Diskussionen und Meinungen unserer Nutzer

Ist Musik zum Lernen gut oder schlecht?

Verschiedene Perspektiven aus unserer Community

Friederike Krickel gutefrage Redaktion
Datum: 30.07.2019

Musik ist bei Dir immer dabei: Unterwegs hast Du Kopfhörer auf den Ohren, zuhause schaltest Du als Erstes Deine Lieblingsmusik bei Spotify oder YouTube an. Bei fast allem, was Du tust, läuft Musik – warum nicht auch beim Lernen? Stört musikalische Hintergrundbeschallung die Konzentration? Oder fördert sie sie vielleicht sogar? Die Community diskutiert und ist unterschiedlicher Meinung.

Zur Umfrage 

 

Wer hat denn nun Recht? Ist Musikhören während des Lernens gut oder schlecht?

Inhalt

  1. Das spricht für Musik beim Lernen: Erkenntnisse aus der Wissenschaft und unserer Community

  2. Das spricht gegen Musik beim Lernen: Studienergebnisse und die Erfahrungen unserer Nutzer

  3. Musikempfehlungen fürs Lernen: Mit dieser Musik lernt die gutefrage Community

Pro - Was spricht für Musik beim Lernen?

Beim Lernen für eine Klassenarbeit oder Klausur oder beim Vokabeln Lernen musst Du Dich konzentrieren. In der Community wird heiß diskutiert, ob Musik dabei hilft oder doch eher stört. Fragt man die Wissenschaft, lautet die Antwort: Es kommt darauf an …

Besonders klassische Musik wird häufig für das Lernen empfohlen. Auslöser für den Hype um den sogenannten “Mozart-Effekt” ist eine Studie aus dem Jahr 1993 von Gordon Shaw und Frances Rauscher. Sie machten ein Experiment, bei dem Versuchspersonen bestimmte Papierfalt-Aufgaben lösen sollten. Eine Gruppe hörte davor zehn Minuten lang Mozart, eine andere hörte keine Musik. Und siehe da: Die Mozart-Hörer konnten die Aufgaben im Schnitt besser bewältigen. Mozart macht also schlau?

Auch hoch im Kurs, wenn es um die Leistungsförderung geht: Alphawellen. Wissenschaftler fanden heraus, dass Versuchspersonen besser kreative Aufgaben lösen konnten, wenn ihr Hirn mit Alphawellen stimuliert wurde. Diese Wellen in einem Frequenzbereich zwischen 8 und 13 Hertz und sind besonders aktiv in unseren Gehirnen, wenn wir wach und entspannt sind. Sie fördern die Kreativität, weil sie gewohnte Wortassoziationen unterdrücken. Das ist hilfreich, wenn wir auf neue Ideen kommen wollen. Zum Beispiel denken wir beim Wort “Wasserglas” nicht direkt an “trinken”, sondern haben völlig neue Einfälle. 

Spezielle Musik, wie sie in Shops und bei YouTube angeboten wird, brauchst Du jedoch nicht, um Alphawellen zu erzeugen. Immer, wenn Du wach und entspannt bist, sind diese Wellen in Deinem Hirn nachweisbar. Es reicht also, wenn Du Deine Lieblingsmusik hörst, die dafür sorgt, dass Du entspannt bist und Dich wohlfühlst.

Manche Menschen können besser lernen, wenn im Hintergrund Musik läuft. 
 

Unsere Community hat damit eigene Erfahrungen gemacht:

  • Pro-Grund 1: Musik sorgt für eine positive Grundstimmung, die das Lernen fördert.
  • Pro-Grund 2: Musik unterstützt das Erinnerungsvermögen.
  • Pro-Grund 3: Musik macht Lernen spannender.
     
  • Antwort
    “Durch die Musik im Hintergrund wird eine positive Grundstimmung erzeugt, die dazu führt, dass die Aufnahmebereitschaft des Gehirns erhöht wird. Musik zum Lernen hilft also fokussiert, konzentriert und entspannt zu lernen und in kurzer Zeit mehr Wissen aufzunehmen.”

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  • Antwort
    “Ich höre immer währenddessen Musik und spiele bei der Klausur das Lied in meinem Kopf ab, dann erinner ich mich besser dran.”

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  • Antwort
    “Auch kann die dezente bekannte Musik andere auftretende Geräusche verdecken, die einen stören würden, wenn man absolute Stille zum Lernen bevorzugt.”

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  • Antwort
    “Ich bin mir bei mir ziemlich sicher, dass es nicht direkt hilft, aber bei ruhiger Musik kann ich einfach viel länger lernen, da es nicht ganz so langweilig ist :-)”

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Contra – Was spricht gegen Musik beim Lernen?

In Folgestudien konnte der Mozart-Effekt nicht nachgewiesen werden. Andere Studien fanden ihn auch bei anderen Musikrichtungen. Die Schlussfolgerung der Wissenschaft: Versuchspersonen, die vor dem Bewältigen von Aufgaben Musik hören, die sie als angenehm wahrnehmen, werden in eine positive Stimmung versetzt und sind kognitiv leistungsfähiger. Das betrifft jedoch die Zeit VOR dem Lernen.

Das zeigen wissenschaftliche Studien auch: Musik mit Gesang, aber auch bestimmte instrumentelle Musik, stören das Kurzzeitgedächtnis. Auch wenn Du es während des Lernens nicht bemerkst, verhindert solche Musik, dass Du Dir den Lernstoff merken kannst.

Vor allem, wenn Du sprachliche Information beim Lernen verarbeiten musst – wie beispielsweise beim Vokabeln Lernen – stört jede Art von Sprache oder Gesang, selbst wenn sie nur leise im Hintergrund laufen. Bei nichtsprachlichen Aufgaben, wie dem Zusammenlegen eines Puzzles, stört Sprache hingegen gar nicht.

Menschen, die absolute Ruhe nicht mögen, für die kann leise Instrumentalmusik beim Lernen förderlich sein. Sie fühlen sich wohler, die Stimmung ist besser und der oben beschriebene Effekt tritt ein: Das Lernen klappt ein bisschen besser.

Musik stört beim Lernen – dieser Meinung sind viele in der Community.

    Das sind die Argumente unserer Nutzer:

    • Contra-Grund 1: Die Erinnerung wird schlechter, da sie nur in Kombination mit der beim Lernen gehörten Musik funktioniert.
    • Contra-Grund 2: Die Konzentration für den Lernstoff sinkt.
    • Contra-Grund 3: Musik lenkt vom Lernen ab.
    • Antwort
      “Beim Lernen werden dann ebenfalls Verknüpfungen zwischen Lernstoff und Musik im Gehirn angelegt werden - d.h. es wird mehr Information abgespeichert, als nötig und sinnvoll. Ggf. kann dann das Erinnern nicht funktionieren, weil der notwendige Schlüsselreiz (die Musik) nicht zur […]

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    • Antwort
      “Ich denke mal beim Lernen ist es besser keine Musik zuhören und Stille zu haben. Schließlich musst du dich konzentrieren.”

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    • Antwort
      “Ich kann mit Musik gar nicht lernen, liegt vllt. auch daran das ich Musik mache und jeden Song im Kopf ausklamüser. Dann schau ich eher welcher Takt, stimmlicher Druck usw. Als auf irgendwelche Mathe Formeln.”

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    • Antwort
      “Prinzipiell sollte man jede Ablenkung beim Lernen vermeiden. Musik kann aber helfen, Wissen mit Emotionen zu verknüpfen. Soll heißen: wenn du die gleiche Musik wieder hörst, kann das helfen, das Wissen wieder zu reproduzieren. Falls du für eine Prüfung lernst, ist es wohl eher […]

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    • Antwort
      “Also mich lenkt es immer ab. Ich habe es mal mit Musik hören versucht, aber ich lasse mich dann immer von der Melodie leiten, singe oder summe dann mit”

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    Welche Musik könnt ihr zum Lernen empfehlen?

    Du willst ausprobieren, ob Du zu der Gruppe gehörst, die besser lernen kann mit Musik? Die Community empfiehlt Dir Musik zum Konzentrieren, Arbeiten und Lernen, mit der sie gute Erfahrungen gemacht hat!

    Antworten aus der Community:

    • Tipp 1: Musik ohne Gesang, z.B. Jazz
    • Tipp 2: Klassische Musik: Richard Strauss - Der Bürger als Edelmann, Sarabande von Händel, Konzert für Violine in a-moll von Bach, Lindsey Stirling, Largo Sätze von Barockmusik
    • Tipp 3: Ruhige Klaviermusik, z.B. Piano Stücke von Ludovico Einaudi 
    • Tipp 4: Blues, z.B. das Album "Blues On The Bayou" von B.B. King
    • Tipp 5: Musik, die Du magst – Das kann alles sein, Metall, Rock, Funk, Reggae ...
    • Antwort
      “Es klingt vielleicht nicht sehr einladend, aber probierst mal mit klassischer Musik! :) Falls dir das nicht gefällt oder hilft, suche dir andere Musik ohne Text. Denn die Texte sind das, was dich vom Lernen ablenken würde.”

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    • Antwort
      “Eigentlich jegliche klassische Musik. Stücke die ich empfehlen kann sind: Sarabande von Händel und das Konzert für Violine in a-moll von Bach. Eine nicht klassische Playlist die ich nur empfehlen kann ist: Piano Studio Ghibli”

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    • Antwort
      “Ich höre zur Konzentration entweder klassische Musik, bevorzugt von Mozart und Beethoven oder auch entspannte Blues-Musik. Da finde ich das Album "Blues On The Bayou" von B.B. King am Besten.”

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    • Antwort
      “Ich höre meistens ruhige Piano/Klavier Musik. Somit kann ich am besten entspannen und mich auf das Lernen konzentrieren”

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    • Antwort
      “Am besten eignet sich Musik zum Lernen, mit der wir keine Emotionen verbinden. Also Musik, die wir weder lieben noch hassen. Wir sollten uns nicht zum Mitsingen oder Wegschalten gedrungen fühlen, sondern sie am besten nur passiv wahrnehmen. Besonders bewährt haben sich dafür […]

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    • Antwort
      “Klassisch und Jazz ohne Sprache soll ganz gut sein. Bei Leuten wo Musik hilft, hilft besonders die ohne Sprache oder Sprachen, die man nicht übersetzen kann. Zu wild sollte die Musik auch nicht sein, da man dann sehr abgelenkt ist.”

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    • Antwort
      “Ich habe immer das gehört was mich gerade nicht genervt hat ... meistens Rock, Hard Rock und Heavy Metal, wobei ich eher die melodischen Bands wie Maiden, Priest, Saxon usw. bevorzugt habe. Kam aber ein bisschen auf den Lernstoff drauf an. Gab durchaus auch Phasen, wo es Reggae […]

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    Über diesen Text

    Aktualisiert am: 28. Juli 2019

    Für diesen Text wurden verschiedene Nutzer-Antworten und Erfahrungsberichte aus der gutefrage-Community gesammelt, redaktionell geprüft und aufbereitet.

     

    Über die Autorin

    Friederike Krickel hat viele Jahre als Lektorin und Redakteurin in Verlagen gearbeitet, seit 2019 schreibt sie für gutefrage.

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