4 Felderwirtschaft im Ackerbau?

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8 Antworten

Vier-Felder-Wirtschaft ist im Grunde nichts anderes als der Vorläufer der heutigen Fruchtfolge oder Fruchtwechselwirtschaft. Weg von der Nutzung derselben Fläche als Viehweide oder Brache hin zur ganzjährigen Ackerbaunutzung mit einer immer wechselnden Fruchtfolge. Auf Starkzehrer folgen Schwachzehrer, auf Pflanzen, die den Boden lockern, eine gute Bodengare hinterlassen, kommen Pflanzen die genau diesen lockeren Boden brauchen usw... Dann kommt die Pflanzengesundheit hinzu, die Unterdrückung von ungewollten Unkräutern, die durch regelmäßigen Fruchtwechsel gewährleistet sein soll oder die Anreicherung des Bodens mit Stickstoff durch Leguminosen.. Wie im Einzelnen dann so eine Fruchtfolge aussieht, hängt ganz von der Struktur des Hofes ab (nicht jeder baut Kartoffeln an..) und von den Bodenbeschaffenheiten. Jede Fruchtfolge ist individuell. Im ökologischen Landbau zumindest, wo man eben nicht mit mineralischem Dünger nachhilft oder bei Pflanzenschädlingen oder Unkraut"verseuchung" fröhlich spritzt... Die "Konvis" können da recht entspannt sein: Mais, Mais, Mais und dann nochmal: Mais.... Vielleicht mal Weizen dazwischen oder Triticale... Ökobauern müssen viel pfiffiger sein und wesentlich mehr Arbeit in Pflegemaßnahmen investieren.. Aber das nur so am Rande.. ;)

Was man heutzutage nicht mehr macht, ist dieses klassische brachliegen lassen in der Vier-Felder-Wirtschaft.. Heutzutage gönnt man dem Acker mal "Ruhe", indem man Zwischenfrüchte, zB Leguminosen anbaut wie die Lupine. Die sorgt nicht nur für eine gute Nährstoffversorgung des Bodens für die Folgepflanze, sondern durchwurzelt ihn auch noch tief... auf sandigen Böden bis zu 2m..

Hier noch mehr Info ;): http://www.oekolandbau.de/fileadmin/redaktion/oeko_lehrmittel/Fachsschulen_Agrar/Landwirtschaft/flw_modul_d/flw_d_01/flwmd01_14neu.pdf

Nach 20min die hilfreichste Antwort! Ich glaub das ist neuer Rekord! Ich freue mich und danke Dir! ;)

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http://www.frost-burgwedel.de/index.php?seite=bauerngarten_4

Vier Felder Wirtschaft

Schon vor über 1000 Jahren erkannten die Bauern, dass die Kulturpflanzen den Boden auslaugen und man nicht immer die Pflanzen auf der gleichen Stelle anbauen kann. Der Boden laugt aus, die Erde wird müde. Damals schon "erfand" man die 4 Felder Wirtschaft, nach zwei Jahre Anbau unterschiedlicher Getreide folgte ein Jahr der Brache zur Regeneration des Bodens.

Im kleinen, intensiv bewirtschafteten Bauerngarten wurde die Fruchtfolge angewandt, eine systematische Reihenfolge über einem Zeitraum von 4 Jahren. Zugrunde liegen ganz bestimmte Naturbeobachtungen. Die Gemüsepflanzen entziehen dem Boden unterschiedliche Nährstoffmengen, man teilte die Gemüsearten daher in Gruppen ein: Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer.

Im ersten Jahr wachsen auf einem gut mit Kompost versorgtem Beet die Starkzehrer, im folgenden Jahr die Mittelzehrer und im 3 Jahr die Schwachzehrer. Dann sind die Nährstoffreserven verbraucht und das Land muss mit neuen Nährstoffen versorgt werden, bevor dort wieder die Starkzehrer angebaut werden können. Diese dreijährige Fruchtfolge setzt voraus, dass das Gartenland in vier Quartier unterteilt wird. Das vierte Quartier braucht man für die Dauergemüse und Kräuter, es bleibt einige Jahre unverändert.

Dieser Rhythmus ist altbewährt, man weiß heute allerdings, dass nicht allein durch den Verbrauch der Nährstoffe die Bodenmüdigkeit entsteht, sondern auch durch Ausscheidungen der Pflanzen. Entweder zieht man nun jedes Jahr mit den entsprechenden Pflanzen ein Quartier weiter oder hält sich an die Regeln der Mischkultur, die auf dem gleichen Prinzip aufbaut. Mischkultur ist permanenter Fruchtwechsel auf kleinstem Raum.

Getreide, Rüben, als Vieh-Weide und das 4. brachliegenlassen. Im nächsten Jahr wechseln und ein anderes brach... Weil die einzelnen Anpflanzungen den Boden unterschiedlich auslaugen aber andererseits wiederum mit unterschiedlichen Nährstoffen versorgen, wird der Ackerboden nicht ausgelaugt, wie wenn man immer nur z. B. Mais auf allen 4 Feldern anbaut.

Erst baust du auf deinem Acker etwas an was "viel Nährstoffe" braucht (z.B. Kartoffeln), dann etwas "mit normalem Nährstoffverbrauch" (fällt mir jetzt nichts ein), danach etwas was noch weniger Nährstoffe braucht (z. B. Kohl) , und danach Leguminosen (Bohnen), die den Stickstoff dann wieder in den Boden zaubern. Und im 5. Jahr hast du wieder einen tollen Boden und fängst von vorne an.

ähmm... Kartoffeln schmecken am besten, wenn sie aus nährstoffarmen Böden kommen (Heidekartoffeln, oder die in unserer Gegend angebauten Sandkartoffeln).. aber du hast sicher nur x-beliebige Beispiele verwendet :)

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@Terezza

Du machst mich ganz kirre!! Jetzt war ich doch kurz am Schwanken.. ...vielleicht ist in Preußen alles etwas "magerer" als in Bayern..?!

...ich habe jetzt nochmal in wikip. gecheckt, aber da wird nicht nach Nord- und Süd-Kartoffeln unterschieden ;-)) "Sandkartoffeln" sind aber jetzt nicht zufällig Karotten, oder?

http://de.wikipedia.org/wiki/Starkzehrer

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@NoradieHexe

scheinbar gehen da die Meinungen auseinander: http://www.toffi.net/kiss/acker/a_14.htm

persönlich liebe ich die Kartoffeln, die im Nürnberger Land auf sandigen Böden angebaut werden. Als ich in Berlin gelebt hab, waren es die Heide- oder Moorkartoffeln. Beide Böden sind relativ nährstoffarm, die Kartoffeln sind auch nicht die größten, sicher nicht die wässrigsten, aber geschmacklich kaum zu übertreffen :))

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@Terezza

Ich bin jetzt deinen "Nürnberger Kartoffeln" aber nicht zu nahe getreten, oder? Sandiger Boden kann ja auch mit Stickstoff angereichert sein!! Wachsen tun sie sicherlich überall, Tomaten wachsen ja auch in "ausgelutschten Böden" nur der Ertrag ist eben nicht so gut.

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Schau noch mal nach unter dem Begriff "Fruchtfolge", denn das ist der Kern der 4 -Felder-Wirtschaft.

Geht drei Felder wirschaft auch?:)

Ich kenn nur 3-Felder wirtschaft

Das heißt die Bauern haben 3 felder jedes jahr bauen sie auf jedem feld was anderes an. und brache heißt, dass in diesem jahr gerade nichts gebaut wird also so:

Sommergetreide-Wintergetreide-Brache Wintergetreide-Brache-Sommergetreide Brache-Sommergetreide-Wintergetreide

Mit der Brache bleiben die nährstoffe im Boden erhalten. und sommer- und wintergetreide sorgen für mehr und abwechslungsreiche ernährung :)

den begriff gibts heute nicht mehr, man hat fruchtfolgen,wo getreide und blattfrüchte jährlich oder zwei/dreijährig wechseln.

dann guck mal bei wikipedia nach. ;)

In der Vierfelderwirtschaft wurden beispielsweise auf dem Feld im ersten Jahr Wurzelfrüchte (Kartoffeln) angebaut, da diese dem Boden die meisten Nährstoffe entnehmen. Im zweiten Jahr wurde Getreide angebaut und im dritten Jahr, wenn möglich Hülsenfrüchte, da diese in den Boden wieder Stickstoff einbringen. Im vierten Jahr wurde der Acker brach liegen gelassen (oder als Weide genutzt), damit er sich wieder mit den benötigten Nährstoffen anreichern konnte. ("Fruchtfolge")

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