Woher kommt das Geld, wenn ich bei der Bank einen Kredit nehme?

16 Antworten

Was meinst Du mit Geld ?

Du erhälst "Kaufkraft", streng genommen kein Geld. Würdest Du Geld bekommen, wärst Du nach dem Kredit ja reicher als vorher .....

Eine Geschäftsbank kann einem Wirtschaftssubjekt, quasi als Vorgriff auf zukünftige Einkommen, heute schon die Kaufkraft gewähren. Für eine Wirtschaft ist das essentiell wichtig , da dies die einzige Möglichkeit ist, trotz Ersparnisbildung durch Kredite die monetäre Nachfrage konstant zu halten.

Gäbe es diese Möglichkeit nicht, gebe es keine Investitionen und die Wirtschaft wäre binnen kürzester Zeit erledigt ( gerade die mit hoher Ersparnis wie Deutschland ).

Wenn Du mit "Geld" Bargeld meinst, das  kommt von der EZB. Deine Bank besorgt sich in der Regel gegen einen besicherten Kredit dieses von der EZB und zahlt dir dein Guthaben ( aber : netto Null, Du hast kein Geld ! ) bar aus.

Einige haben es schon gesagt. Das Geld wird tatsächlich durch einen Buchhaltungstrick aus dem Nichts erschaffen.
Die Bank ist der Ansicht, daß ihr eigener Saldo sich durch die Erteilung eines Kredites gar nicht verändert, denn auf der einen Seite steht die Buchung des erteilten Kredites als "Verbindlichkeit", auf der anderen Seite steht die Buchung einer gleich großen "Forderung", die der Kreditnehmer abzuzahlen hat. Die Summe dieser beiden Seiten ist (bis auf die Zinsen) genau NULL.
So einfach ist das !! Es wurde "nach Saldo" gar kein Geld geschaffen. Dennoch ist die Geldmenge im Umlauf durch genau den Betrag gestiegen, den der Kreditnehmer von seinem Konto abhebt.

Dieser Vorgang wird offenbar in der orthodoxen BWL mit komplizierten Begriffen verschleiert, so daß keiner kapiert was denn da abgeht.

Da die Kontostände nichts weiter als Zahlen in einem Computer sind, braucht auch kein "Geld vorhanden zu sein".

Bei großen Krediten verlangt die Bank dann "Sicherheiten", die in den Besitz der Bank übergehen können, falls der Schuldner nicht zahlen kann. In dem Fall kann dann zu einem gewissen Grade virtueller Besitz in echten Besitz umgetauscht werden.

Von der Bank selber werden in der Regel ebenso Sicherheiten verlangt, die in etwa 2%-10% der Verbindlichkeiten betragen müssen, damit die Pleitegefahr nicht ganz so groß ist und nicht bei jeder kleinen Krise der Lehman-Brothers-Effekt eintritt.

Hi, Danke. Ich verstehe nicht so viel von den Fachbegriffen. Ich habe es mir bis jetzt so vorgestellt (kindhaft), können sie mich korrigieren?:

Ich nehme einen Barkredit bei einer Privatbank, das sorgt dafür dass ein Auto mit der gleichen baren Geldmenge von der Zentralbank dieser Privatbank das Geld liefert. Wenn ich den Kredit zuende tilge, Gibt die Privatbank die alte Summe wieder der Zentralbank zurück (Auto fährt zurück^^).

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@hvladi

Ja so ungefähr stellen sich die meisten die Kreditvergabe vor, und daß wir das glauben, ist durchaus im Sinne der Banken.

Geld ist eine Verrechnungseinheit, dabei ist es egal, ob es durch den Kontostand (Zahlen in einem Computer!) oder in Geldscheinen repräsentiert wird.
Ich habe hier gar nicht von Bargeld gesprochen, sondern nur von Kontoständen.

Die Umbuchungen usw. müssen natürlich alle konsistent sein. Wenn z.B. die Zentralbank Geld "aus dem Nichts" erzeugt, tippt sie "einfach so" eine Zahl in einen Computer ein, damit gewährleistet sie z.B. einen Kredit an eine andere Bank oder einen Kunden wie Siemens.
Da entstehen dann zwei Konten. Eins ist das Konto des Kunden, auf das das geliehene Geld ausgezahlt wird und das andere ist das Schuldenkonto, das bleibt bei Privatkrediten eher unsichtbar.
Auf dem einen steht der gezahlte Kredit im Plus, auf dem anderen, unsichtbaren, steht derselbe Betrag im Minus. Beide Kontostände zusammengezählt sind also "nichts", die Bank kann also behaupten "Es wurde gar kein Geld gemacht."

Der Kredit muß mit Zinsen zurückgezahlt werden, und dann ist nach Rückzahlung des Kredites auch das Schuldenkonto auf 0. Die Zinsen bleiben der Bank als Einnahmen erhalten.

In einem gewissen Rahmen darf dies jede Bank so tun ! Es ist bei diesem Vorgang auch völlig egal, ob es um 10000 oder 10 Milliarden Euro geht.

++++

Der Vorgang der Bargeldauszahlung hat mit der Kreditvergabe nichts zu tun.

Wenn die Bank Bargeld braucht, kauft sie es von der Zentralbank.
Wenn sie einem Kunde etwas auszahlt, wird einfach die Menge des ausgezahlten Bargeldes vom Kundenkonto abgezogen und damit ist die vorherige Aufwendung wieder ausgeglichen.
Für die Rechnung der Bank ist es egal, ob Du Bargeld auszahlen läßt oder das Geld an einen Immobilienmakler überweist, um eine Wohnung zu kaufen.

+++++
Bin auch kein Fachmann, alles was ich hier schreibe, habe ich mir mühsam zusammengereimt. Allerdings befürchte ich, dass da auch so manche Fachmänner nicht durchsteigen

Der Film, den BlackBanan24 gepostet hat, ist übrigens fachlich korrekt, wenn auch witzig dargestellt.

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Die Aussage "Von der Bank" stimmt tatsächlich nur bedingt, denn ganz so einfach ist das nicht.

Letztendlich kommt das Geld natürlich irgendwo schon von der Bank. Allerdings muss diese das Geld dafür nicht selbst besitzen d.h. eine Geschäftsbank ist weitestgehend unabhängig von den Spareinlagen ihrer Kunden.  Tatsächlich muss eine Bank nur einen gewissen Prozentsatz von dem, was sie als Kredit verleiht, tatsächlich besitzen und als Sicherheit bei der Zentralbank hinterlegen. Dieser Prozentsatz wird Mindestreserve genannt und liegt in der Eurozone zurzeit bei 1%. Wenn eine Bank also 100€ bei der Zentralbank hinterlegt, kann sie damit Kredite im Wert von 10000€ schöpfen. Dieses Geld nennt sich auch Giralgeld (in Abgrenzung zum Zentralbankgeld), der Prozess der dahinter steht,nennt sich Giralgeldschöpfung. Besagtes Giralgeld existiert zunächst einmal nur theoretisch und kann von der Bank quasi aus dem nichts geschaffen werden.

Grob vereinfacht funktioniert das Ganze so: Die Bank hinterlegt die Mindestreserve von 100€ und schöpft damit Giralgeld in Wert von 1000€ indem es als Kredit verliehen wird und dem Kreditnehmer auf dem Girokonto gutgeschrieben wird. Dieses Geld fliesst zunächst in den Wirtschaftskreislauf und erhöht die Geldmenge. Gleichzeitig wird in den Büchern der Bank eine Forderung von 10000€ (+ Zinsen geschrieben), Irgendwann zahlt der Kreditnehmer das Geld aberzurück und die Forderung der Bank wurde getilgt. Eine Bank kann also Geld aus dem nichts schaffen. Die Geldmenge wird dadurch aber letztlich nicht beeinflusst, da genau die gleiche Menge an Geld durch das Zurückzahlen dem Wirtschaftskreislauf wieder entzogen wird. Ich hoffe das war halbwegs verständlich ;)

Hier ist noch ein ganz lustiger Beitrag, der den ganzen Prozess noch einmal bisschen verdeutlicht und gleichzeitig kritisiert:

https://youtube.com/watch?v=nIP_AxzeVbM

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