Ab wann ist der Mensch ein Mensch?

11 Antworten

Zunächst mal: Ich verurteile nicht, nur weil ich gegen Abtreibung bin und mache betroffenen Frauen kein schlechtes Gewissen, wenn ich ausspreche, dass Abtreibung die Tötung unschuldigen Lebens ist, ganz gleich, ob in der 1. oder der 12. Woche. Es ist beseeltes Leben von Anfang an und nicht etwa ein Zellhaufen. Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass sich der Wert des menschlichen Lebens nach der Größe richtet und ein Irrtum, dass der Mensch das Recht habe, ungeborenes Leben zu töten.

Es stimmt nicht, dass vom Gesetz her nur das geborene Kind als Mensch gilt. Das ungeborene Leben wird gesetzmäßig von der Empfängnis an geschützt. Abtreibung ist nur straffrei und dies unter bestimmten Bedingungen, legal ist sie deshalb keineswegs.

Abgesehen davon, dass ich als Katholikin Abtreibung als Tötung von Leben sehen muss, gibt es auch als nichtgläubiger Mensch gute Gründe, dagegen zu sein. Es wäre das naturgegebene Mitleid mit einem hilflosen Wesen. Wenn man schon Mitleid mit der leidenden Tierkreatur hat, umso mehr müsste man Mitleid mit den hilflosesten aller Kreaturen haben. Atheisten haben sich dem ethischen Humanismus verschrieben.

Wer schon einmal Bilder gesehen hat, wie ein zerstückeltes Kind von nur wenigen cm mit allen schon ausbildeten Gliedmaßen aussieht (in Abtreibungskliniken werden nach der Abtreibung die Teile wieder zusammengefügt, um sicher zu sein, dass auch alles entfernt wurde), der wird nicht mehr fähig zu sein, sowas zu tun. Es gibt Schwestern, die dabei assistiert haben und ausgestiegen sind, weil sie dieses Geschehen nicht mehr verkraften konnten. Die kleinen Wesen schreien stumm und versuchen mit aller Kraft, dem grausamen Tötungsinstrument auszuweichen, doch sie sind hilflos ausgeliefert.

Das Blut Millionen unschuldiger Kinder schreit in unserem Land zum Himmel.

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Die Bilder die du hier ansprichst und haufenweise im Internet anzufinden sind, sind von Spätabtreibungen. Ich habe hierzu einen befreundeten Gynäkologen befragt der mir das bestätigt hat. Spätabtreibungen werden auch nur bei nicht überlebensfähigen Embryonen gemacht. Auch wenn ich schon heftigste Auseinandersetzungen mit riara hatte muss ich ihm beipflichten und für seine Beispiele danken. Das würde auch bei uns passieren, wenn man Abtreibungen verbietet. In Polen ist das zum Teil schon Realität. Abtreibungen wird es immer geben, ob man sie verbietet oder nicht. Prinzipiell sollte man Frauen natürlich überzeugen, das Kind zu bekommen. Aber man muss auch akzeptieren wenn sie das partout ablehnen. Ich denke da mal weiter, was würde mit diesen Kindern passieren, wenn ihre Mütter dazu gezwungen werden sie auszutragen? Das vermag ich mir lieber nicht auszudenken.

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Ich kann natürlich nur meine persönliche Meinung sagen und die ist: Das (eigene) Leben des Menschen beginnt mit der Geburt. Daher habe ich (persönlich) auch absolut nichts gegen eine sehr weit gehende Fristenlösung bei der Abtreibung.

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Das Leben beginnt doch nicht mit der Geburt. Bei der Geburt, da lebt das Kind doch bereits längst...

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@omikron

Für mich schon. Schön für Dich, wenn Du es anders sehen kannst.

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@SibTiger

Ja, find ich auch, dass es schön für mich ist.

Deine Meinung ist - Verzeihung - völlig unwissenschaftlich, geradezu eigenartig. Leben lebt, wenn es lebt, und nicht, wenn man es sieht.^^

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53
@omikron

Ich will Dir Deine sehr schöne, wissenschaftlich durchaus begründete Meinung doch auch gar nicht nehmen (habe im übgrigen schon häufiger gute Beiträge von Dir gelesen, die ich teile) sehe diesen Punkt allerdings eher so: Erst wenn ein Baby geboren, abgenabelt und lebensfähig ist, so kann man auch aus meiner Sicht sagen, dies ist ein Mensch, mit allen Eigenschaften eines individuellen Homo sapiens, also reizempfindlich, eigenbeweglich, und mit einem eindeutigem, weit entwickelten Bewußtsein (auch Seele).

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@SibTiger

Ich danke.

Dennoch bleibt die Frage, wieso du deine Meinung abseits wissenschaftlicher Erkenntnisse aufbaust: denn auch noch nicht geborene Kinder sind bereits lebensfähig, sie sind reizempfindlich, sie bewegen sich schon im Mutterleib selbständig (können natürlich nur "schwimmen"), und auch ihr eigenes Bewußtsein atmen sie doch nicht beim ersten Atemzug ein.^^

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@omikron

Ich gehe mit meiner Auffassung über das Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren Bauch sehr weit. Ich würde diese Recht auf Selbstbestimmung in jedem Fall höher ansiedeln als das Recht auf Leben eines Ungeborenen. Daher bin ich auch für eine weitergehende Fristenlösung ohne Indikationen und ohne besondere Beratungspflicht. Das ist nun einmal so und bedeutet ja auch nicht, dass ich ein Freund von Abtreibung bin, lediglich ein Freund persönlicher Freiheit.

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@SibTiger

Jetzt sind wir an des Pudels Kern angelangt: nun kommt es nämlich darauf an, wann Leben beginnt. Und hier fällt auf, dass du von den naturwissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen ablenkst und dich auf "deine Meinung" berufst, die du sicherlich haben darfst. Es bleibt aber weiterhin unklar, worauf du diese Meinung stützt.

Im übrigen stellst du mit deiner Meinung die gesamte Werteordnung auf den Kopf. Es gilt immer: Freiheit endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Eine Schwangere bestimmt nicht über ihren Bauch, sondern über ein eigenständiges Lebewesen. Und wo ein ungeborenes Kind sein Recht auf Leben einfordert, da muss das Selbstbestimmungsrecht der Frau zurücktreten. "Persönliche Freiheit" besteht vor der Zeugung in Hülle und Fülle.

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@omikron

Ich habe Dir noch eine Antwort zugesandt. Ich denke aber auch, das meine obige Auffassung klar ist. Das sie nicht Deiner Auffassung entspricht kann ich nachvollziehen.

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@omikron

@omikron: ich kann deine Haltung bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen. Aber eine Schwangere dazu zu zwingen ein Kind auszutragen das sie nicht möchte ist mit unserer Verfassung (meiner Meinung nach) nicht vereinbar. Verzeih mir, aber du bist ein Mann und wirst niemals wissen können wie es ist ein Kind zu bekommen das man nicht möchte. Ich denke da z.B. an die Folgen einer Vergewaltigung. Soll man traumatisierte Frauen allen Ernstes zwingen die Frucht der Vergewaltigung 9 Monate lang im Bauch zu tragen und es dann unter schlimmsten Schmerzen auf die Welt zu bringen? Das ist auch anwendbar wenn es keine Vergewaltigung gab sondern die Frau partout kein Kind möchte. Wie wird es dem Kind ergehen wenn es später erfährt, dass die Mutter gezwungen wurde es auszutragen? Versteh mich nicht falsch, ich finde auch, dass es keine richtige Lösung für dieses Problem gibt, aber Frauen zu zwingen ein Kind auf die Welt zu bringen finde ich die schlechteste Lösung. Den Satz "Freiheit endet dort, wo die Freiheit eines anderen beginnt" kann man meiner Meinung nach hier nicht anwenden. Da beist sich die Katze in den Schwanz. Die Freiheit des Embyos endet dort, wo die Freiheit der Mutter beginnt. Die Freiheit der Mutter endet dort, wo die Freiheit des Embryos beginnt..........

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@latifa86

Versteh mich bitte auch nicht falsch, aber es gibt Themen, da ist jeder Kompromiss faul. Das Leben eines Menschen gehört zu diesen Themen: niemand, niemand darf sich über einen anderen erheben und entscheiden, ob, wann und unter welchen Umständen ein anderer leben darf oder nicht leben darf.

Bei der Diskussion mit den Ausnahmen (z.b. Vergewaltigung) zu beginnen, halte ich für schlecht. Und wenn es keine Vergewaltigung gab, dann hat man im Vorfeld Möglichkeiten (von Abstinenz bis Kondom), die Zeugung zu verhindern. Aber schlechter als die Mutter zur Geburt zu zwingen ist die Geburt zu verhindern. Denn das ist gleichbedeutend mit: Leben töten.

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@omikron

Wir wissen doch alle, dass kein Verhütungsmittel der Welt zu 100% sicher ist. Aber mit einem Verbot von Abtreibungen das Leben aller Beteiligten aufs Spiel zu setzen ist bestimmt nicht der richtige Weg. Oder soll es uns so ergehen wie unseren Großmüttern oder vielen Polinnen heute?

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@latifa86

Richtig, das wissen wir. Deshalb sprach ich nicht nur von Verhütung, sondern auch von weiteren Möglichkeiten. - "Das Leben aller Beteiligten" steht nur in Ausnahmefällen auf dem Spiel; und über Ausnahmen möchte ich in der Regel nicht diskutieren.

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@omikron

Na ja um ehrlich zu sein halte ich das Leben von 70.000 Frauen die jährlich an einer illegalen, nicht sachgemäß durchgeführten Abtreibung sterben nicht für Ausnahmefälle.

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Eine ganz schwierige Frage und ich bin erstaunt ueber die fehlende Polemik, dass ist ja schon einmal ein Fortschritt...:-)

Also laut Wissenschaft besteht ein Unterschied zwischen der 1. und der 13. Woche der Schwangerschaft, ich denke das ist auch der Grund warum man die 12. Woche als gesetzlich letzte Moeglichkeit fuer einen gewollten Schwangerschaftabbruch sieht. Die Geschichte des Paragraphen 218 will ich hier gar nicht zum Besten geben, denn es war ein langer und schmerzhafter Prozess. Ich denke es gibt bei 90% der Frauen gute Gruende fuer einen Abbruch, darueber hinaus gibt es sicher Alternativen, wie z.B. die Adoption, nur jeder sollte sich im klaren darueber sein, dass es wohl seelisch noch haerter ist ein ausgetragendes Kind abzugeben, als mit einer Abtreibung fertig zu werden...

Das einzige was mich an der ganzen Sache stoert ist die Tatsache, dass der Vater des ungeborenen Kindes oft nicht einbezogen wird, komischerweise muss er nach der Geburt fuer ein Kind aufkommen, bei der Abtreibung spielt er praktisch keine Rolle. Der Satz "Mein Bauch gehoert mir" ist also etwas unsachlich, da es ja auch nicht heist "Ich zahle Allimente wenn es mit gefaellt. Ansonsten komme ich mit der Abtreibung im generellen klar, als Christ ist mir sicher jeder Fall lieber, wo sich die werdende Mutter dagegen entschieden hat...

Ich habe ein bischen was mit jungen Muettern in Afrika zu tun, hier gibt es - im Gegensatz zur westlichen Welt - kein Recht zum Schwangerschaftsabbruch, keine Beratung und schon gar keine Unterstuetzung, weshalb tausende von jungen Muettern bei Schwangerschaftsabbruechen getoetet werden. Hier sind die Kirchen (Freikirchen, Adventisten, Pfingstler, Mothodisten, Babtisten aber auch freie lutherische und die katholische, anglikanische) der Grund dafuer, dass dieses Gesetz nicht geandert werden kann. Es werden regelrechte Jadgen auf die Doktoren und die abtreibenden Muetter veranstaltet, unterstuetzt wird das vor allem von amerikanischen und moslemischen Organisationen, die damit das eingentliche Problem aus den Koepfen verdraengen, naemlich die Rechtlosigkeit junger Frauen, die fehlende Unterstuetzung des Staates und natuerlich die Unantastbarkeit der Befruchter, die sich einen Dreck um das Schicksal dieser Frauen scheren, das macht mich sauer und deswegen kann ich nicht grundsaetzlich gegen Abtreibung sein, denn es erscheint mir in diesem Fall unchristlich...

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riara, ich glaube, ich verstehe dich. Trotzdem könnte ich persönlich eher ein ausgetragenes Kind hergeben und ihm das Leben ermöglichen, wenn ich es selbst nicht aufziehen kann, als es töten.

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@Gritti

Ich sag ja eine ganz schwierige Frage, zudem ist man als Mann sicher nicht so tief in der Materie drinn...Ich wuenschte mir auch das es keine Abtreibung geben sollte, aber die Realitaet ist halt eine andere, allerdings verhungern auch jeden Tag Kinder auf dieser Welt, dieser Umstand laesst mich manchmal nicht schlafen...

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@riara

Diese Gewissensbisse wünsche ich allen, v. a. allen Christen!

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