Zwergspitz bellt wenn er andere Hunde sieht

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Gab es irgendein bestimmtes Ereignis, an dem du die Angst deines Hundes festmachen kannst?

Mein Hund wurde, nachdem er als Welpe und Junghund (mit gerade mal 20 oder 25 cm damals) immer am liebsten mit den richtig großen Hunden gespielt hat, mit anderthalb oder zwei Jahren öfters mal auf Spaziergängen im Spiel von ebensolchen Hunden überrannt. Er fand es immer ganz lustig, Fangen zu spielen, aber so ein Schäferhund braucht natürlich nur drei oder vier Sprünge, dann hat er meinen Hund eingeholt. Bei den meisten Hunden funktioniert es ganz gut, auch mit einem beträchtlichen Größenunterschied friedlich zu spielen, aber manche (gerade jüngere Hunde) können ihre Kraft nicht ganz einschätzen oder sind zu ungestüm. Bei Hunden derselben Größe ist das kein großes Problem, aber wenn ein Boxer meinen 30-cm-Wuffi umläuft und dafür schon aus 200 Metern Entfernung zum Sprint ansetzt, ist das eher unschön. Nachdem das mehrmals passiert war, wurde mein Hund logischerweise etwas zurückhaltender und vorsichtiger, und ich musste mich mehr als einmal vor meinen Hund stellen, um ihn zu schützen (und habe dabei auch Bekanntschaft mit dem Boden machen müssen).

Heißt: Es ist deine Pflicht, deinen Hund zu schützen. Wenn er in die andere Richtung wegläuft, kannst du nichts machen, aber wenn er bei dir Schutz sucht oder an der Leine ist, dann komm dieser Pflicht nach. Manche Hunde sind eben ungehobelt oder machen deinem Hund einfach Angst, und dann zeigst du ihm, dass du alles im Griff hast und dass du dafür verantwortlich bist, die Situation einzuschätzen.

Du kannst froh sein, dass es bisher noch nicht zu Bissen gekommen ist. An einen bellenden und ganz offensichtlich verängstigten Hund lässt man keinen anderen Hund dran. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nicht immer umzusetzen ist, wenn andere Hunde nicht angeleint sind und die Besitzer keine Kontrolle über den Hund haben oder es sie einfach nicht interessiert, aber versuch das weitestgehend zu vermeiden. Am Besten ist es, du rufst schon aus weiter Entfernung, dass der Andere seinen Hund anleinen soll. Wenn dir ein ungezogenes und nicht hörendes Exemplar begegnen, darfst du (und jeder in deiner Umgebung) mal so richtig Spaß haben, denn dann gehst du am Besten ganz gerade und sehr selbstbewusst auf den Hund zu und machst dabei noch ein bisschen Lärm (das solltest du bitte nicht tun, wenn der andere Hund in irgendeiner Art Aggressivität zeigt, das kann dann nämlich nicht gut enden). Jeder normale Hund wird dann erstmal verwirrt sein oder euch zumindest kurzzeitig in Ruhe lassen. Das sollte jedem noch so langsamen Besitzer Zeit geben, seinen Hund anzuleinen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Schlechte Erfahrungen auf jeden Fall vermeiden, deinen Hund vor unangenehmen Begegnungen schützen und absolut keine Hunde an deinen angeleinten Hund lassen! Wenn sich zwei Hunde kennenlernen sollen, bitte beide ableinen, denn ohne Leine verhalten Hunde sich sehr viel ungezwungener. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es dann deutlich entspannter zugeht und viel weniger Stress gibt.

Dann meldest du dich noch in einer Hundeschule an - bitte bei der Gruppenübung. Da werden immer sehr schöne Übungen gemacht, von "wir begrüßen uns und die Hunde müssen ruhig sitzen bleiben" über Slalom zwischen den anderen Hunden oder Abrufen eines einzelnen Hundes aus einer Reihe liegender Hunde. Das sind Situationen, die man so beim Spazierengehen nicht antrifft, und für deinen Hund ist das in zweierlei Hinsicht wichtig: Um als junger Hund nicht noch größere Angst vor den Artgenossen zu entwickeln bzw die bestehende Angst zurückzudrängen und um den nötigen Grundgehorsam zu lernen. Vielleicht könnt ihr mit sechs Monaten ja auch noch an der Welpengruppe teilnehmen, da wird viel mehr gespielt und Sozialverhalten ist ja das, was dein Hund jetzt wieder erlernen muss.

Ich wünsche euch viel Glück - da muss auf jeden Fall etwas passieren, sonst hast du nämlich bald einen Angstbeißer.

Vielen dank für deine ausführliche Antwort. In einer Welpenschule waren wir bereits 10x mit jeweils einer Stunde er hatte da auch zwei Hunde mit denen er immer gespielt hat die anderen Welpen waren allerdings zu groß und zu grob .. Haben damals wo er kleiner war ein paar schlechte Erfahrungen gemacht eine mit einem Dobermann der bellend auf ihn zugelaufen ist, er war damals ungefähr 15 Wochen alt. Habe ihn dann natürlich hochgenommen weiß das man das eigentlich nicht machen sollte aber hatte Angst das der ihn gleich umrennt. Ansonsten mit ein paar großen unangeleinten Hunden die auch auf ihn zugelaufen sind und natürlich schnuppern wollte er war davon aber nicht begeistert und ich hab versucht sofort weiterzugehen.

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@evelyn1991

Grundsätzlich hast du Recht damit, dass man seinen Hund nicht hochheben sollte, um ihn vor anderen zu schützen, aber in Ausnahmesituationen finde ich das ok. Man muss natürlich immer in der Lage sein, den anderen Hund einzuschätzen, denn wenn der wirklich auf Krawall aus ist, wird ihn das nur noch mehr aufregen, ihr euren Hund hoch haltet. Und ein Dobermann kann sowohl hoch genug springen um da dranzukommen als auch genug Gewicht aufbringen, um euch - wenn er genug Anlauf nimmt - umzuschubsen. Das ist also auch für euch nicht ganz ungefährlich und damit muss man wirklich aufpassen, aber mir wäre es in dem Moment dann auch egal, ob ich die Angst meines Hundes bestärke, wenn ein großer Hund auf meinen Welpen zugerannt kommt. Da muss man abwägen: Man bestärkt zwar die Angst, indem man ihn hoch nimmt, aber wie viel größer würde diese denn werden, wenn man ihn unten lässt und es passiert was? Da wählt man doch dann lieber das geringere Übel. Deshalb ist das aber auch wirklich nur als allerletzte Option gedacht. Normalerweise reicht es, sich vor Hunden selbst aufzubauen, zumindest wenn sie gelernt haben, Menschen ausreichend zu respektieren.

Wenn jemand seinen Hund unangeleint und ungefragt auf deinen zulaufen lässt, brüll ihn an. Vollkommen egal, ob das unhöflich ist oder nicht, solche Situationen sind dann nämlich dafür verantwortlich, dass kleine Hunde zu Angstbeißern werden. Du bist zwar viel größer als ein Hund, aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass man seinen eigenen Hund gerade aufgrund dieser Größe nicht so gut schützen kann, wie man vielleicht will. Im Grunde genommen kann ein Hund sich nur zwischen deinen Beinen verstecken, und das ist so, als würdest du dich als Kind zwischen Dinosaurierbeinen verstecken - da macht der eine einen Schritt um das Bein rum und ist schon wieder bei dir. Man kann dadurch, dass man nur zwei vergleichsweise dünne Beine zur Verfügung hat (im Gegensatz zu dem Hund, dessen gesamter Körper sich in der Waagerechten befindet), nur einen weniger effektiven Bodyblock ausüben als ein Hund.

Wenn es in dieser Hundeschule nicht geklappt hat, dann nimm dir vielleicht eine andere, oder schau, dass du in eine andere Gruppe wechseln kannst. Bei uns gab es immer mehrere Gruppen, in denen dann manchmal auch Hunde getauscht wurden, weil sich zwei absolut nicht ab konnten oder so. Dein Hund muss auf jeden Fall positive Erfahrungen machen, anders geht es nicht - und vor allem braucht er gute Erfahrungen mit großen, fremden Hunden. Ich glaube, es würde nur bedingt etwas bringen, bsp einen Bekannten mit einem großen Hund zu bitten, euch zu helfen, weil dein Hund dann irgendwann weiß, dass von diesem ganz bestimmten Artgenossen keine Gefahr ausgeht. Fremden gegenüber wäre er dann trotzdem noch misstrauisch. Eine Hundeschule ist da am Besten.

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Du mußt gestuft üben, das heißt immer ein bißchen näher, bei nicht bellen gleich belohnen, nicht viel reden. Bei Bellen Gehrichtung wechseln. Selbst entspannt sein.

Servus evelyn 1991! Stellt dir mal bitte vor ihr möchtet eurem Partner das Tangotanzen beizubringen und ihr habt selbst keine Ahnung davon wie das geht. Haltet ihr es für möglich dass das ein harmonisches Bild abgeben würde-wahrscheinlich nicht.

An diesem Beispiel wird vielleicht etwas klarer, worauf ich hinauswill. Solange du dich darauf konzentrierst was dein Hund alles falsch macht, wirst du es nicht schaffen ihn das „Richtige „ zu lehren.

Ein klassisches Beispiel für das „Aufschaukeln“ eines negativen Verhaltensmusters ist die Unart mancher Hunde, an der Leine den großen Macker zu spielen oder komplett amn Rad zu drehenb, wenn sie einem Artgenossen begegnen.

Ohne Leine dagegen haben sie oft keine Probleme in derselben Situation. ** Wie kommt das?******

Der Hauptgrund dafür ist sicherlich die Halsung und die zu kurze Leine, die den Hund daran hindert, einen für ihn richtigen Abstand zu halten um sich seinem Gegenüber „hundehöflich“ benehmen zu können.

Das allein macht die ganze Situation für ihn schon unangenehm. Er ist beunruhigt und verunsichert, ganz besonders wenn der Mensch an der Leine seine „Not“ nicht erkennt und die ganze Situation fasch einschätzt und falsch reagiert.

Der Beginn einer negativen „Eskalationsspirale“ ist gemacht.

Hier wäre es sehr hilfreich die „calming signals“ der Hunde zu kennen. Guter Link dazu „spassmithund.de“

Je mehr die Situation eskaliert, desto geringer werden seine Möglichkeiten, gelassen zu reagieren.

Wenn sich jetzt noch die Leine strafft oder sogar strafend an ihr geruckt wird, bedeutet das für den Hund eine zusätzliche Bedrohung.

Es aktiviert seinen Selbsterhaltungstrieb und steigert damit sein aggressives oder auch ängstliches Verhalten enorm.

Der Hund reagiert immer heftiger, bis schließlich wieder genügend Abstand zwischen ihm und dem anderen ist.

Zu guter Letzt glaubt der Hund wahrscheinlich auch noch, dass er die ganze Aufregung nur „überlebt“ hat, weil er ein derartiges Theater gemacht hat.

Noch ein paar solcher Erfahrungen mehr und dein Vierbeiner lernt weil er mit diesem Verhalten Erfolg hatte, dass es absolute Energieverschwendung ist ruhig zu bleiben und er steigt bei der nächsten Begegnung mit Aggression oder Angstverhalten um ein paar Ebenen höher ein.

Das ganze Verhalten verfestigt sich durch wiederholtes „Lernen am Erfolg“!

Die gute Nachricht ist jedoch, dass der Hund im Prinzip alles, was er jemals gelernt hat, auch wieder verlernen kann.

Wie geht das? Distanztraining Wir arbeiten nur mit Brustgeschirr

Ziel des Trainings ist es, dass der Hund eine neue positive Erfahrung mit anderen Hunden an der Leine macht. Er soll eine positive Assoziation bei dem Anblick eines Artgenossen herstellen. Wenn er Hunde anbellt, ist das eine Sache von einer wahrscheinlich falsch verknüpften Wahrnehmung wie ich sie oben beschrieben haben. In diesem Fall hat er wahrscheinlich seinen obligaten Leinenruck und wahrscheinlich ein paar nicht sehr freundliche Worte von dir bekommen. Die falsche Verknüpfung wird sein - er sieht Menschen und Hunde- aha - jetzt kommt ein Auto und es tut mir gleich weh. Schmerzen um den Halsbereich weil wahrscheinlich sein Halsband auf den Kehlkopf drückt. Frauli wird ungehalten weil ich belle-das müssen böse Leute, Kinder, Hunde was auch immer sein-beelllleeenn und durchdreehen!!!Er bezieht das nicht auf sich und sein Verhalten sondern auf die Menschen oder Hunde oder was auch immer er in diesem Moment sieht. Darum ist hier auch die Halsung so wichtig. Wir arbeiten wie gesagt nur mit Brustgeschirr. Er verknüpft die Schmerzen den er bei einem Leinenruck empfindet nicht mit seinem Verhalten.Er verbindet den Schmerz mit den anderen Hunden und glaubt, dass der andere Hund jetzt schuld ist dass es ihm so weh tut. Du kriegst das in den Griff wenn du darauf achtest, dass wenn er Menschen und Hunde sieht (hier ist die richtige Distanz ganz wichtig)und er noch ruhig ist - ein supergutes Leckerli bekommt! Kategorie Käse und Wurst kein" Alltagskrümeltrockenzeug". Er bekommt auch keine anderen Kommandos wie Sitz oder Platz. Wenn er bellt passiert gar nichts er wird auch nicht bedauert oder geschimpft. Bringe genügend Distanz zwischen den "imaginären Feinden" bis er wieder ruhig sein kann. Besser ist es die Distanz zu dem andern so zu wählen dass dein Hund den andern zwar wahrnimmt aber noch nicht negativ reagiert. Du musst sozusagen noch im grünen Bereich trainieren. Mit der Zeit dann die Distanz verringern. Zusätzlich noch mit einem befreundeten Hund im Freilauf spazieren gehen. Dann wieder gemeinsam an der Leine gehen und dann wieder Freilauf. So dass der Hund lernt es ist nicht so schlimm an der Leine und der andere Hund tut mir nichts wenn ich an der Leine bin.

Wir benutzen nur brustgeschirr aber mit dem Ruck da hast du recht am Anfang hab ich das so versucht damit ich sein bellen unterbreche. Vielen dank für den Tipp ich hoffe ich bekomme das in den griff.

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Hallo, wie Du gottseidank richtig erkannt hast, hat Dein Hund Angst. Viele kleine Hunderassen haben aus gutem Grund (und schlechter Erfahrung) Probleme mit größeren Hunden.

Also ist folglich Deine Aufgabe als "Leittier", Deinem Hund Schutz zu bieten und vor allem, seine Ängst ernst zu nehmen. Ihn hinsezten zu lassen macht ihm ja nich mehr Angst. Stell Dir vor, jemand steckt Dich in eine Löwenkäfig und sagt Dir, Du sollst Dich hinsezten. Vermutlich wärst Du kurz vorm Nervenzusammenbruch. Auch wenn Du dabei ein Snickers vor den Mund gehalten bekämst.

Erstens lass bitte keine anderen Hunde Deinen Hund beschnüffeln. Und schon gar nicht, wenn er an der Leine ist. Er ist hilflos ausgeliefert - durch Dich. Das nimmt ihm jedes Vertrauen zu Dir und lernt, dass von Dir aus weder HIlfe noch Schutz zu erwarten ist und schreit deshalb umso lauter.

Also: Fremde Hundebesitzer bitten, ihren Hund ebenfalls anzuleinen uder zurückzurufen (sag als Ausrede, Dein Hund hätte Räude, damit sparst Du Dir Diskussionen oder blöde Kommentare) , und gehe mit Deinem Hund ohne großes Aufhebens zügig vorbei, DU dabei zwischen fremden und Deine Hund, so dass Du sozusagen als Puffer wirkst. Das geht nicht von huete auf morgen, aber je gelassener, cooler, und konsequenter Du das machst, desto schneller erkennt Dein Hund, dass Du die Sache im Griff hast und für ihn Deinen Kopf hinhalten würdest, falls es hart auf hart kommt.

Viel Glück und alles Gute - Eva

Danke jetzt kann ich mich besser in den kleinen Kerl hineinversetzen

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Das musst Du Ihm so lange verbieten ,bis Er es nachlässt. Dazu brauchst Du nur Ausdauer und Geduld .

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