Zölibat! Heute kam raus, dass der Kaplan (kath.) hier schon länger eine Freundin hat. Was nun?

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16 Antworten

Priester werden nicht entlssen. Sie werden in solchen Fällen in der Regel versetzt. Sie werde aufgefordert, sich zu entscheiden. Wollen sie bleiben, bekommen sie die Auflage, die Frau (und as Kind) nicht mehr zu sehen. Eine Beziehung wird für gewöhnlich solange geduldet, wie sie heimlich gelebt wird. Wenn man Kenntnis erlangt von einer Prieterbeziehung tut man dem Priester und seiner Frau den größten gefallen, wenn man es nicht an die große Glocke hängt, weil das den Bichof erst zum Handeln bringt. Solange es ruhig bleibt, passiert oft wenig.

Houston, wir haben da ein Problem. Die innerkirchlichen Strukturen der katholischen Kirche machen es einigermaßen schwer, einmal gefällte Entscheidungen so einfach wieder umzustoßen, wie sich das vielleicht eine "normale" Firma leisten könnte. Dem steht das im 19. Jahrhundert aufgestellte Dogma von der Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes entgegen. Das bedeutet zwar nicht, dass sich ein Papst nie irren kann, aber es bedeutet, dass vom päpstlichen Lehramt abgegebene Erklärungen und Lehraussagen nicht 100%ig revidiert, sondern maximal angeglichen werden können. Das ist auch der Grund dafür, dass es immer einen theologischen expertenkreis gibt, die dann überprüfen müssen, wie sich neue Erklärungen des amtierenden Papstes mit bereits abgegebenen Erklärungen der alten Päpste vertragen. Und erst wenn das alles o.k. ist, tritt der Papst an die Öffentlichkeit. So kann der Papst also nicht einfach sagen: "Ihr lieben Priester, ab heute dürft ihr heiraten." Das würde einfach den früher abgegebenen Erklärungen widersprechen. Und das ist nicht vorgesehen. Der Grund für diese für unsere heutigen Ohren schwierige Regelung sind schlechte Erfahrungen in früheren Jahrhunderten, wo manche Päpste eher die eigenen Machtinteresen als das Wohl der Kirche im Auge hatten. Luthers manchmal geradezu gehässige Kritik am römischen Klerus war ja nicht aus der Luft gegriffen. Also hat man dann einen sehr steilen Riegel geschmiedet, der ausschloss, dass Papst X den Himmel für grün erklärt und Papst Y für rot. Sied also bitte barmherzig :-) Gruß Barnabas

Der Zölibat hat mit der päpstlichen Unfehlbarkeit nichts zu tun, da der Zölibat niemals eine dogmatische Bestimmung war.

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Er ist sicher ein toller Seelsorger im Sinne derjenigen, die sich an diese Welt binden und nie begreifen werden, um was es eigentlich geht. Es geht um die Entscheidung, Gott mehr zu lieben als alles andere, das Unvergängliche mehr als das Vergängliche.  Dies ist im Zölibat besonders gefordert für einen Priester, der sich dazu berufen fühlte und vor Gott ein Versprechen abgegeben hat. Solange die Kirche den Zölibat aus guten Gründen aufrecht erhalten will, hat sich auch ein Priester daran zu halten, der  zudem durch sein Versprechen noch im Gehorsam verpflichtet ist. Die Folge ist, dass in einer solchen Situation der Kaplan unwürdig die Hl. Messe feiert und anderen Ärgernis gibt. Er, der eigentlich Vorbild sein sollte, vermittelt den Eindruck, als ob ein Verhältnis außerhalb der Ehe (das nicht nur geistigerweise gelebt wird) grundsätzlich nicht sündhaft sei. Ein solcher Seelsorger macht sich natürlich beliebt, schadet aber den Seelen, für die er Verantwortung trägt.

Mal ganz ohne Emotionen geschrieben: Wer sich an die Spielregeln nicht hält, fliegt vom Platz. Ich muß ja nicht in einen Verein eintreten, wenn mir das Regelwerk nicht gefällt. Davon abgesehen, denke ich, die Kirche und die katholische im Besonderen, ist unnütz. Der oben benannte Kaplan bleibt doch der selbe Mensch, auch wenn er nicht von der Kirche bezahlt wird. Also kann er doch weiterhin seinen seelsorgerischen Auftrag, zu dem er sich offenbar berufen fühlt, seinen Mitmenschen zuteil kommen lassen. Dazu ist eine Verkleidung nicht notwendig, denn nur die Worte sollen doch helfen.

Danke!

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Das kann er, aber nicht in der R.K.Kirche 

Er kann ohne Probleme evangelisch werden ..dort ist auch Homosexualität und Abtreibung kein Problem .

  • Er hat eine Verantwortung als Priester für die  Gemeinde und der Gemeinde gegenüber ..die gerade offensichtlich mit ihm zu fallen droht .

Auch wenn der Zölibat nicht unbedingt zwingend ist im Christlichen Glauben ,ist es nun mal so jetzt gewollt in der Kirche .

Deshalb muss er sich daran halten .

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Es ist gar nicht so sicher, daß die Kirche den Kaplan entlassen wird. Bleibt seine Liebe weiterhin "geheim", so toleriert die Kirche dieses oft sehr wohl. Sie haben einfach Nachwuchssorgen. Hier im Münsterland gab (oder gibt es noch) ein regelmäßiges Treffen von Frauen, die mit Priestern leben und auch Kinder haben. Ich wünsche dem Kaplan alles gute. Für seinen Job und seine Liebe!

Herzlichen Glückwunsch zu so einem Kaplan, der mitten im Leben steht. Mich wundert es nicht, dass er (trotzdem)ein toller Seelsorger ist. Er hat vielen seiner Kollegen entscheidende Erfahrungen voraus, die diese wohl nie machen werden und kann somit die Menschen besser verstehen und sich in sie hineindenken.

Ich habe die katholische Kirche noch nie so richtig verstanden: Zölibat, Sex nur zur Zeugung, keine Verhütung, keine Abtreibung (aus welchen Gründen auch immer)..... usw. usw. Traditionen und Werte sind ja ganz schön, wenn sie denn auch der Zeit angepasst werden!!!!

Also Kameraden, vorwärts, wir müssen zurück (in die Steinzeit)

Ja, Möönsch, dafür hat doch der Herr Luther vor geraumer Zeit die Konkurrenz gegründet! Wer katholisch sein will, der muss halt auch die Konsequenzen in Kauf nehmen!

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@CrazyDaisy

ich bin weder katholisch, noch denke ich, dass man sich willenlos den "Gebräuchen" der katholischen Kirche beugen muss, zumal sie teilweise wirklich weltfremd sind.

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über Regeln läßt sich ja streiten, aber wenn man einen Arbeitsplatz zu bestimmten Bedingungen annimmt muß man sich auch dran halten. Wenn nicht maß man halt den Job wechslen, kann aber nicht drauf hoffen seinen Arbeitsplatz zu behalten. Dies ist überall so.

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@Mismid

Ach, und deshalb darf die katholische Kirche weiterhin so weltfremd agieren??? Es geht nicht um den Priester, sondern um die Thesen der Kirche. Der Priester muss vielleicht persönliche Konsequenzen ziehen, aber mit welcher Berechtigung?

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@gri1su

Tut sie doch überhaupt nicht - in Afrika gibt es verheiratete Priester... Und wenn niemand mehr Priester werden will, gibt es hier auch Änderungen - jede Wette. Schließlich gibts auch immer mehr Frauen in der Katholischen Kirche, die nicht nur ehrenamtliche Aufgaben erfüllen - das war vor Jahrzehnten auch undenkbar.

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Es gibt seit ca. 2 Jahren erstmals einen verheirateten katholischen Priester in Deutschland. Habe das im Radio gehört. Er war schon evangelischer Pfarrer und verheiratet und ist konvertiert zum katholischen Glauben. Da musste der Vatikan abwägen zwischen dem Sakrament der Ehe und dem Sakrament der Priesterweihe. Man hat ihn verheiratet in die Kath. Kirche übernommen. Das ist doch schon mal was und geht in die richtige Richtung.

Das gibt es häufiger. Auch in meinem Stadtteil öffnet die Frau des Priesters, wenn man am katholischen Pfarrhaus klingelt. Gruß Barnabas

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Hätte die R.K.Kirche die Frau davon jagen sollen? Als der Evangelische Priester konvertierte ? 

  • Es ist wohl ganz klar dass es solche Ausnahmen geben muss ...
  • Zumal das kein Zeichen dafür ist ,dass die Regel aufgehoben wird .
  • Zumal auch in der Orthx.Kirche die Priester verheiratet sein können ..wenn sie das vor der Weihe gewesen sind ...für Mönche gilt das nicht .
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Ich als Protestant stehe dem Zölibat mit gemischten Gefühlen gegenüber. Was meiner Meinung nach sehr Wirkungsvoll sein kann, ist daß wenn Euer Seelsorger entlassen oder versetzt wird, die gesamte Gemeinde auf die Barrikaden geht und ggf. mit geschlossenem Kirchenaustritt oder übertritt zum Protestantischenglauben droht. Euer Seelsorger wäre dann auch nicht der Erste, der die Kirche wechselt.
Die Geschicht hat doch immer wieder bewiesen, daß die, die am lautesten Keuschheit und Armut predigen die größten Sünder sind.

Sorry, aber solche Pauschalverurteilungen wie die in deinem letzten Satz habe ich noch nie gemocht. Aber Du hast insoweit Recht, dass es bei denen am deutlichsten auffällt. Gruß Barnabas

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@lachnieth: Wenn Leute aus der Kirche austreten, waren sie vorher auch nur Mitläufer. Wie könnte sonst ein praktizierender Katholik seinen Glauben verraten oder zu den Protestanten überlaufen. Ich bin katholisch und das will ich auch bleiben und zwar in meiner Kirche. Man wechselt den Glauben nicht wie ein Hemd, nur weil die Kirche nicht dem Zeitgeist frönt. Was Gott zu allem sagt, scheint niemanden zu interessieren.

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@Raubkatze45

Im Gegenteil, Raubkatze! Alle wären dankbar, wenn er etwas dazu sagen würde. Rut er aber nicht. Er lässt immer nur sagen :-)

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Ich bin auch Protestant, aber ich vertrete die Meinung, dass jemand, der einen Beruf ergreift, der an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, diese auch einhalten sollte. Ein Model, das einen Vertrag schließt mit der Bedingung, sein Gewicht zu halten oder nicht schwanger zu werden, muss auch aus dem Vertrag, wenn sie sich nicht daran hält. Eine Diakonisse oder Nonne darf ebenfalls nicht heiraten. Es gibt auch andere Berufe, die man im Falle eine Kündigung durch den Arbeitgeber woanders nicht im gleichen Maße ausüben kann - genau wie ein Priester (z.B. Polizist, Justizbeamter etc.) Gerade solche Hürden bewirken zusätzlich, dass Priesteranwärter sich wirklich intensive Gedanken zu ihrer Berufswahl machen, weil es eben so eine weitreichende Entscheidung ist. Wenn ich daran denke, welche moralische Last ein Priester tragen muss! Wenn sie einen "Fehler" machen, regen sich die Leute ganz besonders auf.

Die Antwort finde ich sehr gut! Das sollte man mal wirklich Arbeitsrechtlich prüfen!

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  • Du solltest dich wo möglich erst mal über den Begriff Priestertum schlau machen ,da du nicht verstanden zu haben scheinst, dass ein Priester etwas ganz  anderes als ein Evangelischer Pastor ist ..
  • Das urteilen über andere, sollten Katholiken wie Protestanden besser dem überlassen dem es zusteht ,frei nach Matthäus 7
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Auf diese Art hätte die Kirche keine "Nachwuchs"-Sorgen mehr!

Am besten fragst du den Papst, wann er das Zölibat aufhebt (er spricht ja deutsch). Ich bin nämlich nicht der Meinung der BILD-Zeitung, dass "Wir Papst sind".

Nenne mir einen einzigen katholischen Pfarrer - der sich an das Zölibat hält.


Ich kann dir eine Menge solcher Priester  mit Namen nennen und dich mit ihnen bekannt machen .

Deine Antwort ist ein recht billige Anschuldigung !

Es gibt LEute die interessieren sich viel mehr für einen Priester interessieren ,der seine Gelübte gebrochen hat ,als für zweihundert andere ,die diese Gelöbnisse zwischen einem Gewehrlauf und gezogenem Säbel bekräftigt haben .Der Grund ist einfach weil sie jede ,aber auch jede Geschichte über einen Verräter glauben ,weil das etwas ist ,was sie verstehen können und in ihnen selbst steckt.Das andere aber interessiert sie nicht ,weil sie davon nichts an sich haben und es darum nicht verstehen können ."

Sigrid Unsbet 

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Da fragt ein Kaplan den anderen, werden wir es noch erleben, daß das Zölibat abgeschafft wird? Nein, sagt der andere, wir nicht aber unsere Kinder wohl!¡

danke für diese lustige Antwort!Ich sage es ja nur, weil der Support jetzt meint, dass ich zu Tode betrübt sein müsste! :-))

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Macht eine Kollekte für seine Hochzeit. ;-)

Das  katholische Zölibat sagt, Enthaltsamkeit auf ganzer Linie.

Nein. Das Zölibat besagt Ehelosigkeit.

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