Webseiten erstellen - als Freiberufler möglich?

6 Antworten

Wenn du eine freiberufliche Tätigkeit aufnimmst, musst du dies dem örtlich zuständigen Finanzamt anzeigen und den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung elektronisch übermitteln.

Außerdem solltest du klären lassen, ob es sich bei deine Tätigkeit tatsächlich um eine freiberufliche Tätigkeit handelt oder um eine gewerbliche Tätigkeit, da dies bislang nicht einheitlich geregelt wurde, insbesondere wenn man das Studium noch nicht abgeschlossen hat. Dies hat aber steuerlich erst ab einem Gewinn von 24.500 € tatsächlich Relevanz, kann aber für andere Stellen entscheidend sein.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Mein Rat, weil du dann gleichzeitig selbstständiger Unternehmer UND Student bist - was zu viele junge Studenten leider anfangs noch nicht verstehen:

  • Bachelor-Abschluss in Informatik, um die "höhere Bildung" der Freiberuflichkeit schon einmal grundsätzlich zu erfüllen
  • "nach § 19 UstG umsatzsteuerbefreit" auf jede Rechnung schreiben (Kleinunternehmen-Regelung, d. h. max. 22´000 € alle Einkünfte zusammen pro Geschäftsjahr)
  • Einnahme-Überschussrechnung führen - passende/n Steuerberater*in suchen
  • Möglichst genauer Nachweis der "bildungshöheren" Tätigkeiten (Beschreibung der Einzelstunden ins Beratende mit dem Kunden über das werbungsbezogene Künstlerische am Design, z. B. Wirkung der Video-, Bild-, Farb-, Textkonzeption auf die erwünschten Zielgruppen) auf deinen Rechnungen >
  • Je mehr nachweisbar künstlerisch, desto weniger gewerblich!! > Allerdings ist das zu Beginn deines Unternehmens nicht so schlimm, denn der Gewerbesteuer-Freibetrag liegt derzeit bei 24´500 € Gesamteinkünfte pro Geschäftsjahr! D. h., auch wenn man dich zwingen würde (s.u. letzter Satz im ZITAT), dein Unternehmen als örtliches Gewerbe anzumelden, musst du noch lange keine Gewerbesteuer bezahlen.

Wenn du das erfüllen kannst, meldest du per Online-Formular deines Finanzamtes dein Unternehmen als Freiberuf an. Neben deiner Steuernummer St.Nr. erhältst du dann "trotzdem" eine Umsatzsteuer-Identitätsnummer USt-ID-Nr. für deine Rechnungen (Google > Rechnungsmuster für deine Tätigkeit). Und so bist du selbstständiger Unternehmer mit allen Rechten, aber auch Pflichten geworden. Wundere dich nicht über alle möglichen ernste, aber auch Bettel-Briefe, z. B. Krankenversicherung mit Rentenversicherung u. ä., IHK Industrie- und Handelskammer, Berufsverbände, Berufsgenossenschaft usw.. Viel Erfolg!

Webdesigner: Freiberufler oder Gewerbetreibende? (e-recht24.de)

ZITAT: "Webdesigner sind aber nicht immer als Freiberufler anzusehen. Voraussetzung dafür ist, dass ihre Tätigkeit den Vorgaben der Rechtsprechung entspricht. Das Berufsbild eines Webdesigners umfasst unter anderem die folgenden Vorgaben:

Kernkompetenzen:
  • Bildbearbeitung
  • Benutzeroberflächen und Benutzerschnittstellen
  • Entwürfe
  • Internet- und Intranet-Technik
  • Multimedia-Konzeption
  • Multimedia-Programmierung
  • Screen- und Webdesign
Weitere Kompetenzen:
  • Computeranimationen
  • Datenschutz
  • Kundenberatung und Kundenbetreuung
  • Layout
  • Mediendesign, -informatik und -integration
  • Multimediasysteme und Multimediatechnik
  • Schriftgestaltung und Typografie
  • Videobearbeitung
  • Web-Applikationen, insbesondere Programmierung

Das Finanzamt stuft Webdesigner mit den obigen Kompetenzen sehr wahrscheinlich als Freiberufler ein. Ob ein Webdesigner als Freiberufler oder Gewerbetreibender anzusehen ist, hängt also von seinen Tätigkeitsgebieten ab. Die Finanzämter und Gerichte treffen stets eine Einzelfallentscheidung."

Du bist Freiberufler unter bestimmten Bedingungen. Eine davon ist, dass du in dem Bereich, den du studierst tätig bist. Das dürfte bei dir zutreffen. Ärzte und Architekten sind zum Beispiel Freiberufler.

Du musst allerdings Steuern auf deine Einkünfte bezahlen.

In dem Moment, wo du es beabsichtigst Geld zu verdienen, musst du ein Gewerbe anmelden

Natürlich musst du dafür ein (kein) Gewerbe anmelden, außer du hast vor schwarz zu arbeiten.

Ich habe beim Studium ein paar Informatiker gekannt die nebenbei ein paar Euros gemacht haben, indem sie Webseiten gebaut haben.