ADHS - Medikamente Ja oder Nein?
Hallo,
ich bin total hin und her gerissen. Mein Sohn hat ADHS. In der Grundschule bekam er Ritalin. Die Leistungen sind besser geworden, aber das Verhalten anderen Schülern gegenüber nicht.
dann, im letzten Jahr an der Grundschule bekam mein Sohn Tic´s, welche kaum zu ertragen waren. Die Ärztin riet, das Ritalin abzusetzen. Außerdem fand ich, dass mein Sohn einfach nicht mehr mein Sohn war, er lachte kaum noch und war in sich gekehrt. Zudem nahm er nicht mehr zu.
Gut, Ritalin wurd e abgesetzt, gleichzeitig abner ein anderes angepriesen: Strattera. Wunderheilmittel im Bereich des ADHS, laut Ärztin.
Ich bat um Bedenkzeit, belas mich dazu im Internet und lehnte schließlich dankend ab.
Seit dem, also seit zwei Jahren ist mein Sohn ohne Medikamente. Am Anfang war auch alles gut, denn ein Schulwechsel und eine sehr freundliche Lehrerin taten ihm gut.
Doch mittlerweile sind die Leistungen so im Keller, er bockt nur rum und verweigert teilweise den Unterricht, besonders Deutsch und Englisch.
Es folgten Gespräche mit dem Sozialpädagogen und Lehrerin, aber nichts richtiges kam dabei raus. Mein Sohn geht nun 10 Minuten vor Schulschluss immer zu dem Pädagogen, um nochmal den Schultag zu besprechen und die hausaufgaben zu besprechen. Dazu meinte auch schon mein Sohn, er würde das doof finden, weil er ja dann ein Teil vom Stoff verpasst. Finde ich ja prima, das er so denkt, aber auf der anderen Seite verweigert er den Unterricht. Nun gut.
Jetzt hatten wir einen Termin bei der Kinderärztin zur J1 Untersuchung. Körperlich ist alles prima, doch riet sie mir wieder, ihhn Medikamentös behandeln zu lassen, in Verbindung mit einer Verhaltenstherapie.
Ich wollte einen Termin bei dem Verhltenstherapeut machen, leider gibt es in den nächsten 2 Monaten keinen freien Platz mehr, wir sind abr nun vorgemerkt.
Und nächsten Monat habe ich wieder einen termin in der Klinik, wegen der Medikamentengabe ausgemacht.
Ich bin aber immer noch unsicher, ob er wirklich Medikamente bekommen soll. Wegen den vorher genannten Nebenwirkungen.
Auch habe ich Angst, dass er wieder so ruhig wird.
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Scön wären auch Erfahrungen von selbst behandelten ADHS´lern
11 Antworten
Es gibt ein neueres Medikament, das von den Anwendern und den Eltern sehr gelobt wird, das ist das EQUASYM. Die Eltern von AD(H)S-lern, mit denen ich zu tun habe berichten sehr häufig, dass es bei EQUASYM keinerlei Nebenwirkungen gäbe, wie sie von Ritalin bekannt sind. Auch bei GF hat sich schon eine Mutter positiv über dieses Medikament geäußert.
Frage doch bei Eurem Termin in der Klinik nach, was man dort von Equasym hält.
Was das Sozialverhalten anbelangt, das schlechter ist, so hat das nichts mit einemMedikament zu tun.
ADHS-ler haben häufig auch einen Höheren IQ. Weißt Du noch wie hoch der IQ bei Deinem Sohn war?
Kinder mit einer Höheren Begabung oder sogar Hochbegabung haben meist eine schlechtere Sozialkompetenz. Das heißt, das müßte auf jeden Fall mit einem Verhaltenstheapeuten bearbeitet werden.
Wenn Dein Sohn in der Schule immer mehr abfällt, weil e rsich nicht mehr konzentrieren kann, könnte es passieren, dass die Schule eines Tages zur Qual wird für ihn, wodurch er dann immer mehr ins Hintertreffen gerät im Vergleich zu seinen Kameraden. Das kann dann auch zu depressiven Verstimmungen bei Deinem Sohn führen.
Du darfst nicht vergessen, er hat ja schon einmal erlebt dank eines Medikaments, dass es ihm besser geht in derSchule als ohne Medikament. Wird ihm nun eine weitere Medikamenteneinnahme verweigert und dieLeistungen lassen immer mehr nach, ist eine weitere negative Entwicklung auch in Sachen Berufsleben durchaus einzukalkulieren.
Bei den Medikamenten geht es ja nicht nurum Ruhigstellung. Schließlich erhöht sich auch die Konzentrationdamit.
Wenn Dein Sohn erst mal richtig eingestellt ist auf ein Medikament, wird es wirkt sich das auch wesentlich besser aus.
Parallel dazu sollte aber auf jeden Fall eine Verhaltenstheapie stattfinden. Auch, wenn Du darauf warten mußt, so empfiehlt sich auf jeden Fall, das in Kauf zu nehmen, um dann später effektiv damit zu arbeiten.
Ich gebe Dir hier noch einen Link, der Dich zu dem Bundesverband der Selbsthilfegruppen ADHS + ADS führt. Dort findest Du im Shop die verlagseigenen Bücher zu diesen Themen, die hervorragend sind, wesentlich besser als die im Handel übliche Literatur.
Mach Dich dort mal schlau, auch über entsprechende Literatur kannst für Dich und Deinen Sohn eine Hilfe finden.
Ich wünsche Deinem Sohn alles erdenklich Gute!
Hi diana, ich bedanke mich ganz herzlich für Deinen Stern. Und ich wünsche Dir und natürlich Deinem Sohn alles erdenklich Gute, auf dass Ihr alle zusammen eine Lösung findet, die Deinem Sohn in der Zukunft ein selbständiges Leben ermöglicht, weil ergelernt hat sich zu organisieren und zu strukturieren! LG Adlerblick
Ich war gestern auf der Seite von ADHS-Deutschland, die ist echt sehr gut, danke für den Tip. Hat meine Entscheidung beeinflußt. Ein leben ohne Mewdikamente scheint weitaus schlimmer zu sein, als mit.
ich finde es ist immer eine schwere Frage, ob man nun Medikamente nehmen sollte oder nicht. Für mich persönlich sind sie sehr gut und helfen mir- ohne viele Nebenwirkungen. Ich hatte bei meinem ersten Präperat einige Nebenwirkungen, deswegen bin ich umgestiegen. Jetzt ist es so, dass es mir viel besser geht!
Wenn du Medikamente nur zu Nebenwirkungen führen, sollte man wirklich mal ein anderes Präperat versuchen.
, er lachte kaum noch und war in sich gekehrt
dazu kann ich dir ähnlich, wie martinpalantina sagen, dass es auf dich vielleicht auch nur so wirkt.
Wenn ich meine Tabletten nicht nehme bin ich auch extrem albern und rede ganz viel Blödsinn, das trägt zu Erheiterung meiner Mitschüler bei. Ich wirke so natürlich auch ausgelassen und eben fröhlicher, als wenn ich die Tabletten nehme und mich altersgemäs und ernst verhalte.. Dieses ernste Verhalten gefällt mir aber viel besser, weil ich mich so eben wohler fühle...
Danke Dir, ist für mich auch mal wichtig zu hören, wie es Betroffene sehen.
Von den Medikamenten, wie sie auch alle heißen, rate ich dringend ab. Es ist immer die Frage, was du für dein Kind tun möchtest. Ritalin und Co. sind Amphetamine, die dein Kind zwar leistungsfähiger machen, aber nur, solange er die Pillen auch nimmt. ADHS ist eine Eigenschft deines Kindes, die man nicht als Krankheit bezeichnen kann, es ist einfach eine Reizempfindlichkeit, die bei ihm vorliegt, deshalb sollte er möglichst ein reizarmes Leben führen, ohne Glotze, Handy, PC. Dann normalisiert sich das auch wieder. Medikamente dafür zu verschreiben, dass ein Kind weiterhin der Reizüberflutung ausgesetzt werden kann, halte ich für ziemlich bescheuert, vor allem, wenn diese Mittel (Ritalin) als sucht erzeugende Drogen eingestuft werden können.
Ich bezeichne meinen Sohn auch nicht als krank.
Aber ein Leben ohne Glotze? Das geht einfach nicht, will ich auch nicht. Und Handy auch nicht. Mit den PC-Spielen oder Playstation sehe ich das schon etwas anders, auch wenn ich es nicht ganz verbiete. Aber ich achte darauf, was er spielt und wann und wie lange.
Wenn ich das alles kontrolluieren wollte, müsste ich den ganzen tag zuhause aufpassen und das geht nicht, da normale Menschen eben auch arbeiten müssen.
Ich kenen die Wirkung von Amphetaminen selbst, und ich kann mir nicht gut vorstellen, das dies was für Kinder sein soll. Aber darauf werde ich die Ärztin ganz genau ansprechen. mal sehen, wie sie mir das erklären will.
Hallo,
Ich bin selbst von ADHS betroffen und habe als Kind auch Ritalin verschrieben bekommen. Das hat sein Versprechen zwar gehalten, jedoch hatte es ebenso Nebenwirkungen, wie Depressionen und Lustlosigkeit.
Von daher rate ich ab Kinder mit Chemie ruhig zu stellen.
Erst sollte man heraus finden, ob das Kind wirklich an ADHS leidet, oder einfach nur etwas aufgedrehter ist.
Eine Arbeitskollegin hat ihrem Sohn einen "Kippelstuhl" gekauft und war überrascht wie gut dieser geholfen hat.
Ihr Sohn kann sich nun besser konzentrieren und ist ausgelasteter.
Ich habe mir nun auch einen Bürostuhl mit "Kippelfunktion" gewünscht und bin von seiner Wirkung überzeugt. Ich bin der Meinung, dass man durch Bewegung ADHS Kinder und auch gesunde Kinder das Lernen erleichtern kann ohne zu Chemie zu greifen.
Hier der Link zu den Stühlen: Dort wird der Sachverhalt noch etwas besser erklärt.
http://www.hipp-manufaktur.de/
Grüße,
Biene.
Macht dein Sohn Sport, etwas bei dem er sich so richtig austoben kann oder auch runterkommen?
Mein kleiner Bruder hatte angeblich ADHS, meine Mutter hat sich geweigert ihn mit Medikamenten zu behandeln bis sie alles andere durch hatte. Nach ein paar Monaten Karate und dem Gitarrenunterricht die er sich ausgesucht hat ging es deutlich besser.
Er ist ein Saisonarbeiter geblieben der nur die wichtigen Arbeiten gut hatte und regelmäßig schlechte Halbjahreszeugnisse angeschleppt hat aber das Abschlusszeugnis war gut genug um eine Stelle zu finden - was ja letztendlich das einzig wichtige daran ist.
Ja macht er. Dienstag Tischtennis, Donnerstag Tennis und Freitag Badminton.
Sollte für´s erste reichen.
Ich will ihn ja eigentlich gar nicht behandeln lassen. Ich bin selbst jemand, der keine unnützen Medikamente nimmt. Sogar wenn ich Kopfschmerzn habe, nehme ich keine Tablette.
Mir ist es auch nicht wichtig, das mein Sohn ein super Zeugnis hat, hatte ich selbst nicht. Aber das jetzige Halbjahreszeugnis war gespickt von 5ern, außer eben in Sport, da hat er immer eine 1.
r kommt auch nie von selbst drauf, mal was zu lernen oder geschweige denn hausaufgaben zu machen. Ich muss ihn immer fragen, ob er was aufhat und wann Arbeiten geschrieben werden. Er sagt es mir zwar dann und macht es auch dann, aber eben nicht von alleine.
Vielleicht kommt auch jetzt noch die anfangende Pubertät dazu, wer weiß.
Vielen Lieben Dank, von dem medikament habe ich auch schon gehört, allerdings habe ich mich damit noch nicht auseinander gesetzt, werde ich tun.
Der IQ-Wert wurde mir damals nicht genannt, nur das er durchschnittlich wäre.
Genau weil ich ANgst davor habe, dass mein Sohn irgendwann die Schule ganz verweigert, werde ich ja auch den Termin in der Vitos-linik wahr nehmen und um Alternativen der Medikamentösen Behandlung bitten.
Wir ziehen gerade um und dabei haben wir eine Kiste gefunden, worin alte Arbeiten von meinem Sohn drin waren. Er war schon mit den Medikamenten ein guter Schüler. Und dahin möchte ich ihn wieder haben, nicht weil ich unbedingt will, dass er Abi macht, sondern weil er wieder mehr Selbstbewußtsein bekommt.
Und die Verhaltenstherapie machen wir auf jeden Fall, das war klar.