Woran kann man ein qualitativ hochwertiges ätherisches Öl erkennen? Gibts einen eindeutigen Chemischen Test (oder Teststreifen etc.)?

3 Antworten

Antwort 1 ist leider falsch, denn in einem 100 % naturreinen ätherischen Öl sollte sich nichts befinden, außer natürlich die entsprechende Pflanze als Destillat, wahlweiße Kaltpressung (Citrusfrüchte), seltener auch CO2 Extraktion, Enfleuage oder Alkoholauszug. sehr genau beschrieben ist das unter Ätherische Öle auf der hilfreichen Seite von NAOWA Naturkosmetik & Duftmanufaktur im Netz. Dort gibt es auch sehr hochwertige & lebendige Öle.

Die botanische Bezeichnung gibt Aufschluss über die Art der verwendeten Pflanze & deren spezifischen Eigenschaften: Ein Beispiel: Der kleine, wilde Berglavendel wächst nur in einer Höhe von 800 - 1500 m auf den Berghängen der Haute Provence. Er wird von Hand geerntet & in der Mittagshitze zu Tale getragen, um dort destilliert zu werden. Ursprünglicher Lavendel besitzt natürlich besondere Heilkraft & ist von reinster Qualität. Als ätherisches Öl trägt er den botanischen Namen Lavandula officinalis oder auch Lavendel oder extra. In weiter unten gelegenen, weit wirtschaftlicheren Regionen wird Lavendel maschinell kultiviert & leider zum Teil mit Spritzmitteln bearbeitet.

Das Herkunftsland erklärt ebenso Qualität, aber auch Reinheit einer Essenz. Lavendel aus Deutschland könnte natürlich nicht dieselbe Kraft haben, wie aus dem sonnigen Frankreich, wo der Lavendel sich selbst seine Heimat gewählt hat – das versteht sich von selbst. Echtes indisches Sandelholz kommt aus einer Region in Ostindien. Auf dem Etikett steht also mindestens Indien, genauer aber Ost - Indien oder Mysore. Kommt der als solcher bezeichnete Sandel aus der Karibik, so handelt es sich um Amyris (= Amyris balsamifera oder Amyris – „Sandel“). Im Duft besteht zwar eine gewisse Verwandtschaft, botanisch ist dies aber eine völlig andere Pflanze mit lange nicht denselben Eigenschaften des echten, reinen Sandels (einer kostbaren, einzigartigen Essenz, die aufgrund des langsamen Wachstums & der gestiegenen Nachfrage immer teurer werden wird). Alternativ kann der australische Sandel verwendet werden, um dem Raubbau entgegen zu wirken. Vetragsanbau mit Billiglohnländern lässt nicht nur die Qualität des entstehenden Öles leiden, da die Pflanze unter den fremden Bedingungen vielleicht gar nicht dieselben Wirkstoffe ausbilden kann, sondern steht auch oftmals für schlechte Arbeits- & Anbaubedingungen nach ökologischen Gesichtspunkten. Die ursprüngliche, wild wachsende Variation einer behutsam & respektvoll geernteten Pflanze birgt immer das Optimum an ursprünglicher Kraft. Sicherlich kostet ein Fläschchen dieses mühsam gebündelten Flaschengeistes etwas mehr, aber wir benötigen gleichwohl auch viel weniger, um eine lebendige Duftvielfalt & die entsprechend gewünschte Wirkung zu erzielen. Auch müssen wir uns bewusst machen, dass die steigende Nachfrage an bestimmten exotischen Pflanzen, aber auch Edelsteinen u. a. zu Raubbau & Kahlschlag verleitet (weshalb wir trotz der großen Nachfrage kein Rosenholz anbieten).

Das Gewinnungsverfahren ist ein weiteres wichtiges Kriterium: Die gängigste Gewinnungsform ist die Destillation durch Wasserdampf: Hierbei steigt der Wasserdampf des erhitzen Wassers durch die Poren der Pflanzen auf & die ätherischen Öl - Anteile der Pflanze werden an das Wasser übergegeben. Öl & Wasser werden dann wieder voneinander getrennt. Übrig bleibt das so genannte Hydrolat, welches viele wertvolle Inhaltsstoffe besitzt & in der Naturkosmetik verwendet werden kann - bekannt z. B. als Rosenwasser.

Manche Essenzen gibt es in verschiedenen Gewinnungsverfahren, z. B. Rose (destilliert oder als Absolue), Limette (kaltgepresst oder destilliert) oder Jasmin (Absolue oder – sehr selten & wesentlich teuer – als Enfleuage).

Vornehmlich Citrusschalen werden kalt gepresst. Beim Schälen einer Orange läuft einem das Öl buchstäblich über die Hand. Orange enthält also einen relativ hohen Anteil an ätherischem Öl, weshalb diese Essenz auch wesentlich billiger ist (10 ml ca. 3. - - 4.- €), als z. b. echte Rosenblütenessenz. Für gutes Rosenöl müssen für 1 l ätherische Essenz 5 000 kg handgepflückte (!) Blütenblätter verwendet werden, man stelle sich nur einmal 100 g Rosenblütenblätter vor... Der Preis pro 1 ml bewegt sich zwischen 14.- - 49.- €, je nach Rosenart. Deshalb wird diese herrliche duftende Königin der Blüten auch so gerne & einfallsreich verfälscht.

Relativ neu ist die Co2 Extraktion, bei der das ätherische Öl unter Druck gewonnen wird, die Kohlensäure entweicht. Absolues sind nicht zur inneren Einnahme geeignet. Absolues werden mit Hilfe eines Lösungsmittels (im günstigsten Falle Alkohol, aber auch Hexan etc.) hergestellt. 5 - 30 ppm (% per Million) lassen sich aus der fertigen Essenz nicht mehr entfernen. In der Aromalampe stellt dieser Prozentsatz keinerlei Problem dar. Einige Absolue - Beispiele wären: Azalee, Benzoe, Eichenmoos, Honig, Jasmin, Mimose, Narzisse, Rose, Tolubalsam, Tuberose & Veilchenblätter.

Fast nicht mehr gebräuchlich hingegen ist die traditionelle Methode der Enfleuage, bei der frische Pflanzenteile immer wieder im selben Basisfett (früher Schweineschmalz) ausgezogen wird, bis die Basis gesättigt ist.

Die Anbauart ist wichtig, um sicher gehen zu können, dass keine Spritzmittel verwendet wurden. Werden ätherische Öle (nur nach fachkundiger Beratung durch aromatherapeutisch ausgebildete Ärzte oder Heilpraktiker) eingenommen oder in der Küche verwendet (alle Citrusfrüchte, wie Orange, Zitrone etc sind denkbar), sollte nur kontrolliert biologische Qualität oder rückstandskontrollierter Wildwuchs verwendet werden. Traditioneller Anbau bedeutet bei uns spritzmittelfreier, aber nicht kontrolliert biologischen Anbau.

Farbe & Konsistenz sind ein weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal. So muss gutes Zitronenöl gelb bis gelbgrün sein, Orange ist orange - azuleenhaltige Schafgarbenessenz & Kamille müssen von tiefblauer Farbe sein (es gibt auch helle Kamillensorten & Schafgarbenöl) – andere Sorten, wie Sandelholz, Vetiver, Patchouli & Guajakholz etc. sind in guter Qualität zähflüssig & kristallisieren mit den Jahren weiter aus, d. h. heißt, sie werden in der Flasche zähflüssig. Dann den Tropfeinsatz entfernen & mit einem Zahnstocher entnehmen oder in etwas mind. 70 %igem, unvergälltem Alkohol lösen.

So genannte Polyzyklischemoschusverbindungen sind nachgewiesenermaßen krebserregend. Das bezieht sich im Übrigen auch auf qualitativ schlechte, synthetische Räucherstäbchen. Durch die Aufnahme über die Riechschleimhaut (Einatmen) & durch das Auftragen werden diese in den Organismus aufgenommen, z. T. im Fettgewebe eingelagert. Sie können im schlimmsten Falle zu Magen - Darm und Leber- oder Nierenstörungen, Lungenerkrankungen, Vergiftungserscheinungen oder allergischen Reaktionen führen.

Naturreine, ätherische Essenzen sind die lebendige & kraftvolle Seele einer Pflanze, die sich uns hingibt. Qualitativ reine, gewissenhaft gewonnene & von Meisterhand destillierte Essenzen lassen sich auch an deren Duftaura erkennen: sie strahlen geradezu. Der Duft ist voll & rund, lebendig & facettenreich. Es lohnt also, der Nase nach zu gehen & mit etwas Übung lassen sich viele reine Essenzen von ihren blassen, allzu aufdringlichen oder geradezu langweiligen Nachbarn unterscheiden. (Leider wird aber auch schon so gekonnt rekonstruiert, dass selbst Kenner manche Essenzen nicht von der synthetischen Variante unterscheiden lassen - vgl. Ökotest Bergamotte). Diese Essenzen können daher mit Gewissheit nur aus kontrollierten Chargen mit entsprechenden Analysen eingesetzt werden. Ätherische Öle sind starke & hochkonzentrierte Wirkstoffe (also nicht nur Duftstoffe, welche die Nase erfreuen) & sollten daher immer verdünnt angewendet werden & nur in begründeten Ausnahmefällen pur auf die Haut aufgetragen werden.

Synthetisch konstruiert werden vor allem kostbare ätherische Öle: Rose oder Jasmin, Lindenblüte oder Neroli (Orangenblüte), echte Melisse (M. officinalis) oder Geranie, aber auch einfachere Essenzen wie z. B. Bergamotte (vgl. Öko - Test), Lavendel, Petit Grain, Latschenkiefer, Bittermandel, Honig etc.

Folgende Parfumöle sind grundsätzlich aus bedenklicher chemischer Herkunft & bergen die Gefahr hochgradiger gesundheitlicher Schäden: (grüner) Apfel(-blüte), Ananas, Banane, Cocos, Cola, Erdbeere, Flieder, Granatapfel, Gras, Himbeere, Karamell, (Wild-) Kirsche, Kiwi, Krokus, Litschi, Maiglöckchen, Maracuja, Marzipan, Mandel (-blüte), Melone, Moschus (oder sehr teuer & ethisch abzulehnen vom Moschusochsen), Opium, Papaya, Pfirsich, Waldbeere, Waldmeister, Weide

Diese Düfte können aus hochwertiger, naturreiner Herkunft sein (eher teurer) oder sind ebenfalls synthetischer Herkunft (meist billiger) – daher achtsam bei gewissenhaften Anbietern auswählen: Amber, Azalee, Bergamotte, Bienenwachs, Bittermandel, Eisenkraut, Geranie, Ginster, Heu(blumen), Honig(wachs), Holunderblüte, Hopfen, Hyazinthe, Iris (-wurzel), Jasmin, Kaffee, Kakao, Kamille, Kardamom, Kiefer, Lärche, Latschenkiefer, Lindenblüte, Lotus, Mairose, Melisse echt, Mimose, Moschusblume, Moschussamen, Myrrhe, Neroli (Orangenblüte), Patchouli, Rhododendron, Rosenarten, Pinie, Sandelholz, Schafgarbe, Styrax, Tannenarten, Tagetes, Tuberose, Vanille, Veilchen, Weihrauch, Wiesenkönigin

Ein weiterer „billiger Trick“: Mischungen teurer ätherischer Essenzen mit billigeren ätherischen Essenzen erlauben durchaus noch den Begriff "natürliches ätherisches Öl". So verlängert werden z. B.: Rose mit Geranie, Lavendel mit Lavandin, Sandelholz mit Amyris, Eisenkraut (Verbene) mit Lemongras, Ylang Ylang mit Cananga etc. Dies muss nicht unbedingt gesundheitsschädlich sein, ist aromakundlich jedoch gewissenlos & unverantwortlich. Die so genannte chirale Gaschromatographie vermag Essenzen auf deren Echt - & Reinheit zu analysieren & gibt Aufschluss über Wirk- & Inhaltsstoffe. Analysen sollten vorliegen & auf Wunsch eingesehen werden können.

Nun macht sich jemand so viel Mühe und bekommt noch nicht einmal ein DH. Daher von mir eines!

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ich würde lesen was für zusätze drin sind und natürlich muss es gut riechen !

In der Aromatherapie werden nur speziell deklarierte ätherische Öle eingesetzt. Ganz wichtig ist das Etikett.

Das sollte idealerweise drauf stehen:

  • Botanischer lateinischer Name
  • "100% naturreines ätherisches Öl"
  • Herkunftsland
  • Extraktionsmethode (Wasserdampfdestillation, Kaltpressung, Extraktion)
  • Verwendeter Pflanzenteil
  • Bio Auszeichnung (wenn möglich immer Bio Öle verwenden)
  • Gefahrensymbole (X für reizend / F für leicht entzündlich)
  • Sicherheitssätze (z.B. außer Reichweite von Kindern aufbewahren)
  • Anwendungserklärung (z.B. zur Raumbeduftung)
  • EG-Nummer / Lot Nr. / Verwenden bis (Datum)

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