Findet ihr Versicherungskaufmänner auch unangenehm, was sind eure Erfahrungen?

Hatte in den letzten Wochen vermehrt mit welchen zu tun, da ich eine private Krankenversicherung abschließen muss. Dabei ist mir aufgefallen, dass sie einfach alle gleich sind.

Sie quatschen alle unfassbar viel, zu Beginn kommt sehr viel Smalltalk. Man hat unweigerlich das Gefühl, dass sie einem festen Gesprächsleitfaden folgen und diesen abarbeiten wobei jeder Satz vorgegeben ist.

Sie lassen bestimmte negative Wörter weg. Zum Beispiel wird aus einer "Beitragserhöhung" dann eine "Qualitätssicherung und Beitragsanpassung". Oder nach einer bestimmten Zeit "ändert" sich der Tarif. In meinem Fall war damit gemeint, dass sich der Preis nach drei Jahren verfünffacht.

Sie wollen einem möglichst lange und komplexe Verträge andrehen, die der Klient im besten Fall nicht versteht und blind unterschreibt. Einer wollte mir einen Mix aus Altersvorsorge und BU Versicherung andrehen, welcher mich für die nächsten 50 Jahre binden würde. Ist natürlich klar, nur Abschlüsse bringen viel Geld - ist deren Job. Dieser Vertrag beinhaltete erstaunlich hohe Gebühren, welche monatlich für die Vertragslaufzeit eingezogen würden - über den Zeitraum wohl Zehntausende Euros.

Bohren bei Ablehnung stark nach, wenn man sich gegen ein Produkt entscheidet. Nachdem ich diesen 50 Jahresvertrag abgelehnt habe, hat er bestimmt 7-8 Minuten auf mich eingeredet, diesen doch zu unterschreiben und an die Risiken zu denken. Er zeigte mir diverse Statistiken und die großen Risiken, innerhalb der nächsten fünf Jahre dienstunfähig zu sein. Als ich entgegnete dass die Konditionen aufgrund hoher Gebühren ungünstig sind wurde das ganze mit der guten Performance des Produkts in den letzten Jahren abgetan. Bleibt dennoch dabei, dass die Gebühren unfassbar hoch sind.

Jemand der von der Materie völlig ahnungslos ist, würde dort aber wahrscheinlich schwach werden und auf die "Beratung" vertrauen. Die Erfahrung stammt von mir bei einem der größten deutschen privaten Krankenversicherer.

Was sind eure Erfahrungen damit, findet ihr die auch unangenehm?

Arbeit, Schule, Geld, Versicherung, Gesundheit und Medizin, Ausbildung und Studium, Wirtschaft und Finanzen
Ich bin sehr berechnend und gefühlskalt?

Mir (M/19) fällt immer wieder auf, dass ich unfassbar berechnend bin. Aus jeder Gelegenheit versuche ich für mich einen größtmöglichen finanziellen Vorteil zu ziehen.

Beispiel:

Meine Großeltern sind mittlerweile über 80 Jahre alt und werden wahrscheinlich nicht mehr so lange leben, was auch schade ist. Auf der anderen Seite betrachte ich dann sofort, mit welchem Erbe ich rechnen kann und wie ich möglichst viel Geld daraus ziehen kann.

Anderes Beispiel:

Meine Eltern mögen mich etwas mehr als meine ältere Schwester, da ich einen besseren Arbeitsplatz habe und von finanziellen Themen und Vermögensverwaltung mehr Ahnung habe als sie, meine Schwester hat keinen Plan vom echten Leben und der Verantwortung die man trägt. Sie macht sich keine Gedanken über morgen, während ich finanziell schon fast mein ganzes Leben geplant habe.

Ich schleime mich daher bei meinen Eltern weiter ein mit dem Hintergedanken, später einen größeren Teil zu erben bzw. Alleinerbe zu werden. Mein Vater hat mir mehrfach zugesichert, dass er nicht zulassen wird dass die Häuser in die Hände meiner Schwester fallen.

Wäre für mich ein riesiger Vorteil, da ein Haus für mich der letzte Schritt in den Ruhestand wäre, sofern ich bis dahin nicht selbst Eigentum besitze.

Kann da irgendein Komplex hinter stecken oder kann man dieses Verhalten noch als normal einordnen?

Geld, Gefühle, Psychologie, Gesundheit und Medizin, Gefühlskalt
Schmerzempfinden beim Geld ausgeben?

Ich bin 19/M und verdiene mir aktuell ein paar Euro mit zwei Nebenjobs dazu (im Schnitt 500€ im Monat), ab September beginne ich ein duales Studium und verdiene rund 1.200€ netto.

In letzter Zeit stelle ich immer wieder fest, dass es extrem schmerzhaft für mich ist, mir Dinge zu kaufen bzw. generell Geld auszugeben. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich mir eine Packung Kaugummis für 1€ oder woanders mir ein Shirt für 20€ kaufe. Wenn ich Geld ausgebe zieht sich in mir einfach alles zusammen, es ist mental wirklich schmerzhaft.

Versteht mich nicht falsch, ich habe absolut keine Geldsorgen und gebe monatlich von meinen 500€ Einkommen nur einen Bruchteil aus - meistens ca. 20-30€ pro Monat.

Jede Ausgabe wäge ich vorher bestimmt 10-20x ab und ich denke selbst Tage später noch darüber nach, ob ich mir dieses Geld nicht doch hätte sparen können.

Beispiel:

Ich bin mit Freunden in einer Kneipe und jeder gibt eine Runde aus, irgendwann ich dann natürlich auch. Dabei fühle ich mich dann schon sehr schlecht und ich kann den Abend gar nicht mehr genießen. Dann sind 30-40€ weg und ich trauere diesen noch mehrere Tage hinterher, ob ich das Geld nicht besser hätte nutzen können.

Was eigentlich Quatsch ist, da ich das Geld einen Tag später bei der Arbeit schon wieder verdient habe und sogar noch mehr. Außerdem ist Geld ja dazu da, um damit eine gute Zeit zu haben.

Ich weiß nicht wieso, aber ich habe den Eindruck übertrieben geizig zu sein. Und das, obwohl ich das gar nicht möchte und auch mehr Geld als nötig zum Konsum habe. Es ist einfach so, dass ich mich dann extrem schlecht fühle. Von den 500€ monatlich bleiben dann meistens 450-480€ über, wovon ich mir einen finanziellen Notgroschen aufgebaut habe.

Dieses Verhalten verstärkt sich irgendwie immer weiter, was kann ich dagegen tun?

Arbeit, Schmerzen, Geld, Psychologie, Gesundheit und Medizin, Konsum, Wirtschaft und Finanzen