Selbst gemachter Alkohol gefährlich?

10 Antworten

Methanol ist nur sehr selten ein Problem bei der Gärung, oder beim Maischen.

Wenn du z.B. Wein selbst herstellen möchtest, ist die Explosionsgefahr durch unsachgemäße Lagerung deutlich höher einzuschätzen.

Als Nebenprodukt entsteht Methanol ohnehin, aber wirklich selten in gesundheitsgefährdender Menge.

Explosionsgefahr beim Vergärungsvorgang oder der Lagerung von Wein? Das musst Du mir bitte erklären!

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Methanol entsteht grundsätzlich in verschiedenen Anteilen bei jeder Gärung. Gefährlich wird er aber erst dann wenn man ihn aufkonzentriert zB durch das Schnaps brennen.

Solange dabei die Brenntemperatur unter 78°C ist, ist im Destillat der Methanol konzentriert weil dieser vor dem Ethanol verdampft.

Methanol: 65°C

Ethanol: 78°C

Alles was also beim Brennen bei einer Temperatur unter 78°C raus kommt ist Vorlauf und der kann höchstens als Reinigungsmittel oder Frostschutz verwendet werden, beim Genuss ist der giftig und das ist auch der Grund warum immer wieder Menschen von selbst gebrannten Schnaps sterben.

Wenn man eine geübte Nase hat kann man den Moment am Geruch erkennen, der Vorlauf riecht wegen dem Acetaldehyd meist nach Kleber

Steigt die Temperatur dann weit über 78°C handelt es sich um den sogenannten Nachlauf auch Fuselöle genannt.

Sofern man sich nur auf die Herstellung von Wein oder ähnlichen konzentriert spielt der Methanol aber keine Rolle, weil er in zu geringen Mengen auftritt. So kann man zB gefahrlos Fruchtweine selbst herstellen.

Bei der Vergärung von zuckerhaltigen Rohstoffen entsteht nicht ausschließlich Ethanol, sondern ebenfalls etwas Methanol und andere Gärungsnebenprodukte, die sogenannten Fuselalkohole/-öle. Solange man den vergorenen Ansatz nicht destilliert, ist das relativ unbedenklich, da dann auch keine Fraktionen anfallen, in denen das Methanol oder sonstige unerwünschten Gärungsprodukte aufkonzentriert vorkommen können. Der Methanolgehalt ist dann eher gering. Also als Experiment, um die alkoholische Gärung einmal in Aktion zu sehen, kann man das undestillierte Produkt ohne Risiko verkosten. Ich würde mich damit aber ohne vorherige Analyse nicht ins Koma saufen. Man weiß ja nie!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Wenn ich es also destilliere mit ner Destille kann ich es sorgenlos trinken ohne angst vor Nebenwirkungen zu haben. Und wenn ich es nicht tue, ist es für ein paar mal nicht schlimm sollte es aber nicht häufiger trinken?!

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@MarveR

Nein! Destillieren reichert das Methanol im Vorlauf an. Wenn man keine Erfahrung und keine Analysemöglichkeiten hat, sollte man das wegen des Vergiftungsrisikos nicht machen. Das Undestillierte kann man PROBIEREN, aber man sollte sich nicht damit besaufen.

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Okay danke

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Meinen Wissens nach kommt Methanol bei der Gärung vor und ist extrem giftig. Bei 20 Gramm ist man tot.

Daß regelmäßig Leute an selbst gebranntem Alkohol sterben, halte ich für ein Gerücht. Vielmehr vermischen geldgierige skrupellose Verbrecher Spirituosen mit billigem Methanol und bringen diese in den Handel.

Wenn man die Gärung richtig durchführt und Vorlauf und Nachlauf verwirft, passiert auch nichts.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

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