort bleiben, wo er angefangen hat? So viel zur Chancengleichheit. Es darf keine Ablösesummen mehr geben? Ja, schön, dann lohnt es sich ja noch weniger, für einen Club wie Sporting CP zum Beispiel, Cristiano Ronaldo abzugeben. Dann gehen alle Spieler, die irgendein Potenzial haben zu Real Madrid oder Barcelona. Transfers ohne Verträge? Damit es nicht mehr bindend ist? Auch keine gute Idee. Also, Fussballtransfers und Menschenhandel haben rein garnichts miteinander zu tun, ausser die Tatsache, dass ein Kaufvertrag abgeschlossen wird. Jedoch nicht um ein Objekt, sondern um Dienstleistungen, die von dem Betroffenen mitverhandelt und ggf. abgelehnt werden können.

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Der gravierende Unterschied besteht einfach darin, dass das adoptierte Kind kein Objekt ist (jedenfalls nicht als Objekt angesehen wird), und dass das Kind keine Ware ist, die jemandem komplett gehört. Es hat ja immerhin noch Rechte, und die Eltern können es nicht behandeln, als wäre es ein Gegenstand oder Ähnliches. Eltern, die ihr Kind nicht adoptiert haben, behandeln es ja ebenfalls wie einen Menschen.

Und dass der "Verkauf" von Fusballspielern ebenfalls kein Menschenhandel ist, ist klar. Sie können es sich aussuchen, sie haben trotzdem noch genau die gleichen Rechte, und gehören nicht ihrem Verein. Sie sind kein Gegenstand.

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ansonsten hätten die kinder keine eltern. das ist da nicht besser

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Ein Kind aus bitterer Armut mit Zustimmung der Eltern in eine gute geborgene Zukunft zu holen ist für meine Begriffe kein Menschenhandel. 

Das wäre es, wenn das Kind sexuell missbraucht und prostituiert wird.

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Die genannten kosten sind grösstenteils reise- und aufenthaltskosten in die herkunftsländer. Manche länder verlangen einen aufenthalt im herkunftsland von bis zu einem halben jahr. Das geht ins geld.
Klar sind Verwaltungskosten und (falls vermittlungsstellen eingeschaltet wurden) vermittlungskosten zu bezahlen.
Es treten also kosten auf die bezahlt werden müssen. Die 10 bis 15 tausend sind also kein kaufpreis

ABER
Es geht um viel geld
Und wo viel geld im spiel ist, sind auch immer schwarze schafe nicht weit.
Darum finde ich, dass eltern, die aus dem ausland adoptieren sehr sorgfältig hinterfragen müssen, ob in ihrem speziellen fall alles korrekt läuft.

Da ein restzweifel bleibt, haben wir uns bewusst gegen eine auslandsado entschieden.

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Saturnknight 13.07.2017, 02:02

Manche länder verlangen einen aufenthalt im herkunftsland von bis zu einem halben jahr. Das geht ins geld.

In Kenia sind es sogar 9 Monate.

Und wo viel geld im spiel ist, sind auch immer schwarze schafe nicht weit. Darum finde ich, dass eltern, die aus dem ausland adoptieren sehr sorgfältig hinterfragen müssen, ob in ihrem speziellen fall alles korrekt läuft.

Darum soll man sich immer an eine Adoptionsvermittlung wenden. Die sind vom Staat geprüft (meist sind es Vereine). Und die arbeiten oft mit den gleichen Kinderheimen und haben Erfahrung. Und auch im Herkunftsland gucken die Behörden mittlerweile sehr genau hin.

Stichwort "Den Haager Abkommen".

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