Warum bin ich so naiv und gutgläubig?

5 Antworten

Ich an deiner Stelle würde versuchen, mir da keinen allzu großen Kopf um den Typen zu machen. Du hast doch selber geschrieben "
dann sind solche leute für mich gestorben, und fertig!"

Man trifft immer wieder mal auf Leute, die eine andere Vorstellung vom Geben und Nehmen haben. Du denkst, wenn du etwas für eine Person tust, erwartest du dafür eine ähnliche Haltung - was auch vollkommen richtig so ist. Er hingegen findet es wohl kleinlich, und wenn er etwas partout nicht hergeben will sieht auch nicht ein, warum er es tun wollte. Er will daraus vielleicht keine Pflicht machen.

Ich an deiner Stelle hätte ihm wahrscheinlich auch vorgehalten, dass ich ihm doch auch etwas gegeben habe und er das Gleiche für mich tun könnte. Wenn er weiterhin nein gesagt hätte hätte ich ihm die nächsten Male einfach konsequent nichts mehr gegeben, wenn ich es selber lieber hätte. Dann sieht er ja, was er davon hat. Wenn er sein Verhalten trotzdem nicht ändern will - okay. Dann sind wir halt zwei Sturköpfe, die einander nichts abgeben wollen.

Was ich damit letztendlich sagen will: Mach dir keinen allzu großen Kopf um die Situation. Natürlich solltest du nicht total naiv durchs Leben laufen und immer allen Leuten Gefallen tun, wenn du doch weißt, dass du es nicht zurückbekommst. DAS wäre dann naiv - wenn du es immer wieder tust, in der Erwartung, doch noch was zu bekommen. Aber du kanntest den Typen noch nicht so gut und jetzt hast du sein Verhalten kennengelernt. Damit kannst du ja deine Schlüsse daraus ziehen, ob du dich weiter mit ihm abgeben willst oder nicht. Aber beim ersten Treffen freundlich zu sein - das hat nichts mit Naivität zu tun. Das ist einfach: freundlich. Und das ist nun wirklich nichts Schlechtes.

Ich kann nur für mich sprechen: ich habe beispielsweise eine Freundin, die noch studiert und finanziell manchmal eher schlecht dasteht. Wenn wir uns treffen und etwas trinken oder essen würde ich mich wirklich schäbig fühlen, ihr zum Beispiel etwas "vorzuessen", vorallem, wenn die Vorschläge zur Aktivität von mir stammen. Ich lade sie von Herzen gerne ein - auch wenn ich selbst kein Vermögen habe.

Geben und Nehmen ist nicht (nur) materiell und Freundschaft misst man nicht an Konsumgütern. 

Was deine Bemerkung zu seiner Haut betrifft: du warst wegen einer Lappalie - einer Tafel Schokolade - verletzt und konntest dir nicht anders helfen, als ihn persönlich und für etwas, für das er vermutlich nichts kann, zu beleidigen. Das ist nicht autistisch, das ist wirklich traurig. 

Du bist jung und naiv. Das ist alles.

In ein paar Jahren wirst du dich nicht mehr über ein Stück Schokolade aufregen. Du wirst ganz von allein lernen, dass Schokolade unwichtig ist.

Dass dich die Sache überhaupt so lange beschäftigt spricht dafür, dass du dich selbst extrem wichtig nimmst. Warum der Typ seine Schokolade alleine essen wollte, interssiert dich gar nicht. Du willst - und alle haben nach deiner Nase zu tanzen.

Wenn du gern Laien-Fern-Diagnosen lesen möchtest:

Das könnte ein Anzeichen für Narzissmus sein, ab dem Erwachsenenalter auch für Zurückgebliebenheit. Vielleicht auch für Borderline, weil du keine Abstufungen zwischen "Freund" und "Blödmann" zulässt.

Als Autist hättest du wahrscheinlich gar nicht erst nach der Schokolade gefragt, wenn du schon weißt, dass du sie nicht magst. Das wäre nämlich unlogisch und außerderm überflüssige Kommunikation.

Um auf die Idee eines "sozialen Freundschaftstests" zu kommen, hätte dir entweder die Theory of Mind gefehlt, oder das Kosten-Nutzen-Verhältnis hätte dich abgeschreckt.

Man hat ja nur wenige Freunde als Autist. Die bringt man nicht auch noch mit so unwichtigen Themen gegen sich auf. Im Gegenteil, man "klammert" und will beliebt bleiben.

Und geht es auch vielen (diagnostizierten) autisten so wie mir?

Nein, mir gehts nie so. Im Gegenteil, ich verschenke total viel, traue mich aber nie, um eine Gegenleistung zu bitten. Ich lehne alle Geschenke ab und verschenke umso mehr an andere. Dann freuen die sich über mich und sehen mir meine Macken leichter nach.

Hi

Ich weiß wie das ist ich habe mal für meine "freundin"  Geld ausgeliehen und sie hat es mir immernoch nicht zurück gegeben. Ich erinnere sie immer daran aber sie gibt es einf. nicht zurück ich bin auch naiv und leicht gläubig und so, nicht du bist die einzige. Ich habe daraus gelernt: borge nicht mehr was aus was mit Geld oder so zutun hat.

Er hat ja nichts verliehen, sondern etwas verschenkt.

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Meine Meinung als Asperger-Autistin dazu:

Wenn ich mit einem Menschen mein Essen teile, will ich keine Gegenleistung- das mache ich ohne Hintergedanken. Ich gebe nicht aus der Motivation heraus, etwas zurückbekommenen, sondern weil da einer z.B. Hunger hat. Mir würde erst nach Monaten auffallen, wenn ich nur gebe und nie etwas bekomme, dass es doch etwas einseitig ist- bzw. würde es meinem Umfeld auffallen- wie so oft. Ich mache mir da kaum Gedanken darüber, weil es für mich selbstverständlich ist, wenn ich mit Menschen unterwegs bin, die ich mag, ihnen etwas anzubieten- vor allem, wenn diese nichts haben.

Wenn Du keine 5 mehr bist, interessiert es andere sicher nicht, ob dieser eine Junge mit Dir seine Schokolade teilt oder nicht und ob das unfair und falsch ist- sein Verhalten- oder ob da gleich der gesamte Junge vom Charakter so ist. Und- warum sollten sie auf Deiner Seite sein- dieses Gelaber ist Kindergarten-Niveau. Was erwartest Du, dass diese Jungen zu dem anderen sagen, dass es unfair ist, dass er seine Schokolade nicht mit Dir teilt, wo Du ihm doch z.B. mal was von der Pizza oder den Pommes gegeben hast? Das ist lächerlich- es sind Kids, keine Kindergärtner oder Muttis, die andere Jungs so erziehen, wie Du sie gerne hättest.

Beschämend finde ich, dass Du ihn bewusst aus Deiner Wut heraus wegen seiner Haut beleidigt hast, nur weil Du kein Stück Schokolade bekommen hast- Schokolade, die Du nicht einmal magst.

Ich wäre auch nie auf die Idee gekommen, einen Menschen zu testen und auch nie, nach Schokolade zu fragen, die ich nicht mag. Ich stimme hier der Antwort von "halbsowichtig" voll zu- auch, was seinen Verdacht bezüglich Narzissmus bei Dir betrifft.
Ich gebe auch mehr als ich bekomme und freue mich extrem über die Freude der anderen. Selbst Geschenke zu erhalten freut mich, besonders, wenn ich das geschenkte wirklich toll finde- aber ich bin auch stets verunsichert.

Als ich realisiert habe, dass ich tatsächlich ausgenutzt wurde, habe ich einfach aufgehört damit, anderen zu helfen oder sie mit durchzufüttern. Auf solche Mitmenschen kann ich dann auch verzichten. Die meisten haben auch nicht weiter gefragt, als ich einmal Nein sagte.

Anders hingegen ist es, wenn ich weiß, jemand steht finanziell schlechter da als ich- da bettle ich nicht noch um Schokolade- und lehne sogar ab, wenn ich die Sorte liebe von der er mir etwas anbietet, wenn ich weiß, dass der arme Kerl sich sowas nur selten gönnt.

Aber- manche Menschen kennen das nicht- teilen. Nicht jeder nutzt Dich gleich aus, wenn er Dir nichts von der Schokolade anbietet, wo Du ihm doch mal etwas anderes gegeben hast. Viele bekommen das nicht mehr durch ihr Elternhaus vermittelt, wie man sich bedankt und revanchiert.

Nimm sowas nicht zu ernst- es sind Kleinigkeiten, Essen, Schokolade... das ist unwichtig.

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