Ähnliche Berufe wie Archäologe

6 Antworten

Mach dir bitte bewußt, daß Stellen im Bereich Archäologie rar sind. Außer im schlecht bezahlten Grabungssektor, wo du als Grabungstechniker in Konkurrenz zu studierten Archäologen stehen würdest, sind kaum Stellen zu finden, und selbst da bist du vor einer plötzlichen Ausstellung nicht sicher. Bei den Restauratoren sieht es genauso schlimm aus.

Abgesehen davon solltest du dringend lernen, Archäologie (Hinterlassenschaften menschlicher Kulturen) von Paläontologie (Dinos) zu unterscheiden. Wenn du dich schon so lange dafür interessierst, hättest du inzwischen auf den Unterschied stoßen müssen.

Die Archäologie kann ein schönes Hobby sein, in den meisten Regionen finden sich Zusammenschlüsse von Ehrenamtlichen. Willst du dich und evtl. auch mal eine Familie ernähren, solltest du dich evtl. nach etwas sichererem umsehen.

Ansonsten klick dich einfach mal durch Fragen mit dem Tag Archäologie, wir erklären gebetsmühlenartig, wie die Aussichten im Fach sind. Für jemanden ganz ohne Studienabschluß sieht es noch schlechter aus.

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Du könntest dich in Richtung Restauration fortbilden. Du startest als Maler oder Steinmetz oder Schmied und kannst dich dann weiterbilden.

Noch nie was von gehört aber ich werde mich mal informieren, danke. ^^

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Da fällt mir ein Beruf ein, der für dich allerdings eine lange Bildungszeit bedeuten würde. Du müsstest zuerst eine Berufsausbildung im handwerklich-technischen Bereich machen und dann eine 3-jährige Weiterbildung zum Grabungstechniker.

Grabungstechniker: Geprüfte Grabungstechniker/innen übernehmen die technische Leitung von archäologischen und paläontologischen Grabungen. Dabei geht es um das Erschließen der Fundstellen unter Einsatz verschiedener Grabungs-, Dokumentations- und Fundbergungstechniken. Zu den Aufgaben der Techniker/innen gehört es, die Lagerstätten zu suchen und zu erkunden, die Grabung vor- und nachzubereiten und das Fundgut sachgerecht zu bergen und zu lagern. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Ob lang oder kurz ist mir eigentlich gleich, so lange ich was finde. ^^

Hört sich auch sehr gut an, werde mich mal weiter Informieren. Vielen Dank.

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Ein Grabungstechniker steht immer in Konkurrenz zu studierten Archäologen, die die gleiche Arbeit mit mehr wissenschaftlichem Background leisten. Auch hier fallen Stellen nicht vom Himmel.

Und sorry, Lagerstätten gibt es in der Archäologie nun wirklich nicht (außer vielleicht in der Montanarchäologie...)

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@Jerne79

Zu deinem ersten Punkt: Grundsätzlich stimmt das schon, allerdings kenne ich mehr Leute, die Ausgrabungen für das Landesamt machen, die Grabungstechnik studiert haben und keine Archäologie. Deiner Aussage entnehme ich, dass sich hier mal wieder ein Archäologe in seinem Beruf bedroht fühlt.

Und zur zweiten Aussage: Das ist richtig, aber wer hat etwas von Archäologie gesagt. Hier geht es um Grabungstechnik und nicht um Archäologie. Grabungstechniker bearbeiten alle möglichen Arbeiten, wo Erde umgelagert werden soll und wo vor allem Vermessungstechnik eingesetzt werden soll, also theoretisch könnte ein Grabungstechniker auch im Bau eingesetzt werden.

Mal davon abgesehen haben Grabungstechniker sehr viel mit Lagerstätten zu tun, da Geologen bzw. Geophysiker im Landesamt viele Vermessungsaufgaben und so "auslagern", damit sich eben studierte Geol./Geophys. mit der Auswertung beschäftigen können.

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@DarkIllusion

Und deine Aussage klingt wie von einem Grabungstechniker, der meint, auch ohne Studium alles zu wissen, was ein Archäologe kann. ;-)

Dem ist nicht so. Grabungstechniker werden nur deshalb vorgezogen, weil sie deutlich weniger kosten.

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@Kristall08

Ein Irrtum, ich studiere Archäologie und das mit Freude. Ich habe nur langsam echt den Rand voll, seit meiner ersten Veranstaltung an der Uni höre ich nur, lasst es bleiben, ihr könnt damit kein Geld verdienen, Chancen sind schlecht usw. Und so ist es leider auch bei vielen Antworten von dir und von Jerne, die man hier so liest. Natürlich habt ihr recht und es ist wichtig sich Gedanken zu machen, ob man es denn wirklich will, aber wenn selbst hier so ein Fass aufgemacht wird, obwohl es nicht mal um Archäologie geht, denn das schließe ich daraus, wenn sich jemand mit Dinosaurier beschäftigen will, dann finde ich es unangebracht. Nichtsdestotrotz möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass Paläontologie zum Fachbereich Geologie gehört und der man hier definitiv viel mit Naturwissenschaften und auch Mathematik zu tun hat.

Ja natürlich, also ist es doch so, denn das Land und das Amt haben natürlich nur bedingte Gelder zur Verfügung.

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@DarkIllusion

Okay, wenn wir schon bei Schnellschußinterpretationen sind: Der Student, der einfach nicht hören will, wie die Realität im Fach aussieht.

So leid es mir tut, die Stellensituation im Fach (und da ist es nun egal, ob wir von Archäologie oder Paläontologie reden) lässt sich weder schönreden noch wegdiskutieren, die ist nun einmal Tatsache. Das mag man als Student des Faches natürlich nicht so gern hören, denn dann müsste man sich mit der eigenen Angst außeinandersetzen, seine eigenen Entscheidungen hinterfragen, evtl. sogar einen Plan B entwerfen.

Ja, auch mir haben Dozenten vom ersten Tag an der Uni erzählt, wie es im Fach aussieht. Von der Abbrecherquote, der Situation auf dem Arbeitsmarkt. Alle gehen davon aus, daß sie es schaffen. Von diesen Hoffnungsvollen schließen dann nur ein Bruchteil überhaupt im Fach ab, die Statistiken sprechen für die Jahre danach für sich selbst: nichtmal die Hälfte kommt dauerhaft im Fach unter.

Nein, ich habe beim besten Willen keine Angst vor Konkurrenz im Fach. Da muss ich schon reichlich schmunzeln. Wer jetzt anfängt, der müsste jetzt erstmal 10-15 Jahre aufholen und sich genau in mein Gebiet einarbeiten. Im Gegensatz zu vielen anderen Archäologen muss ich gut bezahlte Aufträge ablehnen, weil ich für die nächsten Jahre bis zum Hals in Arbeit stecke, und das als Freiberuflerin. Ich fühle mich alles andere als bedroht. Dem Fach täten ein paar engagierte Leute mit realistischem Blick auf das Fach gut, es gäbe genug alte Zöpfe, die man abschneiden müsste.

Aber Träumer, die sich die Welt erst schönreden und hinterher den Absprung in den archäologischen Alltag nicht schaffen, davon gibt es schon genug im Fach. Genauso wie junge Leute, die mit einer völlig falschen Vorstellung von Archäologie (oder Paläontologie) anfangen zu studieren, um dann nach ein paar Semestern das Handtuch zu werfen. Dem kann man vorbeugen, das kann man einem Menschen ersparen. Oder es zumindest versuchen. Wer dann sehenden Auges immernoch ins Fach will, der soll das tun. Aber der darf auch nicht darüber nörgeln, wie die Realitäten im Fach aussehen.

Eine der Realitäten des Faches wäre im Übrigen das Verursacherprinzip. Richtig umgesetzt kostet die Archäologie weder das Land noch einem Amt Gelder (außer ein paar Beamtenstellen zur Durchsetzung). Landesämter sind auch nicht in jedem Bundesland der größte Arbeitgeber, Stichwort "Grabungsfirmen".

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@Jerne79

Klar weiß ich wie die Realität aussieht, aber das wusste ich auch vor dem Studium, daher versteh ich nicht, warum man das jemandem der studiert vorbeten muss. Lustig finde ich ja auch, dass genau die Archäologen vom Unheil reden, die bombig verdienen und wie du viele Angebote bekommen. Wie soll ich bitte solche Aussagen ernst nehmen?

Genauso wie junge Leute, die mit einer völlig falschen Vorstellung von Archäologie (oder Paläontologie) anfangen zu studieren, um dann nach ein paar Semestern das Handtuch zu werfen. Dem kann man vorbeugen, das kann man einem Menschen ersparen. Oder es zumindest versuchen. Wer dann sehenden Auges immernoch ins Fach will, der soll das tun. Aber der darf auch nicht darüber nörgeln, wie die Realitäten im Fach aussehen.

Sehe ich genau so und VOR dem Studium ist das auch absolut legitim und wünschenswert. Während des Studiums und auch noch danach sollte man allerdings die Begeisterung weiterreichen und da sehe ich bei vielen Archäologen nur noch Verbissenheit. Ausnahmen gibt es zum Glück und mit denen lässt es sich auch wunderbar über arch. Themen diskutieren, ohne das ständig über die miserable Situation gejammert wird.

Aber das ist jetzt glaube ich schon ziemlich weit entfernt von der ursprünglichen Fragestellung von SevenSan, daher zurück zur eigentlichen Frage.

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@DarkIllusion

Ich sage eigentlich nie, lass es sein. ;-)

Eher mach es, aber stell dich drauf ein, später beruflich was anderes zu machen. ;-)

Im Übrigen war das früher schon so, dass die Professoren uns ständig darauf hinwiesen, wie schlecht die Lage sei. Doch dann fiel die Mauer, im Osten boomte das Baugewerbe und sie konnten gar nicht so viele Archäologen herbeizaubern, wie sie brauchten. Ich hatte jahrelang zwei Baustellen gleichzeitig zu betreuen, weil keine Leute da waren.

Du hast doch zwei Ohren. Stell auf Durchzug. ;-)

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@DarkIllusion

Wir haben auch nicht DIR erklärt, wie die Stellensituation ist, den Bezug hast du selbst hergestellt. Wir haben den Fragensteller gewarnt.

Lustig finde ich ja auch, dass genau die Archäologen vom Unheil reden, die bombig verdienen und wie du viele Angebote bekommen. Wie soll ich bitte solche Aussagen ernst nehmen?

Fände ich an deiner Stelle nicht lustig. Mit wie vielen redest du denn, die ihr Studium abgebrochen haben und weg sind? Wie viele Kontakte hast du zu Leuten, die hinterher nichts bekommen haben oder sich mit schlecht bezahlten, zeitlich befristeten Jobs durchschlagen? Als Student in der Regel doch eher wenige.

Wir Warner sind die, die aus unserer Generation im Fach noch übrig sind. Die, die wissen, wie anstrengend es ist durchzukommen, wie viele auch unabwägbare Faktoren daran beteiligt sind, was dafür auf der Strecke geblieben ist. Die, die gesehen haben, wie viele andere es aus der Kurve getragen hat. Wir wissen auch, wie dick oder dünn der Faden ist, an dem wir hängen, aber das hat nichts mit einem weiteren Archäologen zu tun, der 15 Jahre nach uns zu studieren beginnt. Ich warne auch, weil ich weiß, daß mein CV ein Sonderfall ist, weil ich lange Jahre gebraucht hab, bis ich so gut verdient habe und diejenigen noch gut in Erinnerung habe, die die gleichen Chancen hatten und sich selbst aus dem Rennen genommen haben (und dafür gibt es viele Möglichkeiten).

Und ganz ehrlich? Es gibt doch einige Leute, die vor einem Studium dankbar sind zu wissen, wie es hinterher aussehen würde und froh über eine Warnung sind.

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@Jerne79

Ergänzend zum (hier nicht vorliegenden) Warnen von bereits Studierenden:

Dieses Warnen ist oft ein Abklopfen. Wie fit ist der Student? Hat sich derjenige Gedanken gemacht, wie es weitergeht? Erschreckend oft lautet die Antwort: nicht im nötigen Umfang.

Wenn man dann noch warnt, signalisiert man: derzeit bist du auf dem Holzweg, du musst nachjustieren.

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