Abtropfen- Albert Ostermeier(Hilfe zu einem Gedicht bitte)?

2 Antworten

Die Augen symbolisieren Wertschätzung und Liebe.

Nach Platon ist das Auge ein der Sonne ähnliches Sinnesorgan.

Tränen in Verbindung mit Augenwischerei stehen für nicht erwiderte Zuneigung.

Genau zu diesem Gedicht habe ich schon mal was hier gepostet, ich stell hier mal die kopierte Antwort nochmal ein:.................

Du solltest Dir zum besseren Verständnis erst mal Zeichensetzung vorstellen. Die hat der Autor ja absichtlich vermieden, um dem Gedicht eine Art Vieldeutigkeit zu verleihen.

Also:

Wenn unsere Lippen Augen haben, (dann) hör besser auf, mich anzusehen. Und schmink dir dir diese Blicke ab, die an mir – kleben – bleiben werd ich nie.

(Er gibt den Lippen fiktive Augen, mit denen sie ihn verlangend anblicken. Stell Dir vor das stünde "wenn unsere Lippen Augen hätten". Kleben ist das erste Wort des Gedichtes, das wie eine Art Achslager zwei Sätze bedient: Einmal Blicke, die an mir kleben, und dann kleben bleiben werd ich nie).

Was soll die Augenwischerei, uns bindet nur die Haut & die hat sich genug erregt.

(Das ist eigentlich klar, sie soll sich nichts vormachen, ihrer beider Bindung habe ja ohnehin nur aus Sexualität bestanden. Und die sexuelle Spannung ist ja auch schon verflogen).

Lass mich dich – trösten – kann ich nicht

(trösten ist das zweite "Achswort" in diesem Gedicht, es gehört sowohl zu "Lass mich dich trösten" und zugleich zu "trösten kann ich nicht". Er will sie trösten, gesteht aber zugleich, dass er das gar nicht kann, weil es wohl ohnehin keinen Zweck mehr hat. Dadurch das diese beiden Sätze um den einen Begriff kreisen, wird der Eindruck verstärkt, dass der Wunsch zu trösten und die Einsicht, dass er dies garnicht kann zu einem gemeinsamen Gefühlszustand gehören)

Zum Weinen hab ich nur Spucke übrig.

(er hat einen trockenen Mund, vermutlich vom nächtelangen aufreibenden streiten, oder weil er sie inzwischen so verachtet, dass seine Tränen inzwischen nicht mehr wert sind als Spucke. Tränen, früher "Zähren" sind in der Lyrik immer ein Zeichen großer Traurigkeit. Der Begriff "Spucke" konterkariert diesen Begriff, nimmt ihm den Zauber macht ihn zum Sputum, bei dem man nur noch das bedürfnis hat, es loszuwerden).

Stilistisch ist das Gedicht stark mit den Liebesgedichten von Ulla Hahn vergleichbar.

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